27. Januar 2011

Opposition fordert, Klimabilanz der Landwirtschaft zu verbessern

Themen: Agrarrecht,Düngung,Klima,Umwelt,Wirtschaft — info @ 06:01

Berlin (agrar.de) – Der Landwirtschaft wird vorgeworfen, zum Klimawandel beizutragen. Aus diesem Grund stellten die Sozialdemokraten und Bündnis 90/Die Grünen jeweils einen Antrag zur Verbesserung der Klimabilanz in der landwirtschaftlichen Produktion zur Abstimmung im Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz. Ziel des Antrages der SPD-Fraktion ist die Minimierung der CO2-Emissionen, die Senkung des bei der Düngung anfallenden Stickstoffeintrages und die Reduktion des Grünlandumbruches, also der vermehrten Umnutzung traditionell als Weideland bewirtschafteter Flächen in Ackerland. ”In diesen drei Punkten sehen wir die größten Potenziale“, erklärte die Fraktion. Nur wenn durch mehr Kontrollen überprüft werde, ob zum Beispiel die aktuell geltende Düngeverordnung von den Landwirten eingehalten wird, nütze das dem Berufsstand und die Landwirtschaft profitiere insgesamt.

Das Konzept der Grünen sei dagegen detaillierter. So sprach sich die Grünen-Fraktion in ihrem Antrag für eine Senkung der Stickstoffüberschüsse auf 50 Kilogramm pro Hektar aus, will mehr technische Vorschriften erlassen, den Eintrag organischen Düngers reduzieren und den Klimaschutz auch in der für 2013 geplanten Reform der gemeinsamen Agrarpolitik der EU stärker verankern. ”Auch die klimaschädliche Subvention von Agrardiesel soll aufgehoben werden“, forderten die Grünen.

Die FDP kritisierte die Anträge: ”Viele Einzelvorschriften, Bürokratisierung und eine Stickstoffsteuer sind kein Weg, um den Klimaschutz in den Griff zu bekommen.“ Die Sachkunde der Landwirte sei gefragt. Es komme auf höchste Effizienz in der landwirtschaftlichen Produktion an. Eine Stickstoffsteuer werde auch die Landwirte belasten, die alles richtig machen. Aus diesen Gründen kündigte die FDP-Fraktion ihre Ablehnung an.

Die CDU/CSU-Fraktion stellte im Angesicht der Anträge die Frage, was Landwirtschaft leisten solle. ”Die Koalition steht zum Klimaschutz, doch die Anträge werden dem Ziel nicht gerecht“, erklärte die Fraktion. Mehr Effizienz und Massenproduktion seien gefragt, um dem Klimaschutz zu dienen und die Weltbevölkerung zu ernähren. ”Der Ökolandbau hat nicht bewiesen, alle Menschen satt machen zu können“, hieß es. Die Regierung fördere die Bioökonomieforschung mit 2 Milliarden Euro, um diesen Zielen gerecht zu werden.

Die Fraktion Die Linke bezichtigte die Koalitionsfraktionen, die Debatte zu verweigern: ”Sie müssen Kritik auch annehmen, denn auf Akzeptanz ist die Landwirtschaft angewiesen.“ Der Intensivierung der Landwirtschaft das Wort zu reden, sei überholt.

”Beide Anträge sind verdienstvoll“, so die Linksfraktion. ”Und den SPD-Antrag halten wir für vernünftig.“ Die Bioökonomie, die die Koalitionsfraktionen fördern, sei zu ”industriebetont“. Die Landwirtschaft würde zur Zulieferindustrie degradiert. Den Antrag der Grünen lehnte die Fraktion Die Linke ab, weil sie keine Chance für eine Stickstoffüberschussabgabe sieht.

Die Antrag der SPD wurde mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen abgelehnt. Der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen wurde mit den Stimmen von CDU/CSU, FDP und der Fraktion Die Linke abgelehnt.

26. Januar 2011

UBA veröffentlicht neue Broschüre „Stickstoff – Zuviel des Guten?“

Themen: Bildung,Düngung,Klima,Umwelt — info @ 11:01

Berlin (agrar.de) – Stickstoff hat zwei Gesichter: Er ist zum einen – als Grundbaustein der Natur – ein lebensnotwendiger Nährstoff, zum anderen ein gefährlicher Schadstoff für Menschen und Ökosysteme. Hauptverursacher so genannter reaktiver Stickstoffemissionen in alle Umweltmedien ist die Landwirtschaft mit mehr als 50 Prozent. Doch auch Emissionen aus dem Verkehr, aus Industrie und Energiegewinnung sowie aus Abwässern tragen jeweils mit annähernd 15 Prozent bei. In der neuen Broschüre „Stickstoff – Zuviel des Guten?“ stellt das Umweltbundesamt (UBA) die verschiedenen Wirkungen des Stickstoffs vor, benennt die wichtigsten Quellen und zeigt Möglichkeiten auf, schädliche Stickstofffreisetzungen zu reduzieren.

Stickstoff ist für die Landwirtschaft von entscheidender Bedeutung – seine Verfügbarkeit bestimmt die Erträge auf den Feldern. Die Verwendung stickstoffhaltiger Düngemittel ist daher in der Landwirtschaft gängige Praxis. So nützlich reaktiver Stickstoff auf den Feldern ist, so schädlich kann er sich in anderen Bereichen auswirken. Reaktive Stickstoffverbindungen gefährden die menschliche Gesundheit (Stickstoffoxide), vermindern die Qualität unseres Grundwassers (Nitrat) und verschärfen den Klimawandel (Lachgas); sie führen zur Versauerung und Überdüngung naturnaher Ökosysteme und damit zu einem Verlust an biologischer Vielfalt (Ammoniak). Zudem fördern sie auch die Zerstörung von Bauwerken.

UBA-Präsident Jochen Flasbarth sagt dazu: „Die Reduktion der Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft kommt zu langsam voran. Wir brauchen deshalb weitergehende Maßnahmen, um die damit verbundenen Umwelt- und Gesundheitsgefahren zu vermindern. Längerfristig muss es das Ziel sein, regionale Stoffkreisläufe zu schließen.“

Die-UBA-Broschüre: „Stickstoff – Zuviel des Guten?“ steht auch als kostenloser Download zur Verfügung.

Rheinland-Pfalz: Nur noch sechs Prozent der Betriebe halten Schweine

Tierhaltung erfolgt überwiegend auf Spaltböden
Bad Ems (agrar.de) – Im Jahr 2010 hielten in Rheinland-Pfalz nur noch 5,8 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe Schweine (1999: 12 Prozent). Die 1.300 Betriebe verfügten nach Angaben des Statistischen Landesamtes dabei über 282.000 Haltungsplätze. Von diesen entfielen gut 10 Prozent auf Zuchtschweine, die restlichen wurden überwiegend für die Schweinemast oder die Ferkelhaltung genutzt. Die Plätze für Zuchtschweine verteilten sich auf gut 400 Betriebe; rund 1.200 verfügten über Haltungsplätze für die übrigen Schweine.

Dank moderner Haltungsformen konnten die Betriebe in den letzten Jahren den Arbeits- und Kostenaufwand je Tier senken. Im Zuge des landwirtschaftlichen Strukturwandels ergab sich von 1999 bis 2010 eine deutliche Vergrößerung der durchschnittlichen Schweinebestände (von 89 auf 216 Tiere). Rund 49 Prozent aller Haltungsplätze weist so genannte »Vollspaltenböden« auf. Weitere 30 Prozent sind mit »Teilspaltenböden« ausgelegt. Beide Formen ermöglichen eine strohlose Tierhaltung, da Kot und Urin durch die Spalten abfließen können.

Während bei Vollspalten der komplette Stallraum Spalten aufweist, ist bei Teilspalten ein Teil der Stallfläche planbefestigt (z. B. mit Beton). Rund 16 Prozent der Plätze haben einen vollständig »planbefestigten Boden«, der mit Stroh eingestreut wird und regelmäßig entmistet werden muss. Die verbleibenden fünf Prozent der Haltungsplätze werden überwiegend in Tief- oder Tretmistställen unterhalten. In diesen Haltungsformen erfolgt eine Entmistung in größeren Zeitabständen.

Kostenlose Broschüre: Neue Geschäftsideen für den Bauernhof

Themen: Bildung,Förderung,Internet,Wirtschaft — info @ 11:01

Bonn (agrar.de) – Landwirtschaft ist mehr als Ackerbau und Viehzucht. Gerade im dicht besiedelten Nordrhein-Westfalen gibt es für landwirtschaftliche Unternehmer zahlreiche Möglichkeiten, mit Angeboten vom Bauernhof regionale Märkte zu erobern. In einer jetzt neu erschienenen Broschüre mit dem Titel „Landservice – erfolgreich auf regionalen Märkten“ zeigt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen an 15 Fallbeispielen aus NRW, wie sich aus innovativen Ideen Betriebszweige entwickelt haben, die maßgeblich zur Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe beitragen. Neben Klassikern, wie Bauernhofladen, Hofcafè und Partyservice, sind unter den Beispielen auch ausgefallenere Ideen, wie eine Swing-Golf-Anlage mit angeschlossenem Cafè und Heuhotel, Rollrasenanbau mit Direktvermarktung, ein Waldbauernhof mit Kaminholz-Verkauf und die Kombination hochwertiger Wohneinheiten mit Pferdestellplätzen in landwirtschaftlichen Altgebäuden.

Landwirte, die sich von diesen Beispielen inspirieren lassen oder eigene Ideen entwickelt haben, finden in der Broschüre umfangreiche Hinweise und Checklisten für die Planung und Kalkulation ihres neuen Geschäftsfeldes von der Idee bis zur Eröffnung. Neben der Beurteilung der Ausgangssituation in Betrieb und Familie, der Marktanalyse und der Personalplanung geht es dabei auch um Finanzierung, Förderungsmöglichkeiten, steuerliche Aspekte und Versicherungsfragen. Abgerundet wird die Broschüre durch eine Zusammenstellung weiterer Informationen und Beratungsangebote für Betriebe, die im Bereich Landservice einsteigen oder wachsen wollen.

Die 64-seitige Broschüre „Landservice – erfolgreich auf regionalen Märkten“ wurde von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen erstellt mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie kann kostenlos bezogen werden per E-Mail an landservice@lwk.nrw.de, per Telefon unter 02 51/2 37 64 44, Fax: 0251/2 37 64 32. Die Broschüre gibt es auch als Download im Internet.

Thüringen: Mehr als zwei Drittel der Einzelunternehmen mit ungeklärter Hofnachfolge

Erfurt (agrar.de) – Nach ersten vorläufigen Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2010 gab es in Thüringen 2 800 Betriebe der Rechtsform Einzelunternehmen mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 149 200 Hektar.
In 2 000 bzw. 71 Prozent dieser Betriebe (800 Haupterwerbs- und 1 200 Nebenerwerbsbetriebe) war der Betriebsinhaber 45 Jahre oder älter. 600 Betriebsinhaber bzw. 29 Prozent gaben nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik an, einen Hofnachfolger zu haben.

Knapp drei Viertel der Personen, die den Hof einmal übernehmen werden, arbeiten bereits ständig oder gelegentlich in dem Betrieb mit und mehr als die Hälfte verfügen über eine landwirtschaftliche Berufsausbildung. In 100 Fällen wird eine Frau den landwirtschaftlichen Betrieb übernehmen.

Wie das Landesamt weiter mitteilt, ist in 36 Prozent der im Haupterwerb bewirtschaften Einzelunternehmen (300 Betriebe) die Hofnachfolge abgesichert. Bei den im Nebenerwerb geführten Einzelunternehmen hat knapp ein Viertel der Betriebsinhaber (300 Betriebe) geklärt, wer einmal den Hof übernehmen wird.

Zur letzten Landwirtschaftszählung im Jahr 1999 hatten 1 600 bzw. 56 Prozent der 2 900 Einzelunternehmen einen Betriebsinhaber von 45 Jahren oder älter. Vor elf Jahren hatten 31 Prozent bzw. 500 dieser Betriebsinhaber die Weiterführung des landwirtschaftlichen Betriebes geregelt.

20. Januar 2011

Niedersachsen: Bodenpreise in Weser-Ems auf Rekordniveau

Hannover (agrar.de) – Der Trend steigender Kaufpreise für Acker- und Grünland hält in Weser-Ems unvermindert an. In der Börde Südniedersachsens dagegen sind die Preise für die besonders hochwertigen Böden zurückgegangen. Der aktuellen Kaufwertestatistik zufolge ist in Weser-Ems der durchschnittlich gezahlte Preis für Ackerland in 2009 nochmals um 3.000 € auf nunmehr knapp 27.000/ha angestiegen. Die größten Zunahmen hat es im vergangenen Jahr in den Landkreisen Oldenburg, Leer und Emsland gegeben, die größten Abnahmen in Hildesheim, Göttingen und Wolfenbüttel. Spitzenreiter bleibt Vechta und liegt inzwischen bei einem Durchschnitt von knapp 36.000 €/ha Ackerland, so die Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Die Erhebung dieser Daten geht auf das Grundstücksverkehrsgesetz zurück. Danach bedarf die Veräußerung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke ab 1 ha bzw. in Flurbereinigungsverfahren ab 0,25 ha der Genehmigung durch die Grundstücksverkehrsausschüsse bei den Landkreisen oder kreisfreien Städten. Im Zuge dieses Genehmigungsverfahrens, bei dem geprüft wird, ob die Veräußerung den agrarstrukturellen Belangen entspricht und im Fall des Verkaufs an einen Nichtlandwirt unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit besteht, zugunsten von Landwirten ein Vorkaufsrecht auszuüben, werden von den Verkaufsgrundstücken der Preis, die Größe, Nutzungsart, und Wertigkeit des Bodens nach der Ertragsmesszahl (EMZ) für die Kaufwertestatistik gehoben. Die Kaufwertestatistik ist somit ein zuverlässiges Abbild des Grundstücksmarktes. Dafür zuständig ist der Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN).

Die jüngste Kaufwertestatistik des LSKN für 2009 verdeutlicht abermals, dass es weniger an der Bonität der Böden als vielmehr an der Landnachfrage liegt, wie teuer landwirtschaftliche Flächen sind. Die Landnachfrage und damit die Bodenpreise sind dort besonders hoch, wo der Ackerbau aufgrund geringer Bodenqualität zu wenig abwirft und deshalb durch Verfütterung der Erzeugnisse an Vieh eine Veredelung zu Fleisch erfolgt oder daraus neuerdings Biogas erzeugt wird. Das spiegelt die Kartengrafik in Verbindung mit der tabellarischen Übersicht wider. In dieser Grafik sind die Landkreisflächen nach der Höhe der jeweiligen EMZ eingefärbt und vermitteln eine Übersicht über die unterschiedliche Bodengüte in Niedersachsen. Die durchschnittliche EMZ liegt im südlichen Niedersachsen über 50 und erreicht in den Landkreisen Hildesheim und Wolfenbüttel Spitzenwerte von 76 bzw. 74. In der Heideregion des ehemaligen Regierungsbezirks Lüneburg hingegen und der Geest im mittleren Weser-Ems Gebiet liegt die EMZ im Durchschnitt unter 40 und in einigen Landkreisen lediglich bei 30.

Die in EMZ ausgedrückte Wertigkeit des Bodens ist ein wichtiger Anhalt bei der Bemessung des Kaufpreises für landwirtschaftliche Grundstücke, jedoch richten sich die am Bodenmarkt erzielbaren Kaufpreise vielmehr nach Angebot und Nachfrage und sind schließlich umso höher, je knapper die Ressource Boden ist. Von den Säulendiagrammen, die jeweils für Acker- und Grünland aus den nach Höhe der EMZ eingefärbten Landkreisflächen herausragen, lässt sich ablesen, dass die größte Flächenknappheit offensichtlich in der von Veredelung geprägten Geest im mittleren Weser-Ems Gebiet besteht. Denn dort werden trotz niedriger EMZ die mit Abstand höchsten Kaufpreise erzielt, und zwar sowohl für Ackerland als auch für Grünland. In Weser-Ems ist Ackerland doppelt so teuer und Grünland genauso teuer wie Ackerland in der Heide.

Dass es sich dabei um eine nachhaltige Entwicklung handelt, wird an den beiden weiteren Säulendiagrammen deutlich, die anzeigen, um wie viel sich der aktuelle Kaufwert 2009 gegenüber dem durchschnittlichen Wert in der Zeitperiode von 1996 bis 2008 verändert hat. Sie steigen für Ackerland in sämtlichen Weser-Ems Landkreisen auf und weisen für einige dieser Landkreise besonders hohe Anstiege aus: Cloppenburg 10.000, Oldenburg 9.000, Leer knapp 8.000 und Vechta knapp 7.000 €/ha. Bei dieser Entwicklung ist Ackerland in der Region nicht mehr unter 27.000 €/ha zu haben und Grünland im Durchschnitt nicht unter 12.000 €/ha. In der Region Braunschweig dagegen steigen die Säulen mit der Veränderungsanzeige fast sämtlich ab, und zwar sowohl für Acker-, als auch für Grünland. Trotz der mit Ausnahme des Landkreises Gifhorn vorherrschenden hohen Bodengüte kostet Ackerland durchschnittlich nicht mehr als 15.000 und Grünland nur noch 6.200 €/ha. Diese gegenläufige Entwicklung dürfte u.a. darauf zurückzuführen sein, dass die vorwiegend reinen Ackerbaubetriebe über die größten Betriebsstrukturen Niedersachsens verfügen und mangels Viehhaltung sowie geringer Beteiligung an der niedersächsischen Biogaserzeugung weniger Flächenhunger entfalten.

Im ehemaligen Regierungsbezirk Hannover lagen die durchschnittlichen Kaufpreise für Ackerland bis zum Jahr 2000 landesweit am höchsten, wobei allerdings die weniger gut bonitierten nördlichen Landkreise Diepholz und Nienburg preiswerte Ausnahmen darstellten. Das trifft für den Landkreis Diepholz nicht mehr zu. Gegenüber dem Durchschnitt der Periode 1996 – 2008 hat sich Ackerland dort um 5.600 €/ha verteuert und liegt inzwischen mit 20.000 €/ha über dem durchschnittlichen Niveau der Region von 19.500 €/ha. Das dürfte daran liegen, dass in Diepholz die Veredelung und vor allem Biogasanlagen stark zugenommen haben sowie nicht zuletzt an der Nähe zur flächenknappen Weser-Ems Region. Umgekehrt hat es im Landkreis Hildesheim mit der höchsten Bonität des Landes eine stark rückläufige Kaufpreisentwicklung um über 4.000 €/ha Acker- und um knapp 3.000 €/ha Grünland gegeben, wofür ähnliche Gründe wie in Braunschweig ursächlich sein könnten. Insgesamt liegt das Hannoveraner Kaufpreisniveau bei leicht steigender Tendenz heute nach Weser-Ems am zweithöchsten. Die Grünlandpreise gehen tendenziell leicht zurück.

Das niedrigste Kaufpreisniveau nach Braunschweig liegt in den gering bonitierten Landkreisen des ehemaligen Regierungsbezirks Lüneburg vor. Ackerland liegt im Durchschnitt der Region bei knapp 13.000 und Grünland bei lediglich 7.800 €/ha. Besonders niedrig ist das Preisniveau in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Lüneburg. Es ist aber unübersehbar, dass die Preise für Ackerland überall kontinuierlich angezogen und um knapp 3.000 €/ha auf inzwischen durchschnittlich 13.000 €/ha zugelegt haben. Die Tendenz zu einem etwas höheren Kaufpreisniveau für Ackerland dürfte sich insbesondere vor dem Hintergrund einer dort stark zunehmenden Anzahl von Biogasanlagen eingestellt haben und weiter verfestigen. Das Grünlandpreisniveau hat sich in den Landkreisen des Lüneburger Raumes unterschiedlich entwickelt, tendiert aber im Durchschnitt beurteilt stabil auf weiterhin niedrigem Niveau.

Fazit: Die Entwicklung auf dem Bodenmarkt verläuft regional unterschiedlich. In Weser-Ems hat die bislang stetig stattgefundene Verteuerung erheblich an Fahrt gewonnen, in Lüneburg erhöht sich das niedrige Preisniveau allmählich spürbar, im ehemaligen Hannoveraner Regierungsbezirk ist das Niveau bei Preisrückgängen in der Region Hannover sowie im Landkreis Hildesheim ganz geringfügig angestiegen, weil gleichzeitig Ackerland in den niedrig bonitierten nördlichen Landkreisen deutlich teurer geworden ist und im ehemaligen Regierungsbezirk Braunschweig mit den besten Böden und größten Betrieben sind die Kaufpreise leicht zurückgegangen. Diese Unterschiedlichkeit auf dem Bodenmarkt reflektiert die unterschiedlich dringenden Flächenbedarfe aufgrund der in den Regionen jeweils dominierenden Betriebsgrößenstrukturen und betrieblichen Ausrichtungen. Trotz der Unterschiede ergibt sich insgesamt betrachtet, dass der landwirtschaftliche Bodenmarkt eine „sichere Bank“ darstellt und macht erklärlich, warum sich dafür nicht nur Landwirte, sondern auch immer mehr nichtlandwirtschaftliche Investoren interessieren und das Kaufpreisniveau mit beeinflussen.

06. Januar 2011

Mecklenburg-Vorpommern: Zwei Drittel der Betriebe halten Vieh

Schwerin (agrar.de) – Im Frühjahr 2010 fand mit der Landwirtschaftszählung nach mehr als zehn Jahren wieder eine umfassende statistische Bestandsaufnahme im Agrarbereich statt. Wie das Statistische Amt mitteilt, beinhalten die vorläufigen Ergebnisse auch wichtige Informationen zur Viehhaltung in Mecklenburg-Vorpommern.

Von den 4 725 Landwirtschaftsbetrieben halten 3 141 bzw. 66 Prozent Tiere. Der Viehbesatz, d. h. die Anzahl der Tiere je Hektar, bezogen auf eine Großvieheinheit (GVE), die 500 Kilogramm Lebendgewicht entspricht, beträgt in Mecklenburg-Vorpommern 0,4 GVE je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche. Empfohlen werden als natürlicher Richtwert für Mitteleuropa 1,0 GVE je Hektar.

Schwerpunkte der Viehhaltung sind Rinderproduktion und Milcherzeugung. So verfügten 2 121 Betriebe zusammen über 545 700 Rinder. Von diesen Betrieben wiederum hielten 844 insgesamt 172 400 Milchkühe. In 78 Betrieben umfasste der Milchkuhbestand jeweils 500 und mehr Tiere. Bei den Haltungsplätzen überwiegen in der Milcherzeugung mit 95 Prozent die Laufställe; die Entsorgung erfolgt zu drei Vierteln über Gülle und zu einem Viertel über Festmist. Nur noch 2 Prozent der Milchkühe stehen in Anbindeställen. Weidehaltung der Milchkühe und auch des Jungviehs praktizierten im Vorjahr 62 Prozent bzw. 523 der Milchviehbetriebe.

Die Haltung der 774 500 Schweine konzentrierte sich auf 476 Betriebe; 186 von ihnen hielten 88 100 Zuchtsauen. In 44 Betrieben mit Schweinehaltung hat der Bestand eine Größenordnung von jeweils 5 000 und mehr Tieren. Bei den Haltungsplätzen für Schweine dominiert zu 62 Prozent der Vollspaltenboden und zu weiteren 31 Prozent der Teilspaltenboden.

Zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung wurde durch die amtliche Agrarstatistik die Haltung von Ziegen in landwirtschaftlichen Betrieben erfasst. Ermittelt wurden dabei 133 Betriebe mit zusammen 3 000 Ziegen; von ihnen verfügten 9 Betriebe über jeweils 100 und mehr Tiere.

05. Januar 2011

Herbstaussaat 2010 in Brandenburg: Weniger Wintergetreide

Potsdam (agrar.de) – Die Aussaatfläche von Wintergetreide verringerte sich in Brandenburg zur Ernte 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent auf etwa 458 600 Hektar. Damit kam es nicht zu dem Anbaurückgang, der aufgrund der teils widrigen Aussaatbedingungen zu Herbstbeginn befürchtet worden war.

Winterweizen wurde im Herbst 2010 auf einer Fläche von 159 100 Hektar gedrillt (+1 Prozent zu 2009). Damit setzt sich der Anstieg der Anbaufläche der letzten Jahre beim Winterweizen fort. 2010 wurde erneut weniger Winterroggen (Brandenburgs wichtigster Getreideart) ausgesät. Bei dieser Kultur kam es im Vergleich zum Vorjahr zu einem Flächenrückgang um fast 5 Prozent auf 191 500 Hektar.

Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg weiter mitteilt, erfuhr die Wintergerste einen Anbaurückgang um 8 Prozent. Im Herbst 2010 wurden 66 800 Hektar mit diesem Wintergetreide bestellt. Stark rückläufig war die Aussaat von Triticale (–14 Prozent). Diese Getreideart (eine Kreuzung aus Weizen und Roggen) drillten Brandenburgs Landwirte auf rund 41 200 Hektar. Im Vergleich zu 2009 blieb die Aussaatfläche von Winterraps im Herbst 2010 nahezu gleich. Die Aussaat dieser wichtigsten heimischen Ölfrucht im August/September erfolgte auf rund 134 000 Hektar.

Die Angaben zur Herbstaussaat beruhen auf Informationen der Ernteberichterstatter des Landes Brandenburg von Ende November 2010. Da der Wachstumsstand teilweise als eher schlecht beurteilt wird und Auswinterungsschäden nicht auszuschließen sind, können sich diese vorläufigen Anbautendenzen noch ändern.

Rheinland-Pfalz: Seit 1999 rund ein Drittel weniger Haupterwerbsbetriebe

Landwirtschaftliche Betriebe werden zumeist als Familienbetriebe bewirtschaftet
Bed Ems (agrar.de) – Die Mehrzahl der rheinland-pfälzischen landwirtschaftlichen Betriebe wird nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems als Familienbetrieb, d. h. als Einzelunternehmen, bewirtschaftet. Rund 90 Prozent der 20.600 Betriebe wiesen nach dem vorläufigen Ergebnis der Landwirtschaftszählung diese Rechtsform auf. Die übrigen Betriebe werden zumeist als Personengesellschaft geführt. Fast 54 Prozent der Familienbetriebe sind Nebenerwerbsbetriebe, d. h. weniger als 50 Prozent der Gesamteinkünfte werden mit der Landwirtschaft erzielt.

Die 8.700 Haupterwerbsbetriebe verfügen über den größten Teil der landwirtschaftlich genutzten Flächen und halten zugleich den größeren Teil der Viehbestände. So bewirtschaften sie rund 59 Prozent der Fläche und sind mit durchschnittlich 48 Hektar deutlich größer als die 10.000 Nebenerwerbsbetriebe (17 Hektar). In den Ställen der Haupterwerbsbetriebe stehen gut 62 Prozent der 368.000 im Land gehaltenen Rinder und 67 Prozent der 258.000 Schweine. Die durchschnittliche Bestandsgröße beträgt in einem Vieh haltenden Haupterwerbsbetrieb 93 Rinder und 289 Schweine. Nebenerwerbsbetriebe erreichen nur durchschnittliche Bestandsgrößen von 29 Rinder und 50 Schweinen.

In den Haupterwerbsbetrieben sind mit 48.600 Personen etwa doppelt soviel Personen beschäftigt wie in Nebenerwerbsbetrieben (24.600 Personen). Berücksichtigt man den Beschäftigungsumfang, so zeigt sich, dass in Haupterwerbsbetrieben rund 26 Prozent der Personen vollbeschäftigt sind. Bei den Nebenerwerbsbetrieben beträgt der Anteil nur 7 Prozent.

Im Vergleich zu 1999 nahm die Zahl der Haupterwerbsbetriebe um rund ein Drittel ab; die der Nebenerwerbsbetriebe sogar um mehr als die Hälfte. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die unteren Erfassungsgrenzen bei der Landwirtschaftszählung 2010 angehoben wurden. Diese methodische Änderung wirkte sich insbesondere zu Lasten der Zahl an Nebenerwerbsbetrieben aus.

03. Januar 2011

Thüringen: Konzentrationsprozess in der Schweinehaltung

Erfurt (agrar.de) – In Thüringen gab es nach ersten vorläufigen Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2010 zum Stichtag 1. März 3 700 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 786 800 Hektar. 2 800 dieser Betriebe (75 Prozent) verfügten über Viehbestände. Zur letzten Landwirtschaftszählung im Jahr 1999, in der 3 900 Betriebe mit einer Fläche von 801 300 Hektar festgestellt wurden, hielten 3 100 der landwirtschaftlichen Betriebe (81 Prozent) Tiere.

Wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilt, sank die Anzahl der Betriebe mit Rinderhaltung von 2 100 im Jahr 1999 um 14 Prozent auf 1 800 Betriebe im Jahr 2010. Die Rinderbestände wurden innerhalb von 11 Jahren um 19 Prozent von 414 600 auf 335 900 Tiere reduziert. Die Milchkuhbestände gingen um fast ein Viertel von 146 500 auf 111 500 Milchkühe zurück.
Der durchschnittliche Rinderbestand je Betrieb lag im Jahr 2010 bei 182 Tieren, im Jahr 1999 betrug dieser 194 Tiere je Betrieb.

Im Jahr 1999 wurden in 1 300 Betrieben Schweine gehalten. Zur Landwirtschaftszählung 2010 wurden 900 Betriebe mit Schweinehaltung festgestellt.
Obwohl die Zahl der Betriebe mit Schweinehaltung innerhalb von 11 Jahren um mehr als ein Drittel zurückgegangen ist, stieg der Schweinebestand um 17 Prozent von 648 100 auf 755 200 Tiere. Der durchschnittliche Schweinebestand erhöhte sich von 481 auf 881 Schweine je Betrieb.




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