Kategorie-Archiv: Ernährung

Die Mixxer kommen!

Der Einkauf von Lebensmitteln findet derzeit noch vorwiegend offline, im Supermarkt des Vertrauens, statt. Allerdings machen sich immer mehr Angebote im Internet breit, die sich in die Individualisten und Selbermacher unter den Konsumenten wenden.

Als Pioniere dieser Entwicklung kann MyMuesli betrachtet werden. Im ansprechenden Web 2.0 Look bieten die Jungunternehmer Körner- und Flockenmüslis in Bio-Qualität und (wie bereits erwähnt) nach eigenen Angaben in 566 Billiarden verschiedene Variationen an.

Inzwischen finden sich mit Cereal-Club.de (Müsli) und ichmixe (Müsli, Tee, Studentenfutter) sowie myfitmix (Müsli, Cocktails, Fruitails und Naschereien) weitere Anbieter in diesem Segment.
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Vertical Farms – Update

Auch der SPIEGEL hat sich nun mit dem Thema ‚Wolkenkratze als Bauernhöfe‚ beschäftigt. (siehe auch Vertical Farms – Science Fiction-Farming?)

Moderne, ultraeffiziente Treibhäuser könnten die Antwort auf Bevölkerungswachstum und die Endlichkeit der landwirtschaftlichen Produktionsfläche sein, wird Theodore Caplow vom New Yorker Ingenieurbüros Sun Works zitiert. Nutzpflanzen ließen sich in solchen Hoch-Treibhäusern mit nur einem Zehntel des auf freiem Feld nötigen Wassers erzeugen – und auf nur fünf Prozent der Fläche. Als ersten Schritt will Caplow die flachen Hausdächer moderner Metropolen mit Treibhäusern versehen. Auch Fassaden von Bürogebäuden könnten dafür umgebaut werden.

Die Umnutzung und Weiterentwicklung bestehender Gebäude dürfte, so Experten, westentlich kostengünstiger sein als der komplette Neubau von vertikalen Stadtfarmen, deren Amortisation aufgrund von Gebäude- und Technologiekosten zurzeit eher noch kritisch beurteilt wird. Zudem erfordern Hochhäuser, die ausschliesslich als ‚Acker‘ genutzt werden, eine Menge Hochtechnologie.

Aber auch eine weitere Hürde müssten die Planer vertikaler Farmen noch überwinden: den öffentlichen Widerstand gegen die scheinbar industrialisierte Erzeugung von Nahrungsmitteln, so der SPIEGEL. Diesen ‚Luxus‘ leisten sich allerdings in erster Linie Konsumenten in gut versorgten Märkten.

Glaubt man Gene Giacomelli, Direktor des Controlled Environment Agriculture Center an der University of Arizona in Tucson, dann dürfte die Realisierung von urbaner Hightech-Landwirtschaft vorwiegend am Ölpreis hängen: „Unser ganzes billiges Essen basiert zurzeit auf niedrigen Transportkosten, billigem Wasser und billiger Energie für die Erzeugung von Düngern.“

Die Stadt Las Vegas wird die weltweit erste, 30 Stockwerke hohe Vertical Farm bauen. Geplant ist die Eröffnung für 2010, das 200 Millionen US-Dollar teure Projekt soll Nahrung für 72.000 Menschen erzeugen.

Links:
Vertical Farming Website der Columbia University
Skyfarming – Das Vertical Farm Projekt im New York Magazine.

Hunger – und viele Rezepte

Das Thema ‚Hunger‘ steht – mal wieder – ganz oben auf der Tagesordung. Nur – wie lange?
Laut ‚Weltagrarbericht‚ und aktuellen Presseberichten gibt es verschiedenste Gründe und Misstände, die das Problem nahezu unlösbar erscheinen lassen:

– Intensive Veredlungslandwirtschaft im Norden
– Mangelnde Teilhabe des Südens am technologischen Forschritt
– Klimawandel / Flächenverlust zB durch Erosion / Desertifikation
– Bevölkerungswachstum
– Falsche Nutzung von Nahrungsmitteln (Bioenergie)
– Exportsubventionen / Weltmarktregeln
– Spekulanten / Multinationale Konzerne
– Markt-/Macht-Interessen und Kurzsichtigkeit der Politik

Die Bilanz des Weltagrarberichts ist nichts Neues. Und wie bereits in der Vergangenheit stockt man – nicht unumstritten – kurzfristig die Mittel des Welternährungsprogramms (WFP) auf. Für manche eher ein Zeichen, dass das Thema bzw. die wirklich wichtigen Ursachen wieder unter den Teppich kommen.
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