30. Dezember 2010

Rheinland-Pfalz: Pachtpreise für landwirtschaftliche Flächen leicht gestiegen

Bad Ems (agrar.de) – Rund 464.000 Hektar der landwirtschaftlich genutzten Fläche waren im März 2010 gepachtet. Das waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems knapp 66 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche von 707.000 Hektar. Nach dem vorläufigen Ergebnis der Landwirtschaftszählung vom März 2010 wurde ein durchschnittliches Pachtentgelt von 199 Euro je Hektar bezahlt. Das war der höchste Wert seit Beginn der Erhebung über die Pachtentgelte. Gegenüber 2007 beträgt der durchschnittliche Anstieg 7 Euro oder 3,6 Prozent.

Der Pachtpreis wird im Wesentlichen bestimmt von der Nutzungsmöglichkeit der Fläche. Die höchsten Pachtpreise wurden für Rebflächen mit 828 Euro je Hektar gezahlt. Gegenüber 2007, als 834 Euro gezahlt wurden, ist dieser Pachtpreis damit wieder etwas zurückgegangen. Ackerland, das mit 57 Prozent den größten Teil der landwirtschaftlich genutzten Flächen umfasst, kostete durchschnittlich 196 Euro je Hektar. Hier gab es gegenüber dem Jahr 2007 einen Zuwachs um 9 Euro (plus 4,8 Prozent). Die Pachten für Dauergrünland erhöhten sich um 2 Euro auf 91 Euro je Hektar.

21. Dezember 2010

Landwirtschaftszählung 2010 in Berlin

Potsdam (agrar.de) – Nach ersten vorläufigen Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2010 verringerte sich in Berlin in den vergangenen elf Jahren die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 102 im Jahr 1999 auf 66 im Jahr 2010. Die durchschnittliche Betriebsgröße eines Betriebes belief sich im Jahr 2010 auf 33 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche (1999: 20 Hektar).

Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg weiter mitteilt, wurden 62 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe als Einzelunternehmen, d. h. als Familienbetriebe, und 38 Prozent als Personengesellschaften bzw. juristische Personen geführt (1999: 75 bzw. 25 Prozent). Während der Anteil der Nebenerwerbsbetriebe an den Einzelunternehmen sich zwischen 1999 und 2010 von 14 auf 27 Prozent erhöhte, nahm der der Haupterwerbsbetriebe von 86 auf 73 Prozent ab.

Der Pachtflächenanteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche betrug mit 1886 Hektar 86 Prozent (1999: 92 Prozent). Nach Angaben der Landwirte ergab sich aus den Pachtverträgen ein durchschnittlicher Pachtpreis von 147 Euro je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche (1999: 161 Euro).

In den landwirtschaftlichen Betrieben waren 264 Personen beschäftigt, davon 72 Familienarbeitskräfte (1999: 151), 142 ständig Beschäftigte (1999: 380) und 50 Saisonarbeitskräfte (1999: 209).

33 Betriebe widmeten sich der Viehhaltung (1999: 42 Betriebe). In 10 Betrieben wurden 514 Rinder gehalten (1999: 8 Betriebe mit 453 Rindern). Die Zahl der Milchkühe in Berlin belief sich auf 108 (1999: 126).

Die 51 Schweine (1999: 287) standen in 6 Betrieben. Die größte Bestandsveränderung war beim Geflügel zu verzeichnen. So waren in Berliner Betrieben mit Geflügelhaltung insgesamt 335 Stück Geflügel aufgestallt. Gegenüber 1999 mit 11 012 Stück Geflügel ist dies ein Rückgang um 97 Prozent.

Landwirtschaftszählung 2010 in Brandenburg

Potsdam (agrar.de) – Nach ersten vorläufigen Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2010 verringerte sich in Brandenburg in den vergangenen elf Jahren die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 7 000 im Jahr 1999 auf 5 600 im Jahr 2010. Die durchschnittliche Betriebsgröße eines Betriebes belief sich im Jahr 2010 auf 237 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche (1999: 192 Hektar).

Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg weiter mitteilt, wurden 71 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe als Einzelunternehmen, d. h. als Familienbetriebe, und 29 Prozent als Personengesellschaften bzw. juristische Personen geführt (1999: 78 bzw. 22 Prozent). Während der Anteil der Nebenerwerbsbetriebe an den Einzelunternehmen zwischen 1999 und 2010 von 68 auf 60 Prozent abnahm, erhöhte sich dieser bei den Haupterwerbsbetrieben von 32 auf 40 Prozent.

Der Pachtflächenanteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche betrug mit 977 600 Hektar 74 Prozent (1999: 89 Prozent). Nach Angaben der Landwirte ergab sich aus den Pachtverträgen ein durchschnittlicher Pachtpreis von 97 Euro je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche (1999: 63 Euro).

In den landwirtschaftlichen Betrieben waren 36 200 Personen beschäftigt, davon 6 200 Familienarbeitskräfte (1999: 8 700), 17 800 ständig Beschäftigte (1999: 21 600) und 12 200 Saisonarbeitskräfte (1999: 9 600). In Brandenburg arbeiteten im Jahr 2010 rund 660 Betriebe nach den Prinzipien des ökologischen Landbaus (1999: 300). Diese Betriebe bewirtschafteten 11 Prozent landwirtschaftlich genutzter Fläche (140 400 Hektar).

Knapp 4 000 Betriebe widmeten sich der Viehhaltung (1999: 5 500 Betriebe). In etwa 2 600 Betrieben wurden 557 300 Rinder gehalten (1999: 686 500 Rinder). Die Zahl der Milchkühe in Brandenburg belief sich auf 160 900 (1999: 206 400). Die 799 200 Schweine (1999: 753 500) standen in 760 Betrieben. In Brandenburger Betrieben mit Geflügelhaltung waren insgesamt 9,2 Millionen Stück Geflügel aufgestallt (1999: 6,9 Millionen).

Landwirtschaftszählung 2010: 24 100 Arbeitskräfte in den Thüringer Betrieben

Erfurt (agrar.de) – Nach ersten Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2010 waren in den 3 700 landwirtschaftlichen Betrieben Thüringens 24 100 Personen beschäftigt. Davon waren 4 900 Personen Familienarbeitskräfte, 14 400 ständige Arbeitskräfte und 4 900 Personen mit einem auf weniger als 6 Monate befristeten Arbeitsvertrag zur Überwindung zeitweiliger Arbeitsspitzen als Saisonarbeitskräfte angestellt.

Der Anteil der vollbeschäftigten Arbeitskräfte betrug nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 55 Prozent (13 300 Personen).

Zu den Arbeitskräften im landwirtschaftlichen Betrieb zählen ab 2010 neben den mit landwirtschaftlichen Arbeiten wie z.B. Feld-, Hof- und Stallarbeiten auch die in einer Einkommenskombination wie z.B. die Verarbeitung und Direktvermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse beschäftigten Personen, soweit dieser Einkommenszweig nicht rechtlich selbständig ausgegliedert wurde.

2 700 Personen waren im Jahr 2010 in Einkommenskombinationen tätig, darunter 700 Personen in Vollzeit.
Mit landwirtschaftlichen Arbeiten waren 23 200 Personen beschäftigt, der Vollbeschäftigtenanteil lag bei 51 Prozent (11 800 Personen). Zur letzten Landwirtschaftszählung im Jahr 1999 wurden 26 100 mit landwirtschaftlichen Tätigkeiten Beschäftigte festgestellt. Dieser Arbeitskräfterückgang um 2 900 Personen setzt sich zusammen aus einer um 500 Personen geringeren Anzahl von Familienarbeitskräften, einem Plus von 1 300 Saisonarbeitskräften und einem Arbeitsplatzabbau bei den ständigen Beschäftigten um 3 700 Stellen.

EU: Landw. Einkommen je AK um 12,3% gestiegen

Themen: EU,International,Statistik,Wirtschaft — info @ 10:12

Luxemburg (agrar.de) – Das reale landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft ist in der EU27 im Jahr 2010 um 12,3% gestiegen, nachdem es im Jahr 2009 um 10,7% gesunken war. Dies zeigen erste Schätzungen2, die von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, herausgegeben werden. Dieser Anstieg ergibt sich aus einer Zunahme des realen landwirtschaftlichen Einkommens (+9,9%) in Verbindung mit einer Verringerung des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes (-2,2%). Diese Schätzungen für die EU27 basieren auf Daten, welche von den nationalen Behörden der Mitgliedsstaaten bereitgestellt wurden.

Zwischen 2005 und 2010 ist das reale landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft in der EU27 Schätzungen zufolge um 10,0% gestiegen, während der landwirtschaftliche Arbeitseinsatz um 12,7% fiel.
Die Zunahme des realen landwirtschaftlichen Einkommens in der EU27 im Jahr 2010 ist hauptsächlich das Ergebnis einer Erhöhnung des Wertes der landwirtschaftlichen Produktion zu realen Erzeugerpreisen (+4,3%), während reale Vorleistungskosten zunahmen (+0,8%). Die Abnahme des realen Wertes der Subventionen abzüglich Steuern (-1,2%) und die geringe Zunahme der realen Abschreibungen (+0,4%) haben einen geringfügigen Einfluss.

Das reale landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft im Jahr 2010 ist Schätzungen zufolge in 21 Mitgliedsstaaten gestiegen und in sechs gesunken. Die höchsten Anstiege werden für Dänemark (+54,8%), Estland (+48,8%), Irland (+39,1%), die Niederlande (+32,0), Frankreich (+31,4%), Lettland (+25,5%), Belgien (+24,1%), Bulgarien (+23,0) und Deutschland (+22,8%) erwartet und die größten Rückgänge für Rumänien und das Vereinigte Königreich (je -8,2%), Griechenland (-4,3%) und Italien (-3,3%).

Schätzungen zufolge stieg der Wert der landwirtschaftlichen Produktion zu Erzeugerpreisen der EU27 im Jahr 2010 um 4,3%, hauptsächlich infolge einer Zunahme des Wertes sowohl von pflanzlichen realen Erzeugnissen (+6,3%) als auch von tierischen realen Erzeugnissen (+2,4%).

Landw. Einkommen EU27 2010

Bei pflanzlichen Erzeugnissen ist die Zunahme des Wertes fast ausschließlich auf eine Erhöhung der Preise (+8,9%) zurückzuführen, während das Volumen Schätzungen zufolge fallen wird (-2,4%). Preise steigen für alle Gruppen der pflanzlichen Erzeugnisse, ausgenommen für Olivenöl (-0,4%). Am stärksten steigen die Preise für Ölsaaten (+27,1%), Getreide (+22,5%), Kartoffeln (+13,1%) und frisches Gemüse (+9,0%). Für die meisten Produkte zeigt sich ein Rückgang im Volumen, insbesondere für Zuckerrüben (-6,8%), Kartoffeln (-6,7%) und Obst (-4,0%). Eine Zunahme des Volumens ist nur für Olivenöl (+17,0%), Eiweißpflanzen (+27,0%) und Reis (+1,9%) zu beobachten.

Die Zunahme des Wertes der tierischen Produktion im Jahr 2010 ist das Ergebnis einer Erhöhung sowohl der Produktionspreise (+2,0%) und als auch des Volumens (+0,4%). Die Preise steigen für Milch (+9,4%), Schafe und Ziegen (+7,0%) und Rinder (+0,4%), während sie für Schweine (-2,6%) Schätzungen zufolge sinken werden. Für die Milchproduktion (+1,4%) steigt das Volumen, für Schweine bleibt es fast stabil (+0,1%) und sinkt leicht für Rinder (-0,8%).

In der EU27 nehmen die Vorleistungskosten real um 0,8% zu. Dies ist vor allem auf eine Zunahme der Preise (+1,1%) zurückzuführen, während das Volumen (-0,4%) fiel. Die Erhöhung der Vorleistungskosten wird durch starke Anstiege der Preise von Energie und Schmierstoffen (+6,7%), Futtermittel (+3,2%) und Instandhaltung von Gebäuden (+3,3%) bedingt. Geringere Vorleistungsvolumen werden für Pflanzenschutzmittel (-5,4%) und Instandhaltung von Gebäuden (-2,5%) geschätzt.

Schweinebestand in Deutschland wächst deutlich

Wiesbaden (agrar.de) – Rund 26,9 Millionen Schweine gibt es in Deutschland – dies ist das Ergebnis der Viehbestandserhebung vom 3. November 2010. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ist der Schweinebestand damit im letzten Halbjahr um rund 360 000 Tiere beziehungsweise 1,4% gestiegen. Besonders deutlich ist die Zahl der Jungschweine gestiegen, und zwar um 9,6% auf etwa 6,2 Millionen Tiere.

Der regionale Wachstumsschwerpunkt lag in Niedersachsen, dem Bundesland mit dem ohnehin höchsten Anteil von 31% am Schweinebestand in Deutschland. Hier stieg der Schweinebestand um 3,7% auf rund 8,3 Millionen Tiere. Auch die höchste Zuwachsrate bei den Jungschweinen wurde hier ermittelt: In Niedersachsen gab es rund 390 000 Tiere mehr als im Mai. Das ist ein Zuwachs von rund 23,1%.

Trotz gestiegener Schweinebestände ist die Anzahl der Betriebe zurückgegangen. Es wurden 32 900 Betriebe mit Schweinehaltung erfasst – 1,4% weniger als im Mai. Damit wächst der durchschnittliche Schweinebestand in den erfassten Betrieben mit mehr als 10 Zuchtsauen oder mehr als 50 Schweinen um 2,8% auf 817 Tiere je Betrieb.

Bei den Rinderbeständen zeigt sich zum 3. November 2010 gegenüber Mai ein leichter Rückgang der Rinderbestände um 0,8% auf rund 12,7 Millionen Tiere. Auch die Anzahl der Rinderhaltungen sinkt um 0,8% auf rund 175 000. Stabil blieb demgegenüber die Zahl der Milchkühe bei rund 4,2 Millionen Tieren. Allerdings haben gegenüber Mai knapp 2 000 Betriebe die Milchkuhhaltung aufgegeben. Dies ist ein Rückgang von rund 2,1%.

Tierbestand November 2010 - Quelle: Destatis

Tierbestand November 2010 - Quelle: Destatis

20. Dezember 2010

Mecklenburg-Vorpommern bleibt auch 2011 Rapsland Nr. 1

Schwerinm (agrar.de) – Der Anbau von Winterweizen zur Ernte im nächsten Sommer blieb mit 348 300 Hektar auf dem Niveau des Vorjahres, liegt aber um rund 5 Prozent über dem mehrjährigen Durchschnitt. Die jährlichen Schwankungen im Roggenanbau setzten sich auch in diesem Herbst fort. 64 500 Hektar zur Ernte 2011 bedeuten zwar eine Steigerung um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, erreichen aber nicht den mittleren Umfang vergangener Jahre.

Bei der Aussaat von Wintergerste ist auch in diesem Jahr ein weiterer Rückgang zu verzeichnen. Die Fläche von 103 000 Hektar ist um ein Zehntel kleiner als zur Ernte 2010. Im Vergleich zum mehrjährigen Mittel schrumpfte sie um mehr als 20 Prozent. Anhaltend rückläufig ist der Anbau von Triticale, die 2011 von nur noch 12 900 Hektar, das sind 18 Prozent weniger als 2010, zu ernten sein wird.

Der Anbau von Winterraps blieb mit 252 000 Hektar auf dem Vorjahresniveau. Damit dürfte auch 2011 Mecklenburg-Vorpommern seine Position als deutscher Rapserzeuger Nr. 1 bestätigen.

Die durch Nässe begleitete Herbstaussaat konnte wegen der durch Niederschläge verursachten verzögerten Ernte nur verspätet erfolgen. Staunässe und Kälte beeinträchtigten das Wurzelwachstum und die Bestockung, sodass insgesamt nur eine ungenügende Vorwinterentwicklung der Bestände zu verzeichnen ist.

Die Flächen der Herbstbestellung sind vorläufige Daten; ihnen liegen die Angaben von mehr als 530 Landwirten aus allen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns zugrunde. Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich Auswinterung und Schädlingsbefall auf die tatsächlichen Ernteflächen 2011 auswirken.

15. Dezember 2010

Nordrhein-Westfalen: Waldzustandsbericht 2010

Remmel: Wald muss auf den Klimawandel vorbereitet werden
Düsseldorf (agrar.de) – Der Wald in Nordrhein-Westfalen hat immer stärker mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen. Das zeigt der Waldzustandsbericht 2010, den Umweltminister Johannes Remmel heute gemeinsam mit Frank-Dietmar Richter, dem Leiter des Landesbetriebes Wald und Holz NRW, in Düsseldorf vorstellte.

„Wir müssen noch gezielter auf die sich immer rascher ändernden Umweltbedingungen in unseren Wäldern reagieren, um unsere Wälder besser schützen und erhalten zu können“, lautet das Fazit von Minister Remmel. „Insgesamt und über alle Baumarten gemittelt, hat sich der Zustand des Waldes verschlechtert. Wir können also keine Entwarnung geben. Wir müssen uns intensiv mit dem Thema Anpassung an den Klimawandel beschäftigen und unseren Wald auf die Herausforderungen des Klimawandels vorbereiten.“

Der Anteil der gesunden Bäume hat sich demnach im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent verschlechtert. Seit Beginn der Erhebung im Jahre 1984 ist der Wert sogar um 27 Prozentpunkte gesunken. Der Anteil deutlich geschädigter Bäume hat um zwei Prozent auf 23 Prozent zugenommen. Der Bestand der schwach geschädigten Bäume ist um vier Prozentpunkte auf 45 Prozent gestiegen.

„Es wird sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Wasserhaushalt einiger Waldböden deutlich verändern. Damit ändert sich auch die Konkurrenzfähigkeit der bisher dort wachsenden Baumarten. Waldbesitzer müssen schon heute die Baumarten auswählen, die sich in den nächsten Jahrzehnten bewähren sollen“, erläuterte Frank-Dietmar Richter einen der Gründe, weshalb die heimischen Bäume durch den Klimawandel zusätzlich unter Stress stehen.

„Ziel meiner Forstpolitik wird es deshalb sein“, ergänzte Minister Remmel, „Förderprogramme konsequent auf klimaangepasste Gehölze und Baumarten auszurichten und Anreize zu setzen, in Zukunft auch im Privatwald auf Fichtenmonokulturen zu verzichten.“

Damit jeder einzelne Waldbesitzer schon heute Baumarten auswählen kann, die besser auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet sind, bietet der Landesbetrieb Wald und Holz NRW die Berechnung von Klimamodellen an. „Wir können mit diesen Modellen für jede einzelnen Region in Nordrhein-Westfalen den Einfluss des Klimawandels auf den Wald darstellen“, so Frank-Dietmar Richter. „Wird richtig bepflanzt, kann so ein totaler Bestandsausfall durch Stürme oder andere Wetterphänomene um ein Vielfaches minimiert werden.“

Im Einzelnen betrachtet schaut das Ergebnis der vier nordrhein-westfälischen Hauptbaumarten folgendermaßen aus:

– Für die Eiche war 2010 ein schweres Jahr. Sie musste auf großer Fläche stark unter Raupenfraß leiden. Zusätzlich ist regional ein heftiger Pilzbefall mit Eichen-Mehltau aufgetreten. Die Eiche weist die schlechtesten Belaubungswerte seit Beginn der Untersuchungen im Jahre 1984 auf. Die deutlichen Schäden haben um 15 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr rapide zugenommen und liegen nun bei 54 Prozent. Bei den Eichen ohne Schadmerkmale musste eine Abnahme auf 16 Prozent verzeichnet werden. Beide Ergebnisse sind „historisch“, die Anzahl der gesunden Bäume ist historisch niedrig und die Anzahl der deutlich geschädigten Bäume ist historisch hoch.

– Die Buche konnte sich in diesem Jahr etwas erholen. Erfreulich ist der starke Rückgang der deutlichen Schäden auf 19 Prozent. Die Verbesserungsrate beträgt 14 Prozentpunkte. Aber auch die gesunden Bäume haben ihren Anteil um drei Prozentpunkte leicht auf 28 Prozent gesteigert. Das Ausbleiben der Samenbildung hatte einen wichtigen Anteil am verbesserten Belaubungszustand.

– Nach dem stetigen Aufschwung der letzten Jahre ergibt sich bei der Fichte erstmals wieder ein verschlechterter Kronenstatus. Die deutlichen Schäden sind um drei Prozentpunkte leicht angestiegen und liegen bei 18 Prozent. Gleichzeitig haben sich die Bäume ohne Schaden markant verringert. Mit 37 Prozent ergibt sich eine Veränderung um acht Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr.

– Die Kiefer weist in diesem Jahr eine zweiseitige Entwicklung auf. Zugenommen haben einerseits die deutlichen Schäden um einen Prozentpunkt auf 15 Prozent, aber andererseits auch die gesunden Bäume um zwei Prozentpunkte auf 29 Prozent. Insgesamt haben sich die Werte der Kiefer aber nur geringfügig geändert.

Im Juli und August 2010 haben Fachleute aus der Forstwirtschaft den Kronenzustand von rund 10.000 Einzelbäumen nach einem vorgegebenen Stichprobenverfahren begutachtet. Unter Einbeziehung von Wetterdaten und der Entwicklung von Schadorganismen wurden die Ergebnisse von Fachleuten ausgewertet und im Waldzustandsbericht zusammengefasst.

NRW-Waldzustandsbericht 2010 (Zusammenfassung, PDF, 21 KB)

14. Dezember 2010

Thüringen: Schweinebestände gestiegen

Erfurt (agrar.de) – Zum Stichtag 3. November 2010 wurden nach dem vorläufigen Ergebnis der Bestandserhebung in den landwirtschaftlichen Betrieben Thüringens, die über einen Bestand von mindestens 50 Schweinen oder 10 Zuchtsauen verfügen, 798 800 Schweine gehalten. Gegenüber der letzten Erhebung zum Stichtag 3. Mai 2010, zu der ein Bestand von 747 800 Tieren ermittelt wurde, sind das 7 Prozent bzw. 51 100 mehr Schweine.

Die Bestandszunahme ist nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik in fast allen Schweinekategorien zu verzeichnen. Der Ferkelbestand stieg innerhalb von sechs Monaten um 4 Prozent von 259 800 auf 271 100 Tiere. An Jungschweinen wurden zum 3. November 2010 mit 221 500 Tieren 11 Prozent mehr gehalten als am 3. Mai 2010. Zur Mast waren am 3. November 2010 mit 212 500 Schweinen 8 Prozent mehr Tiere als vor einem halben Jahr eingestallt. Der Bestand an Zuchtschweinen stieg um 4 Prozent von 90 300 auf 93 800 Tiere.

Sowohl im Mai als auch im November dieses Jahres wurden drei Viertel der Schweinebestände in Betrieben gehalten, die über einen Bestand von mindestens 5 000 Schweinen verfügen.

13. Dezember 2010

Landwirtschaftszählung 2010: Gut 17 900 landwirtschaftliche Betriebe in Hessen

Wiesbaden (agrar.de) – Bei der zum Stichtag 1. März 2010 durchgeführten Landwirtschaftszählung in Hessen wurden 17 900 landwirtschaftliche Betriebe ermittelt. 92 Prozent gehörten der Rechtsform Einzelunternehmen an, d. h. sie wurden von Einzelpersonen, Ehepaaren oder Geschwistern geführt. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, waren davon 5250 Haupterwerbsbetriebe (32 Prozent) und 11 280 Nebenerwerbsbetriebe (68 Prozent). Die weiteren 1370 Betriebe waren zu fast 90 Prozent Personengesellschaften, wie z. B. Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR).

Insgesamt wurden 773 200 Hektar (ha) landwirtschaftlich genutzter Fläche (LF) bewirtschaftet. Dabei bewirtschafteten 15 950 Betriebe eigene LF und 2350 erhielten unentgeltlich Fläche zur Bewirtschaftung. Des Weiteren wurden von Verwandten ca. 36 600 ha LF (von gut 3100 Betrieben) gepachtet und rund 454 600 ha von anderen Verpächtern. Diese 491 200 ha Pachtfläche entsprachen einer Pachtquote von gut 63,5 Prozent. Der durchschnittliche Pachtpreis betrug 151 Euro je ha und stieg damit gegenüber der letzten Landwirtschaftszählung 1999 um 18 Euro je ha.

Von der in der Landwirtschaft üblichen Sonderregelung, die Umsatzsteuer zu „pauschalieren“, machten fast 71 Prozent der Betriebe Gebrauch, während die übrigen 29 Prozent bei der Umsatzsteuer „optierten“, also die normale Regelbesteuerung durchführten. Bei der letzten Landwirtschaftszählung 1999 „optierten“ gerade mal knapp acht Prozent aller hessischen Betriebe. Dies zeigt, dass in Hessen Betriebe zunehmend große Investitionen durchführen.

Gut 43 ha LF je landwirtschaftlichem Betrieb

Die durchschnittliche Betriebsgröße betrug gut 43 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche. Im Jahr 2007 lag die durchschnittliche Betriebsgröße noch bei 35 ha, im Jahr 2003 betrug sie fast 30 ha und 1999 knapp 26 ha. Allerdings wurden 2010 zur Entlastung der Auskunftspflichtigen nur Betriebe mit mehr als fünf ha LF befragt, während in dem Zeitraum von 1999 bis 2009 Betriebe mit mehr als zwei ha LF erfasst wurden. Bei gewissen tierischen und pflanzlichen Erzeugungseinheiten wurden 2010 allerdings auch Betriebe unter fünf ha erfasst, beispielsweise Betriebe mit mehr als 0,5 ha Wein, Gartenbau u. Ä. Bezogen auf die fast 5300 Haupterwerbsbetriebe wurde hier eine durchschnittliche Betriebsgröße von gut 74 ha nachgewiesen, während die knapp 11 300 Nebenerwerbsbetriebe im Schnitt 23,5 ha bewirtschaften. Mit gut 86 ha fast doppelt so groß wie der hessische Durchschnitt sind die Einheiten, die von knapp 1400 Gesellschaften betrieben werden. Mehrheitlich sind dies in Hessen so genannte GbR, lediglich 155 juristische Personen wurden ermittelt. Die so genannte Wachstumsschwelle – also diejenige, bei der die Anzahl der Betriebe zunimmt – liegt in Hessen bei 100 ha LF. Unterhalb dieses Grenzwertes steigen mehr Betriebe aus der Landwirtschaft aus, als dass es – durch Zukauf oder zusätzliches Pachten von LF – betriebliches Wachstum gibt.

1600 Betriebe wirtschaften nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus

Fast 1600 Betriebe gaben an, nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus zu wirtschaften, wie sie in der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 festgelegt sind. Insgesamt bewirtschafteten diese Betriebe 72 200 ha LF nach diesen Richtlinien. Dies entspricht einem Flächenanteil von gut neun Prozent an der gesamten LF in Höhe von 773 200 ha. In der Öko-Fläche sind gut 7500 ha (gut zehn Prozent) Umstellungsflächen enthalten, d. h. Flächen, die bereits nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet, aber noch nicht bzw. nur eingeschränkt hiernach vermarktet werden können. In den Öko-Betrieben waren fast 4700 Personen beschäftigt, ein Anteil von acht Prozent aller 58 750 in der Landwirtschaft beschäftigten Personen.

Während hinsichtlich der Betriebsgrößenstruktur und des Arbeitskrafteinsatzes keine wesentlichen Unterschiede zwischen konventionell und ökologisch wirtschaftenden Betrieben bestehen, unterscheiden sich die Anbauverhältnisse hingegen deutlich. Der ökologisch wirtschaftende Landwirt besitzt mit einem Anteil von fast 61 Prozent deutlich mehr Grünland als sein konventionell wirtschaftender Kollege mit gut 32 Prozent, während dieses Verhältnis beim Ackerland umgekehrt ist: Öko-Betriebe bewirtschaften gut 32 Prozent Ackerland, konventionelle Betriebe 65 Prozent. Ebenso sind Dauerkulturen bei den Öko-Betrieben mit sieben Prozent Flächenanteil deutlich stärker vertreten, als bei den konventionell wirtschaftenden Betrieben mit gut zwei Prozent.

13 400 landwirtschaftliche Betriebe mit Viehhaltung in Hessen

Bei der Landwirtschaftszählung wurden 13 400 landwirtschaftliche Betriebe mit Viehhaltung ermittelt. Wie das Hessische Statistische Landesamt weiter mitteilt, hielten somit 75 Prozent der ermittelten 17 900 landwirtschaftlichen Betriebe Tiere. Das Maß zur Standardisierung der Viehdichte (Viehbesatz je ha) ist eine Großvieheinheit (GVE), die 500 kg Lebendgewicht entspricht. Insgesamt wurden in Hessen 480 600 GVE gehalten, was einem Besatz von 0,62 GVE je ha LF entsprach, wobei als natürlicher Richtwert in Mitteleuropa eine GVE je ha gilt.

Die meisten Betriebe mit Viehhaltung beschäftigten sich mit der Rinderproduktion und Milcherzeugung. 8650 Betriebe hielten 475 300 Rinder, darunter knapp 4000 Betriebe mit 154 500 Milchkühen. Bei der letzten Landwirtschaftszählung 1999 waren es noch 15 000 Betriebe, die 560 300 Rinder hielten. So auch in der Schweinehaltung: Hielten 1999 noch 15 000 Betriebe 884 000 Schweine, wurden nunmehr nur noch 5850 Betriebe mit 724 200 Schweinen gezählt, darunter 1500 Betriebe mit 58 500 Zuchtsauen.

Erstmals seit 1979 wurde auch wieder die Ziegenhaltung in den landwirtschaftlichen Betrieben erfasst. In Hessen wurden gut 800 Betriebe mit knapp 6500 Ziegen ermittelt. Somit dürften, bei einem Durchschnittsbestand von knapp acht Ziegen, die meisten Betriebe das Halten von Ziegen als ein Hobby betrachten.

Mehr als zwei Drittel aller hessischen Milchkühe stehen in einem Laufstall

Bei der Erhebung über landwirtschaftliche Produktionsmethoden im Rahmen der Landwirtschaftszählung 2010 wurden u. a. die Haltungsplätze in der Rinder-, Schweine-, und Legehennenhaltung erfasst. Demnach wurden gut 119 000 Haltungsplätze für Milchkühe in Laufställen ermittelt, von denen fast 85 Prozent Gülle und gut 15 Prozent Festmist als Entsorgungssystem eingebaut hatten. Anders bei den Milchkühen, die noch in Anbindeställen standen. Hier wurden von den gut 53 700 Haltungsplätzen knapp 37 Prozent in Ställen mit Gülle und gut 63 Prozent in Ställen mit Festmist ermittelt. Während die Milchkuhhaltung überwiegend in Laufställen mit Gülle praktiziert wird, wurden die übrigen Rinder zwar auch zu fast 60 Prozent in Laufställen gehalten, diese waren jedoch nur zu knapp 45 Prozent mit Güllesystemen ausgestattet. Ein Viertel der übrigen Rinder war weder im Laufstall noch in Anbindeställen aufgestallt, sondern in anderen Haltungsverfahren wie die ganzjährige Weidehaltung mit Unterständen bei Mutterkühen oder Kälberiglus in der Jungviehaufzucht. Auch in punkto Frischluft kommen die hessischen Rinder nicht zu kurz. Gut 9300 Betriebe ließen auf 151 200 ha Grünland ihre Tiere weiden.

Gut vier Fünftel aller Zuchtsauen und Eber wurden auf Teilspaltenböden gehalten, während bei den übrigen Schweinen 58 Prozent auf Vollspaltenböden standen. Bei den Legehennen dominiert mittlerweile die Bodenhaltung.

Gut 3000 landwirtschaftliche Betriebe haben bereits eine gesicherte Hofnachfolge

Die Betriebsleiter von Einzelunternehmen, die älter als 45 Jahre alt waren, wurden nach dem Vorhandensein eines Hofnachfolgers oder einer Hofnachfolgerin gefragt. Von diesen gut 11 700 Betrieben war bei gut einem Viertel oder 3000 Betriebe die Hofnachfolge geregelt, knapp 4100 Betriebe (35 Prozent) hatten keine und 4650 Betriebe (40 Prozent) nur eine ungewisse Hofnachfolge.

Die Bereitschaft zur Hofübernahme steigt mit zunehmender Betriebsgröße: Während in den Betrieben mit einer Flächenausstattung zwischen fünf und zehn ha nur knapp jeder sechste den Betrieb weiterführen will, will bei den Betrieben mit über 100 ha LF jeder zweite diesen fortführen. Landwirtschaft scheint auch zukünftig eine Männerdomäne zu bleiben: Von den Betrieben, die die Hofnachfolge als gesichert ansahen, gaben fast 86 Prozent männliche Hofnachfolger an.

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