26. Februar 2014

Baden-Württemberg: Pachtquote stagniert – Pachtentgelte steigen

Stuttgart (agrar.de) – Nach Feststellungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg hat sich der Strukturwandel in den landwirtschaftlichen Betrieben des Landes merklich verlangsamt. Da weniger Betriebe aufgegeben werden, steht auch weniger Fläche für das betriebliche Wachstum der verbleibenden Betriebe zur Verfügung. Die verringerte Flächenverfügbarkeit hat Auswirkungen auf die Besitz- und Pachtverhältnisse der landwirtschaftlichen Betriebe. So zeigt sich die Pachtquote nahezu unverändert, während die durchschnittlichen Entgelte für Pachtland ansteigen.

Die Pachtquote beziffert den Anteil der Flächen, die von den landwirtschaftlichen Betrieben zugepachtet werden. Im längerfristigen Vergleich hat die Bedeutung der Pachtflächen deutlich zugenommen. War im Jahr 1991 noch weniger als der Hälfte der Fläche gepachtet (Pachtquote 45,3 Prozent), so waren 1999 schon für 48,5 Prozent der Flächen Pachtentgelte zu entrichten. Bis 2010 ist eine weitere deutliche Zunahme der Pachtquote auf 59,7 Prozent zu verzeichnen. Im Jahr 2013 liegt die Pachtquote mit 60,1 Prozent jedoch nur unwesentlich darüber.

Im Gegensatz zur Pachtquote zeigen sich bei den Pachtentgelten deutliche Veränderungen. Das Pachtentgelt beträgt im Jahr 2013 im Mittel aller Nutzungsarten 216 Euro je Hektar (EUR/ha) und liegt damit fast ein Zehntel (+9,6 Prozent) über dem Niveau des Jahres 2010 (197 EUR/ha). Für Ackerland (246 EUR/ha, +11,3 Prozent) wird dabei im Mittel deutlich mehr entrichtet, als für Grünland (129 EUR/ha, +10,3 Prozent). Die Entwicklung der durchschnittlichen Pachtentgelte für alle Pachtungen (Bestands- und Neupachtungen) gibt allerdings die Dynamik der Preisentwicklung am aktuellen Rand nicht vollständig wieder, für Neupachtungen innerhalb der letzten zwei Jahre wurde ein mittlerer Pachtpreis von 298 EUR/ha vereinbart.

06. Februar 2014

Hessen: Fast 60 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche gepachtet

Themen: Agrarstruktur,Hessen,Pacht&Besitz,Statistik — info @ 10:02

Pachtpreis für Ackerland mehr als doppelt so teuer wie derjenige für Dauergrünland – Von 1999 bis 2013 stieg der Pachtpreis für Dauergrünland um zwölf Euro und derjenige für Ackerland um 31 Euro
Wiesbaden (agrar.de) – Rund 17 000 landwirtschaftliche Betriebe in Hessen bewirtschafteten zum Stichtag 1. März 2013 fast 771 900 Hektar (ha) landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF). Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, waren davon 252 300 ha eigene selbstbewirtschaftete LF, die im Eigentum von 15 000 Betrieben lag. 14 200 Betriebe pachteten noch Flächen zu ihrer eigenen LF hinzu, und zwar 459 300 ha von familienfremden Verpächtern – dies entspricht fast 60 Prozent der LF insgesamt – und gut 34 700 ha von Familienangehörigen. Weitere knapp 25 600 ha erhielten Betriebe unentgeltlich zur Bewirtschaftung.

Lediglich 2,5 Prozent oder 11 500 ha der 459 300 ha von familienfremden Verpächtern gepachteten Flächen wurden als sogenannte „geschlossene Hofpacht“ (Pacht eines gesamten Betriebs einschließlich Gebäuden) bewirtschaftet. Die weiteren Flächen teilten sich in 229 000 ha Ackerland und 138 000 ha Dauergrünland auf. Die verbleibenden 80 800 ha Pachtflächen entfielen u. a. auf Sonder- und Dauerkulturen oder Obstanlagen.

Während der durchschnittliche Pachtpreis für landwirtschaftliche Flächen – bei gepachteten Einzelgrundstücken von familienfremden Personen – sowohl 1991 als auch 1999 rund 133 Euro/ha betrug, stieg er in der ersten Dekade dieses Jahrhunderts kontinuierlich an. Zur Landwirtschaftszählung 2010 wurden 151 Euro/ha und nun zur Agrarstrukturerhebung 2013 rund 153 Euro/ha Pachtpreis ermittelt. Für Dauergrünland wurden 2013 mit 87 Euro/ha weniger als die Hälfte des Pachtpreises für Ackerland mit 192 Euro/ha gezahlt. Von 1999 bis 2013 stieg der Pachtpreis für Dauergrünland um zwölf Euro, während er für Ackerland um 31 Euro stieg.

04. Februar 2014

Landwirtschaft in Hamburg 2013

Themen: Agrarbericht,Agrarstruktur,Hamburg,Statistik — info @ 16:02

Weniger Betriebe
Kiel (agrar.de) – Nach den Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung bewirtschafteten 2013 in Hamburg gut 680 Betriebe eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von insgesamt rund 14 440 Hektar. Damit ist die Zahl der landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Betriebe gegenüber der Landwirtschaftszählung 2010 um fast zwölf Prozent zurückgegangen, während es im Bundesdurchschnitt im selben Zeitraum lediglich einen Rückgang um fünf Prozent gab, so das Statistikamt Nord.
Allerdings blieb die insgesamt von den Hamburger Betrieben landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF) annähernd konstant, womit die durchschnittliche Betriebsgröße von 18,5 Hektar (ha) auf gut 21 ha anstieg. Auffällig ist der Rückgang der kleineren Betriebe, die bis zu 20 ha LF bewirtschaften; ihre Zahl sank sogar um 16 Prozent seit 2010, während die Zahl der Betriebe, die mehr als 20 ha bewirtschaften, um vier Prozent zunahm.
Nicht vom Betriebsrückgang betroffen ist die ökologische Wirtschaftsweise, deren Betriebszahl in den letzten drei Jahren konstant bei 28 blieb. Diese Betriebe haben seit 2010 ihre Fläche um knapp sieben Prozent auf über 1 000 ha ökologisch bewirtschaftete LF erhöht.
Landwirtschaft in Hamburg ist im Gegensatz zum Bundesdurchschnitt in erster Linie Gartenbau: Zwei Drittel der Hamburger Betriebe hatten ihren Produktionsschwerpunkt im arbeitsintensiven Gemüse-, Obst-, Blumen- und Zierpflanzenbau oder im Anbau sonstiger Dauerkulturen, wie zum Beispiel Baumschulpflanzen. Daher rührt der vergleichsweise hohe landwirtschaftliche Arbeitskräfteeinsatz. So wurden in 2013 knapp fünf Personen pro Betrieb beschäftigt (Familienarbeitskräfte, ständig Beschäftigte und Saisonarbeitskräfte). Verglichen mit den Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2010 ist parallel zur Zahl der Betriebe allerdings auch die Zahl der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte insgesamt gesunken, und zwar um rund neun Prozent auf 3 340 Personen.
Ein gutes Drittel der Hamburger Landwirte erzielt auf ihren Betrieben Umsätze mit weiteren, nicht unmittelbar landwirtschaftlichen Tätigkeiten: knapp 20 Prozent aller Betriebe durch Verarbeitung und Direktvermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und gut zehn Prozent durch Pensions- und Reitsportpferdehaltung. Auch die Erzeugung erneuerbarer Energien sowie das Angebot von Freizeitaktivitäten und Beherbergung spielen eine gewisse Rolle bei diesen Einkommenskombinationen.

Landwirtschaft in Schleswig-Holstein 2013

Betriebszahlen rückläufig, Flächen stabil
Kiel (agrar.de) – In Schleswig-Holstein bewirtschafteten 2013 insgesamt 13 300 Betriebe eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von knapp 990 500 Hektar (ha). Damit ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe gegenüber der Landwirtschaftszählung 2010 um 5,5 Prozent zurückgegangen, so das Statistikamt Nord. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche blieb hingegen annähernd konstant. Daher stieg die durchschnittliche Betriebsgröße von knapp 71 ha auf gut 74 ha.
Ähnliche Tendenzen lassen sich auch für die Gruppe der Ökobetriebe ausmachen. Während die Zahl der erfassten Betriebe dieser Wirtschaftsweise im Vergleich zu 2010 leicht auf gut 400 zurückging (minus drei Prozent), blieb der Umfang der ökologisch bewirtschafteten Fläche mit 31 700 ha nahezu gleich (plus 0,2 Prozent).
Die Zahl der auf den landwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen ist trotz des Betriebsrückganges – verglichen mit den Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2010 – nur leicht um 1,7 Prozent auf insgesamt rund 44 600 Arbeitskräfte gesunken. Davon waren 22 300 Personen Familienarbeitskräfte, die andere Hälfte stellten ständig Beschäftigte und Saisonarbeitskräfte.
Im Durchschnitt war etwa die Hälfte der von einem schleswig-holsteinischen Betrieb bewirtschafteten Fläche zugepachtet, die Preise für diese Pachtflächen zogen in den letzten drei Jahren deutlich an. So mussten im Durchschnitt für einen Hektar Ackerland 423 Euro (knapp 25 Prozent mehr) und für einen Hektar Dauergrünland 255 Euro (gut 23 Prozent mehr) gezahlt werden.
4 900, also gut ein Drittel aller schleswig-holsteinischen Betriebe, gaben an, Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien entweder zur Nutzung im eigenen Betrieb oder aber zu Vermarktungszwecken zu betreiben bzw. an solchen Anlagen aktiv beteiligt zu sein. Die weitaus meisten Betriebe (4 600) erzeugten Solarenergie in Form von Photovoltaik und Solarthermie, jeweils 500 bzw. 400 Betriebe waren an Windkraft- bzw. Biogasanlagen beteiligt.
Im Rahmen der Stichprobenerhebung zur Agrarstruktur 2013 wurden in Schleswig-Holstein rund 5 700 landwirtschaftliche Betriebe unter anderem zu ihren Produktionsgrundlagen (landwirtschaftlich genutzte Fläche und Viehbestände) und zur Beschäftigtenstruktur befragt und ihre Angaben anschließend hochgerechnet.




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