Smithfield Foods und die Schweinepest in Rumänien

In Rumänien ist die Schweinepest in großem Umfang ausgebrochen.

Das allein ist sicher nicht so spannend. Allerdings stellte sich im Zuge der Ermittlungen heraus, dass viele der betroffenen Schweine auf Betrieben gehalten werden, die die Behörden noch gar nicht genehmigt haben. Der Betreiber Smithfield Foods, der größte Schweinefleischproduzent der Welt, hat nach Behördenangaben gegen zahlreiche Umwelt- und Hygienevorschriften verstoßen.

Die Farm, auf der die Schweinepest ausbrach, hatte offenbar noch überhaupt keine Betriebsgenehmigung. 15.000 Schweine wurden gehalten, obwohl kein einziges hätte dort sein dürfen. Interessant auch, daß für den Betrieb nur eine Genehmigung für 8.000 Schweine beantragt worden war.

Auch für andere Smithfield-Farmen (der Konzern besitzt 25 Betriebe in Rumänien), auf denen die Schweinepest ausbrach, gab es keine Betriebsgenehmigung der Veterinärbehörde. Und auch dort wurden mehr Schweine gehalten, als eigentlich erlaubt war. Einige Betriebe waren noch im Bau, aber bereits mit Tieren belegt, zudem waren die Hygienebedingungen unzureichend: Es fehlte an Filtern, Desinfektionsanlagen und Umzäunungen.

Dass die Schweine ganz unbemerkt von rumänischen Behörden in ungenehmigten Mastbetrieben vor sich hinquiekten, mögen viele in Westrumänien nicht so recht glauben.

Nach dem erneuten Ausbruch der Schweinepest (bereits Ende 2006 hatte Rumänien – wie von der Europäischen Union gefordert – eine grossangelegte Impfkampagne gegen die Tierkrankheit gestartet und erst vergangenen Juni mitgeteilt, der letzte Seuchenherd sei beseitigt) erweisen sich die Behörden als völlig unzureichend für den Ausbruch der Schweinepest gewappnet.

Den größten Schaden dürfte nicht Smithfield, sondern das Gros der rumänischen Schweinemastbetriebe tragen. Gravierende Einschränkungen durch die Europäische Union sowie ein allgemeines Exportverbot für eine längere Zeit dürften ihnen sicher zu sein.

Smithfield Foods gab am vergangenen Donnerstag bekannt, seinen Gewinn im ersten Quartal des Jahres mehr als verdoppelt zu haben …

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