28. November 2012

Landwirtschaftliche genutzte Fläche geht weiter zurück

Hannover (agrar.de) – Der Anteil der Fläche, die in Deutschland für die landwirtschaftliche Erzeugung genutzt wird, geht in der langjährigen Betrachtung zurück. 1995 betrug die landwirtschaftliche Fläche bundesweit noch 17,3 Mio. ha, sie verkleinerte sich bis 2012 auf 16,7 Mio. ha, zitiert der Landvolk-Pressedienst Daten des Statistischen Bundesamtes. Auch im kurzfristigen Vergleich wird deutlich, dass die Landwirte mit weniger Fläche auskommen müssen, denn gegenüber dem Vorjahr verzeichnet das Statistische Bundesamt einen Flächenrückgang von 37.000 ha.

Auf den knapper werdenden Flächen arbeiten die Landwirte in Deutschland immer effizienter. Beispielsweise entspricht die diesjährige Anbaufläche für Getreide mit 6,5 Mio. ha der im Jahr 1995, im Gegenzug fällt die Ernte 2012 mit 45 Mio. t um etwa fünf Mio. t höher aus als 1995. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Kartoffeln: 2012 ernteten die Kartoffelanbauer auf 238.000 ha rund 10,6 Mio. t gegenüber 9,9 Mio. t im Jahr 1995. Damals war die Anbaufläche aber77.000 ha größer.

Nach Angaben der Wiesbadener Statistiker ist auch in Niedersachsen die landwirtschaftlich genutzte Fläche insgesamt rückläufig. Während 2011 noch 2,84 Mio. ha von Landwirten genutzt wurden, waren es 2012 mit 2,6 Mio. ha (vorläufige Zahl) über 200.000 ha weniger. Niedersachsen ist als Agrarland besonders angewiesen auf die Verfügbarkeit von landwirtschaftlicher Nutzfläche. Das Landvolk Niedersachsen weist unter dem markanten Schlagwort „Flächenfraß“ seit langem auf dieses Problem hin. Die Landwirte sind in doppelter Weise von der fast ungebremsten Versiegelung von Flächen betroffen sind: Ihnen geht ein wichtiger Produktionsfaktor verloren, zusätzlich müssen sie landwirtschaftlich nutzbare Flächen opfern für Ausgleichsflächen, wenn etwa neue Gewerbegebiete ausgewiesen oder Infrastrukturmaßen in Angriff genommen werden. Die landwirtschaftlichen Nutzflächen werden damit von zwei Seiten in die Zange genommen. Eine weitere Verschärfung befürchtet der Berufsstand in Niedersachsen durch das Interesse außerlandwirtschaftlichen Investoren an Grund und Boden als sichere Kapitalanlage




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