04. Oktober 2010

Studie: Biogas treibt Pachtpreise

Kiel / Braunschweig (agrar.de) – Der Boom der landwirtschaftlichen Biogaserzeugung führt in Westdeutschland zu einem signifikanten Anstieg der Pachtpreise. Das haben Dr. Gunnar Breustedt und Hendrik Habermann vom Institut für Agrarökonomie der Universität Kiel in einer Studie nachgewiesen, die sie zum 50. Jahrestagung der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaues e.V. vom 29. September bis 1. Oktober 2010 am vTI in Braunschweig vorstellten.

Ihren Schätzungen auf Basis der Agrarstrukturerhebungen sowie 2005 und 2006 neu verhandelter Pachtpreise zufolge beläuft sich der Umfang an zusätzlicher Pachtzahlung infolge der Biogaserzeugung in Westdeutschland auf insgesamt etwa 7 bis 9 Mio. Euro im Jahr.

Für die neuen Länder konnten die Agrarökonomen hingegen keinen direkten Zusammenhang zwischen Maisanbau zur Biogaserzeugung und steigenden Pachtpreisen nachweisen. Dort führe die deutlich höhere Flächenausstattung der Betriebe dazu, dass sie nicht auf dem Pachtmarkt bedienen müssten.

Tagungsbeitrag Einfluss der Biogaserzeugung auf landwirtschaftliche Pachtpreise in Deutschland zur 50. Jahrestagung der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaues e.V. (PDF-Datei)

Pachtspiegel – Pachtpreise und Kaufwerte landwirtschaftlicher Flächen.

Baden-Württemberg: Geschäftsbericht für Geoinformation und Landentwicklung 2009

Erster gemeinsamer Tätigkeitsnachweis der zusammengeführten Verwaltungsbereiche Vermessung und Flurneuordnung
Stuttgart / Ilsfeld (agrar.de) – „Flurneuordnung und Vermessung liefern wesentliche Grundlagen, um Baden-Württemberg im globalen Wettbewerb leistungsfähig zu halten: Die Flurneuordnung widmet sich gezielt dem Ländlichen Raum, die Vermessung stellt landesweit für viele Lebensbereiche aktuelle Geobasisdaten zur Verfügung“, sagte die Staatssekretärin im baden-württembergischen Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz, Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, anlässlich der Vorstellung des Geschäftsberichts 2009 der Verwaltung für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg bei der Weingärtner Ilsfeld e.G. in Ilsfeld (Landkreis Heilbronn).

Mit beiden Verwaltungsbereichen werde dem demografischen Wandel Rechnung getragen, denn nur leistungsfähige und landschaftlich attraktive Gegenden könnten Arbeitsplätze halten oder sogar neue hinzugewinnen. Damit wolle die Landesregierung gerade in ländlichen Gebieten einem Absinken der Bevölkerungszahl entgegenwirken. „Flurneuordnung und Vermessung haben originär einen engen Bezug zu Grund und Boden. Dabei optimiert die Flurneuordnung die Flächennutzung in ländlichen Räumen. So ergeben sich auch die Möglichkeiten, den Flächenverbrauch zu reduzieren“, erklärte Gurr-Hirsch.

Die Gemeinde Ilsfeld als konkretes Beispiel

Während Flurneuordnungen ein vielfältiges und flexibles Instrument darstellen würden und mit integrierten Lösungsansätzen wichtige Impulse für die Strukturentwicklung der Kommunen im Ländlichen Raum bieten könnten, liefere die Vermessungsverwaltung mit ihren hoch aktuellen Geodaten die Grundlage für vielerlei Anwendungen. Die laufende Flurneuordnung in Ilsfeld sei ein gutes Beispiel dafür, wie Flurneuordnung und Vermessung in der Praxis funktionieren. „Durch neue Wege und Landschaftselemente gewinnen die Agrarstruktur und Naturschutz gleichermaßen an Qualität. Lebensräume seltener Tier- und Pflanzenarten werden durch neue Baumreihen und Hecken miteinander verbunden. Die Landwirtschaft erhält größere Felder und gut ausgebaute Wege. So entsteht eine Landschaft mit hohem Freizeitwert“, betonte Gurr-Hirsch. Anhand des Satellitenpositionierungssystems SAPOS werde deutlich, wie sich heutzutage Grenzpunkte ganz einfach auffinden und abmarken ließen.

Zahlen der Flurneuordnung lassen sich sehen

Im Jahr 2009 konnten 31 Verfahren mit rund 10.000 Hektar abgeschlossen werden. Daneben seien 59 neue Verfahren mit einer Gesamtfläche von rund 11.200 Hektar angeordnet worden, darunter 40 kleine und schnell laufende Verfahren, die als Teil des Sonderprogramms „Modernisierung ländlicher Wege“ im Rahmen des Landesinvestitionsprogramms begonnen wurden. Diese würden innerhalb von zwei Jahren beendet. An den rund 36,7 Millionen Euro Gesamtausführungskosten, die in Flurneuordnungsverfahren Baden-Württemberg anfallen würden, hätten sich Land, Bund und EU im vergangenen Jahr mit rund 27,6 Millionen Euro beteiligt. „Diese Gelder sind wichtig, um die Wettbewerbsfähigkeit der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe zu sichern und den Menschen ein attraktives Wohn- und Lebensumfeld zu schaffen und zu erhalten“, betonte Gurr-Hirsch.

Aktuelle Geodaten sind unerlässlich für unzählige Planungsträger

Ein aktuelles Liegenschaftskataster sei eine wesentliche Grundlage für viele Planungen. Moderne Technologien und Informationssysteme im Liegenschaftskataster würden eine reibungslose und schnelle Übernahme aktueller Daten garantieren. „Nutznießer davon sind alle Verwaltungen und Organisationen und letztendlich die Bürgerinnen und Bürger“, sagte Gurr-Hirsch. So stelle das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg ein breites Angebot an hochwertigen Geodaten bereit. Als Beispiel nannte die Staatssekretärin die Digitalen Geländemodelle, welche die Oberfläche von Baden-Württemberg detailliert dreidimensional abbilden würden. Anschauliche Anwendungsbeispiele wie 3D-Stadtmodelle seien im Geschäftsbericht abgebildet.

Erster gemeinsamer Geschäftsbericht

Nach der Koalitionsvereinbarung vom Mai 2006 sollten Vermessung und Flurneuordnung unter einem Dach und mit einer einheitlichen Verwaltungsstruktur zusammengeführt werden. Zum 1. Januar 2009 seien aus dem früheren Landesvermessungsamt und dem Landesamt für Flurneuordnung das neue Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung mit der zentralen Dienststelle in Stuttgart und den Dienststellen in Karlsruhe und Kornwestheim gebildet worden. „Das neue Landesamt hat bereits im ersten Jahr durch die nunmehr gebündelte Wahrnehmung eigener Aufgaben und der Fachaufsicht über die unteren Vermessungs- und Flurneuordnungsbehörden deutliche Synergien erzielt“, lobte die Staatssekretärin. Dieser erste gemeinsame Geschäftsbericht sei ein weiterer Ausdruck der erfolgreichen Zusammenarbeit.

Weitere Informationen zum Thema Landentwicklung und Geoinformation sind auf der Internetseite des Ministeriums für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz unter www.mlr.baden-wuerttemberg.de oder www.landentwicklung-mlr.baden-wuerttemberg.de bzw. www.lgl-bw.de abrufbar.

01. Oktober 2010

Kirchen und Landwirtschaft mahnen gerechte Nahrungsverteilung an

Bielefeld/Paderborn (agrar.de) – Kirchen und Landwirtschaftverband in Westfalen und Lippe haben eine weltweit gerechte Verteilung von Nahrungsmitteln angemahnt. „Obwohl unsere Erde alle ernähren könnte, leiden weltweit über eine Milliarde Menschen unter Hunger und Unterernährung“, heißt es in einer am Donnerstag in Bielefeld veröffentlichten gemeinsamen Erklärung zum Erntedank. Das Erntedankfest erinnere „an unsere Verantwortung für eine gerechte Verteilung der Güter dieser Erde“. Sichere Erträge, gesunde und preiswerte Nahrungsmittel für alle Menschen seien nicht selbstverständlich.

Zugleich äußerten sich Kirche und Landwirtschaftsverband besorgt über einen zunehmenden sozialen und wirtschaftlichen Wandel. Heutige Landwirtschaft sei eine Folge der internationalen und nationalen politischen Rahmenbedingungen, hieß es. Noch vor wenigen Jahren hätten Gemischtbetriebe das Bild bestimmt. Heute müssten sich Betriebe spezialisieren und wachsen, um der nachfolgenden Generation eine Perspektive bieten zu können. Einige Betriebe wüchsen in Größenordnungen, die eine bewährte landwirtschaftliche Wirtschaftsstruktur gefährden könne.

Eine Herausforderung für die Landwirtschaft sei auch das Engagement gegen den Klimawandel, heißt es in der Erklärung weiter. So werde einerseits die Erzeugung erneuerbarer Energien immer häufiger zu einem betrieblichen Standbein. Andererseits führe das auch zu Spannungen, denn Tierhalter und Betreiber von Biogasanlagen stünden in einem harten Wettbewerb um knappe Flächen. Wichtig sei eine verlässliche Förderung erneuerbarer Energien und eine Verträglichkeit mit nachhaltiger Landnutzung.

Die gemeinsame Erklärung ist unterzeichnet vom westfälischen Präses Alfred Buß, dem lippischen Landesuperintendenten Martin Dutzmann, dem Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker, dem Münsteraner Bischof Felix Genn sowie dem Essener Bischof Franz-Josef Overbeck und dem Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, Franz-Josef Möller.

„Die kleinbäuerliche Familie ist weltweit bedroht“

Erntedankfest im Zeichen von rund einer Milliarde hungernder Menschen
Stuttgart (agrar.de) – Am nächsten Sonntag wird wieder in vielen Kirchengemeinden das Erntedankfest gefeiert. „Der Dank gebührt vor allem den Bauern und Bäuerinnen, die für das tägliche Brot sorgen. Volle Teller und reichhaltig gedeckte Tische sind jedoch keine Selbstverständlichkeit“, sagt die Direktorin von „Brot für die Welt“, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel. Die Zahl von 925 Millionen Hungernden im Jahre 2009 und zerstörte Ernten in Teilen Russlands oder in Pakistan machen immer wieder deutlich, auf welch schwachen Füßen die weltweite Nahrungsmittelversorgung steht. Durch richtige Weichenstellungen in Politik und Wirtschaft könnte jedoch die Zahl der Hungernden deutlich reduziert werden.

Rein rechnerisch reichen die produzierten Nahrungsmittel aus, um 12 Milliarden Menschen satt zu bekommen, stellt Füllkrug-Weitzel fest. Das Motto „Es ist genug für alle da“ könne aber nur Realität werden, wenn die Politik die bäuerliche Produktion stärkt. „Gerade solche kleinbäuerlichen Betriebe sind das Rückgrat der globalen Nahrungsmittelproduktion. Jedoch werden ihre Existenzgrundlagen immer mehr bedroht“, sagt Füllkrug-Weitzel. So kaufen oder pachten viele Staaten oder große Unternehmen Land in Entwicklungsländern, wo heute schon Not und Hunger herrscht. Dieses Landgrabbing bedroht zusätzlich die Ernährungssicherheit von armen Bevölkerungsgruppen. „Brot für die Welt“ appelliert deshalb an die Bundesregierung, sich beim nächsten Treffen der Welternährungskomitees in Rom Mitte Oktober für starke Leitlinien zum Landkauf durch Investoren einzusetzen.

In Rom wird auch über politische Maßnahmen diskutiert, um den Einfluss von Spekulation auf die Agrarpreise einzudämmen. „Es kann nicht sein, dass Anleger und Fonds mit großen Summen in die Agrarmärkte einsteigen, künstlich Knappheit erzeugen und somit die Agrarpreise nach oben treiben. Damit werden Nahrungsmittel für Arme unerschwinglich“, so Cornelia Füllkrug-Weitzel. „Deshalb sind abgestimmte internationale Maßnahmen zur Finanzmarktregulierung erforderlich“.

Es ist aber auch ein Mindestniveau an Lagerbeständen für Nahrungsmittel in den Entwicklungsländern notwendig. Dies wurde in den vergangenen Jahren sträflich vernachlässigt, weil man sich zu stark auf die Versorgung über den Weltmarkt verlassen hat. „Die hohen Agrarpreise haben jedoch gezeigt, dass viele Länder selber für eine ausreichende Produktion und Lagerung sorgen müssen, damit ihre Bevölkerung Nahrungsmittel zu erschwinglichen Preisen kaufen kann“, so Füllkrug-Weitzel. Die Entwicklungszusammenarbeit sollte hier wieder aktiv werden, um die Länder beim Aufbau von ausreichend Lagerkapazitäten zu unterstützen.

DNT verabschiedet Forderungskatalog

Themen: Naturschutz,Verbände — info @ 08:10

Stralsund (agrar.de) – Mit der Verabschiedung eines Forderungskataloges an die Politik, Gesellschaft und Wirtschaft ging heute der 30. Deutsche Naturschutztag in Stralsund zu Ende. Damit reagieren die rund 600 Fachleute des Deutschen Naturschutzes auf die enttäuschende Bilanz im Internationalen Jahr der Biologischen Vielfalt (IJB) 2010. So konnte die Abnahme der biologischen Vielfalt weltweit und auch in Deutschland nicht gestoppt werden. Außerdem werden der Klimawandel und die Rohstoffkrise immer bedrohlicher für die Natur.

Nach Ansicht der Naturschutzfachleute muss in den fünf Handlungsfeldern Flusslandschaften und Moore, Meeres- und Küstennaturschutz, ökologische Netzwerke, nachhaltige Landnutzung sowie ökonomische Leistungen der Natur dringend gehandelt werden. So müssen beispielsweise Moorschutzprogramme etabliert, der Raubbau in den Meeren gestoppt, die Agrarpolitik reformiert und die Lebensräume besser vernetzt werden.

Flusslandschaften und Moore: Lebensadern und natürliche Speicher erhalten!

In Deutschland sind fast alle Flusslandschaften und Moore dramatisch verändert worden. Damit sind massive Auswirkungen für die Tier- und Pflanzenwelt und den Wasserhaushalt verbunden.

Der DNT fordert

alle noch intakten Flussauen sind dauerhaft zu sichern und den Flüssen ist wieder deutlich mehr Raum einzuräumen.

Es sollen in allen betroffenen Bundesländern effektive Moorschutzprogramme entwickelt und umgesetzt werden.

Moor zerstörende Nutzungen (z. B. Palmölanbau vor allem in Südostasien) dürfen keinerlei Unterstützung erfahren und sollten international geächtet werden.

Meeres- und Küstennaturschutz: Plünderung der Meere stoppen!

Alle Weltmeere sind steigenden Belastungen durch Schad- und Nährstoffe und einer kontinuierlich zunehmenden Industrialisierung ausgesetzt. Es findet eine fast flächendeckende Plünderung der natürlichen marinen Ressourcen vor allem durch die umfassende Überfischung statt.

Der DNT fordert

alle verfügbaren Instrumente dafür einzusetzen, umfangreiche Schutzbestimmungen für die Weltmeere und ihre Küsten international zu verhandeln und völkerrechtlich verbindlich in Kraft zusetzen. Eine der Nachhaltigkeit verpflichteten Reglementierung der Fischerei und sonstiger Meeres- und Küstenressourcen-Nutzungen ist umzusetzen.

Beim anstehenden Ausbau der Offshore-Windenergie ist sicherzustellen, dass er naturverträglich gestaltet wird.

Ökologische Netze: Aufbau einer grünen Infrastruktur für Europa!

Täglich werden naturahe Lebensräume weiter auf inselartige Restbestände zurückgedrängt und ökologische und genetische Austauschprozesse vor allem durch Zerschneidung weiter eingeschränkt.

Der DNT fordert

ein länderübergreifendes Biotopverbundsystem auf mindestens 10 % der Landfläche ist zu entwickeln und rechtlich zu sichern. Dem Aspekt des Biotopverbunds ist bei allen künftigen raumrelevanten Planungen eine besondere Aufmerksamkeit entgegen zu bringen.

Ökonomische Leistungen der Natur: Perspektiven für Neue Märkte?

Ohne die Leistungen der Natur wäre kein Leben auf der Erde möglich. Natur als öffentliches Gut wird übernutzt und zerstört. Politik, Unternehmen sowie Verbraucherinnen und Verbraucher berücksichtigen noch viel zu wenig den vielfältigen Nutzen des Erhalts der biologischen Vielfalt.

Der DNT fordert

den Wert der Ökosystemleistungen und der biologischen Vielfalt stärker als bisher zu erfassen, bekannt zu machen und zu honorieren. Dies gilt insbesondere für die Berücksichtigung in den gesamtwirtschaftlichen Bilanzierungen. Es bedarf im stärkeren Maße auch ökonomischer Anreize für den Erhalt und den pfleglichen Umgang mit Natur.

Nachhaltige Landnutzung: Agrarpolitik reformieren – naturnahe Waldwirtschaft verstärkt fördern!

Die Land- und Forstwirtschaft in Deutschland ist in weiten Teilen nicht naturverträglich und die derzeitigen Intensivierungstendenzen (Stichwort Biomasse und Flächenkonkurrenzen) drohen diese Situation noch zu verschärfen.

Der DNT fordert

eine ökologische Neuausrichtung derGAP ab 2014. Es ist eine flächendeckende Grundsicherung der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft zu erreichen und Naturschutzmaßnahmen stärker als bisher auch in landwirtschaftliche Intensivregionen zu integrieren.

Bei den Erneuerbaren Energien dürfen die gesetzlichen Regeln und Förderbestimmungen einem naturverträglichen Ausbau nicht entgegenstehen. Dies ist bei der anstehenden EEG-Novelle, z. B. durch eine entsprechende Ausgestaltung des Bonus für nachwachsende Rohstoffe, sicherzustellen.

Für den Bereich Forstwirtschaft sind eine verstärkte Förderung der naturnahen Waldwirtschaft und eine konsequente Fortführung des Waldumbaus hin zu standortheimischen Laubmischwäldern. Dieser ist u. a. auch durch Waldumweltmaßnahmen im Rahmen der GAP-Reform zu fördern. Die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt ist im Bereich Wald zügig umzusetzen, wonach 5 % der Wälder einer natürlichen Waldentwicklung zu überlassen sind.

Naturerbe: Nationales Naturerbe sichern und fortschreiben

Ein Meilenstein für den Naturschutz war der Beschluss der Bundesregierung zur Sicherung des Nationalen Naturerbes. 125.000 ha national bedeutsame Naturschutzflächen („Tafelsilber der Deutschen Einheit“) sind vor der Privatisierung zu schützen.

Der DNT fordert

eine zügige Übertragung der noch nicht übertragenen Flächen der in dieser und der vergangenen Legislatur festgelegten Gesamtflächenkulissen des Nationalen Naturerbes. Der DNT fordert eine Fortschreibung bei der Sicherung des Nationalen Naturerbes.

Zusätzlich zu der o. g. beschlossenen Flächenkulisse muss aktuell eine Lösung für die Sicherung der national bedeutsamen Flächen (14.000 ha) der Kyritz- Ruppiner Heide (sog. Bombodrom) gefunden werden.

Fazit

Die Sicherung der biologischen Vielfalt als unverzichtbare Grundlage für alles menschliche Wirtschaften und alle gesellschaftlichen Entwicklungen ist Staatsaufgabe. Die Erfüllung dieser Staatsaufgabe erfordert einen Stopp des Personalabbaus in den Naturschutzverwaltungen von Bund, Ländern und Kommunen und eine ausreichende Ausstattung mit notwendigen Ressourcen.

Der Naturschutz in Deutschland steht vor vielfältigen Herausforderungen. Der 30. DNT appelliert an alle gesellschaftspolitischen Akteure (z. B. Kirchen, Gewerkschaften, Sozial- und Wohlfahrtsverbände sowie Sportorganisationen) ihre Potenziale und Stärken einzubringen und die gestellten Forderungen zu unterstützen.

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