Johanna1967
Leben und leben lassen
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« am: 04.08.06, 10:42 » |
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Hallo,
gerade bei Waldarbeiten passiert sehr viel und mir ist nie wohl, wenn mein Mann und meine Brüder mit Waldarbeiten beschäftigt sind. Aber mit Bruch - und Käferholz ist es halt unabwendbar.
In meinem Freundes- und Bekanntenkreis gab es bereits drei solche schwere Unfälle; der Jüngste erst vergangenes Wochenende:
Ein Freund meines Bruders, ein Landwirtschaftsmeister, 44, war mit Entasten eines Baumes beschäftigt, als sich ein hängengebliebener Gipfel löste und auf ihn herabstürzte. Trotz tragen eines Schutzhelmes hat er sich schwerste Kopf - und Brustverletzungen zugezogen. Hoffentlich wird wieder alles gut.
Dasselbe ist dem Mann meiner Freundin vor 12 Jahren passiert. Genau derselbe Unfall durch einen hängengebliebenen Gipfel vom Vortag. Trotz Helm ist er seitdem ein Schwerstpflegefall, der im Wach-Koma liegt. Er war damals 30 Jahre und strotzte nur so vor Gesundheit und Lebensfreude. Meine Freundin war damals beim 2. Kind schwanger und hat 6 Wochen später entbunden. Das Mädchen kennt seinen Vater nicht und der Bub, den sie hin und wieder in das Pflegeheim mitnimmt, in dem ihr Mann jetzt dahinvegetiert, denn " lebt " kann man wirlich nicht sagen, erkennt den Vater auch nicht mehr. Das tut immer noch richtig weh, wenn ich an den Mann denke, den ich so gut kannte und schätzte.
Er reagiert auf rein gar nichts und die Frau mit ihren zwei Kindern muss sich bei geringer Rente über Wasser halten. Sie arbeitet seitdem in einem Haushalt, damit sie sich und die Kinder ernähren kann. Für Reparaturen am Haus ist kein Geld da.
Sie sagte einmal zu mir, dass sie mit einem lebendem Toten verheiratet ist und auch, dass, wenn man überhaupt von Glück im Unglück reden kann, das einzige Gute ist, dass die BG die Heimkosten übernimmt, weil er einen Schutzhelm getragen hat, als das Unglück passiert ist, sonst wär das Haus auch längst weg und sie mit den Kindern wohl auf der Straße.
Bei einem dritten Fall ist ein Nachbar von uns (60) bei Waldarbeiten v. Baum erschlagen worden. Der einzige Enkel (15) hat das mitansehen müssen (war mit dem Opa alleine im Wald) und hat sich 5 Monate später das Leben genommen, weil er das nicht verkraftet hat....
Gruß Johanna
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Cashy
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« Antwort #1 am: 04.08.06, 13:57 » |
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So schlimm das auch für die betroffenen Personen ist, die geschilderten Unfälle gehören alle in die Kategorie "Leichtsinn und Übermut". Alle Unfälle wären zu vermeiden gewesen, wenn sich die betroffenen an das erinnert hätten was sie beim Kettensägenlehrgang gelernt haben. (sofern überhaupt einer besucht wurde) 1. Schaue ich mir den Bereich in dem ich arbeite vorher genau an. Besonders den Bereich über mir!! Fluchwege freiräumen!!!2. "Hängengebliebene Äste" und Gipfel werden sofort beseitigt und nicht erst am nächsten Tag. Sichere Techniken lernt man in entsprechenden Kursen. Bitte nicht diese Wochenend Seminare...  3. Niemals alleine im Wald arbeiten, wobei ich niemals einen unter 18jährigen alleine mit in den Wald nehmen würde. 4. Sollte man alle nötigen Werkzeuge griffbereit haben. 5. Bäume werden entweder umgekeilt oder mit einer entsprechenden Winde umgezogen. 6. Selbiges gilt für Bäume die sich in einem anderen Baum aufgehängt haben. Wer den mit der Säge "freischneiden" will ist selber Schuld. Bei Bedarf such ich gern mal Videos raus was da passieren kann. 7. Im Zweifelsfall professionelle Hilfe dazuholen. Kostet zwar Geld, aber nicht das eigene Leben..im Gegensatz zur Selbstüberschätzung! 
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Gruß Cashy 
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geli.G
Landkreis BGL Obb.
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« Antwort #2 am: 09.02.07, 21:20 » |
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Hallo, heute hat´s meinen Mann erwischt.....  Er hat zum Glück "nur" einen Nasenbeinbruch und eine schwere Schulterprellung.  Er liegt im KH und bekommt Schmerzmittel. Morgen sehen wir weiter. Sein Kommentar: "Da jammer ich gar nicht, das hätt schlimmer ausgehen können!"
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Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. Viele Grüße von Geli
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gundi
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« Antwort #3 am: 09.02.07, 21:30 » |
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Hallo Geli!
Gute Besserung deinem Mann. Das hätte wirklich schlimm ausgehen können. Mein Schwiegersohn hilft auch in seiner Freizeit immer wieder bei Waldarbeiten, da hat es in den vergangenen 4 Wochen auch drei seiner Kameraden erwischt, sind Gott sei dank auch alle "nur" mit mehr und weniger komplizierten Beinbrüchen davongekommen. Nicht immer geht es so gut aus.
Alles gute und liebe Grüße gundi
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Es ist kein Herr so hoch im Land, der nicht lebt vom Bauernstand!
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martina-s
Landkreis Weilheim Obb.
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« Antwort #4 am: 09.02.07, 21:31 » |
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Ui, Geli, ich hab schon in der ML gelesen. Puh, da kommt ja was auf Dich zu. Langweilig wird Dir bestimmt nicht. Sag Deinen Mann einen lieben Gruß von mir und gute Besserung. Ich kenn das schon mit der Waldarbeit. Ich stamme aus einer solchen Familie. Mein Großvater ist lange vor meiner Zeit unter einem Baum umgekommen. Meinen Vater hat es auch schon einmal erwischt als ich noch ein kleines Mädel war. War aber zum Glück auch wieder zum reparieren.
Da tut mir Dein Sepp arg leid. Grad so eine Prellung spürt man sehr lange. Und die Verletzung im Gesicht ist auch nicht zu unterschätzen.
Das hätte jetzt auch nicht sein müssen. Aber zur Seite gehen kann man schlecht. Bekommst Du wenigstens einen Betriebshelfer?
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Liebe Grüße Martina
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geli.G
Landkreis BGL Obb.
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« Antwort #5 am: 09.02.07, 22:21 » |
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Nicht immer geht es so gut aus.
...da hast du recht! Mein Schwager hat mir erzählt, dass heute ein Bauer einen Betriebshelfer angefordert hat. Der hat sich mit der Motorsäge ins Gesicht geschnitten....  Vor 14 Tagen hat´s einen aus unserer Nachbargemeinde erwischt. Der war mit seinem Vater im Holz. Als der Baum auf seinem Bein lag hat er laut geschrien. Gerade zu der Zeit ist aber über dem Waldstück ein Hubschrauber gekreist. Da wurde ein Mann gesucht, der später erhängt aufgefunden wurde. Jedenfalls hat der Vater nix gehört, zum Glück hatter der Verletzte sein Handy dabei und konnte so Hilfe anfordern. Der hatte einen offenen Beinbruch und jetzt hat sich seine Frau auch noch die Hand gebrochen.....  Aber all das wird wieder. Ein weiterer Fall in unserem Lkrs. ist sehr tragisch. Der Bauer ist mit 65 Jahren beim Holzarbeiten ums Leben gekommen. Es war noch nicht übergeben. Der Älteste will den Hof weiter bewirtschaften, die beiden Brüder wollen ein Drittel des Hofes.....  Einen Betriebshelfer brauch ich nicht. Meine SE arbeiten ja immer noch viel mit. Das schaffen wir auch so. Im Sommer wäre das was anderes. Gundi und Martina, Danke für eure guten Wünsche. Ich werd´s ausrichten..... 
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Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. Viele Grüße von Geli
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mary
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Baeuerin - Beruf mit Herz
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« Antwort #6 am: 10.02.07, 07:37 » |
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Hallo Geli, hab gerade gelesen, da wird einem die Gefährlichkeit der Waldarbeit nach Sturmschäden wieder voll bewusst. Beim letzten grossen Sturm hat es in unserer Gegend auch sehr schlimme Unfälle gegeben. Gott sei Dank ist deinem Mann nicht mehr passiert, in solchen Momenten schick ich immer ein Danke an einen Schutzengel nach oben. Sag deinem Mann auch von mir gute Besserung, ich werde meinen Mann wieder einmal mehr auf die Gefährlichkeit der Waldarbeit hinweisen- denn selbst mit der ganzen Sicherheitsausrüstung, die Bäume sind einfach nicht immer berechenbar. Herzl. Grüsse maria
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Doro
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Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag
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« Antwort #7 am: 10.02.07, 08:11 » |
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Hallo Geli, ja den Bauern kenn ich auch. 
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Es grüßt Doro
,,Leben ist nicht genug", sagte der Schmetterling. ,,Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muss man haben".
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Maja
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Ein Wunder in meinen Armen
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« Antwort #9 am: 10.02.07, 10:52 » |
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JA Waldarbeit ist gefährlich und Gott sei Dank ging es bei deinem MAnn noch glimpflich aus. Kann wieder heilen. Gute Besserung,deinem MAnn Geli. Wenn ich da immer die schlauen Sprüche höre, könnte ich aus der Haut fahren, als würden die Holzfäller sich die Verletzungen selber bei bringen. Mit Spass. Da kann man noch so viel Motorsägenlehrgänge mit machen und so viel wissen, vor Unfällen ist man nicht gefeit. Gut, sicher ist man dann vorsichtiger als ganz unbedarfte Holzfäller, aber leben ist immer lebensgefährlich und man braucht schon gute Schutzengel. Sicherheit ist schon mal das richtige Arbeitsgerät und die KLeidung.
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Dette
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Ich liebe dieses Forum!
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« Antwort #10 am: 10.02.07, 11:01 » |
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hoffentlich passiert hier niemand was, bei den Milionen Festmetern, die hier rumliegen. Ich kann mich immer noch nicht an den Anblick dieser verwüsteten Landschaft gewöhnen. Gruß Dette
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Maja
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Ein Wunder in meinen Armen
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« Antwort #11 am: 10.02.07, 11:06 » |
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Dette ich habe mir das Elend draussen im Wald gar nicht angesehen. MIr reicht schon was ich von der Haustüre aus sehe . Was mein MAnn mir berichtet ,reicht auch genug um Nerven zu stressen. Alleine in unserer Waldbesitzervereinigung liegen 15.000 Festmeter Holz.
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LunaR
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Dat Eenen sien Uhl is det Annern sien Nachtigall
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« Antwort #12 am: 10.02.07, 15:47 » |
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Hallo Geli,
hier ist wieder einmal das Glück, was an Unglück nicht eingetroffen ist. Alle Gute für deinen Mann. Möge er bald wieder gesund zu Hause sein.
Herzliche Grüße Luna
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Verschwendete Zeit ist Dasein. Gebrauchte Zeit ist Leben.
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geli.G
Landkreis BGL Obb.
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« Antwort #13 am: 10.02.07, 20:41 » |
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Hallo,
mein Mann durfte heute noch nicht nach Hause. Es macht ihm aber auch nix aus.....heute Morgen das Waschen war noch eine ziemliche Anstrengung für ihn. Wenn die Schmerzmittel an Wirkung verlieren, geht´s ihm auch noch nicht sooo gut. Aber die Hauptsache ist doch, dass es wieder wird. .
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Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. Viele Grüße von Geli
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martina-s
Landkreis Weilheim Obb.
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leben und leben lassen
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« Antwort #14 am: 10.02.07, 20:43 » |
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Hallo Geli, und wie ist ihm das eigentlich passiert? Ist ihm der Baum drauf gefallen oder ist er gestürzt?
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Liebe Grüße Martina
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