19. November 2010

BfN stellt Studie zur naturverträglichen Landnutzung vor

Bonn (agrar.de) – Naturverträgliche Formen der Landnutzung besitzen ein enormes Potential für den Klimaschutz. Das ist eine der wesentlichen Aussagen einer Studie der Leibniz-Universität Hannover, die vom Bundesamt für Naturschutz heute in Bonn vorgestellt wurde. “Diese Synergien von Klima- und Naturschutz in der Land- und Forstwirtschaft müssen künftig stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit wie auch der politischen Entscheidungsträger transportiert werden. Es ist an der Zeit, dass die Klima-, Agrar- und Naturschutzpolitik in einem Guss betrieben wird und entsprechend die Förderprogramme auch gezielt aufeinander abgestimmt werden“, sagte die Präsidentin des BfN, Prof. Beate Jessel.

Die Studie untersuchte den Einfluss veränderter Landnutzung auf Klimawandel und Biodiversität: Während Land- und Forstwirtschaft in Deutschland von den Auswirkungen des Klimawandels in Zukunft noch stärker betroffen sein werden, tragen Landnutzung sowie Landnutzungsänderungen selbst in relevantem Maße zur Klimaerwärmung bei. Beispielsweise übersteigen Treibhausgasemissionen aus landwirtschaftlich genutzten Moorstandorten (in Höhe von ca. 30% der landwirtschaftlichen Gesamtemissionen) deutlich die gegenwärtigen Reduktionsverpflichtungen der in Deutschland am Emissionshandel teilnehmenden Energie- und Industrieunternehmen. „Ziel einer künftigen Landnutzung muss es daher sein, die Treibhausgasbilanz zu verbessern, die Anpassungsfähigkeit von Ökosystemen zu stärken und dabei gleichzeitig die biologische Vielfalt in der Kulturlandschaft zu sichern“, erläuterte Prof. Jessel. Dies verlangt Änderungen in den Bewirtschaftungsweisen hin zu einer nachhaltigeren Land- und Forstwirtschaft. Sehr sinnvoll in Bezug zum Klima- und Naturschutz sind etwa:

- der Schutz von wertvollem Grünland,
- die Renaturierung von entwässerten Mooren, Feuchtgebieten und Auen,
- der ökologische Landbau sowie
- eine naturverträgliche Waldwirtschaft.

Eine wichtige Voraussetzung für den Ausbau einer Landnutzung, die das Klima schützt und die biologische Vielfalt fördert, sind sinnvolle und effektive Fördermechanismen und Steuerungsinstrumente. Zentraler Ansatzpunkt hierfür muss eine dem Leitgedanken „öffentliches Geld für öffentliche Güter“ folgende EU-Agrarpolitik nach 2013 bilden. „Wir erwarten eine deutlich verbesserte Honorierung von Natur- und Umweltleistungen gerade solcher Landbewirtschaftungsformen, die Synergieeffekte für die biologische Vielfalt und den Klimaschutz, aber auch für Gewässer und Boden aufweisen“, sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel.

Die Veröffentlichung Heft Nr. 94 „Der Einfluss veränderter Landnutzungen auf Klimawandel und Biodiversität“ ist erhältlich beim Landwirtschaftsverlag.




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