Hallo,
bei mir hat Helgas Vortrag noch eine ganze Weile nachgewirkt.
Erst dachte ich: Gut, dass mit den entscheidenden ersten Situationen für die weitere Prägung der Partnerschaft: Das hatte ich schon mal im Focus gelesen und geht einfach den alten Weg des genetischen-geerbten weg zum geprägten-geerbten.
Doch dann anhand von ihrem Beispiel des jungen Pärchens, wo sie das Zuspätkommen ihres Partners "schöngeredet" hat - kam ich wirklich ins Grübeln: Wie war das damals bei uns? Wie verhalte ich mich heute, worüber ärgere ich mich und wieviel von meinem Verhalten ist wirklich fair - wenn ich bisher andere Signale gegeben hatte, das es o.k. ist?
Dann kam auch noch der Einfluss des Elternhauses unter dem Stichwort Elternfamilie (-muster) auf das eigene Verhalten und somit Erwartungshaltung (so/nur wie es meine Eltern gemacht haben ist es o.k.) an die eigene Partnerschaft.
Gut, dachte ich, kennst du in ähnlicher Form auch schon, haben schon mancherorts Verhaltensmuster entdeckt die in unserer Kinderzeit zu finden sind.
Und dann kam ich ans knabbern.
Zu überlegen: Wenn ich meine Eltern als Maßstab (unbewußt) verwende - wieviel Konfliktpotential steckt dann darin, dass ich evtl. versuche mit meinem Partner umzugehen wie meine Mutter mit meinem Vater und wundere mich dann - dass es nicht funktioniert!? Oder andersherum, dass mein Partner mit einem anderen Verhalten wie meinem nie umgehen gelernt hat (Schlüssel paßt nicht - aber der muss doch passen!? System Werkstatt: Steht doch Frau drauf!)
Auch wenn ich jetzt sage: Unsere Partnerschaft ist o.k.
Genau jetzt in der Situation mit unserem Sozial und Konfliktverhalten, Rollenaufteilung.
Sind wir jetzt prägende Herkunftsfamilie für unsere Kinder.Kann ich sagen: Ja, so wie wir das vorleben - so möchte ich dass es meine Kinder mitnehmen?
Oder doch mehr: Jung, mach das mal besser als dein Vater
...und dann bekomm ich um die Ohren: Ich such mir einfach mal ne andere Frau als dich Mama!

Ich finde das einen netten, kritischen Maßstab:
Nicht nur: Fühl ich mich so wie es ist wohl (oder rede es mir ein?) sondern: Ist es sogar so o.k. dass ich es mit gutem Gewissen als Vorbild meinen Kindern für ihren gesamten Lebensweg mitgeben kann?
Oder aber auch: Wenn ich die Chance hätte, zurück zu den Partnerschaftswurzeln zu gehen - würde ich mich heute noch genauso verhalten?
Einfach als Zusammenfassung: Wenn ich das Gefühl habe den Kindern sagen zu müssen: Machts mal besser! Dann wäre es Zeit zu handeln und sich Hilfe zu suchen um von unserem kostbaren Leben und der Chance einer guten Partnerschaft das zu haben - was man bräuchte.
Keine Frage: Der letztmalige Vortrag von der JHV 2005 war super, er war lustig und zeigte einige Verhaltensmuster. Aber die Ursachen (WARUM sich ein Mammut herumdreht und der eine Jäger es fürchtet - und der andere nicht) - dazu fand ich mehr (Lösungs-)Ansätze im Vortrag 2006. Über unbequeme Fragen kann man halt schlecht lachen

.
viele Grüsse & euch eine gute Zeit
Mirjam