Letzte Ölung

Genau vor zwei Jahren habe wir mit dem Einbau einer neuen Heizungsanlage begonnen. Nachdem die alte Ölheizung mit einem Kessel Baujahr 1962 dem Schornsteinfeger nicht mehr genügte hatten wir zunächst über einen neuen Kessel desselben Systems nachgedacht – und angesichts der (von uns eingeschätzten) Ölpreisentwicklung dagegen entschieden.

Darauf folgte eine Einladung an die Heizungsinstallateure im Ort und der Umgebung, uns Alternativen vorzuschlagen. Zu unserer Überraschung waren die ‚local heroes‘ komplett auf Öl und Gas fixiert und konnten keine Angebote zu Alternativsystemen machen.

Nach der ‚letzten Ölung‘ – einem Kleinmengenkauf zu unverschämtem Preis – und des ersten drei Besuchen kompetenterer Fachmänner fiel für uns die Entscheidung: eine Holzheizung muss her. Da wir auf einem Resthof mit relativ großen Wirtschaftgebäuden wohnen entschieden wir uns – nach zwei weiteren Fachgesprächen – für eine solar unterstützte Hackschnitzelanlage, die, bei Bedarf, auch mit Holzpellets gefahren werden kann.

RaumaustragungLieferung und Einbau der Heizung verliefen, bis auf ein paar Kleinigkeiten (zunächst kam ein zu kleiner, dann ein zu großer Kessel) nahezu problemlos. Und auch das ‚Drumherum‘ wie der Rückbau der Ölheizung nebst Öltanks und einiger Optimierungen am Leitungssystem zum Pufferspeicher verliefen zügig und zufriedenstellend. VorratsbunkerEine Raumaustragung, der in Eigenleistung gebauter Vorratsbunker (ca. 18 m³), ein altes Gebläse und ein bei ebay erworbenes 8-Meter-Förderband sorgen dafür, daß wir im Winter nicht ständig ‚Heizöl schippen‘ müssen.

Allein die Förderanträge und das Belegen der Verwendung der bewilligten Gelder hat mächtig genervt. Während die Solaranlage dbzgl. kein Problem machte mußten für den Heizkessel – da u.a. auch vom Forstamt gefördert – etliche (Orginal-)Dokumente, Kontoauszüge und Bescheinigungen eingereicht werden, die das Amt dann z.T. verschluderte!

Seit knapp zwei Jahren heizen wir jetzt mit Holz und Sonne – und sind absolut zufrieden damit. Neben dem neuen 40 kW-Kessel (KWB) und ca. 12 m² Kollektorfläche (Vissmann) schickt auch unsere 80 Jahre alte Küchenhexe (Marke Küppersbusch), auf der täglich gekocht wird, Wärme ins Heizungs- und Warmwassersystem.

Anders als bei einer Ölheizung ist es öfter erforderlich, den Kessel zu überwachen und, da die Brennstoff-Chargen in Qualität und Feuchte nie gleich sind, die Beschickung zu optimieren, um eine optimale Verbrennung zu gewährleisten. Da wir in den verganenen zwei Jahren stets wechselnde Holzqualitäten genutzt haben (von 30 Jahre altem Eichenholz über Hobelspäne bis zu Weihnachtsbäumen und relativ feuchtem Pappelholz) ist die Justierung des Kessels kein Problem mehr. Für diesen Bereich hätte ich mir allerdings mehr Informationen von Seiten des Herstellers gewünscht. Falls also jemand ein Internetforum für Hackgut-Heizer kennt, nur her damit!

Zurückblickend kann ich nur jedem empfehlen, sich für eine solche Anschaffung mindestens fünf oder sechs Angebote unterbreiten zu lassen. Einerseits lernt man mit jedem Anbieter dazu und andererseits findet man so heraus, welche ‚Fachleute‘ nur verkaufen ohne beraten zu wollen können. Letztendlich haben wir uns für ein Gesamtsystem entschieden, das Ideen fast aller Installateure aufgreift, die uns besucht haben.

Seit die Anlage läuft macht der Blick auf den Heizölpreis so richtig Spaß!

Schreibe einen Kommentar