23. September 2010

Landvolk: Sauenhalter geraten erneut unter starken Druck

Erlöse für die Ferkel decken die Kosten bei weitem nicht
Hannover (agrar.de) – Wenig Glück haben zurzeit die Zuchtschweinehalter mit dem Verkauf ihrer Ferkel: Die Preise sind nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes wieder erheblich unter Druck geraten. Die aktuellen Notierungen melden für eine Gruppe von 100 Ferkeln im Gewicht von jeweils 25 Kilogramm einen Preis von 33 Euro je Tier. Bei einer doppelt so großen Gruppe liegt der Preis mit 38 Euro je Tier zwar etwas höher, deckt aber ebenfalls bei weitem nicht die Kosten der Sauenhalter.

Damit hielt die Phase halbwegs auskömmlicher Preise nur einige wenige Monate an, vor einem halben Jahr gab es noch gut zwanzig Euro mehr je Ferkel. Mit den aktuellen Preisen können die Sauenhalter ihre Produktionskosten, die bei etwa 48 bis 50 Euro für ein 25 Kilogramm schweres Ferkel liegen, bei weitem nicht decken. Insbesondere die steigenden Futterpreise machen den Betriebsleitern derzeit zu schaffen.

Etwa 3.600 niedersächsische Landwirte haben sich weitgehend auf die Haltung von Zuchtsauen spezialisiert und liefern ihre Ferkel an einen der knapp 8.800 Mastbetriebe. In beiden Betriebszweigen gibt es auch Mischformen, also Landwirte, die im so genannten geschlossenen System sowohl Sauen halten als auch Schweine mästen. Gut acht Mio. Schweine zählten die Agrarstatistiker bei der jüngsten Viehzählung im Agrarland Niedersachsen. Bundesweit wurde im Mai ein Schweinebestand von 26,5 Mio. Schweinen ermittelt, damit halten Niedersachsens Landwirte weiterhin jedes dritte bundesdeutsche Schwein.

Die Durchschnittsbestände sind mit gut 900 Mastschweinen und etwa 160 Zuchtschweinen in Niedersachsen zwar größer als in den meisten anderen Bundesländern, aber deutlich kleiner als in Dänemark oder den Niederlanden, wo die Hauptkonkurrenten deutscher Schweinehalter zu Haus sind. Der wirtschaftliche Druck veranlasst immer mehr Zuchtsauenhalter, aus diesem Betriebszweig auszusteigen




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