03. August 2016

Greenpeace legt neue Bewertung von Agrargiften vor

Hamburg (agrar.de) – In der europäischen Landwirtschaft werden weiterhin zu viele gefährliche Pestizide eingesetzt. Greenpeace veröffentlicht heute eine Liste von 209 Pestiziden, die Mensch und Umwelt besonders schaden. Die in der Lebensmittelproduktion zugelassenen Chemikalien können unter anderem Krebs auslösen, die Fruchtbarkeit beeinflussen oder neurotoxisch wirken.

Für „Die schwarze Liste der Pestizide“ hat ein unabhängiger Pestizidexperte im Auftrag der Umweltschutzorganisation alle in der EU zugelassenen 520 Pflanzenschutzmittel überprüft. „Mehr als ein Drittel der in Europa verwendeten Pestizide sollten verboten werden. Der Einsatz dieser Pestizide in der Produktion von Obst, Gemüse und Getreide gefährdet unsere Gesundheit und die Umwelt“, fasst Christiane Huxdorff, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace, die Studienergebnisse zusammen. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, sich für ein EU-weites Verbot der gefährlichsten Pestizide einzusetzen.

In der Greenpeace-Studie schneiden 209 Wirkstoffe besonders schlecht ab: Die bienengefährdenden Neonicotinoide stehen ebenso auf der Liste wie das umstrittene Herbizid Glyphosat. Zudem listet die Studie beispielsweise auch das sehr giftige Insektizid Abamectin und die beiden chronisch toxischen Fungizide Boscalid und Cyprodinil. Sie wurden nach Angaben der Lebensmittelüberwachung Baden-Württemberg im Jahre 2015 in 26 Prozent aller Frischobst-Proben nachgewiesen.

Weizen und Silomais dominieren mit 45 % den Anbau auf dem Ackerland

Themen: Agrarstruktur,Getreide,Mais,NaWaRos,Pflanzen — info @ 09:08

Wiesbaden (agrar.de) – Im Jahr 2016 blieb die Fläche, die in Deutschland als Ackerland genutzt wird, mit 11,8 Millionen Hektar im Vergleich zu den Vorjahren konstant. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen der Bodennutzungshaupterhebung weiter mitteilt, verwendeten die Landwirte den größten Anteil der Ackerfläche mit 6,4 Millionen Hektar (54 %) auch 2016 für den Anbau von Getreide. Bei den Anbaukulturen dominieren Weizen und Silomais mit zusammen 45 % an der gesamten Fläche des Ackerlandes.

Die Anbaufläche von Weizen ist gegenüber dem Jahr 2015 von 3,3 Millionen Hektar auf 3,2 Millionen Hektar leicht gesunken (– 2 %). Im Jahr 2016 entspricht das 27 % der gesamten Ackerfläche. Dabei blieb der Winterweizen mit 3,1 Millionen Hektar die wichtigste Getreideart und bedeutendste Feldfrucht insgesamt. Die Anbaufläche von Roggen und Wintermenggetreide sank gegenüber dem Vorjahr um fast 7 % von 616 000 Hektar auf 575 200 Hektar. Die Anbaufläche von Gerste war im Vergleich zum Jahr 2015 mit 1,6 Millionen Hektar nahezu unverändert.
Auf 24 % des Ackerlandes bauten die Landwirte im Jahr 2016 Pflanzen zur Grünernte an (2,8 Millionen Hektar). Davon blieb der Silomais mit gut 2,1 Millionen Hektar die wichtigste Kultur und war mit einem Anteil von 18 % an der gesamten Ackerfläche die zweitwichtigste Ackerfrucht in der deutschen Landwirtschaft.

Die Anbaufläche von Hülsenfrüchten ist auch im Jahr 2016 angestiegen und zwar von 160 400 Hektar auf 187 700 Hektar (+ 17 %). Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Anbau von Eiweißpflanzen mit der Umsetzung der Agrarreform der Europäischen Union ab 2015 stärker gefördert wird. Für den Anbau von Erbsen wurde eine Fläche von 86 500 Hektar genutzt. Das sind 7 300 Hektar beziehungsweise 9 % mehr als im Vorjahr. Die Sojabohnen – die im Jahr 2016 erstmalig erfasst wurden – machten mit 15 200 Hektar 8 % der Anbaufläche der Hülsenfrüchte aus. Die Anbaufläche von Ackerbohnen stieg um 8 % gegenüber dem Vorjahr auf 40 500 Hektar.

Hackfrüchte wurden auf 574 500 Hektar Ackerland angebaut. Das sind 20 400 Hektar mehr im Vergleich zum Vorjahr (+ 4 %). Die Zuckerrübenfläche (334 500 Hektar) ist im Vergleich zum Vorjahr um 21 700 Hektar (+ 7 %) gestiegen. Die Anbaufläche von Kartoffeln ist dagegen von 236 700 Hektar auf 235 500 Hektar gesunken.

Die Fläche für Handelsgewächse ist gegenüber dem Jahr 2015 mit 1,4 Millionen Hektar nahezu unverändert. Davon wurde auf 1,3 Millionen Hektar Winterraps angebaut, ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um knapp 4 %. Er blieb auch im Jahr 2016 die bedeutendste Ölfrucht und belegte mit einem Flächenanteil von 11 % den dritten Platz der wichtigen Ackerkulturen in Deutschland.
Die brachliegende Fläche hat im Jahr 2016 leicht zugenommen: Sie betrug 312 600 Hektar (3 % des Ackerlandes). Das waren 2 400 Hektar mehr als im Jahr 2015.

Ackerland 2016

02. August 2016

Kaufwerte landwirtschaftlicher Grundstücke in Schleswig-Holstein 2015

Durchschnittlicher Kaufwert erneut gestiegen

Kiel m(agrar.de) – Der durchschnittliche Kaufwert für Flächen landwirtschaftlicher Nutzung in Schleswig-Holstein ist 2015 leicht um 0,7 Prozent auf 26 494 Euro je Hektar (ha) gestiegen. Er erreichte damit einen neuen Maximalwert, so das Statistikamt Nord. Seit 2007 haben sich die durchschnittlichen Kaufwerte jährlich, zum Teil recht deutlich, erhöht.

Die durchschnittlichen Kaufwerte variierten bei den Naturräumen zwischen 9 083 Euro und 37 649 Euro je ha. Für die leichteren Böden der Vorgeest wurden durchschnittlich 23 598 Euro je ha erzielt. Dagegen musste man im Hügelland mit 29 288 Euro als auch in der Marsch mit ihren besseren Böden 27 828 Euro im Mittel deutlich mehr für einen Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche bezahlen.
Auf Ebene der Kreise wurden in Stormarn und Ostholstein überdurchschnittliche Bodenpreise gezahlt, unterdurchschnittlich waren sie in den Kreisen Steinburg und Segeberg.

In die Berechnung wurden 929 Veräußerungsfälle (ohne Gebäude und Inventar) mit insgesamt knapp 4 000 ha einbezogen. Die Bodengüte der veräußerten Flächen lag auf dem Niveau der Vorjahre.

01. August 2016

Mehr Ackerflächen für Maisanbau

Berlin (agrar.de) – Immer mehr landwirtschaftliche Ackerflächen werden für den Anbau von Mais genutzt, der in Biogasanlagen für die Erzeugung von erneuerbarem Strom verwendet wird.
Wie die Bundesregierung in ihrer Antwort (18/9203) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (18/8995) mitteilt, habe der Flächenbedarf für den Anbau von Biomasse zur Stromerzeugung 2006 circa 450.000 Hektar betragen. Bis 2014 sei der Flächenbedarf auf 1,4 Millionen Hektar gestiegen. Seit 2015 stagniere er auf diesem Niveau.
Prozentual gesehen seien 2006 rund vier Prozent der gesamten deutschen Ackerfläche für den Anbau von Biomasse zur Stromerzeugung verwendet worden. 2015 seien es 11,8 Prozent gewesen. Unter Berufung einer vom deutschen Biomasseforschungszentrum durchgeführten Befragung gibt die Regierung den energiebezogenen Anteil von Maissilage an den in Biogasanlagen eingesetzten nachwachsenden Rohstoffen mit 72 Prozent an.

Die installierte elektrische Leistung der Biogasanlagen hat sich seit 2006 mehr als verdoppelt. Waren es 2006 noch 2.010 Megawatt gewesen, so wird der Wert für 2015 mit 7.0676 Megawatt angegeben. Die Zahl der Anlagen stieg von 5.192 auf 13.720, die Bruttostromerzeugung von 14.793 Gigawattstunden auf 44.225 Gigawattstunden. Damit seien im Jahr 2015 rund 66 Million Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente vermieden worden

Mit 2.970 stehen die meisten Biogasanlagen in Bayern. In Niedersachsen sind es 2.580. Es folgt Nordrhein-Westfalen mit 1.280 Anlagen.

Landwirtschaftlich genutzte Fläche in Bayern unverändert bei 3,2 Mio. Hektar

Anbau von Getreide auf mehr als der Hälfte des Ackerlandes
München (agrar.de) – Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik bewirtschaften nach den vorläufigen Ergebnissen der in die Agrarstrukturerhebung 2016 integrierten Bodennutzungshaupterhebung 2016 Bayerns Landwirte rund 3 156 400 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche bzw. 2 082 400 Hektar Ackerland. Gut die Hälfte der Ackerlandflächen entfällt auf den Anbau von Getreide zur Körnergewinnung, wobei Weizen nach wie vor am häufigsten angebaut wird.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, beträgt nach den vorläufigen Ergebnissen der diesjährigen repräsentativen Bodennutzungshaupterhebung die landwirtschaftlich genutzte Fläche in Bayern rund 3 156 400 Hektar. Bayerns Landwirte bewirtschaften dabei rund 2 082 400 Hektar Ackerland. Mit 1 135 600 Hektar ist über die Hälfte der Ackerlandfläche mit Getreide zur Körnergewinnung (einschl. Körnermais und Corn-Cob-Mix) bestellt. Im Vergleich zum Vorjahr ist hier ein Rückgang von 3,5 Prozent zu verzeichnen. Von der Anbaufläche für Getreide sind die wichtigsten Fruchtarten Weizen mit 541 300 Hektar und Gerste mit 332 300 Hektar. Dabei werden 98,2 Prozent des Weizens als Winterkultur angebaut, bei der Gerste sind es 84,5 Prozent.

Auf über einem Viertel des Ackerlands bzw. auf 575 200 Hektar wird Mais angebaut, davon wiederum 77,6 Prozent als Silomais/Grünmais (446 500 Hektar) und 22,4 Prozent als Körnermais/Mais zum Ausreifen einschließlich CCM (128 700 Hektar). Silomais/Grünmais hat einen Anteil von 72,9 Prozent an den Pflanzen zur Grünernte. Insgesamt werden diese auf 29,4 Prozent des Ackerlandes angebaut (612 400 Hektar). Dies entspricht einem Zuwachs von 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 137 000 Hektar des Ackerlands sind mit Handelsgewächsen bestellt, den größten Teil davon umfasst mit 113 600 Hektar die Anbaufläche für Winterraps. Die Anbaufläche von Hackfrüchten (99 400 Hektar) besteht zu 40,5 Prozent aus Kartoffeln (40 300 Hektar) und zu 59,0 Prozent aus Zuckerrüben ohne Saatguterzeugung (58 700 Hektar). Hülsenfrüchte werden auf 31 200 Hektar angebaut, hier macht der Anbau von Erbsen mit 16 200 Hektar den größten Teil aus.

Etwa ein Drittel der gesamten landwirtschaftlichen Flächen bzw. 1 060 900 Hektar entfällt auf Dauergrünland. Davon sind 67,0 Prozent Wiesen (710 700 Hektar) und 29,5 Prozent Weiden (313 000 Hektar).

Landw. Nutzfläche Bayern 2016




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