15. Oktober 2012

UBA: Urangehalt von Düngemitteln muss begrenzt werden

Themen: Düngung,Naturschutz,Umwelt — info @ 10:10

Berlin (agrar.de) – In Deutschland werden pro Jahr etwa 167 Tonnen Uran mit Düngemitteln auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht und teilweise ins Grundwasser ausgewaschen. Sie können so zu einer gesundheitsgefährdenden Belastung des Trinkwassers führen.

Die Kommission Bodenschutz (KBU), die das Umweltbundesamt UBA in Fragen des Bodenschutzes berät, empfiehlt deshalb, den Urangehalt in Düngern gesetzlich zu begrenzen. Das UBA schließt sich dieser Empfehlung an und rät, kurzfristig eine Kennzeichnungspflicht für uranhaltige Dünger einzuführen.

In Düngemitteln kommt Uran in höheren Konzentrationen durch das beigemischte Phosphat aus Sedimentgestein vor, die Konzentrationen in den untersuchten Kunstdüngern liegen bei 2-200 mg Uran/kg je nach Herkunft. Die Landwirtschaft in Deutschland hat, konservativ geschätzt, von 1951 bis 2009, allein mit mineralischen Phosphat-Düngern, 1.400 bis zu 13.000 t Uran auf den Äckern verteilt, was einer Belastung der landwirtschaftlichen Nutzfläche von 0,1 – 0,7 kg Uran pro Hektar entspricht. Das Uran aus den Düngemitteln reichert sich dabei im Grundwasser an und gelangt so ins Trinkwasser.

Auch organische Dünger können Uran enthalten, allerdings in sehr viel geringeren Dosen. Beim Klärschlamm haben sich die Gehalte zwischen Anfang der neunziger Jahre und 2008 von 1,2 mg/kg auf 2,4mg/kg bereits verdoppelt. Wenn weiterhin, wie im derzeitigen Mittel der letzten 10 Jahre, jährlich 167 Tonnen Uran über den Dünger verteilt werden, wird das zu einer langfristig teuren Trinkwasseraufbereitung führen, um das Uran wieder abzuscheiden.

Positionspapier der KBU

Studie „Uran in Boden und Wasser

Land­wirt­schaft­lich ge­nutzte Fläche rück­läufig, Ernte­mengen le­gen zu

Themen: Agrarstruktur,Anbauflächen,Statistik — info @ 07:10

Wiesbaden (agrar.de) – Die landwirtschaftlich genutzte Fläche in Deutschland ist auch im Jahr 2012 weiter zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Welternährungstag am 16. Oktober 2012 mitteilt, umfasst die landwirtschaftlich genutzte Fläche derzeit 16,7 Millionen Hektar. Das entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 37 000 Hektar – mehr als die Fläche der Stadt Bremen. 1995 wurden noch rund 17,3 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche ermittelt – die Fläche ist seitdem also um knapp 700 000 Hektar (– 4 %) gesunken.

Den größten Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche hat nach wie vor das Ackerland. Im Jahr 2012 beträgt die Ackerfläche rund 11,9 Millionen Hektar. Sie blieb im Zeitverlauf relativ konstant. Die Anbaufläche für Getreide entspricht mit gut 6,5 Millionen Hektar im Jahr 2012 ebenfalls weitgehend der Fläche des Jahres 1995. Die Getreideernte wird 2012 mit voraussichtlich rund 45 Millionen Tonnen gut ausfallen. Sie liegt damit um rund 5 Millionen Tonnen höher als im Vergleichsjahr 1995. Kartoffeln wurden 2012 auf einer Fläche von rund 238 000 Hektar angebaut. Dies entspricht einem Flächenrückgang von 77 000 Hektar gegenüber 1995. Dennoch ist die Erntemenge von 9,9 Millionen Tonnen im Jahr 1995 auf 10,6 Millionen Tonnen im Jahr 2012 angestiegen. Wichtige Gründe für die steigenden Erträge sind unter anderem Fortschritte in der Züchtung und optimierte Produktionsverfahren.

Bei den Pflanzen zur Grünernte auf dem Ackerland, zu denen vor allem Silomais, Leguminosen und Feldgras zählen, ist seit 2003 eine kontinuierliche Ausweitung der Flächen zu beobachten. So umfasst die Fläche der Pflanzen zur Grünernte insgesamt mit gut 2,8 Millionen Hektar inzwischen rund 1 Million Hektar mehr als noch im Jahr 1995. Vor allem die Anbaufläche von Silomais ist dabei gestiegen, und zwar von knapp 1,3 Millionen Hektar (1995) auf über 2 Millionen Hektar im Jahr 2012. Grund hierfür ist unter anderem die steigende Nutzung als Energiepflanze für die Versorgung der Biogasanlagen. Im Vergleich zu 2011 vergrößerte sich die Silomaisfläche um fast 28 000 Hektar. Die Grundfläche für den Anbau von Gemüse und Erdbeeren hat seit dem Jahr 1995 um fast ein Drittel zugenommen und erreicht im Jahr 2012 mit rund 132 000 Hektar einen ähnlich hohen Wert wie im Vorjahr.

Die Anbaufläche von Handelsgewächsen, wie zum Beispiel Raps und andere Ölfrüchte, umfasst 2012 knapp 1,4 Millionen Hektar. Dies ist im Vergleich zum Vorjahr zwar ein leichter Rückgang um knapp 2 %, gegenüber 1995 ist die Anbaufläche aber um 20 % gestiegen. Winterraps wächst 2012 auf rund 1,3 Millionen Hektar und liegt damit knapp unter dem Vorjahresniveau. Mit einer vorläufigen Erntemenge von 4,8 Millionen Tonnen zeichnet sich dennoch voraussichtlich ein Plus von knapp 60 % gegenüber 1995 und von 25 % gegenüber 2011 ab.

Insbesondere die abnehmende Stilllegung landwirtschaftlicher Nutzflächen seit 1995, der Rückgang des Anbaus von Hackfrüchten sowie die Aufhebung der Verpflichtung zur Stilllegung landwirtschaftlicher Nutzflächen seit 2008 ermöglichten die Ausweitung des Anbaus von Pflanzen zur Grünernte, Raps und Gemüse.

04. Oktober 2012

RLV: Strukturwandel setzt sich fort

„Wachstumsschwelle“ der landwirtschaftlichen Betriebe bei 100 ha
Bonn (agrar.de) – Im Jahr 2010 gab es in Deutschland 300.800 landwirtschaftliche Betriebe, die eine landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF) von rund 16,8 Mio. ha bewirtschafteten. Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) dazu mitteilt, gab es nach den ab 2010 geltenden Erfassungsgrenzen 2007 noch rund 321.600 Betriebe.
Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe nahm somit um 6,5 % ab. Pro Jahr entspricht dies einer Abnahmerate von 2,2 %. Damit scheint sich der landwirtschaftliche Strukturwandel nach Auffassung des RLV etwas verlangsamt zu haben. Denn in den Jahrzehnten zuvor lag die durchschnittliche jährliche Abnahmerate der Betriebe bei etwa 3 %, was statistisch etwa alle 20 Jahre eine Halbierung der Zahl der Betriebe bedeutet.
Die durchschnittliche Flächenausstattung der landwirtschaftlichen Betriebe erreichte nach Angaben des RLV rund 56 ha LF im Vergleich zu 52 ha im Jahr 2007. Bei regionaler Betrachtung werde sowohl in West- als auch in Ostdeutschland ein Nord-Süd-Gefälle der Betriebsgrößen deutlich. Die Flächenausstattung alleine lasse jedoch noch keine Aussage über die betriebliche Wettbewerbsfähigkeit zu, die auch bei geringer Flächenausstattung etwa durch den Anbau von Sonderkulturen oder besondere Vermarktungsformen beziehungsweise durch eine intensive Tierproduktion gegeben sein könne.
Diese Zahlen zeigten aber, dass sich der Strukturwandel im Bereich der Landwirtschaft hin zu immer größeren Betrieben weiter fortsetze, betont der RLV. Die so genannte Wachstumsschwelle, unterhalb derer die Zahl der Betriebe ab- und oberhalb derer die Zahl der Betriebe zunimmt, steige kontinuierlich an. Die Zahl der Betriebe in den Größenklassen unter 100 ha LF nehme ab. Gestiegen sei hingegen die Zahl der Betriebe mit 100 ha und mehr: Sie nahm gegenüber 2007 bundesweit um 1.900 auf 33.600 Betriebe zu. Diese Betriebe bewirtschaften 55 % der LF in Deutschland. Im Niveau der Wachstumsschwelle gibt es nach RLV-Angaben allerdings große regionale Unterschiede.
Die „Wachstumsschwelle“ ist ein auf die Fläche bezogener statistischer Grenzwert. Unterhalb dieses Grenzwertes nimmt die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ab, oberhalb des Grenzwertes nimmt sie zu.




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