25. Juli 2016

Regierung: Steigende Ackerpreise

Berlin (agrar.de) – Die Anzahl der landwirtschaftlichen Unternehmen in Deutschland mit einer Betriebsgröße von mehr als fünf Hektar ist von insgesamt 302.236 Unternehmen im Jahr 2005 auf 260.400 im Jahr 2013 gesunken. Das geht aus Angaben der Agrarberichterstattung des Statistischen Bundesamtes in einer Antwort der Bundesregierung (18/9165) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zum Agrarstrukturwandel (18/8988) hervor.

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Darüber hinaus ergeben die Daten, dass sich der durchschnittliche Preis für landwirtschaftliche Grundstücke im nahezu selben Zeitraum deutschlandweit von durchschnittlich 8.692 Euro auf 18.214 Euro je Fläche im Jahr 2014 verteuert haben soll.

20. Juli 2016

Thüringen: Kaufwerte für Nutzflächen erreichten höchsten Wert seit 1991

4 271 landwirtschaftliche Grundstücke wurden 2015 in Thüringen verkauft
Erfurt (agrar.de) – Im Jahr 2015 wurden in Thüringen 4 271 landwirtschaftliche Grundstücke ohne Gebäude und ohne Inventar verkauft. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 174 Veräußerungsfälle weniger als im Jahr 2014.

Insgesamt 7 637 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche wechselten im Rahmen der Verkäufe den Besitzer. Im Jahr zuvor betrug die veräußerte Fläche 8 246 Hektar. Die durchschnittliche Größe bei den reinen Flächenverkäufen für landwirtschaftliche Nutzung lag bei 1,79 Hektar je Veräußerungsfall. Sie war geringfügig kleiner als im Vorjahr. 2014 betrug sie 1,86 Hektar je Veräußerungsfall.

„Der Kaufwert für landwirtschaftliche Grundstücke insgesamt lag bei 79,8 Millionen Euro. Der Kaufwert pro Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche erhöhte sich im Vergleich zum Jahr 2014 von 9 430 Euro auf 10 450 Euro. Damit stiegen die Kaufwerte für landwirtschaftliche Nutzflächen deutlich an und erreichten den höchsten Wert seit 1991 (10 850 Euro). 2005 lag der durchschnittliche Kaufwert mit 4 135 Euro je Hektar am niedrigsten.

Die höchsten Kaufwerte je Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche wurden im Altenburger Land mit 21 250 Euro je Hektar, in Nordhausen mit 14 079 Euro je Hektar und in Sömmerda mit 13 896 Euro je Hektar erreicht. Am günstigsten wurden landwirtschaftliche Nutzflächen in Suhl mit 5 096 Euro je Hektar bzw. im Ilm-Kreis mit 5 360 Euro je Hektar veräußert“, so der Präsident des Thüringer Landesamtes für Statistik, Günter Krombholz, weiter.

19. Juli 2016

Premiere der Öko-Feldtage 2017

Frankfurt (agrar.de) – Am 21. und 22. Juni 2017 finden die ersten bundesweiten Öko-Feldtage auf der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen statt, dem Lehr- und Versuchsbetrieb der Universität Kassel. Firmen aus den Bereichen Landtechnik, Saatgut, Betriebsmittel etc. präsentieren ihre neuesten Produkte. Vertreter von Ausstellern, aus Handel und Politik bekommen zudem viele Foren, um sich mit Landwirten zu allen aktuellen Themen des Ökolandbaus auszutauschen.

Die Öko-Feldtage zeigen neue Wege im Landbau und Innovationen in der Biolandwirtschaft. Aussteller präsentieren Maschinen zur Bodenbearbeitung, zur Saat- und zur Hacktechnik sowie zum Futterbau. Auf Demonstrationsparzellen der Aussteller und Versuchsparzellen der Domäne Frankenhausen werden aktuelle Praxisbeispiele aus dem Pflanzenbau vermittelt. Eine Milchviehherde von 100 Kühen sowie 700 Legehennen der Domäne liefern anschauliche Beispiele der artgerechten Tierhaltung. Mobilstallsysteme wie auch Nährstoffmanagement, Fütterung und Aufbereitung der Futtermittel werden thematisiert. Neben Führungen und Begehungen von Feldversuchen gibt es ein Fachforum, um Wissen zu teilen. Ein Kulturprogramm und kulinarische Köstlichkeiten – selbstverständlich in Bioqualität – runden das stark fachlich orientierte Programm ab.

Forum für die gesamte Landwirtschaft

Als bundesweit erste Veranstaltung dieser Größenordnung richten sich die Öko-Feldtage sowohl an Fachleute, Betriebe und Unternehmen der Biobranche als auch an Interessierte aus dem konventionellen Bereich. Initiiert wurden die Öko-Feldtage von der Stiftung Ökologie & Landbau, die Veranstaltung erfolgt gemeinsam mit der FiBL Projekte GmbH. Mitveranstalter sind das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und die Domäne Frankenhausen. Die ökologisch bewirtschaftete Domäne ist ein idealer Veranstaltungsort. Der Hof verfügt über umfangreiche überdachte Gebäudekapazitäten, 250 ha Ackerland, 40 ha Grünland und 8 ha Naturschutzfläche sowie eine moderne Tierhaltung.

Weitere Sponsoren und Partner der Öko-Feldtage sind die Landwirtschaftliche Rentenbank, die dennree GmbH sowie der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) und der Verband der Landwirtschaftskammern (VLK). Interessierte Aussteller und Besucher finden weitere Informationen auf der Webseite www.oeko-feldtage.de.

18. Juli 2016

NRW: Weniger landwirtschaftliche Grundstücke verkauft, Kaufpreise rückläufig

Düsseldorf (agrar.de) – 2015 wurden in Nordrhein-Westfalen 2 579 landwirtschaftliche Grundstücke mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3 605 Hektar im Wert von knapp 140 Millionen Euro verkauft. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als statistisches Landesamt mitteilt, ergibt sich daraus rein rechnerisch ein durchschnittlicher Kaufwert von 38 720 Euro je Hektar bzw. 3,87 Euro je Quadratmeter landwirtschaftlich genutzter Fläche.

Im Vergleich zum Jahr 2014 verringerten sich in Nordrhein-Westfalen sowohl die Zahl der Veräußerungsfälle als auch die Größe der veräußerten Fläche um 17,2 Prozent. Der Gesamtverkaufswert war 2015 um 20,0 Prozent und der durchschnittliche Kaufwert je Hektar um 1 329 Euro oder 3,3 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Damit gab es 2015 erstmals seit dem Jahr 2008 (damals: -1,8 Prozent) wieder einen Rückgang beim durchschnittlichen Kaufwert.

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Im Jahr 2015 ging die Zahl der Veräußerungen insbesondere in den Regierungsbezirken Münster (-34,0 Prozent) und Arnsberg (-28,2 Prozent) zurück. Auch in den Regierungsbezirken Köln (-11,5 Prozent), Düsseldorf (-10,3 Prozent) und Detmold (-9,0 Prozent) wechselten weniger landwirtschaftliche Grundstücke den Eigentümer als ein Jahr zuvor. Bei den Verkäufen wurden im Regierungsbezirk Düsseldorf mit 52 400 Euro je Hektar die höchsten, im Regierungsbezirk Arnsberg mit rund 28 400 Euro die niedrigsten durchschnittlichen Kaufwerte erzielt.

Die Statistik erfasst laut IT.NRW alle Verkäufe von landwirtschaftlich genutzten Flächen (ab 0,1 Hektar), von denen angenommen werden kann, dass sie in absehbarer Zeit weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden.

15. Juli 2016

Ökolandbau: Mehr Betriebe, größere Fläche

Strukturdaten zum ökologischen Landbau in Deutschland 2015 veröffentlicht

Berlin (agrar.de) – Der ökologische Landbau in Deutschland ist 2015 weiter stabil gewachsen. Das geht nach Information des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aus den Jahresmeldungen der Länder hervor. Die Zahl der ökologisch wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betriebe betrug danach 24.736, das waren 5,7% mehr als im Vorjahr (2014: 23.398). Die ökologisch bewirtschaftete Fläche von 1.088.838 Hektar wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 3,9% (2014: 1.047.633 ha).

Insgesamt betrug der Anteil der Bio-Betriebe an der Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe im vergangenen Jahr 8,7% (2014: 8,3%), der an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche 6,5% (2014: 6,3%). Insgesamt waren 2015 im Bio-Sektor 38.259 Erzeuger, Verarbeiter/Aufbereiter, Importeure und Handelsunternehmen tätig.

Die Strukturdaten zum Ökologischen Landbau 2015 in Deutschland finden Sie hier.

Niedersachsen: Mehr Kühe, weniger Schweine

Hannover (agrar.de) – Die Zahl der Milchkühe ist in Niedersachsen entgegen dem Bundestrend zwischen Mai 2015 und Mai 2016 um 2,0 % auf rund 869 000 gestiegen. Wie das Landesamt für Statistik mitteilt, wuchs der Milchkuhbestand damit trotz der niedrigen Milchpreise um fast 17 400 Tiere. In Deutschland sank die Anzahl der Milchkühe im gleichen Zeitraum um 0,3 % (rund -14 500) auf knapp 4,3 Mio. Tiere.

Die Zahl der weiblichen Rinder zur Zucht, die älter als 1 Jahr sind, aber noch nicht abgekalbt haben, ging bundesweit um 1,1 % und in Niedersachsen um 0,4 % zurück. Dies ist ein Hinweis darauf, dass mit einem weiteren Anwachsen des Milchkuhbestands – auch in Niedersachsen – derzeit nicht zu rechnen ist.

Die Zahl der Milchkuhhaltungen ging in Niedersachsen um 3,5 % und bundesweit um 4,6 % (-3 460 Haltungen) zurück.

Die Zahl der Rinder insgesamt stieg – basierend auf Daten des Herkunftssicherungs- und Informationssystems für Tiere (HI-Tier) – in Niedersachsen um 0,7 % auf gut 2,65 Mio. Rinder an. Bundesweit wurden im Mai 2016 insgesamt über 12,56 Mio. Rinder gehalten, ein Minus von 0,7 % gegenüber dem Vorjahresstichtag. Insbesondere in Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen nahm der Rinderbestand deutlich ab.

Schweinebestand dem den niedrigsten Stand seit 2010

Der Schweinebestand in Niedersachsen ist im Zeitraum zwischen Mai 2015 und Mai 2016 um 4,3 % geschrumpft. Wie das Landesamt mitteilt waren 8,42 Mio. gehaltene Schweine gleichbedeutend mit dem den niedrigsten Stand seit 2010. Überdurchschnittlich nahmen die Zahl der Zuchtsauen (-5,2 %) und die Zahl der Ferkel (-5,3 %) ab. Deutschlandweit sank der Schweinebestand um 3,7 % auf 27,1 Mio. Schweine.

Noch stärker ging die Zahl der Betriebe mit Schweinehaltung zurück. Von den ursprünglich 6 200 niedersächsischen Betrieben mit Schweinehaltung gaben 7,4 % diesen Betriebszweig zwischen Mai 2015 und Mai 2016 auf, bundesweit waren es im selben Zeitraum 5,0 %.

In Niedersachsen wurden im Mai 2016 gut 31 % aller Schweine in Deutschland gehalten. Niedersachsen ist damit weiterhin das Land, in dem die meisten Schweine gehalten werden, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (7,14 Mio.) und Bayern (3,32 Mio.).

13. Juli 2016

Minister Remmel: „Wir wollen den Waldanteil in Nordrhein-Westfalen weiter erhöhen“

Umweltministerium legt Ergebnisse der Landeswaldinventur NRW vor

Düsseldorf (agrar.de) – Die Waldfläche in Nordrhein-Westfalen ist in den letzten Jahren trotz der hohen Flächenkonkurrenz anderer Nutzungsarten wie Landwirtschaft, Siedlung und Verkehr leicht angestiegen. Rund 935.000 Hektar Waldfläche gibt es derzeit in NRW, was etwa 27 Prozent der Landesfläche ausmacht. Dies bestätigen die Ergebnisse der 2. Landeswaldinventur, die das Umweltministerium am 13. Juli 2016 veröffentlicht hat. „Unsere Wälder sind Alleskönner: Sie sind wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen und damit Teil des wilden Nordrhein-Westfalens. Sie dienen den Menschen zur Erholung und sind außerdem Produktionsstätten für den nachwachsenden Rohstoff Holz und tragen somit auch zum Klimaschutz bei“, sagte Minister Remmel. „Die Landeswaldinventur verschafft uns einen Überblick über den Status Quo der Wälder und liefert vielfältige Informationen zu Baumarten, zur Vielfalt und Struktur in den Wäldern.“ NRW gilt im Vergleich zu anderen Bundesländern als eher waldarm. Im bundesweiten Vergleich steht jeder Bürgerin und jedem Bürger – statistisch gesehen – fast drei Mal so viel Wald zur Verfügung wie den Menschen in NRW. „Deshalb wollen wir den Waldanteil in NRW weiter erhöhen“, sagte Minister Remmel.

Für die 2. Landeswaldinventur wurden von sechs Teams an landesweit 9.300 Stichprobenpunkten mehr als 60.000 Bäume vermessen. Im Vergleich zur ersten Landeswaldinventur 1998 wurden allerdings die Erhebungskriterien verändert und der Methodik der Bundeswaldinventur 2012 angepasst.

Daher sind die Ergebnisse der beiden Waldinventuren nicht vergleichbar. “Mit der aktuellen Landeswaldinventur lassen sich auf der Basis statistisch abgesicherter Ergebnisse differenzierte Aussagen für die unterschiedlichen Regionen in Nordrhein-Westfalen treffen“, sagte Inventurleiter Lutz Falkenried vom Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen.

Die wichtigsten Ergebnisse der 2. Landeswaldinventur sind:

Waldfläche
In NRW gibt es rund 935.000 Hektar an Waldfläche, was etwa 27 Prozent der Landesfläche insgesamt ausmacht. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 32 Prozent.

Regionale Verteilung
Die prozentual größten Waldflächenanteile befinden sich in den Forstämtern „Arnsberger Wald“ (98 Prozent), „Nationalpark Eifel“ (72 Prozent) und „Siegen-Wittgenstein“ (71 Prozent). Die geringsten Waldanteile haben die Forstämter „Niederrhein“ (16 Prozent), „Münsterland“ (17 Prozent) und „Ostwestfalen-Lippe“ (20 Prozent).

Eigentumsverhältnisse
NRW ist das Privatlandwald in der Bundesrepublik. Knapp zwei Drittel (63 Prozent) der Waldfläche ist im Eigentum von Privatpersonen, allen voran wenigen Groß-Privatwaldbesitzerinnen und -Privatwaldbesitzern. 21 Prozent der Waldfläche ist im Eigentum von Körperschaften wie Städten und Gemeinden und drei Prozent gehören dem Bund. Der Staatswald des Landes beträgt 13 Prozent der gesamten Waldfläche in NRW.

Baumarten
Die Wälder Nordrhein-Westfalens sind durch vier Hauptbaumarten geprägt. Die dominierende Baumart ist weiterhin die Fichte, die auf 252.000 Hektar Waldfläche wächst, gefolgt von der Buche (160.000 Hektar), der Eiche (140.000 Hektar) und der Kiefer (65.000 Hektar). Der Anteil weiterer Laubbaumarten, wie etwa Birke, Weide, Erle, Kirsche, ist mit 15 Prozent ebenfalls hoch. Die seltensten Baumarten in unseren Wäldern sind die Eibe, Wacholder, Schwarzpapel, die Flatterulme und der Speierling. Insgesamt gibt es mehr Laubbäume (58 Prozent) als Nadelbäume (42 Prozent).

Holzbestand (Holzvorrat)
In den Wäldern Nordrhein-Westfalens stehen insgesamt 277 Millionen Kubikmeter Holz und mit 318 Kubikmeter pro Hektar etwas weniger als im Bundesdurchschnitt (336 Kubikmeter pro Hektar).

Alter der Waldbestände
Im Durchschnitt sind die Wälder in NRW 75 Jahre alt. Bestände älter als 140 Jahre sind rar und bestehen fast ausschließlich aus Laubbäumen. Am häufigsten ist die Altersklasse der Wälder zwischen 40 und 60 Jahren. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass nach dem 2. Weltkrieg viele Waldbestände erst wieder aufgeforstet werden mussten.

Biotopholz
Biotopholz oder auch Totholz steckt voller Leben und bildet wichtige Lebensräume (Mikrohabitate) für Tiere und Pflanzen. Insgesamt gelten 19 Millionen Kubikmeter in den NRW-Wäldern als Totholz, der größte Anteil davon im Staatswald des Landes. Beim Totholz wird differenziert nach liegendem oder stehendem Totholz. Darüber hinaus ist zu erwähnen, dass in NRW auch aufgrund der Auswirkungen des Orkans Kyrill im Jahre 2007 ein hoher Anteil Nadelholz (59 Prozent) am Totholz zu verzeichnen ist.

Holz ist wichtiger Wirtschaftsfaktor in NRW

Holz als nachwachsender Rohstoff ist die Basis für eine der größten Wirtschaftsbranchen in Nordrhein-Westfalen. Über alle Stufen der Wertschöpfungskette hinweg, von der Herstellung über die Verarbeitung bis hin zu Holzhandel und Papierwirtschaft, sind in der heimischen Forst- und Holzwirtschaft rund 214.800 Menschen beschäftigt, bei 20.300 Unternehmen. Im Jahr 2013 erzielten diese Unternehmen nach Aussagen des Thünen-Institutes für Waldökosysteme einen Umsatz von rund 39,74 Milliarden Euro bei einer Bruttowertschöpfung von mehr als zwölf Milliarden Euro. „Holz ist ein Wirtschaftsfaktor und einer der wichtigsten nachwachsenden Rohstoffe, den wir in NRW haben. Er ist daher ein wichtiger Pfeiler unserer Umweltwirtschaft, die wir stärken wollen“, sagte Minister Remmel. Zwischen 2009 und 2012 konnte die Umsatzentwicklung in der Branche der Umweltwirtschaft in NRW um 15,6 Prozent gesteigert werden und damit deutlich mehr als die NRW-Wirtschaft insgesamt. „Umweltwirtschaft bedeutet Vorsprung für NRW, und die Holzindustrie ist ein wichtiger Bestandteil dieser Zukunftswirtschaft “, ergänzte Remmel.

Wälder bedeuten Artenvielfalt

Gleichzeitig bilden die Wälder in NRW wichtige Lebensräume für die Artenvielfalt. „Der Artenverlust ist neben dem Klimawandel die größte Bedrohung für uns und die Art und Weise, wie wir leben werden“, sagte Umweltminister Johannes Remmel. Insgesamt sind nach der aktuellen Roten Liste der gefährdeten Arten in NRW etwa 45 Prozent der beobachteten Tier- und Pflanzenarten gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. Nach Untersuchungen des Landesumweltamtes (LANUV) sind rund 77 Prozent der Lebensräume im Flachland in einem unzureichenden oder schlechten Erhaltungszustand. „Unsere Wälder hingegen leisten einen wichtigen Beitrag zur biologischen Vielfalt. Gerade weil sich hier die Arten- und Biotopvielfalt weiter entwickeln kann, müssen wir die Wälder auch aus ökologischen Gründen erhalten“, sagte Minister Remmel. Daher will die Landesregierung den Waldanteil an der Landesfläche weiter erhöhen.

Weitere Zahlen und Fakten zum Wald in NRW:
www.umwelt.nrw.de/natur-wald/wald/

DBV-Konjunkturbarometer: Stimmungslage in der Landwirtschaft weiter am Boden

Themen: Arbeitsmarkt,Statistik,Verbände,Wirtschaft — info @ 12:07

Liquiditätslage der Betriebe extrem angespannt – stark rückläufige Investitionen

Berlin (agrar.de) – Die Ergebnisse des Konjunkturbarometer Agrar (Download) zeigen für den Monat Juni 2016 erwartungsgemäß eine kaum veränderte schlechte wirtschaftliche Stimmungslage in der deutschen Landwirtschaft. Die Liquiditätslage in den Betrieben hat sich weiter verschärft. Damit zusammen hängt ein drastischer Rückgang der Investitionsbereitschaft. Aktuell ist der Konjunkturindex gegenüber der vorangegangenen Erhebung aus März zwar von 3,4 auf 5,8 Punkte marginal angestiegen. Ob damit der Abwärtstrend gestoppt ist, bleibt unwahrscheinlich. Von Ende 2010 bis Mitte 2014 lag dieser Wert zwischen 30 und 35 Punkten, in der Spitze sogar bei 37 Punkten. Der Indexwert fasst die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung und die Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung zusammen.

29 Prozent der Landwirte geben an, dass die Liquiditätslage in ihren Betrieben angespannt oder sehr angespannt ist. Im März waren es noch entsprechend 21 Prozent. Unter den Futterbaubetrieben sind es aktuell sogar 40 Prozent. Das ist mehr als zum Höhepunkt der Milchkrise in 2009 (September 2009 38 Prozent). Aber auch Veredlungs- und Ackerbaubetriebe beklagen eine deutlich verschlechterte Liquiditätssituation. 27 Prozent der Veredlungsbetriebe und 20 Prozent der Ackerbaubetriebe halten die aktuelle Liquiditätslage ihrer Betriebe für angespannt oder sehr angespannt.

Das für die nächsten sechs Monate geplante Investitionsvolumen fällt auf 3,0 Milliarden Euro. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum sind das 1,0 Milliarden Euro, gegenüber dem Stand von vor zwei Jahren sogar 3,1 Milliarden Euro weniger. Nur 20 Prozent der Landwirte wollen in den kommenden sechs Monaten investieren; vor einem Jahr waren es noch 27 Prozent, vor zwei Jahren 34 Prozent. Die Investitionszurückhaltung betrifft alle Betriebsformen. Die Halbierung der Investitionen gegenüber früheren Jahren hat aus Sicht des Deutschen Bauernverbandes auch enorme Konsequenzen für die Wirtschaftskraft ländlicher Räume. Ohne Investitionen in eine leistungsfähige Landwirtschaft gehen auch viele Arbeitsplätze in den der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen verloren.

Innerhalb des geschrumpften Investitionsvolumens entfallen auf den Bereich Ställe und Stalltechnik 1,8 Milliarden Euro (gegenüber Vorjahr minus 0,8 Milliarden Euro, gegenüber Vorvorjahr minus 2,2 Milliarden Euro). Mit nur 0,6 Milliarden Euro fallen die vorgesehenen Maschineninvestitionen ähnlich niedrig aus wie schon vor einem Jahr. Die beabsichtigten Investitionen in die erneuerbaren Energien Biogas, Fotovoltaik und Windkraft fallen auf 0,4 Milliarden Euro (gegenüber Vorjahr minus 0,2 Milliarden Euro).

Mit dem Wert von 3,09 (auf der Notenskala von 1 bis 5) wird die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung im Durchschnitt der Betriebe etwas positiver beurteilt als die aktuelle wirtschaftliche Lage (3,54). Gegenüber März hat sich die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Situation weiter verschlechtert. Die Zukunftserwartungen dagegen fallen etwas besser aus. Allerdings sind die Entwicklungen in den einzelnen Betriebsformen uneinheitlich.

Futterbaubetriebe schätzen ihre aktuelle wirtschaftliche Situation ähnlich schlecht ein wie zum Höhepunkt der Milchkrise in 2009. Die Juni-Ergebnisse bedeuten gegenüber März nochmals eine deutliche Verschlechterung. Die Zukunftserwartungen für die nächsten 2 bis 3 Jahre allerdings sind gegenüber März wieder von deutlich mehr Zuversicht geprägt. Ein gewisser Zweckoptimismus ist dabei unverkennbar („es kann nicht schlechter werden“).

Ackerbaubetriebe beurteilen ihre aktuelle wirtschaftliche Lage ähnlich ungünstig wie im März, und das trotz etwas höherer Ernteerwartungen und leicht angestiegener Getreidepreise. Die Zukunftserwartungen sind gegenüber dem Frühjahr zwar von etwas mehr Zuversicht geprägt, fallen aber im Vergleich zu den anderen Betriebsformen am schlechtesten aus. Maßgebend dafür dürften Diskussionen in der Politik um mögliche Einschränkungen und Auflagen beim Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sein.

Veredlungsbetriebe sehen sich gegenüber dem Frühjahr wieder in einer deutlich besseren wirtschaftlichen Lage. Grund dafür ist insbesondere die verbesserte Preissituation auf den Schweinemärkten. Im Vergleich zu anderen Betriebsformen strahlen die Veredlungsbetriebe die größte Zuversicht aus. Die Zukunftserwartungen für die nächsten 2 bis 3 Jahre sind ähnlich hoch wie im März.

Die Preissituation auf den Agrar- und Betriebsmittelmärkten ist der mit Abstand wichtigste Einflussfaktor für die Beurteilung der Situation auf den Betrieben. In fast allen Erzeugungsbereichen sehen die Landwirte im Jahresvergleich eine Verschlechterung der Preissituation. Ausnahme ist der Schweinemarkt, der auch im Vergleich zum Frühjahr positiver beurteilt wird. Extrem negativ wird unverändert die Situation auf dem Milchmarkt gesehen. Beim Betriebsmitteleinkauf gibt es im Vergleich zur Situation im März Entlastungen beim Düngemitteleinkauf. Teurer ist dagegen der Einkauf von Futtermitteln und Treibstoffen geworden. Deutlich ungünstiger werden die politischen Rahmenbedingungen beurteilt, im Vergleich zu März 2016 und noch mehr im Jahresvergleich. Betroffen von dieser kritischeren Einschätzung sind die nationale und EU-Agrarpolitik ebenso wie die Steuer- und Finanzpolitik. Grund dafür ist offensichtlich eine eher zurückhaltende Bereitschaft der Politik, mit geeigneten Maßnahmen auf die prekäre wirtschaftliche Situation in der Landwirtschaft zu reagieren. Auch ihre Wettbewerbsfähigkeit im EU-Vergleich schätzen die Landwirte kritischer ein.

Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird vierteljährlich im Auftrag des DBV, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und der Landwirtschaftlichen Rentenbank in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Zur aktuellen Runde im Juni 2016 befragte dazu das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt rund 1.000 Landwirte und Lohnunternehmer in ganz Deutschland.

Niedersachsen plant Pachtpreisbremse in der Landwirtschaft

Neues Gesetz soll Bauern beim Flächenerwerb wirksames Vorkaufsrecht vor Fremdinvestoren sichern – Agrarminister Meyer: Bäuerliche Landwirtschaft wird gestärkt
Hannover (agrar.de) – Das Land Niedersachsen will mit einer Reform des Grundstücksverkehrsrechts den enormen Preisanstieg bei landwirtschaftlichen Flächen abbremsen und ortsansässigen Bauern ein wirksames Vorkaufsrecht einräumen, wenn Flächen zum Verkauf anstehen. Agrarminister Christian Meyer stellte nach Informationen seines Ministeriums heute die Eckpunkte des „Gesetzes zur Sicherung der bäuerlichen Agrarstruktur in Niedersachsen“ vor. „Bauernland muss in Bauernhand bleiben“, sagte Meyer. „Mit dem Gesetz erhöhen wir die Transparenz bei Flächenverkäufen oder Neuverpachtungen. Und wir stärken die bäuerlichen Familienbetriebe, die oftmals die überhöhten Bodenpreise nicht mehr bezahlen können.“

Hintergrund für die Gesetzesinitiative ist der verschärfte Wettbewerb um landwirtschaftliche Flächen in Niedersachsen. Gerade in Regionen mit vielen Biogasanlagen und intensiver Viehhaltung ist Boden knapp. Und er dient Fremdinvestoren und Kapitalgesellschaften immer häufiger als lohnende Geldanlage. Die Folge: Nirgends in Deutschland sind die Boden- und Pachtpreise so stark gestiegen wie in Niedersachsen. Das Nachsehen haben vor allem extensiv und ökologisch arbeitende Betriebe, aber auch Milchbauern, die auf ausreichend Grünland angewiesen sind. Über die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzflächen in Niedersachsen ist bereits Pachtland.

Der durchschnittliche Kaufpreis für Ackerland ist in Niedersachsen zwischen 2006 und 2015 von 1,25 Euro auf 3,00 Euro pro Quadratmeter gestiegen, bei Grünland von 0,75 Euro auf 1,50 Euro. Allein von 2010 bis 2015 erhöhten sich die Kaufpreise für Ackerland durchschnittlich um rund zwölf Prozent pro Jahr und für Grünland um neun Prozent, mit starken regionalen Unterschieden. Ähnliches ist bei den Pachtpreisen zu beobachten: Der durchschnittlich gezahlte Pachtpreis pro Hektar stieg von 2007 bis 2013 um rund 35 Prozent. Die Pacht pro Hektar erhöhte sich dabei für Ackerland von 322 auf 435 Euro, bei Grünland von 181 auf 226 Euro. Bei Neuverpachtungen wurden 2013 in Niedersachsen mit durchschnittlich 520 Euro pro Hektar sogar die bundesweit höchsten Preise gezahlt.

Künftig soll das jeweilige Preisniveau in einer Region transparent ermittelt werden. Liegen die Kauf- oder Pachtpreise mehr als 30 Prozent über den örtlichen Durchschnittspreisen, wirkt die Preisbremse. Die zuständige Behörde, in der Regel der Landkreis, soll laut Gesetzesentwurf dann empfindliche Geldbußen verhängen. Zudem soll mit den Neuregelungen verhindert werden, dass einzelne Flächeninhaber eine marktbeherrschende Stellung in einer Region erlangen. Dies wäre der Fall, wenn ein Käufer oder Pächter bereits 25 Prozent der Flächen in einer Gemarkung besitzt oder sie gepachtet hat. „Dann muss er anderen Landwirten, die Interesse an der Fläche haben, den Vortritt lassen“, so Niedersachsens Landwirtschaftsminister. „Wir dämpfen damit den Strukturwandel und beschränken den Einfluss außerlandwirtschaftlicher Investoren.“

Generell sollen ortsansässige Landwirte künftig beim Flächenerwerb wirksam privilegiert werden. Dafür können sie vorab der zuständigen Behörde ihr Interesse an Flächenkäufen melden und erhalten unter bestimmten Voraussetzungen ein Vorkaufsrecht. Bei mehreren Kaufinteressenten soll dann zunächst der bisherige Pächter den Vorrang erhalten, aber auch Junglandwirte oder Neueinsteiger haben durch ein entsprechendes Punktesystem verbesserte Chancen, an Flächen zu gelangen. Flankiert wird dies durch ähnliche geplante Regelungen im Landpachtrecht. Minister Meyer: „Wir sind uns mit den landwirtschaftlichen Verbänden einig, dass das bestehende Grundstücksverkehrsrecht in dieser Frage ein zahnloser Tiger ist.“

Denn es gebe zahlreiche Umgehungstatbestände. „Wenn der Betrieb von einem Investor gekauft wird, ohne dass sich die Eintragung im Grundbuch ändert, greift bislang das Vorkaufsrecht nicht“, so Meyer. Daher sollen auch sogenannte Anteilskäufe künftig anzeige- und somit zustimmungspflichtig werden. Wenn bisher nämlich ein externer Investor mehrheitlich die Anteile an einem landwirtschaftlichen Unternehmen erworben hat, dieses dann aber unter gleichem Namen unverändert weitergeführt wurde, konnte der Aufkäufer somit die Prüfung durch den Grundstücksverkehrsausschuss umgehen.

Nach der Föderalismusreform ist das Grundstücksverkehrsrecht nunmehr Ländersache. Niedersachsen wäre nach Baden-Württemberg erst das zweite Bundesland, das den Grundstücks- und Bodenmarkt eigenständig gestaltet. Eine Pachtpreisbremse, wie nun von Niedersachsen geplant, ist bundesweit ein Novum. Mit dem neuen Niedersächsischen Agrarstruktursicherungsgesetz sollen drei bisher geltende Bundesgesetze zusammengeführt und modernisiert werden. Das älteste darunter ist das Reichssiedlungsgesetz – und datiert aus dem Jahre 1919.

Weiter steigende Preise für landwirtschaftliche Grundstücke im Südwesten

Landesdurchschnitt bei 24?700?Euro je Hektar Fläche
Stuttgart (agrar.de) – Für landwirtschaftliche Grundstücke (ohne Gebäude und ohne Inventar) in Baden-Württemberg wurde nach Feststellung des Statistischen Landesamts im Jahr 2015 ein durchschnittlicher Kaufpreis von 24.700 EUR je Hektar (ha) Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung (FdlN) entrichtet. Gegenüber dem Vorjahr (23.000 EUR/ha) bedeutet dies einen Anstieg um 7,3 Prozent. Damit setzt sich der in den letzten Jahren abzeichnende Trend steigender Preise weiter fort. Insgesamt wurden in 2015 die Preise von 5.251 Kauffällen ermittelt. Dabei wechselten landwirtschaftliche Grundstücke mit einer Fläche von insgesamt 3.976 ha FdlN die Besitzer, also 0,76 ha je Verkaufsfall.

Vor allem in den Stadt- und Landkreisen der Verdichtungsräume, häufig Gebiete mit besseren natürlichen Ertragsbedingungen, wurden die höchsten Grundstückspreise erzielt. Unter den Landkreisen führen Ludwigsburg, Böblingen, Biberach, Rhein?Neckar und Alb-Donau mit durchschnittlichen Bodenpreisen zwischen 30.000 und 38.700 EUR/ha die Preisskala an. Die höheren Grundstückspreise in den Stadtkreisen, insbesondere in Heidelberg mit 135.200 EUR/ha und in der Landeshauptstadt Stuttgart mit 124.400 EUR/ha sprechen dafür, dass das Preisniveau hier stark von den örtlichen Baulandpreisen beeinflusst sein dürfte.

Am unteren Ende der Preisskala lagen traditionell die eher ländlichen Gebiete mit meist unterdurchschnittlichen Bodenqualitäten (Schwarzwald, Schwäbische Alb, Odenwald), wie die Landkreise Neckar-Odenwald, Freudenstadt, Tuttlingen, Schwarzwald-Baar und Rottweil mit Grundstückspreisen von 12.100 bis 13.100 EUR/ha. Es gilt allerdings zu beachten, dass Vergleiche bei der Kaufwertstatistik, ob regional oder in der Zeitschiene, nur eingeschränkt möglich sind. Denn es gehen Jahr für Jahr andere, spezifisch geartete Einzelfälle in die Auswertungen ein.

Neben der regionalen Lage wurden die Kaufpreise wesentlich von der Bodenqualität, also der natürlichen Ertragsfähigkeit bestimmt. Für geringwertigere Böden mit Ertragsmesszahlen (EMZ) zwischen 20 und 30 (auf einer Skala von 1 bis 100) wurden durchschnittlich 12.450 EUR/ha, bei etwas besseren Böden mit Ertragsmesszahlen zwischen 40 und 50 bereits 24.800 EUR/ha entrichtet. Für gute bis sehr gute Böden (EMZ > 70) ergaben sich für die veräußerten Flächen mit 35.900 EUR/ha auch die höchsten Preise.

Die Parzellengröße hat ebenfalls Einfluss auf die Kaufwerte. Bei Kleinstflächen bis 25 Ar werden Preise von 29.300 EUR/ha bezahlt. Für deren Kauf müssen aber insgesamt weniger Geldmittel aufgewandt werden, was eine Finanzierung ohne Fremdkapital begünstigt. Oftmals werden mit dem Kauf kleinerer Flächen Einzelgrundstücke miteinander verbunden, um die dann größeren zusammenhängenden Einheiten unter arbeitswirtschaftlichen Gesichtspunkten besser nutzen zu können. Bei größeren Parzellen verlieren diese Sondereffekte an Bedeutung; die durchschnittlichen Kaufwerte pendeln sich auf einem Niveau zwischen 23.000 und 24.900 EUR/ha ein. Die Kaufpreise werden dann vorrangig nicht mehr von der Grundstücksgröße, sondern zunehmend von anderen Faktoren bestimmt.

Für größere Grundstücke ab 1 ha sind darüber hinaus Aussagen zu weiteren den Kaufpreis bestimmenden Faktoren möglich. So wurde für Ackerland, das im Allgemeinen eine höhere Wertschöpfung ermöglicht, mit annähernd 27.100 EUR/ha im Landesdurchschnitt ein merklich höherer durchschnittlicher Kaufpreis entrichtet als für Grünland (18.600 EUR/ha). Des Weiteren zeigt sich eine deutliche Differenzierung nach den jeweiligen Erwerbern der Grundstücke. Danach treten insbesondere Haupterwerbslandwirte (519 Kauffälle mit 1.470 ha FdlN übertragener Fläche) als Käufer auf. Käufe von Nebenerwerbslandwirten (151 Kauffälle, 400 ha FdlN) und Nichtlandwirten (57 Kauffälle, 120 ha FdlN) sind eher die Ausnahme als die Regel. Bei 193 Eigentumsübertragungen von Grundstücken ab 1 ha ist der Erwerberstatus unbekannt.

Nichtlandwirtschaftliche Käufer bezahlten wesentlich höhere durchschnittliche Grundstückspreise als Haupt- bzw. Nebenerwerbslandwirte. Die Preisspanne bewegte sich bei Ackerland von rund 24.200 EUR/ha beim Kauf durch Nebenerwerbslandwirte über 27.400 EUR/ha bei Haupterwerbslandwirten bis auf 30.300 EUR/ha bei Nichtlandwirten. Die von Nichtlandwirten bezahlten relativ hohen Preise hängen möglicherweise damit zusammen, dass hier längerfristig doch mit Umwandlungen der landwirtschaftlichen Flächen in andere Nutzungsarten gerechnet wird. Bei Grünland, dessen Nutzungsmöglichkeiten im Vergleich zum Ackerland spürbar eingeschränkt sind, wechseln merklich weniger Flächen zu niedrigeren Preisen den Eigentümer. Sie streuen in Abhängigkeit von der Person des Erwerbers zwischen 13.400 EUR/ha bei Nebenerwerbslandwirten und rund 20.000 EUR/ha bei Haupterwerbslandwirten und Nichtlandwirten gleichermaßen.

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