Umwelt-Audit - so funktionierts
EMAS für die Praxis so funktionierts mit Bauernpower
Ein Umweltmanagement umfaßt die Planung und Kontrolle aller Umwelt-bezogenen Aspekte und Tätigkeiten eines Betriebes. Umweltmanagement bezieht sich als Ganzheitsansatz nicht nur auf die Technik, sondern auch auf die Organisation eines Betriebes. Der Produktionsprozess, die damit verbundenen Stoffströme und Ressourcenverbräuche stehen im Mittelpunkt der Betrachtung. In erster Linie geht es dabei um die Analyse und Bewertung der Umweltauswirkungen sowie um die Beschreibung der Umweltleistung.
Für landwirtschaftliche Betriebe ist die Einrichtung eines Umweltmanagementsystems formal-juristisch gesehen freiwillig; inhaltlich ist es jedoch unabdingbar, um über die Umweltrelevanz der landwirtschaftlichen Produktion genauestens Bescheid zu wissen.
Als Maßstab für die Gestaltung eines betrieblichen Umweltmanagements dienen
a) gesetzliche Regelungen und
b) internationale Normen.Standardisierte Umweltmanagementsysteme sind daher
a) das europäische Öko-Audit nach der neuen EMAS-Verordnung vom März 2001
b) das internationale Umweltmanagementsysten nach der DIN EN ISO 14001 vom Oktober 1996.Zentrales Element dieser Systeme ist die unabhängige Begutachtung bzw. Beurteilung der innerbetrieblichen Umweltaktivitäten. Oberstes Ziel ist die kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung. Beide Systeme sind für 'Organisationen mit Umweltauswirkungen' anwendbar, also auch für landwirtschaftliche Betriebe.
Ein Umweltmanagementsystem ist für alle landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetriebe, egal ob konventionell, integriert oder ökologisch wirtschaftend, dann sinnvoll, wenn sie über angestellte Mitarbeiter und eine gewisse Delegationsstruktur verfügen. D.h. sie müssen arbeitsteilig organisiert sein. Für reine Familienbetriebe oder für Nebenerwerbslandwirte ist ein Umweltmanagementsystem nur dann zu empfehlen, wenn eine spezielle Marktstruktur dies erfordert bzw. bestimmte Standards eingehalten werden müssen.
Ein freiwilliges Umweltmanagementsystem (ob nach der europäischen EMAS-Verordnung oder nach der ISO 14001) für landwirtschaftliche Betriebe setzt voraus, dass sich der Betriebsleiter, der Landwirt, nicht als Bauer, sondern als Unternehmer versteht.
Ein Unternehmer setzt sich Ziele, übernimmt Eigenverantwortung, betreibt Selbstkontrolle und schafft Transparenz nach innen und nach außen. Er reagiert nicht nur, sondern ist eigenständig aktiv; handelt wenn er kann und nicht wenn er muss. Ein Umweltmanagementsystem kann ihm dabei sehr gut helfen, wettbewerbssicher und zukunftsfähig zu werden.
Aufgrund der vielen Besonderheiten der landwirtschaftlichen Produktion empfiehlt sich für landwirtschaftliche Betriebe ein speziell angespaßtes 'Agrar-Öko-Audit' nach der EMAS-Verordnung. Dies hat gegenüber der ISO 14001 den Vorteil, dass eine 'Umwelterklärung' veröffentlicht werden muss und ein Dialog-Management entsteht, das den aktuellen Forderungen nach einer 'gläseren Produktion' gerecht wird.
Die Landwirtschaft braucht kein voluminöses Dokumentenmanagement mit dicken Handbüchern, sondern ein Leistungsmanagement, das auf Produkt- und Prozessqualität gleichermaßen eingeht. 'Schlanke Dokumentation und breite Anwendung' ist das Motto des Agrar-Öko-Audits.
Für landwirtschaftliche Betriebe gibt es beim Umweltschutz fünf Schritte zur Betriebsoptimierung:
1. Bestandsaufnahme
2. Schwachstellenanalyse
3. Soll-Ist-Vergleich
4. Maßnahmenplanung
5. Umsetzung und Effizienzkontrolle
Vorteile für den Betrieb
Dem nicht geringen Kosten- und Zeitaufwand für ein umfassendes Umweltmanagement stehen Vorteile gegenüber, die den landwirtschaftlichen Betrieb in nachhaltiger Form unterstützen. Neben der Möglichkeit, das offizielle EMAS-Logo für Werbezwecke verwenden zu dürfen, erhalten teilnehmende Betriebe:
- Verbesserung der Transparenz der betrieblichen Abläufe
- Kostenminierung durch Erkennen von Einsparpotentialen
- Verringerung von Umweltgefährdungspotentialen
- Verringerung von Haftungsrisiken
- Erleichterung bei Genehmigungen
- Imagegewinn bei Abnehmern und Lieferanten
- Vertrauensbildung beim Verbraucher
- Prämienrabatt bei der Betriebshaftpflicht für validierte Betriebe (zB Gerling)
- Vorsorge statt Nachsorge