Hallo
ich bin mal so frei und eröffne einen neuen Thread

zum Thema
Betriebsführung - früher und heute - was ändert sich ? was nicht ?
kenne ein paar Aktivsenioren, die ihre Kenntnisse schon in der ganzen Welt weitergegeben haben-
aber was mir bisher fehlt- wo sind die Aktivsenioren aus dem land- und hauswirtschaftlichen Bereich?
Ich schätze die Erfahrung und den Rat - und finde es schade, dass besonders in der Landwirtschaft die Lebenserfahrung
unserer Vorfahren sehr wenig gilt.
Herzliche Grüsse
maria
Hallo
ich denke wir sollten da Unterschiede machen.
Wenn´s um Tier oder Pflanzenproduktion geht, haben die Senioren sicher noch ** brauchbares ** Wissen
Mein SV wußte z.B. warum bestimmte Äcker in Grünland umgewandelt wurden ...
oder warum es problematisch sein kann auf manchen Äckern Kartoffel anzubauen
Er hat sich z.B. mal mit unserer Umweltbeauftragten angelegt, als sie eine Streuobstwiese anlegt hat
wo weit und breit noch nie ein Obstbaum gestanden hat ... warum wohl ... Sie hat Lehrgeld bezahlt

Aber wenn´s um Betriebswirtschaftliche Dinge geht nützt mir das ( Un) Wissen relativ wenig ...
meine SE haben uns für verrückt erklärt als wir einen PC gekauft haben ...
hier ging die Post ab als wir 1992 den ersten Antrag gestellt haben

oder wenn sie mitbekommen haben welche Unterlagen wir vorlegen müßen ...
Wie gesagt, meine Erfahrungen
Ein Spruch meines Opa´s ( geb. 1896 ) ist mir bis heute in Erinnerung
Entweder du gehst mit der Zeit - oder mit der Zeit gehst du ....
vor die Hunde Was hier bei uns in der Gemeinde in´s Auge fällt ...
es gibt Ortsteile, da gibt es Aussiedlerhöfe - alle zwischen 1957 und 1962 gebaut -
die Betriebsleiter sind zwischen 1935 und 1940 geboren
Und es gibt Ortsteile wie z.B. Dudenhofen wo es keinen Aussiedlerhof gibt !!!!
die Betriebsleiter sind alle vor 1930 geboren ... und die 2 jungen die heute noch da sind ...
können nicht mehr aussiedeln, weil die Erschließungskosten viel zu hoch sind
nachdenkliche Grüße
Beate
Hallo Beate,
hat sich wirklich soviel geändert?
Meine Grosseltern hatten einen Bauernhof und mussten schauen, dass sie den Hof über die Runden brachten, meine Eltern hatten einen Hof und haben ihn vor Jahren an meinem Bruder übergeben- auch sie mussten die ganze Zeit auf Draht sein-
je älter ich werde, umso mehr wird mir bewusst- dass vieles bleibt.
Besonders im Bereich der Betriebswirtschaft - ändert sich vieles nicht.
Und bei den Beratern haben wir die Erfahung gemacht,
dass frisch von der Ausbildung her - der Bauer halt dann selbst sein Lehrgeld bezahlt.
Ich möchte nicht in Jung und Alt unterteilen, es gibt überall Spreu und Weizen,
aber dass wir heute da stehen, verdanken wir einigen sehr guten Beratern, die die Summe ihrer Erfahrungen uns zukommen liessen.
Egal ob im Stall, im Grünland oder im Ackerbau.
ich hab den Vergleich zwischen meinen Eltern und meinen Schwiegereltern vor Augen ...
obwohl meine Eltern
nur 10 Jahre jünger sind als meine SE gibt es gewaltige Unterschiede
was das ** offen sein für Neues sein ** oder das ** mit der Zeit gehen ** angeht.
Ich möchte dir an dem Beispiel - Aussiedlung - zeigen was ich meine
Mein Opa hat 1957 den Betrieb an meinen Vater ( geb. 1938 ) übergeben,
damit er die Fördergelder zur Aussiedlung in Anspruch nehmen konnte !!!
Er hat damals mit der Siedlungsgesellschaft ausgesiedelt ...
dafür mußte alles offen gelegt werden u.a. mußte Buchführung gemacht werden.
Als meine Eltern 1972 den Boxenlaufstall gebaut haben, haben sie sich wieder für die SG entschieden
es gab wieder Fördergelder nach den Vorgaben der SG.
Damals mußte schon Rentabilitätsberechnungen usw. vorgelegt werden.
Als mein Bruder seine Ausbildung fertig hatte und er zu Hause eingestiegen ist
wurde wieder mit der SG das Wohnhaus erweitert und ein Jungviehstall gebaut
Fördergelder nach deren Vorgaben ... alles wie gehabt ...
Bei meinen SE ist das alles anders gelaufen

Sie hätten auch aussiedeln können ( 1960 ) ... mit der SG ... haben sie aber nicht

zum einen weil sie sich nicht ** kontrollieren lassen wollten **
zum anderen weil der Vater von SV nicht übergeben hat.
Der Opa meines Mannes hat über 10 Jahre auf seine Rente verzichtet ...
nur damit er nicht übergeben braucht ... da sind Dinger gelaufen ... nicht vorstellbar ...
Die Sturheit von Opa hat auch meine SE am weiterkommen gehindert - nicht nur - aber auch
Die komische Einstellung meiner SE habe ich ja am eigenen Leib zu spühren bekommen
u.a. ist deswegen die Übergabe an meinen Süßen geplatzt ... wer will schon die Katze im Sack kaufen ...
Meine SM hat heute noch kein Verständnis dafür, dass wir einen FNN stellen
oder nur nach Düngeempfehlung düngen , dass wir Versuchsanbau betreiben usw. - usw.
Mein Papa schaut sich unsere Versuche an ... diskutiert mit uns darüber ... auch kritisch ...
aber es interessiert ihn was wir machen - - - vor allem wenn es was Neues ist
SM ist gegen alles was neu oder anders ist als früher ... der Spruch => haben wir immer so gemacht
trifft zu 100 % zu ... für uns bedeutet das aber
Stillstand ...
Mich wundert es immer wieder, was 10 Jahre Altersunterschied ausmachen.
Wie gesagt,
meine ganz persönliche Erfahrung Liebe Grüße
Beate