31. August 2010

NRW: Deutlicher Rückgang der Getreideerträge

Düsseldorf (agrar.de) – Landwirtschaftsminister Johannes Remmel hat heute in Düsseldorf gemeinsam mit Johannes Frizen, dem Präsidenten der Landwirtschaftskammer NRW (LWK), die Bilanz der Ernte in Nordrhein-Westfalen 2010 vorgestellt.

„Die Landwirte werden mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die diesjährige Ernte zurückblicken“, sagte Landwirtschaftsminister Remmel. „Die Erträge beim Getreide sind im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent gesunken. Die Preise für Weizen, Roggen, Gerste und Hafer ziehen allerdings kräftig an, damit bleiben den Landwirten finanzielle Einbußen erspart.“

LWK-Präsident Frizen ergänzte: „Erst zu kalt, dann zu trocken, später zu heiß und zum Schluss zu nass, so lässt sich der Vegetations- und Ernteverlauf 2010 am besten beschreiben. Als Konsequenz daraus ergibt sich eine unterdurchschnittliche Ernte mit sehr uneinheitlichen Qualitäten beim Getreide.“

Die Gesamterntemenge für Getreide in Nordrhein-Westfalen liegt bei 3,8 Millionen Tonnen. Im Schnitt wurden damit 6,9 Tonnen Getreide pro Hektar geerntet. Das sind 16 Prozent weniger als im Vorjahr und neun Prozent weniger als im Mittel der letzten sechs Jahre.

„Die gestiegenen Getreidepreise und der Ernterückgang sind aber keine Begründung für teurere Brötchen“, erläuterte der Minister. „Der Anteil des Mehl an den Kosten von einem Brötchen beläuft sich etwa auf zwei Cent. Der Getreidepreis müsste sich also schon verdoppeln, um das Brötchen nur um einen Cent teurer zu machen.“

Minister Remmel stellte seine Leitprinzipien für eine neue Agrarpolitik vor. Oberstes Ziel sei eine nachhaltige, bäuerliche und gentechnikfreie Landwirtschaft, die zum Erhalt und zur Entwicklung lebenswerter ländlicher Räume beiträgt sowie Mensch, Tier und Umwelt schützt. Dies sie auch der Grundsatz bei der Gestaltung der Förderung:

„Wir wollen die Umweltverträglichkeit und Wettbewerbsfähigkeit einer Landwirtschaft fördern, deren Stärke in Qualität und Nachhaltigkeit besteht. Nur eine Landwirtschaft, die sich insgesamt breiter aufstellt und die Bedürfnisse und Wünsche der Verbraucherinnen und Verbraucher berücksichtigt, wird langfristig Erfolg haben. In diesem Sinne bin ich frohen Mutes. Wir wollen gemeinsam neue Wege gehen. Deshalb ist uns der Dialog mit allen Beteiligten und insbesondere mit dem Berufsstand sehr wichtig“, so der Minister.

Zahlen zur Ernte 2010 in Nordrhein-Westfalen (PDF, 30 KB):

30. August 2010

Baden-Württemberg: Erträge unter Vorjahresergebnis

Stuttgart (agrar.de) – Ertrag je Hektar zwischen Main und Bodensee im Schnitt über 63 Dezitonnen
Bis auf einige wenige Felder in den exponierten Lagen des Schwarzwaldes und der Schwäbischen Alb dürfte die Getreideernte 2010 in Baden-Württemberg so gut wie abgeschlossen sein.

Aufgrund der vorläufigen Ergebnisse der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung beziffert sich die diesjährige Getreideernte (ohne Körnermais) auf insgesamt 29,1 Millionen dt (Dezitonnen; 1 dt = 100 kg). Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, wird damit das langjährige Mittel 2004/09 (31,1 Mill. dt) um 6,5 Prozent, das Vorjahresergebnis von 32,6 Mill. dt um fast 11 Prozent verfehlt. Nachdem noch nicht alle der vorgesehenen Probeschnitte und Volldrusche ausgewertet werden konnten, sind die Ergebnisse noch mit Unsicherheiten behaftet und Veränderungen möglich.

Die Erntemenge ist vor dem Hintergrund einer um 24 000 Hektar (ha) auf 459 500 ha reduzierten Getreideanbaufläche (ohne Körnermais) zu sehen. Größere Flächenanteile haben insbesondere Sommergerste (-12 100 ha; -16,7 Prozent), Wintergerste (-8 050 ha; -7,5 Prozent) und Hafer (-4 050 ha; -13,8 Prozent) verloren. Die ertragsstärkste Getreideart Winterweizen konnte das hohe Niveau des Vorjahres halten. Der Anbau von Triticale wurde um 3 Prozent ausgedehnt. Die durchschnittliche Flächenleistung liegt im Landesdurchschnitt und im Mittel aller Getreidearten bei 63,3 dt/ha und damit um mehr als 6 Prozent unter dem Vorjahresergebnis; das langjährige Mittel 2004/09 wird um 2 Prozent verfehlt.

Bei den meisten Getreidearten liegen die Erträge deutlich unter denen des Vorjahres, bei Hafer (48,0 dt/ha) sogar um knapp ein Fünftel. Winterweizen verfehlte im Landesdurchschnitt mit 67,8 dt/ha das Vorjahresergebnis um knapp 8 Prozent, Wintergerste (62,1 dt/ha) und Triticale (65,2 dt/ha) jeweils um mehr als 5 Prozent. Vor diesem Hintergrund verblüfft das vergleichsweise gute Ergebnis von Sommergerste. Auf der Basis der Hälfte der für die Besondere Ernte- und Qualitätsermittlung vorgesehenen Volldrusche liegt der diesjährige Ertrag von Sommergerste mit 56,0 dt/ha etwas über dem Vorjahresergebnis (55,3 dt/ha). Das langjährige Mittel 2004/09 wird sogar um 9 Prozent übertroffen.

Legt man die vorläufigen Ergebnisse zum Getreideanbau aus der diesjährigen Bodennutzungshaupterhebung zugrunde, so errechnet sich für die Futter- und Industriegetreidearten (Gerste und Hafer) eine Gesamterntemenge von 12,3 Mill. dt, die damit um 4,7 Prozent unter dem Vorjahresergebnis, aber 3,5 Prozent über dem Mittel der Jahre 2004/09 liegt. Die Ernte der Brotgetreidearten (Weizen und Roggen) beziffert sich auf insgesamt 16,7 Mill. dt und verfehlt damit sowohl das Vorjahresergebnis als auch das langjährige Mittel um knapp 8 Prozent.

Winterraps: Erträge unter dem Niveau der Vorjahre

Wie das Statistische Landesamt aufgrund erster Ergebnisse der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung weiter feststellt, konnte bei Winterraps, der mit Abstand bedeutendsten Ölfrucht im Land, ein Durchschnittsertrag von über 38 dt/ha erzielt werden. Das ist eigentlich kein schlechtes Ergebnis, liegt nach den erfreulich guten Ernten in den letzten Jahren aber dennoch um 2 Prozent unter dem langjährigen Mittel. Die Körnermaisbestände haben sich von der sommerlichen Hitzeperiode erholt und machen derzeit einen guten Eindruck, so dass im Landesmittel die durchschnittliche Flächenleistung auf 92 dt/ha veranschlagt wird.

20. August 2010

Grundstückspreise in Deutschland 2009 erneut deutlich angestiegen

Berlin (agrar.de) – Bei den durchschnittlichen Kaufwerten je ha veräußerter Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung ist im Verhältnis zum Vorjahr in Deutschland mit 10 908 €/ha ein Anstieg von 9,6 % zu verzeichnen.

Vielerlei Gründe dürften 2009 Einfluss auf die regionale Kaufpreisentwicklung genommen haben. So lässt sich beobachten, dass die Preise für Acker- und Grünland immer weniger von der Bodengüte und immer mehr vom Flächenbedarf in der Region bestimmt werden. In Veredlungsregionen dürfte die intensive Tierhaltung nach wie vor zu einer hohen Nachfrage geführt haben. Generell hohe Kaufwerte wurden auch erneut an ackerbaulich sehr ertragreichen Standorten erzielt. Dies gilt ebenso für die neuen Länder.

In Rheinland-Pfalz könnte die schlechte Erlössituation in der Milcherzeugung mit dazu beigetragen haben, dass sich die Kaufwerte abgeschwächt haben. In dem stark verringerten Angebot am Grundstücksmarkt in Schleswig-Holstein gegenüber 2008 kann ein Hauptgrund für den dortigen überdurchschnittlichen Preisanstieg in 2009 liegen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes weisen die Kaufwerte für landwirtschaftliche Grundstücke in 2009 im früheren Bundesgebiet und in den neuen Ländern erneut auf einen regional sehr unterschiedlichen Grundstücksmarkt hin. Diesmal erreichten die Grundstückspreise mit 5 943 €/ha (+19,5 % gegen Vorjahr) in den neuen Ländern 33 % des Wertes, der im früheren Bundesgebiet erzielt wurde (17 960 €/ha = +4,6 % gegen Vorjahreswert).

Die Anzahl der Veräußerungsfälle hat sich gegenüber 2008 um rund 3 600 verringert. Dadurch bedingt wechselten in 2009 bundesweit rund 8 740 ha landwirtschaftliche Flächen weniger ihren Eigentümer (-7,2%) als im Vorjahr. Mit rund 67 300 ha kamen in den neuen Ländern erneut rund 20 000 ha landwirtschaftliche Nutzfläche mehr als im früheren Bundesgebiet zum Verkauf, erneut jedoch zu einem deutlich höheren Durchschnittspreis als 2008.

Der größte Anteil der veräußerten Flächen entfällt mit knapp 24 000 ha auf Brandenburg, danach folgen Mecklenburg-Vorpommern – rund 18 000 ha -, Niedersachsen mit rund 16 300 ha und Sachsen-Anhalt mit rund 13 500 ha. Mit deutlichem Abstand waren es in Thüringen und in Bayern rund 7 000, in Nordrhein-Westfalen 6 000 ha und in Sachsen 4 700 ha. Schleswig-Holstein verzeichnet mit knapp 4 000 ha gegenüber 5 778 ha in 2008 einen Rückgang von 30 %.

Auf Länderebene wurden wie im Vorjahr die höchsten durchschnittlichen Grundstückspreise in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg, gezahlt. Nach einem Anstieg in 2008 schwächten sich die Kaufwerte der landwirtschaftlich genutzten Flächen in Hessen (-5,4 %) und in Rheinland-Pfalz (-5,0 %) in 2009 wieder ab, dagegen stiegen die Preise in Schleswig-Holstein um 17,4 % und in Niedersachsen um 7,4 % an.

In den neuen Ländern konnten sich die Kaufwerte – ähnlich wie im Vorjahr – weiter von ihrem niedrigen Niveau z. T. überdurchschnittlich erholen. Diese Entwicklung trug aufgrund des hohen Anteils an veräußerter Fläche mit dazu bei, dass sich im gewogenen Durchschnitt die Preise z. B. in den neuen Ländern ebenfalls deutlich erhöht haben.

Der höchste durchschnittliche Preis auf Regierungsbezirksebene wurde mit 35 496 €/ha in Oberbayern (BY) gezahlt. Im Regierungsbezirk Düsseldorf (NRW) verbilligten sich die Kaufwerte um 5,6 %, so dass diesmal im Regierungsbezirk Münster mit 35 387 €/ha (+6,1 %) der höchste Kaufwert erreicht wurde.

Vergleichbar hohe Grundstückpreise wurden nach wie vor in den Regierungsbezirken Niederbayern (BY), Köln (NW), Schwaben (BY), Arnsberg (NW) sowie Stuttgart (BW) ermittelt. Zum stärksten Rückgang der Kaufwerte kam es im Regierungsbezirk Darmstadt in Hessen (-18,4 %). Die höchsten Kaufwerte in den neuen Ländern wurden mit 6 700 €/ha erneut im Regierungsbezirk Leipzig verzeichnet.

Im 10-Jahres-Vergleich hat sich der Durchschnittswert für das frühere Bundesgebiet ebenfalls verändert (1999 = 16 530 €/ha bzw.+8,7 %), regional gab es jedoch gegenläufige Entwicklungen. In Schleswig-Holstein sind in diesem Zeitraum die landwirtschaftlichen Grundstückspreise um mehr als 40 % gestiegen, positive Preisentwicklungen verzeichnen ebenfalls Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. In den neuen Ländern haben sich die Kaufwerte deutlich noch oben entwickelt, in Mecklenburg-Vorpommern konnten sie sich mehr als verdoppeln, in Brandenburg und Sachsen-Anhalt war die Entwicklung nahezu vergleichbar. Dennoch dürfte der Grundstücksmarkt zwischen Ost und West auch weiterhin unterschiedlich bleiben.

17. August 2010

Maiswurzelbohrer erstmals in Nordrhein-Westfalen gefunden

Sicherheitszone von 10.990 Hektar eingerichtet
Düsseldorf (agrar.de) – Auf einem Feld in Köln ist erstmals in Nordrhein-Westfalen ein Befall mit dem Westlichen Maiswurzelbohrer festgestellt worden. Der Käfer ist der bedeutendste Mais-Schädling in Nordamerika und wurde von der Europäischen Union als Quarantäneschaderreger eingestuft.
Entsprechend greifen jetzt Vorgaben der Europäischen Union für Maßnahmen, die zum Ziel haben, den Schädling hier auszurotten. Sie werden im Befallsgebiet durch den Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen organisiert, durchgeführt und durch ein intensives Monitoring begleitet.

Um den Befallsort wird im Umkreis von einem Kilometer eine Zone ausgewiesen, die eine Fläche von 314 Hektar umfasst. Innerhalb dieser Befallszone wird zum jetzigen Zeitpunkt auf etwa 80 Hektar Mais angebaut. Dort werden in den nächsten Tagen Pflanzenschutzmittel zur direkten Bekämpfung der ausgewachsenen Schädlinge ausgebracht.

Das Mittel ist für Bienen ungefährlich, trotzdem werden vorsorglich alle Imker im betroffenen Gebiet rechtzeitig vor der Bekämpfung durch den Pflanzenschutzdienst informiert. Darüber hinaus werden Vorgaben für einen Fruchtwechsel verfügt. Das heißt, in der Befallszone darf in den nächsten zwei Jahren kein Mais angebaut werden.

Um die Befallszone wird im Umkreis von fünf Kilometern eine Sicherheitszone (10.990 Hektar) eingerichtet, in der ebenfalls ein Fruchtwechsel verbindlich vorgeschrieben wird. Dort darf auf dem gleichen Feld nur in jedem zweiten Jahr Mais stehen. Diese Maßnahmen gelten bis zur amtlichen Feststellung der Befallsfreiheit.

Der Maiswurzelbohrer gilt als einer der bedeutendsten Schädlinge: Weltweit werden etwa 20 Millionen Hektar, davon allein 13,5 Millionen Hektar in den USA, befallen. In Deutschland ist der Westliche Maiswurzelbohrer erstmals im Jahr 2007 in Bayern und Baden Württemberg gefunden worden. Auch in 2008, 2009 und 2010 wurde dort erneut Befall festgestellt.

12. August 2010

RLV: Studie belegt Widerspruch beim Konsumentenverhalten

Themen: Bildung,Biolandbau,Verbände,Wirtschaft — info @ 11:08

Anspruch an Moralvorstellungen und tatsächliches Kaufverhalten klaffen auseinander
Bonn (agrar.de) – Drei Viertel der Verbraucher wünschen sich sozial und ökologisch unbedenkliche Produkte – eingekauft wird aber weiterhin im preiswerten Segment. Das sind die Ergebnisse einer Untersuchung des Instituts für Handelsforschung (IFH) an der Universität Köln, auf die der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) hinweist. Zwischen den Moralvorstellungen der Verbraucher und dem tatsächliche Kaufverhalten lägen, so der RLV, offenbar Welten.

Das IFH erstellte die Studie nach RLV-Angaben im Rahmen der Kritik an Discountern über Niedrigstlöhne, fragwürdige Arbeits- und Kündigungsmethoden sowie unzumutbare Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern. Das untersuchte Verbraucherverhalten zeige, dass der Anspruch der Konsumenten nach sozial und ökologisch unbedenklichen Konsumgütern und das tatsächliche Kaufverhalten eklatant auseinander klaffen. Aspekte wie Umweltverträglichkeit bei der Herstellung der Produkte würden zwar von mehr als drei Viertel aller Verbraucher befürwortet. Zudem legten die Bürger Wert darauf, dass die Arbeitsbedingungen fair sind und soziale Mindeststandards erfüllt werden. Beim Einkauf beim Discounter oder im Supermarkt bleibe bei dem Großteil der Verbraucher aber der – möglichst günstigste – Preis das entscheidende Einkaufskriterium.

Der RLV weist darauf hin, dass die rheinischen Bauern bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln die hohen Qualitätsanforderungen der Verbraucher mehr als erfüllen. Sowohl beim Umwelt- und Tier-, als auch beim Arbeitsschutz würden rheinische Landwirte hohe Standards einhalten und die anspruchsvollen EU-Vorgaben oftmals übertreffen. Die Verbraucher könnten reinen Gewissens die Lebensmittel genießen, die von rheinischen Bauern erzeugt wurden und darauf vertrauen, dass sie qualitativ hochwertige und kontrollierte Lebensmittel auf dem Teller fänden, betont der RLV. Wer solche nachhaltig erzeugte Nahrungsmittel haben wolle, müsse vielleicht ein wenig tiefer in den Geldbeutel greifen, aber es lohne sich. Denn mit dem Kauf heimischer Produkte unterstütze man rheinische Bauern und ihre Familien, die darüber hinaus die Kulturlandschaft pflegen, Erneuerbare Energien gewinnen und für die Attraktivität des ländlichen Raumes sorgen würden.

Bayern: Waldfläche wächst

Themen: Agrarstruktur,Bayern,Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 11:08

München (agrar.de) – Die Waldfläche in Bayern ist im vergangenen Jahr um insgesamt 268 Hektar gewachsen. Wie Forstminister Helmut Brunner in München bei der Vorstellung der Waldflächenbilanz mitteilte, standen in 2009 Rodungen von 303 Hektar einer Erstaufforstungsfläche von 571 Hektar gegenüber. Die Zunahme der Waldfläche entspricht etwa 375 Fußballfeldern.

Entgegen dem weltweiten Abnahmetrend von Waldflächen setzt sich damit im Freistaat der seit 1981 anhaltende Anstieg weiter fort. In diesem Zeitraum hat die bayerische Waldfläche deutlich über 15 000 Hektar zugenommen – eine Fläche fast doppelt so groß wie der Chiemsee. Nach den Worten des Ministers belegen diese Zahlen die erfolgreiche Umsetzung einer wesentlichen Vorgabe der bayerischen Forstpolitik: den Erhalt und die Mehrung der Waldfläche. Privat- und Kommunalwaldbesitzer werden vom Freistaat bei Erstaufforstungen finanziell unterstützt.

Der Wald ist laut Brunner mit seinen vielfältigen Schutz- und Erholungsfunktionen vor allem in Großstadtnähe und waldarmen Bereichen unverzichtbar. Besonders erfreulich sei deshalb die Zunahme der Waldfläche in den bevölkerungsreichen Regionen München, Regensburg, Landshut oder der Industrieregion Mittelfranken. „Gerade auch heuer, im Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt, ist die Zunahme der Waldflächen wieder eine gute Nachricht. Denn Wälder sind nicht nur klimafreundliche Energie- und Rohstoffquellen, sondern auch natürlicher Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten“, sagte der Minister.

Im Freistaat gibt es derzeit insgesamt rund 2,5 Millionen Hektar Wald – das ist mehr als ein Drittel der Landesfläche. Rund 57 Prozent des Waldes ist in Privatbesitz.

Weitere Informationen, Zahlen und Diagramme zur Waldflächenbilanz 2009.

Neue Broschüre zum Jakobskreuzkraut

Themen: Bildung,Pflanzen,Pflanzenschutz,Umwelt — info @ 10:08

Bonn (agrar.de) – Das Jakobskreuzkraut, botanisch Senecio jacobaea, eine gelb blühende Giftpflanze, hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland stark verbreitet. Umfangreiche Informationen über diese Pflanze, die vor allem auf Wiesen und Weiden, aber auch auf Brachflächen und an Straßenrändern wächst, ihre Giftigkeit sowie ihre Verbreitung enthält eine jetzt erschienene 28-seitige Broschüre, die die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und das Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen gemeinsam herausgegeben haben.

Die Autoren, Dr. Clara Berendonk von der Landwirtschaftskammer und Dr. Andreas Neitzke vom Landesamt, erläutern nicht nur die Biologie dieser heimischen Giftpflanze und die Ursachen ihrer zunehmenden Verbreitung, sondern gehen auch umfangreich auf die mögliche Gefährdung von Nutztieren, wie Pferden und Rindern, ein. Schließlich werden alle Möglichkeiten zur Bekämpfung, von einer veränderten Schnittnutzung bis zur chemischen Bekämpfung, vorgestellt und bewertet.

Die Broschüre geht nicht nur auf die landwirtschaftlichen Seiten des Problems ein, sondern berücksichtigt ausführlich auch die Aspekte des Natur- und Landschaftsschutzes. So werden unterschiedliche Strategien für die Bewertung und Bekämpfung des Jakobskreuzkrautes in Abhängigkeit vom Standort und von der Nutzung der betroffenen Flächen vorgestellt. Abgerundet wird die Broschüre durch eine Zusammenfassung der gesetzlichen Regelungen, Adressen für fachliche Beratung und die Genehmigung von Bekämpfungsmaßnahmen sowie einen umfangreichen Literaturnachweis.

Die Broschüre mit dem Titel Jakobskreuzkraut, eine Giftpflanze auf dem Vormarsch kann kostenlos bestellt werden bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Siebengebirgsstraße 200, 53229 Bonn, E-Mail: info@lwk.nrw.de , Telefon: 0228/7031350, Fax: 0228/7038434.

Außerdem gibt es die Broschüre auch als Download im Internet.

07. August 2010

Biotreibstoffproduktion in Sachsen-Anhalt 2009 wieder gestiegen

Themen: Energie,Kraftstoffe,Sachsen-Anhalt — info @ 11:08

Halle (agrar.de) – Im Jahr 2009 wurden in Sachsen-Anhalt nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Landesamtes wieder mehr Biotreibstoffe hergestellt. Gegenüber dem Vorjahr wurde die Biodieselproduktion um 39 Prozent und die Bioethanolproduktion um 21 Prozent gesteigert.

In den Anlagen Sachsen-Anhalts wurden im Jahr 2009 rund 353.000 Tonnen Biodiesel hergestellt. Bei einer vorhandenen Produktionskapazität der Umesterungsanlagen von 718.000 Tonnen konnte somit eine Auslastung von 49 Prozent erreicht werden. Eine noch bessere Kapazitätsauslastung wurde bei der Bioethanolherstellung erzielt. Mit 427.000 Tonnen produziertem Bioethanol lag diese bei 91 Prozent.

Bei der Herstellung von Bioethanol nimmt Sachsen-Anhalt eine führende Position in der Bundesrepublik Deutschland ein. Gemessen an den Ergebnissen des Jahres 2008 erfolgte die Produktion zu 78 Prozent in Anlagen Sachsen-Anhalts. Bei der Biodieselproduktion lag der Anteil bei 10 Prozent.

05. August 2010

Bayern: Landwirtschaftszählung 2010

Vorläufige Ergebnisse zum Anbau auf dem Ackerland – Gestiegener Anbau von Mais, starker Rückgang bei Sommer- und Wintergerste
München (agrar.de) – Nach den vorläufigen repräsentativen Ergebnissen der Bodennutzungshaupterhebung 2010, die im Rahmen der Landwirtschaftszählung durchgeführt wurde, bewirtschaften Bayerns Landwirte rund 2 074 900 ha Ackerland.

Gut die Hälfte der Ackerfläche entfällt auf Getreideflächen. Im Getreideanbau sind Einbußen bei den wichtigen Arten Weizen, wie auch bei der für die Fütterung verwendeten Wintergerste oder der häufig zum Bierbrauen verwendeten Sommergerste zu verzeichnen. Stattdessen wird vermehrt Silomais angebaut.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, ist nach dem vorläufigen repräsentativem Ergebnis der diesjährigen Bodennutzungshaupterhebung für Ackerland eine Fläche von 2 074 900 ha zu verzeichnen. Zwar ist die Vergleichbarkeit der Ergebnisse mit denjenigen der Vorjahre aufgrund methodischer Änderungen deutlich beschränkt, trotzdem lassen sich einige klare Änderungen ablesen.

Mit 1 177 200 ha entfällt gut die Hälfte der Ackerfläche auf Getreideflächen (einschließlich Körnermais und Corn- Cob-Mix). Insgesamt war diese Getreidefläche um 50 700 ha geringer als im Jahr 2009. Von der Getreidefläche entfielen auf die wichtigsten Fruchtarten Weizen 533 900 ha und auf Gerste 372 400 ha. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Abnahme um 9 300 ha bei Weizen und einen Rückgang um 40 300 ha bei Gerste. Dabei nahmen die Anbauflächen von Winterweizen um 10 900 ha auf 526 500 ha und von Wintergerste um 20 000 ha auf 267 600 ha ab. Die mit Sommergerste bestellte Fläche wurde um 20 300 ha auf 104 700 ha verringert. Auch die Anbaufläche von Hafer nahm um 2 300 ha auf 32 200 ha und die von Roggen (einschließlich Wintermenggetreide) um 7 200 ha auf 39 600 ha gegenüber dem Vorjahr ab.

Dagegen erhöhte sich die Triticaleanbaufläche mit 4 700 ha auf 77 400 ha und die mit Körnermais (einschließlich Corn-Cob-Mix) angebaute Fläche stieg um 3 000 ha auf 116 100 ha. Auf einer Fläche von 522 000 ha und damit auf 38 100 ha mehr als noch im Jahr 2009 stehen Pflanzen zur Grünernte (z. B. Futterpflanzen). Maßgebend für den Flächenzuwachs hier ist vor allem die Ausdehnung des Silomaisanbaus um 26 700 ha auf 383 300 ha.

Rund 177 300 ha sind mit Handelsgewächsen bestellt; das sind 15 100 ha weniger als im Jahr davor. Den größten Teil davon umfasst mit 152 000 ha die Anbaufläche für Winterraps, ein Rückgang um 15 000 ha gegenüber 2009. Die Anbaufläche von Hackfrüchten nimmt mit insgesamt 104 800 ha im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresfläche um 7 700 ha ab. Abgenommen hat zudem sowohl die Kartoffelanbaufläche um 1 800 ha auf 43 800 ha als auch die Anbaufläche von Zuckerrüben um 5 800 ha auf 60 400 ha. Die Fläche, auf der Gartengewächse angebaut werden, liegt mit 18 400 ha um 1 700 ha über dem Vorjahreswert.

Pflanzenschutz-Tipps für Haus- und Kleingärtner

Themen: Bildung,Gartenbau,Pflanzen,Pflanzenschutz,Umwelt — info @ 14:08

Bonn/Münster (agrar.de) – Was kann ich gegen Blattläuse an meinen Rosen unternehmen, wie kann ich die Wühlmaus aus dem Gemüsebeet vertreiben und woher kommen die Löcher in den Kirschblättern? – Diese und viele andere Fragen beantworten die Hinweise für Haus- und Kleingärtner, die vom Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen als Pflanzenschutz Spezial herausgegeben werden. Auf der Grundlage der laufenden Beobachtungen des Pflanzenschutzdienstes werden aktuelle Themen und Probleme behandelt, mit denen sich Hobbygärtner im Laufe des Jahres auseinander setzen müssen.

Neben der Darstellung der Schäden und der Beschreibung des Schaderregers werden praktikable und umweltverträgliche Gegenmaßnahmen beschrieben. Im Laufe eines Jahres erscheinen etwa 22 bis 24 Informationen, die per E-Mail versandt werden. Sie bieten sowohl für den Hausgarten als auch für den Kleingarten wertvolle Hinweise und eignen sich vor allem bei Vereinen für den Aushang im Infokasten einer Kleingartenanlage.

Der Hinweisdienst kann beim Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Nevinghoff 40, 48147 Münster, Telefon: 0251 / 2376-655 oder per Fax: 0251 / 2376-644 oder per E-Mail an angelika.albrink@lwk.nrw.de, kostenlos abonniert werden.

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