Kategorie-Archiv: Medien

Schwarze Löcher im Fördernebel

Seit heute nachmittag schnauft der Server der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), um – falls denn überhaupt erreichbar – interessierten Zeitgenossen Auskunft über die Empfänger der EU-Agrargelder zu geben.
Wie bereits vorher bekannt sitzen die wahren Profiteure NICHT melkend hinter der Kuh, sondern in Konzernzentralen z.B. bei Südzucker oder der Lufthansa.
Lustigerweise spuckt die BLE-Datenbank auch einige Datensätze aus, die mehr Fragen stellen als Antworten zu geben:
ELER-Gelder
EGFL-Gelder
Rund 4,4 Mio. € an EGFL-Direktzahlungen, 5,8 Mio. € an indirekten EGFL-Zahlungen und 0,3 Mio. € aus dem ELER-Topf gehen komplett in Leere! Zumindest hat die Datenbank keine Information darüber, wohin das Geld gegangen ist. Da werden wohl nicht nur die Bayern noch ein wenig nacharbeiten müssen.

Mehr dazu:
Who are Germany’s ‘invisible men’? (followthemoney.eu)
Sehr geehrte Unsichtbare! (agrarheute.com)

Nachtrag: Auch zwei Wochen nach der Veröffentlichung sieht man offenbar keine Veranlassung, die leeren Felder der Millionen-Bezieher zu füllen. Am anderen Ende der Liste ist die BLE da schon genauer: Die Herren Lang, Maurer und Siber haben genau einen (1) Cent EU-Subventionen erhalten. Wenn man bedenkt, welchen Aufwand der Antrag dafür gemacht hat …

Spannend. Auch Agrarheute hat nachgelegt:
Sehr geehrter Herr Dr. Kloos!

Milch und die Medien …

Die Milchbauern nutzen – genauso wie die Milchindustrie, der Handel und die Molkereien – die Presse, um sich eine außerordentliche Propagandaschlacht zu liefern. Auch der Bauernverband mischt fleissig mit.

Ein zentraler Punkt, über den versucht wird Einfluss auf noch unentschiedene Milchbauern (und die Öffentlichkeit) zu nehmen, ist die Streikbeteiligung. So verbreitet der Milchindustrieverband (MIV) einem Rückgang der Lieferungen um lediglich zehn Prozent. Der BDM schätzt die Streikteilnahme seiner Mitglieder dagegen auf 90 Prozent. Doch wieviele Milchbauern wirklich mitmachen kann derzeit niemand sagen.

‚Die überwiegende Mehrheit der Milchbauern lehnt einen solchen Streik ab‘, so Agnes Scharl, Sprecherin des DBV, zur Berliner Morgenpost.

Hubertus Pellengahr vom Hauptverband des Deutschen Einzelhandels wiegelte zunächst ab (‚Der Streik hat keine Wirkung, der Spuk wird nicht lange dauern‘) und wirft den Bauern nun vor, dass sie überschüssige Milch wegschütten. ‚Milch wegzukippen, während Menschen hungern, ist ein Frevel und eine Riesensauerei‘ zitiert ihn die Bild-Zeitung.

Ein ähnliches Zitat kursiert von DBV-Präsident Sonnleitner und verärgert solidarische Verbandsmitglieder. Dem Sender N24 sagte Sonnleitner moderater: ‚Die Bevölkerung hat Verständnis für die Milchbauern.‘ Das Produkt Milch sei ‚unwahrscheinlich positiv besetzt‘. Ob er was ahnt? Mit ‚Milchmädchen, wehrt euch!‚ deutet die Berliner TAZ schon einmal an, das es Ärger für die Bremser im DBV geben könnte.

Auch die Presse selbst scheint das Thema zu lieben: bereits am 17. April titelt die ‚WELT‘ (wie schon öfter mal weltfremd): Bauern-Streik führt zu Hamster-Käufen bei Milch. (Der Link ist den Klick nicht wert, denn der Titel findet sich im Artikel nicht wieder …) Und während es gestern in der WELT noch hieß: ‚Großteil der Milchbauern streikt nicht mit‘ wird das Hamster-Thema heute recycled und zum ‚Milchkrieg‘ erklärt. ‚DiePresse‘ setzt noch einen drauf und hat im ‚Milchkampf‘ ermittelt: ‚Ein Teil der DGV(??)-Bauern liefern weiterhin ihre Milch an die Molkereien. Allerdings Nachts – um von den Nachbaren nicht gesehen zu werden.‘ Zum Schiessen …

Auch in der Schweiz, wo jetzt ebenfalls gestreikt wird, weiss die Presse bereits: Die Bauern laufen ins Leere. Und Emmi, der grösste Schweizer Milchverarbeiter, sieht nach Presseberichten dem angekündigten Milchstreik der Bauern ‚gelassen‘ entgegen.

Abwarten …

Spielereien – mehr oder weniger sinnvoll

Kegeln für glückliche Kühe

Oxfam präsentiert ein ‚Online-Spiel für gerechte EU-Agrarsubventionen‚ und läd ein, eine Petition für eine gerechtere Subventionsverteilung an Landwirtschaftsminister Seehofer zu schicken. Na, der wird sich freuen …

Mit dem Online-Spiel und der Petition möchte Oxfam Deutschland anlässlich des EU-Agrarministertreffens am 20. Mai auf die ungerechte Subventionsverteilung aufmerksam machen. Großbetriebe, wie RWE, Edeka oder Müllermilch und Adelige, wie Thurn und Taxis oder das britische Königshaus erhalten derzeit EU-Subventionen in Millionenhöhe, weil die Direktzahlungen an der Größe der Anbauflächen bemessen werden.

Tag der Arbeit

Wer, wegen der Stallarbeit, die letzten Krawalle zum 1. Mai nicht unterstützen konnte, kann dies jetzt online nachholen. Nach dem Motto: Bloss nicht verhaften lassen! können Sie als ‚KleenaPunk‘ Steine werfen oder Autos anzünden – solange Sie die unterlegte Volksmusik aushalten! Revolutionär!

Free Rice

Wer – statt kegeln oder randalieren – lieber online Englisch lernen möchte, der kann seinen Vokabelschatz prüfen und gleichzeitig Reis für Bedürftige spenden.