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Autor Thema: Texte, Sprüche, Gedichte zum Advent, zu Weihnachten  (Gelesen 132333 mal)
Mia
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Everybody`s darling is everybody`s ...........


« Antwort #120 am: 20.12.04, 21:55 »

JETZT ist die Zeit
JETZT ist die Stunde
HEUTE wird getan, oder auch vertan
worauf es ankommt
wenn ER kommt.

Ein besinnliches Weihnachtsfest und viele fröhliche Stunden ......
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Liebe Grüße von Maria
gatterl
Obb.
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« Antwort #121 am: 21.12.04, 13:19 »

In der heiligen Nacht tritt man gern einmal aus der Tür
und steht allein unter dem Himmel, nur um zu spüren,
wie still es ist, wie alles den Atem anhält
um auf das Wunder zu warten.



Karl Heinrich Waggerl
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Bis bald
Barbara

Die Stimmen der andern aufmerksam hören,
sie in dir nachklingen lassen, um anschliessend zu handeln.
Nach der deinen.

r.b
reserl
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« Antwort #122 am: 26.12.04, 08:40 »

Ein nachdenkliches
Märchen
vom Auszug aller "Ausländer"

Es war einmal, etwa drei Tage vor Weihnachten, spät abends. Über dem Marktplatz der kleinen Stadt kamen ein paar Männer gezogen. Sie blieben an der Kirche stehen und sprühten auf die mauer die Worte "Ausländer raus" und "Deutschland den Deutschen". Steine flogen in das Fenster des türkischen Ladens gegenüber der Kirche. Dann zog die Horde ab. Gespenstische Ruhe. Die Gardinen an den Fenstern der Bürgerhäuser waren schnell wieder zugefallen. Niemand hatte etwas -gesehen.

"Los kommt, wir gehen." "Wo denkst Du hin! Was sollen wir denn da unten im Süden?" "Da unten? Da ist doch immerhin unsere Heimat. Hier wird es schlimmer. Wir tun, was an der Wand steht: ´Ausländer raus´ !"

Tatsächlich: Mitten in der Nacht kam Bewegung in die kleine Stadt. Die Türen der Geschäfte sprangen auf. Zuerst kamen die Kakaopäckchen, die Schokoladen und Pralinen in ihrer Weihnachtsverkleidung. Sie wollten nach Ghana und Westafrika, denn da waren sie zu Hause. Dann der Kaffee, palettenweise, der Deutschen Lieblingsgetränk: Uganda, Kenia und Lateinamerika waren seine Heimat.

Ananas und Bananen räumten ihre Kisten, auch die Trauben und Erdbeeren aus Südafrika. Fast alle Weihnachtsleckereien brachen auf. Pfeffernüsse, Spekulatius und Zimtsterne, die Gewürze aus ihrem Inneren zog es nach Indien. Der Dresdner Christstollen zögerte. Man sah Tränen in seinen Rosinenaugen, als er zugab: Mischlingen wie mir geht´s besonders an den Kragen. Mit ihm kamen das Lübecker Marzipan und der Nürnberger Lebkuchen.

Nicht Qualität, nur Herkunft zählte jetzt. Es war schon in der Morgendämmerung, als die Schnittblumen nach Kolumbien aufbrachen und die Pelzmäntel mit Gold und Edelsteinen in teuren Chartermaschinen in alle Welt starteten. Der Verkehr brach an diesem Tag zusammen ... Lange Schlangen japanischer Autos, vollgestopft mit Optik und Unterhaltungselektronik, krochen gen Osten. Am Himmel sah man die Weihnachtsgänse nach Polen fliegen, auf ihrer Bahn gefolgt von den Seidenhemden und den Teppichen des fernen Asiens.

Mit Krachen lösten sich die tropischen Hölzer aus den Fensterrahmen und schwirrten ins Amazonasbecken. Man musste sich vorsehen, um nicht auszurutschen, denn von überall her quoll Öl und Benzin hervor, floss in Rinnsalen und Bächen zusammen in Richtung Naher Osten. Aber man hatte ja Vorsorge getroffen.

Stolz holten die deutschen Autofirmen ihre Krisenpläne aus den Schubladen: Der Holzvergaser war ganz neu aufgelegt worden. Wozu ausländisches Öl?! - Aber die VW´s und BMW´s begannen sich aufzulösen in ihre Einzelteile, das Aluminium wanderte nach Jamaika, das Kupfer nach Somalia, ein Drittel der Eisenteile nach Brasilien, der Naturkautschuk nach Zaire. Und die Straßendecke hatte mit dem ausländischen Asphalt auch immer ein besseres Bild abgegeben als heute.

Nach drei Tagen war der Spuk vorbei, der Auszug geschafft, gerade rechtzeitig zum Weihnachtsfest. Nichts Ausländisches war mehr im Land. Aber Tannenbäume gab es noch, auch Äpfel und Nüsse. Und die "Stille Nacht" durfte gesungen werden - Allerdings nur mit Extragenehmigung, das Lied kam immerhin aus Österreich!

Helmut Wöllenstein
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lieben Gruß
Reserl


Auch in den kleinsten Tropfen spiegelt sich der ganze Himmel.
Mikki
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BT *Bin on Tour*


« Antwort #123 am: 01.01.05, 17:36 »

Hallo, Ihr hier!

Weihnachten 2004 ist nun gewesen, habe aber noch einen schönen Spruch, vielleicht kann irgendwer ihn ja nächsten Weihnachten gebrauchen Roll Eyes, damit das kleine Sprüchlein mir nicht verlorengeht, will ich es nun schon mal in dieser Box aufbewahren Cheesy.....

Wirklich Weihnachten ist dann,
wenn die Stille der Heiligen Nacht
auch in unser Herz gefunden hat.
[/color][/b]
-Irmgard Erath-

......freue mich nun schon auf die Fortsetzung der Advents- und Weihnachtsboxen am Ende des Neuen Jahres 2005 Cheesy, es ist wirklich wunderbar, hier in der vorweihnachtlichen Zeit immer wieder was Neues lesen zu können!!!
Herz. Grüße, Mikki Smiley



« Letzte Änderung: 03.02.05, 11:56 von Mikki » Gespeichert

Fröhlich sein, Gutes tun, .....und die Frauen plaudern lassen!

Lasst es Euch gut gehen!
*************************************************  
:-)
cara
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Kann ich nicht, heisst will ich nicht.


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« Antwort #124 am: 20.11.05, 17:22 »

Klein Fritzchen geht vor dem Heiligen Abend in die Kirche und macht sich an der dort aufgestellten Weihnachtskrippe zu schaffen.

Der Pfarrer beobachtet ihn umbemerkt dabei, sagt aber nichts.

Nachdem Fritzchen wieder gegangen ist, schaut sich der Pfarrer die Krippe an und stellt fest, daß Fritzchen den Josef mitgenommen hat.

Am nächsten Tag erscheint Fritzchen wieder in der Kirche.

Er geht wieder zur Krippe und nimmt etwas weg.

Der Pfarrer beobachtet ihn, sagt aber wieder nichts.

Nachdem Fritzchen wieder gegangen ist, schaut sich der Pfarrer die Krippe an und stellt fest, daß Fritzchen die Heilige Mutter Maria mitgenommen hat.

Jetzt wird´s dem Pfarrer aber zu bunt und er beschließt, Fritzchen am nächsten Tag auf frischer Tat zu ertappen.

Am nächsten Tag kommt Fritzchen wieder, geht zur Krippe, nimmt allerdings nichts weg sondern legt einen Brief in die Krippe.

Der Pfarrer beobachtet dies wieder und wartet erst einmal ab. Fritzchen geht wieder.

Der Pfarrer geht zur Krippe, nimmt den Brief und öffnet ihn.

Darin steht geschrieben:

Liebes Christkind! Wenn Du mir dieses Jahr wieder kein Mountainbike zu Weihnachten schenkst, siehst Du Deine Eltern nie wieder
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LiGrüss cara

Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.
Henry Ford
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« Antwort #125 am: 20.11.05, 17:22 »

Weihnachtsgeld 2005

Laut Verfügung der Geschäftsleitung wird das Weihnachtsgeld für 2005 nicht durch Bargeld, sondern in Sachwerten vergütet, was in Form von Büchern geschehen soll.

Diese Maßnahme ist mit dem Betriebsrat abgestimmt und soll zur Erhöhung der Allgemeinbildung beitragen.

Für die einzelnen Berufsgruppen im Unternehmen sind folgende Bücher vorgesehen:


Direktoren: Gauner im Frack

Abteilungsleiter: Wem das Gewissen schlägt

Buchhaltung: Der Millionendieb

Sekretärinnen: Nackt unter Wölfen

Boten: Soweit die Füße tragen

Werkschutz: Der Spion der aus der Kälte kam

Vorgesetzte: Denn sie wissen nicht was sie tun

Sonst. Angestellte: Betrogen bis zum jüngsten Tag

Arbeiter: Verdammt in alle Ewigkeit

Auch die ehemaligen Mitarbeiter im Rentenalter sollen berücksichtigt werden.

Sie erhalten das Buch: Hunde wollt ihr ewig leben


Wir wünschen eine erholsames Weihnachtsfest und einen guten Start ins Jahr 2006!

Die Geschäftsleitung
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« Antwort #126 am: 20.11.05, 17:47 »

Der eingesparte Weihnachtsmann       

von Horst Winkler (Versschmiede)

Der Weihnachtsmann ist übel dran
Er muss jetzt alles tragen
Hat keinen Schlitten, kein Gespann
Hat nicht mal einen Wagen

Sein Antrag wurde abgelehnt
Die Gelder sind gestrichen
Das ist nun mal der große Trend
Man kennt das ja inzwischen

Auch mit mit der Bahn kann er nicht fahr´n
Die ist ja viel zu teuer
Und auf ein Auto noch zu spar´n
Verhinderte die Steuer

Die wird ja nun auf jeden Dreck
Auf jeden Pups erhoben
Und Leistungen, die fallen weg
So woll´n es die da oben

Der Weihnachtsmann fragt: Liebe Leut
Ja, wollt ihr mich verkohlen?
Soll´n sich die Kinder weit und breit
Die Sachen selber holen?

Da tönt´s: Wir sparen ganz gerecht
Bis alle Schuld beglichen
Und wenn du aufmuckst, alter Knecht
Dann wirst du auch gestrichen



« Letzte Änderung: 02.12.08, 09:14 von joker » Gespeichert

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« Antwort #127 am: 20.11.05, 17:50 »

Die 10 eindeutigsten Anzeichen dafür,
daß der Weihnachtsmann Ihr Kind nicht mag:

10. "Der Brief Ihres Kindes kommt vom Nordpol mit dem Stempel zurück: Vergiß es, Peter!"
9. "Ihr Kind wünscht sich ein Fahrrad und bekommt eine Schachtel Zigaretten."
8. "Neben den Geschenken läßt der Weihnachtsmann eine deftige Rechnung für Porto und Versand zurück."
7. "Wenn der Weihnachtsmann zu Ihnen nach Hause kommt, hat er nur noch Styropor-Erdnüsse dabei."
6. "Heilig Abend. Ihr Kind wacht neben einem Rentierkopf im Bett auf."
5. "Statt in der Kategorie 'ungezogen' oder 'brav', befindet sich Ihr Kind auf der 'schwarzen Liste' des Weihnachtsmanns."
4. "Der Weihnachtsmann schickt Ihr Kind auf eine Sauftour mit Ernst August."
3. "Wenn Ihr Kind auf dem Schoß des Weihnachtsmanns Platz nimmt, sind die ersten Worte: Faß meinen Bart
an und ich werde Schmerzen über Dich kommen lassen."
2. "Auf allen Spielsachen Ihres Kindes steht: Made by Homer Simpson."
1. "Fünf Worte: Runter von meinem Schoß, Teletubby!"
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« Antwort #128 am: 20.11.05, 17:56 »

Der Weihnachtsmann will in Rente gehen

Der heilige Abend ist für Weihnachtsmänner immer ein besonders anstrengender Tag. So auch für den Weihnachtsmann Klaus Einhundertvierundzwanzig. Dies ist auch leicht zu erklären. Wer das ganze Jahr über auf der faulen Haut liegt, dem fällt es schwer, auf einmal Höchstleistungen zu erbringen. Klaus Einhundertsiebzehn (alle Weihnachtsmänner heissen aus Tradition Klaus, der Einfachheit halber hat Petrus sie durchnumeriert) hatte daher schon einmal die Einrichtung eines Fitnesscenters für müde Weihnachtsmänner vorgeschlagen. Dies war jedoch vom himmlischen Finanzausschuss unter Hinweis auf die angespannte Haushaltslage abgelehnt worden.

Klaus Einhundertvierundzwanzig brummte vor sich hin. Es ist doch gar nicht so einfach, über all die Jahrhunderte hinweg alt und trotzdem gesund zu bleiben. Ja, wenn man wenigstens organisiert wäre... Die Engel hatten schon in den zwanziger Jahren eine IG »Himmlische Heerscharen« gegründet. Aber man selber... Es ist ja wahr, dass ganze Jahr über ist man damit beschäftigt, seine Freizeit zu organisieren, so dass die Gründung einer eigenen Organisation immer wieder verschoben wird.
Dass der diesjährige Heilige Abend daneben gehen würde, war Klaus 124 schon beim Aufstehen klar. Nicht nur, dass er, als er die Augen aufschlug sah, wie sein Rentier Rudolph – ja, das mit der roten Nase – den Kopf durch das geöffnete Fenster steckte und genüsslich den letzten Sockenhalter frass. Nein – zudem brachte der himmlische Postbote auch noch im letzten Moment das sechsunddreissigste »Update« des Wunschzettels von Holger aus Berlin. Klaus knurrte. Es war schon ein höllischer Einfall gewesen, diesem Jungen letztes Jahr einen Homecomputer zu schenken.
Zu alledem kam als Bote auch noch Hermes, der Gott der Diebe. Bei der derzeitigen Personallage hatte man sich im Lohnbüro gezwungen gesehen, die alten Götter zur Unterstützung wieder aus der Versenkung zu holen. Und so wurde der alte Gauner wieder in seiner Funktion als Götterbote eingesetzt.
Klaus brummte weiter in seinen Bart. Hermes hatte so etwas animalisches, archaisches, sexuelles an sich. Das war nichts für einen in Ehren ergrauten Weihnachtsmann. Obwohl... ein bisschen Spass hätte man ihm ja auch einmal gönnen können, aber der Alte war da so streng.
Klaus zuckte bei diesen Gedanken schuldbewusst zusammen. Zwar war vor etlichen Jahren im Rahmen einer Erneuerung die himmlische Gedankenzensur abgeschafft worden, aber man kommte ja nie wissen. Und seine alten Tage in der Paketsortiererei zu verbringen, davon träumte er ganz gewiss nicht...
Klaus beschloss, die vierunddreissigste Änderung des Wunschzettels zu ignorieren. Immerhin hatte er seinen Sack mit den Geschenken gestern schon gepackt und nur durch geschicktes Stapeln auch alles hinein bekommen. Holgers »Update« würde ihm doch nur die Reihenfolge durcheinander bringen.
Nun alles in den Schlitten. Zwar hatte Klaus schon einmal die Anschaffung eines Kleintransporters erwogen – so ein winziger, japanischer hätte ihm schon gerreicht –, aber die Haushaltslage... Ausserdem: Was wäre dann mit Rudolph? Und die Kinder? Ob die einen Weihnachtsmann mit Transport-LKW wollten? Die amerikanischen vielleicht, aber dann dürfte es kein kleiner japanischer Wagen sein.
Nun Schluss mit all diesen Gedanken. Das Katzenfell umgebunden, in die rote Robe geschlüpft und den Sack über die Schulter geworfen. Rupprecht hatte zwischenzeitlich Rudolph schon vor den Schlitten gespannt. Also los! Hoffentlich würde ihn sein Ischiasnerv wenigstens dieses Jahr in Ruhe lassen.

Liebe Kinder!
Wenn Ihr Eure Weihnachtswünsche äussert, denkt an den Weihnachtsmann. Er ist alt und müde geworden. Wünscht Euch lieber etwas zum Geburtstag oder zu anderen Festen. Das müssen dann Eure Eltern für Euch anschleppen. Und wenn Ihr dann im Sommer – vielleicht auf den Kanarischen Inseln – einen glücklichen, alten, bärtigen Mann seht, der bescheiden an einem Longdrink nippt und einen blonden Engel auf seinem Schoss hat, das ist dann der Weihnachtsmann, der nun seinen wohlverdienten Ruhestand geniesst
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LiGrüss cara

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« Antwort #129 am: 22.11.05, 00:52 »

Christkindl-Ahnung im Advent

Erleben eigentlich Stadtkinder Weihnachtsfreuden? Erlebt man sie heute noch? Ich will es allen wünschen, aber ich kann es nicht glauben, dass das Fest in der Stadt mit ihren Straßen und engen Gassen das sein kann, was es uns Kindern im Walde gewesen ist.

Der erste Schnee erregte schon liebliche Ahnungen, die bald verstärkt wurden, wenn es im Haus nach Pfeffernüssen, Makronen und Kaffeekuchen zu riechen begann, wenn am langen Tische der Herr Oberförster und seine Jäger mit den Marzipanmodeln ganz zahme, häusliche Dinge verrichteten, wenn an den langen Abenden sich das wohlige Gefühl der Zusammengehörigkeit auf dieser Insel, die Tag und Tag stiller wurde, verbreitete. In der Stadt kam das Christkind nur einmal, aber in der Riß wurde es schon Wochen vorher im Walde gesehen, bald kam der, bald jener Jagdgehilfe mit der Meldung herein, dass er es auf der Jachenauer Seite oder hinter Ochsensitzer habe fliegen sehen. In klaren Nächten mußte man bloß vor die Türe gehen, dann hörte man vom Walde herüber ein feines Klingeln und sah in den Büschen ein Licht aufblitzen. Da röteten sich die Backen vor Aufregung, und die Augen blitzten vor freudiger Erwartung. Je näher aber der Heilige Abend kam desto näher kam auch das Christkind ans Haus, ein Licht huschte an den Fenstern des Schlafzimmers vorüber, und es klang wie von leise gerüttelten Schlittenschellen. Da setzten wir uns in den Betten auf und schauten sehnsüchtig ins Dunkel hinaus; die großen Kinder aber, die unten standen und auf eine Stange Lichter befestigt hatten, der Jagdgehilfe Bauer und sein Oberförster, freuten sich kaum weniger. Es gab natürlich in den kleinen Verhältnissenn kein Übermaß an Geschenken, aber was gegeben wurde, war mit aufmerksamer Beachtung eines Wunsches gewählt und erregte Freude. Als meine Mutter an einem Morgen nach der Bescherung ins Zimmer trat, wo der Christbaum stand, sah sie mich stolz mit meinem Säbel herumspazieren, aber ebenso frohbewegt schritt mein Vater im Hemde auf und ab und hatte den neuen Werderstutzen umgehängt, den ihm das Christkind gebracht hatte.
Wenn der Weg offen war, fuhren meine Eltern nach den Feiertagen auf kurze Zeit zu den Verwandten nach Ammergau. Ich mag an die fünf Jahre gewesen sein, als ich zum ersten Male mitkommen durfte, und wie der Schlitten die Höhe oberhalb Wallgau erreichte, von wo sich aus der Blick auf das Dorf öffnete, war ich außer mir vor Erstaunen über die vielen Häuser, die Dach an Dach nebeneinander standen. Für mich hatte es bis dahin bloß drei Häuser in der Welt gegeben.


Ludwig Thoma

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liebe Grüße
Freya

"Kuchen bleiben länger frisch, wenn sie später gebacken werden" (ostfriesischer Haushaltstip)
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Unsere Landwirtschaft - wir brauchen sie zum Leben


« Antwort #130 am: 26.11.05, 17:36 »

Knecht Ruprecht

Ich bin KnechtRuprecht winterweiß
mein Bart ist lauter Zapfeneis.
Vom Tannenwald weit komm ich her,
mein Sack ist hundert Zentner schwer.

Sind kleine Kinder hier im haus?
Dann schütt ich meine Sachen aus:
Lebkuchen, Nüsse, Marzipan,
das alles schickt der Weihnachtsmann.

Seid Ihr auch alle lieb und gut?
Ist keiner, der was Böses tut?
Denn für die Bösen, gebet acht,
hab ich die Rute mitgebracht.

(Verfasser unbekannt)
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Nimm das Leben nicht so bierernst, Du kommst da eh nicht lebend raus.

Heute ist nicht alle Tage, ich komme wieder - keine Frage!   Martina
martina
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Unsere Landwirtschaft - wir brauchen sie zum Leben


« Antwort #131 am: 26.11.05, 17:41 »

Mein ABSOLUTER Favorit Smiley

Joseph von Eichendorff


Weihnachten

Markt und Straßen steh'n verlassen,
still erleuchtet jedes Haus.
Sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen,
buntes Spielzeug fromm geschmückt.
Tausend Kindlein steh'n und schauen
sind so wundersam beglückt.

Und ich wand're aus den Mauern,
bis hinaus ins freie Feld,
ehernes Glänzen, heiliges Schauern!
Wie so weit und still die Welt.

Sterne hoch die Kreise schlingen
aus des Schnees Einsamkeit
steigt's wie wunderbares Singen -
oh Du gnadenreiche Zeit.
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Nimm das Leben nicht so bierernst, Du kommst da eh nicht lebend raus.

Heute ist nicht alle Tage, ich komme wieder - keine Frage!   Martina
Sigrid
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« Antwort #132 am: 26.11.05, 20:38 »

Mein liebstes Weihnachtsgedicht:

Einsiedlers Heiliger Abend

Ich hab in den Weihnachtstagen -
Ich weiss auch, warum -
Mir selbst einen Christbaum geschlagen,
Der ist ganz verkrueppelt und krumm.

Ich bohrte ein Loch in die Diele
Und steckte ihn da hinein
Und stellte rings um ihn viele
Flaschen Burgunderwein.

Und zierte, um Baumschmuck und Lichter
Zu sparen, ihn abends noch spaet
Mit Loeffeln, Gabeln und Trichter
Und anderem blanken Geraet.

Ich kochte zur heiligenStunde
Mir Ebsensuppe mit Speck
Und gab meinem froehlichen Hunde
Gullasch und litt seinen Dreck.

Und sang aus burgundernder Seele
Das Pfannenflickerlied.
Und pries mit bewundernder Seele
Alles das, was ich mied.

Es glimmte petroleumbetrunken
Spaeter der Lampendocht.
Ich sass in Gedanken versunken
Da hat's an die Tuere gepocht.

Und pochte wieder und wieder.
Es konnte das Christkind sein.
Und klang's nicht wie Weihnachtslieder?
Ich aber rief nicht: "Herein!"

Ich zog mich aus und ging leise
Zu Bett, ohne Angst, ohne Spott,
Und dankte auf krumme Weise
Lallend dem lieben Gott.

                                     Joachim Ringelnatz
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gundi
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Ich liebe dieses Forum!


« Antwort #133 am: 26.11.05, 20:50 »

Weihnachten bedeutet für mich Wärme,wenn ich innerlich friere.
Weihnachten heißt Nähe und Erfahrung von echter Gemeinschaft,
gerade wenn ich mich allein und isoliert fühle.
Weihnachten bedeutet,neu glauben und vertrauen zu können,
wenn ich meinen eigenen Glauben und mein Vertrauen in mich
und meine Mitmenschen verloren habe.

Weihnachten ist ein Licht, das im Dunkeln angezündet wird.

Eine schöne besinnliche Adventzeit euch allen

gundi Smiley
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Es ist kein Herr so hoch im Land, der nicht lebt vom Bauernstand!
Filia
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« Antwort #134 am: 30.11.05, 17:15 »

Das mag ich auch gerne:

Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
aber als Knecht Ruprecht schon
kommt der Winter hergeschritten,
und alsbald aus Schnees Mitten
klingt das Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,
bunt auf uns herniedersah,
weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
und das Jahr geht auf die Neige,
und das schönste Fest ist da.

Tag du der Geburt des Herrn,
heute bist du uns noch fern,
aber Tannen, Engel, Fahnen
lassen uns den Tag schon ahnen,
und wir sehen schon den Stern.

Theodor Fontane
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Liebe Grüße
Filia
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