14. Februar 2013

RLV: Bioprodukte erfreuen sich steigender Beliebtheit

Themen: Agrarstruktur,Biolandbau,Verbände — info @ 10:02

Verband: Potentiale nutzen – aber Umstellung sorgfältig planen
Bonn (agrar.de) – Im Jahr 2011 wirtschafteten in Nordrhein-Westfalen rund 1 800 land- und gartenbauliche Betriebe auf einer Fläche von 70 200 ha nach den Regeln des Ökologischen Landbaus. Das sind nach Angaben des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) in Bonn 5 % der landwirtschaftlichen Betriebe zwischen Rhein und Weser, die 4,8 % der Landwirtschaftsfläche des Landes bewirtschafteten.

Im Bundesgebiet stieg die Zahl der Ökobetriebe nach neusten Berechnungen des Bundes Ökologische Lebensmittel­wirtschaft (BÖLW) 2012 gegenüber dem Vor­jahr um 590 Höfe oder 2,6 % auf 23 096. Damit sind 7,8 % der landwirt­schaftlichen Betriebe in Deutschland auf Ökolandbau spezialisiert. Die regionalen Schwerpunkte liegen im Nordosten sowie im Süden und Süd­westen Deutschlands. Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche wuchs um 2,7 % oder rund 27 902 ha auf insgesamt 1,04 Mio. ha (6,2 % der Gesamtfläche).

Die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln habe in den letzten Jahren zugenommen, berichtet der RLV. Nachdem in 2009 der Umsatz während der Wirtschaftskrise stagnierte, habe der Markt für Bioprodukte in Deutschland danach wieder angezogen. So konnte der deutsche Biomarkt nach RLV-Angaben 2012 gegen­über dem Vorjahr ein Umsatzplus von 6 % verzeichnen und ein Marktvolumen von insgesamt 7,04 Mrd. € erreichen. Sein Anteil am gesamten Lebensmittel­markt in der Bundesrepublik habe sich damit gegenüber 2011 um 0,2 Pro­zentpunkte auf 3,9 % erhöht.

Landwirte, die ihre Betriebe von der konventionellen auf die ökologische Wirtschaftweise umstellen wollen, sollten nach Ansicht des RLV trotz der positiven Entwicklung sorgfältig planen und abwägen. Allein mit dem Verzicht auf Chemie und den Antrag auf Fördermittel für Extensivierung sei es nicht getan. Vor allem Auswirkungen auf Betriebsorganisation und Vermarktung seien zu berücksichtigen. Nach Angaben des RLV setzt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen eigens ausgebildete Berater in Betrieben des ökologischen Landbaus ein. Intensive Beratung gebe es aber auch durch die verschiedenen Anbauverbände. Darüber hinaus gibt seit dem Herbst 1996 in Haus Riswick in Kleve eine Fachschule für Agrarwirtschaft, Fachrichtung Ökologischer Landbau.

Wie der RLV weiter mitteilt, bestünden für die Verbraucher zahlreiche Möglichkeiten, sich mit der Praxis des Ökologischen Landbaus vor Ort auseinander zu setzen. Viele dieser Unternehmen öffneten ihre Hoftore, um Interessierten ihre Arbeit zu zeigen und über die ökologische Wirtschaftsweise zu informieren. Etliche Betriebe stellten darüber hinaus Stallungen oder Felder für wissenschaftliche Versuche zum Ökolandbau zur Verfügung oder böten Ausbildungsplätze für land- und gartenbauliche Berufe an.




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