30. Januar 2014

Rheinland-Pfalz: Pachtpreise für landwirtschaftliche Flächen auf neuem Höchststand

Rund zwei Drittel der Flächen gepachtet
Bad Ems (agrar.de) – Die Pachtentgelte für landwirtschaftliche Flächen haben im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems mussten die landwirtschaftlichen Betriebe durchschnittlich 214 Euro je Hektar bezahlen, so viel wie noch nie seit Einführung dieser Erhebungsmerkmale im Jahr 1971. Gegenüber dem Jahr 2010 stiegen die Pachtentgelte um durchschnittlich 15 Euro oder 7,5 Prozent.
Eine Ursache für den Anstieg ist die Nachfrage von Flächen für den Anbau von Silomais oder anderen Pflanzen zur Energieerzeugung. Für neu gepachtete Flächen oder Flächen, für die die Pachtpreise angepasst wurden, mussten die Landwirte im Durchschnitt über 250 Euro je Hektar zahlen. Im März 2013 hatten die 19.100 in Rheinland-Pfalz ansässigen landwirtschaftlichen Betriebe rund 65 Prozent der von ihnen landwirtschaftlich bewirtschafteten Fläche von 707.000 Hektar zugepachtet.
Ackerland, das mit 57 Prozent den größten Teil der landwirtschaftlich genutzten Flächen umfasst, kostete durchschnittlich 209 Euro je Hektar. Im Vergleich zu 2010 stieg der Durchschnittspreis um 14 Euro oder 7,2 Prozent. Die Pachten für Dauergrünland erhöhten sich um 7 auf 96 Euro je Hektar (plus 7.9 Prozent). Die höchsten Pachtpreise wurden mit 881 Euro je Hektar für Rebflächen gezahlt, das waren 2,8 Prozent mehr als im Jahr 2010.

Pachtpreise Rheinland-Pfalz 1971-2013

Pachtpreise Rheinland-Pfalz 1971-2013

23. Januar 2014

Landwirte leiden unter gestiegenen Pachtpreisen

Hannover (agrar.de) – Der Boden ist nicht vermehrbar – und wertvolles Acker- und Grünland, das intensiv bewirtschaftet werden kann, wird in Niedersachsen immer knapper. Für die Pacht von landwirtschaftlichen Flächen müssen die Landwirte in Niedersachsen deshalb immer tiefer in die Tasche greifen. Der Landvolk-Pressedienst zitiert Zahlen des Landesamtes für Statistik Niedersachsen, nach denen der durchschnittlich von den Landwirten gezahlte Pachtpreis für Acker- und Grünland im Zeitraum zwischen 2010 und 2013 von 271 auf 376 Euro pro Hektar und damit um fast 40 Prozent angestiegen ist. Die Pacht für Ackerland verteuerte sich noch mehr und liegt inzwischen im Mittel bei 435 Euro pro Hektar.

Im Jahr 2013 bewirtschafteten in Niedersachsen 39.500 Betriebe eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von 2,6 Millionen Hektar. Durchschnittlich 53 Prozent der Flächen eines niedersächsischen landwirtschaftlichen Betriebes sind Pachtflächen. Die Art der Flächenausstattung ist nicht nur Dreh- und Angelpunkt für Ackerbaubetriebe. Auch Landwirte in Regionen mit hoher Viehdichte müssen, überdurchschnittlich viel Geld für die Pacht von Ackerland in die Hand nehmen. Die Gründe für die Preissteigerung sind vielfältig. Ein Grund ist der Verlust von Flächen durch Straßenbau, Gewerbegebiete, Wasserschutz oder Ausgleichsmaßnahmen. Zudem können Biogasanlagenbetreiber oder Betriebe mit Sonderkulturen höhere Pachten erwirtschaften und damit im Bieterduell punkten. Geändert hat sich in den vergangenen Jahren auch die Dauer der Pachtverträge. Wurden sie noch vor einiger Zeit über 10 Jahre abgeschlossen, werden heute oft bereits nach drei Jahren die Pachtpreise angepasst. Als Konsequenz müssen die Landwirte immer genauer rechnen, welcher Betriebszweig sich noch lohnt und wie sie die Wertschöpfung je Hektar erhöhen können.

Daraus folgt, dass die Zahl der Betriebe weiterhin rückläufig ist. Sie liegt in Niedersachsen mit einem Rückgang von etwa fünf Prozent zwischen 2010 und 2013 im bundesweiten Mittel. Die durchschnittliche Betriebsgröße stieg in Niedersachsen im selben Zeitraum von 62 auf 66 ha. In 30.400 Betrieben wurden zum Stichtag 1. März 2013 Tiere gehalten: insgesamt 2,6 Millionen Rinder, 9,2 Millionen Schweine und 9,7 Millionen Stück Geflügel (insbesondere Hühner, Puten und Enten). Während gegenüber dem Jahr 2010 deutlich weniger Betriebe Rinder und Schweine hielten (-10 Prozent bzw. -17 Prozent), erhöhte sich die Anzahl der Geflügel haltenden Betriebe um etwa acht Prozent auf 7.500 Betriebe. Eine konstante Zahl von etwa 1.200 Betrieben bewirtschaftete seine Flächen nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus.

22. Januar 2014

Pachtpreise für landwirtschaftlich genutzte Flächen deutlich gestiegen

Hannover (agrar.de) – Für die Pacht von landwirtschaftlichen Flächen müssen die Landwirte in Niedersachsen immer tiefer in die Tasche greifen. Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) anlässlich der „Internationalen Grünen Woche“ mitteilte, stieg der durchschnittlich von den Landwirten gezahlte Pachtpreis im Zeitraum zwischen 2010 und 2013 von 271 auf 376 Euro pro Hektar um fast 40 %. Der Preisanstieg für Ackerland fiel dabei noch höher aus und liegt nun im Mittel bei 435 Euro pro Hektar. Durchschnittlich 53 % der Flächen eines niedersächsischen landwirtschaftlichen Betriebes sind Pachtflächen.

Im Jahr 2013 bewirtschafteten in Niedersachsen 39 500 Betriebe eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von 2,6 Millionen Hektar. Die Anzahl der Betriebe ist weiterhin rückläufig, liegt aber mit einem Rückgang von etwa 5 % zwischen 2010 und 2013 im bundesweiten Mittel. Die durchschnittliche Betriebsgröße stieg im selben Zeitraum von 62 auf 66 ha.

In 30 400 Betrieben wurden zum Stichtag 1.3.2013 Tiere gehalten, insgesamt 2,6 Millionen Rinder, 9,2 Millionen Schweine und 9,7 Millionen Stück Geflügel, dazu zählen insbesondere Hühner, Puten und Enten. Während gegenüber dem Jahr 2010 deutlich weniger Betriebe Rinder und Schweine hielten (-10 % bzw. -17 %), erhöhte sich die Anzahl der Geflügel haltenden Betriebe um etwa 8 % auf 7 500 Betriebe.

Einzelunternehmen waren 88 % der Betriebe. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe, die als juristische Personen oder Personengesellschaften organisiert sind, stieg weiter an, auch wenn ihr Anteil erst bei 12 % lag. Insgesamt wurden zwei Drittel der Betriebe im Haupterwerb und ein Drittel im Nebenerwerb bewirtschaftet.

Eine konstante Zahl von etwa 1 200 Betrieben bewirtschaftete seine Flächen nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus.

Verglichen mit den Ergebnissen aus 2010 sank die Zahl der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte um knapp 7 % auf 140 000 beschäftigte Personen. Für die Bewirtschaftung von 100 Hektar Fläche wurden nur noch 2,8 Vollzeitkräfte benötigt (2010: 3,0 Vollzeitkräfte pro 100 Hektar). Die Zahl der Familienarbeitskräfte reduzierte sich von 73 000 auf 65 200, die der Saison-Arbeitskräfte von 54 000 auf 48 500. Dagegen nahm die Zahl der ständig beschäftigten Arbeitskräfte von 23 700 auf 26 500 Personen zu.

Bei den vorliegenden Daten handelt es sich um erste Ergebnisse aus der Agrarstrukturerhebung 2013, bei der in Niedersachsen eine Stichprobe von etwa 25 % der landwirtschaftlichen Betriebe befragt wurde.

02. Januar 2014

Flächenverbrauch verlangsamt sich

Hannover (agrar.de) – Die Flächenverbrauchsuhr läuft unaufhaltsam, aber sie läuft langsamer als noch vor einigen Jahren. Der „Flächenverbrauch“ eines Jahres, das heißt die Umwidmung von landwirtschaftlich genutzter oder naturbelassener Fläche in Siedlungs- und Verkehrsfläche, lag 2012 in Niedersachsen bei 9,9 Hektar pro Tag, berichtet der Landvolk-Pressedienst. Das entspricht einer Fläche von zehn Fußballfeldern, die bei Industrieunternehmen, Naturschutzvertretern und Bevölkerung für die verschiedensten Zwecke begehrt ist. Laut Landesbetrieb für Statistik Niedersachsen (LSKN) ist der Flächenverbrauch im Vergleich zu 2007 konstant geblieben. Für das Landvolk Niedersachsen sind zehn Hektar pro Tag noch zu viel. „Jede Woche geht der Landwirtschaft damit die Fläche eines durchschnittlichen Betriebes verloren“, verdeutlicht Umweltreferent Hartmut Schlepps. In jedem Jahr würden auf diese Weise 52 Höfen ihre Wirtschaftsgrundlage verlieren: „Das ist eindeutig zu viel!“

Bundesweit waren es 2012 insgesamt 69,5 Hektar pro Tag (2007: 96,2), die nicht mehr für den Anbau von Weizen, Gerste, Zuckerrüben oder anderen landwirtschaftlichen Kulturen zur Verfügung standen. Ende des Jahres 2012 wurden etwa 13,8 Prozent der gesamten Fläche Niedersachsens als Siedlungs- und Verkehrsfläche ausgewiesen. Sie setzt sich laut LSKN aus der Gebäude- und Freifläche (z.B. Sport- und Grünanlagen), der Betriebsfläche, der Erholungsfläche, der Verkehrs- und Friedhofsfläche zusammen. „Siedlungs- und Verkehrsfläche“ und „versiegelte Fläche“ können zwar nicht gleichgesetzt werden, da in die Siedlungs- und Verkehrsfläche auch unbebaute und nicht versiegelte Flächen eingehen, der Landwirtschaft und damit dem Anbau von Lebens- und Futtermitteln sowie nachwachsenden Rohstoffen wird dieses Land jedoch meist unwiederbringlich entzogen. „Für die Landwirte sind vor allem Grünland und Ackerflächen interessant, auf denen sie ohne große Auflagen intensiv wirtschaften können“, sagt Schlepps und spielt damit auf die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen an, die die Landwirte für Ausgleichsflächen opfern. Dies ist der Fall, wenn neue Gewerbegebiete ausgewiesen oder Infrastrukturmaßen in Angriff genommen werden. Die Landwirte werden damit bei der Versiegelung der Flächen von zwei Seiten in die Zange genommen.




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