30. Juli 2010

Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Schweine,Wirtschaft — info @ 09:07

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 660 angebotenen Schweinen 660 Schweine in 3 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,54 EUR/kg SG in einer Spanne von 1,53 EUR bis 1,54 EUR verkauft.

29. Juli 2010

Mehr Ferkel aus NRW

Bonn/Münster (agrar.de) – 6,388 Millionen Schweine lebten im Mai dieses Jahres in nordrhein-westfälischen Ställen. Insgesamt gab es noch 8 613 Schweinehalter in Nordrhein-Westfalen, davon alleine 7 880 in Westfalen-Lippe. Wie die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen nach einer Auswertung der Viehzählung durch den Landesbetrieb Information und Technik feststellt, ist ein Vergleich mit den Vorjahreszahlen schwierig, denn in diesem Jahr wurden erstmals nur noch Betriebe ab einer Größe von 5 ha gegenüber bisher 2 ha befragt. Kleinere Betriebe werden nur noch dann berücksichtigt, wenn sie mindestens 50 Schweine oder 10 Zuchtsauen halten. Gegenüber dem Mai 2009 fielen damit insgesamt 2 820 Schweine haltende Betriebe durchs Raster, die nur noch Kleinstbestände für den Eigenbedarf oder die Direktvermarktung halten.

Insgesamt gab es in diesem Jahr noch 3 515 Sauenhalter in Nordrhein-Westfalen.
89 % dieser Betriebe liegen in Westfalen-Lippe, nur noch 370 rheinische Betriebe produzieren Ferkel.

Im Durchschnitt aller Betriebe wurden in diesem Jahr 742 Schweine je Halter ermittelt. Bei den Sauenhaltern stehen im Schnitt 133 Zuchtsauen zur Ferkelerzeugung im Stall. Die Ferkelproduktion zeigt einen stark steigenden Trend. Mit rund 1,56 Mio. Ferkeln lag der Bestand im Mai um 11,7 % über dem Vorjahr.

Auch unter Berücksichtigung der methodischen Änderung bei der Zählung bestätigt das Ergebnis nach Einschätzung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, dass sich die Schweinehaltung immer mehr in Spezialbetrieben mit größeren Beständen konzentriert. Bundesweit hat sich die Zahl der Schweinehalter innerhalb eines Jahres nahezu halbiert, da es vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen viele Kleinstbetriebe gibt, die durch die Anhebung der Untergrenze ab diesem Jahr in der Statistik nicht mehr berücksichtigt werden.

Karte der Maislabyrinthe online

Themen: Bundesländer,Humor,Mais,Pflanzen — info @ 10:07

Rheine (agrar.de) – Die aktuelle, bundesweite Liste der grünen Sommerlabyrinthe aus Mais, Hanf, Sonnenblumen und Topinambur ist online!

Alljährlich locken die grüne Irrgärten die Menschen aufs Land. Die Labyrinthe bieten eine Vielfalt an Freizeitangeboten: Nutzpflanzen-Lehrpfade, Kräutergärten, Maisschwimmbäder, Strohburgen und Blumenfelder zum Selberpflücken sind nur einige davon. Viele Veranstalter bieten besondere Aktionen und Besuchszeiten für Schul- und Kindergarten-Gruppen oder für Betriebsausflüge an.

Alle uns gemeldeten Labyrinthe werden zusätzlich auf einer interaktiven Karte angezeigt. Luftbilder aus den vergangenen zehn Jahren zeigen die Vielfalt der Labyrinthe.

Sollten Sie – als Veranstalter eines Irrgartens – noch nicht in unserer Liste verzeichnet sein schicken Sie uns bitte ein E-Mail mit Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktinformationen. Wir nehmen Ihr Labyrinth dann gerne in die Liste auf.

Viel Spaß im Grünen wünscht Ihnen die @grar.de-Redaktion!

Mecklenburg-Vorpommern: Nutzung des Ackerlandes 2010

Schwerin (agrar.de) – Erste vorläufige Ergebnisse der Landwirtschaftszählung 2010 liegen jetzt im Statistischen Amt vor. Sie beinhalten die Bodennutzung zur Ernte in diesem Jahr. Nicht bei allen Feldfrüchten bestätigen sie die Anbautendenzen und -absichten von April. Unterstrichen wird jedoch die Bedeutung von Weizen und Raps, die zusammen 56 Prozent des Ackerlandes in Mecklenburg-Vorpommern einnehmen.

Veränderungen in der Anbaustruktur gegenüber 2009 beziehen sich sowohl auf die Hauptgruppen als auch auf einzelne Fruchtarten. So nimmt die Getreidefläche in diesem Jahr 561 300 Hektar ein, das sind 4,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Unter den Getreidearten verbuchte nur Winterweizen mit nunmehr 347 600 Hektar einen nennenswerten Gewinn von 8 Prozent, während der Anbau von Wintergerste um 17 Prozent auf 113 900 Hektar zurückging. Noch stärker büßte Roggen (einschließlich Wintermenggetreide), um 29 Prozent auf 63 800 Hektar, an Fläche ein. Weiter an Bedeutung verloren Hafer
(- 21 Prozent auf 5 800 Hektar) und Sommergerste (- 7 Prozent auf 5 000 Hektar), aber auch Triticale (- 9 Prozent auf 16 200 Hektar).

Ölfrüchte werden von 253 100 Hektar, darunter allein Winterraps von 252 000 Hektar, geborgen. Damit vergrößerte sich diese Fläche gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent und hat am Ackerland einen Anteil von 23,4 Prozent.

Hackfrüchte sind in diesem Jahr auf 38 400 Hektar (+ 3 Prozent zu 2009) zu ernten. Hier ergab sich im Vergleich mit der ersten Anbauschätzung im April eine Ausdehnung der Zuckerrübenfläche gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozent auf 24 500 Hektar, aber ein weiterer Rückgang des Kartoffelanbaus um knapp 5 Prozent auf 13 600 Hektar.

Die zunehmende Bedeutung des Anbaus von Silomais und weiteren Pflanzen zur Grünernte, weniger für die Versorgung der Viehbestände als vielmehr für das Betreiben der Biogasanlagen, hat sich auch 2010 bestätigt. Grün- und Silomais nimmt in diesem Jahr eine Fläche von 132 200 Hektar ein, das sind fast 11 Prozent mehr als 2009.

Der Anbau von Hülsenfrüchten (Erbsen, Ackerbohnen, Süßlupinen), der in den vergangenen Jahren rückläufig war, wurde zur Ernte 2010 gegenüber dem Vorjahr um nahezu 30 Prozent auf 6 300 Hektar ausgedehnt.

28. Juli 2010

Verband: Biogasanlagen nicht schuld an höheren Pachtpreisen

Berlin (agrar.de) – Die Biogasbranche wehrt sich vehement gegen Vorwürfe, Biogasanlagen seien schuld an höheren Kartoffelpreisen. In der vergangenen Woche hatte der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) mit dem Verweis auf steigende Pachtpreise eine entsprechende Meldung verbreitet. Schlagzeilen wie „Biogasanlagen machen Pommes teurer“ waren die Folge.

„Der Vorwurf ist unhaltbar und gefährdet die Arbeitsplätze einer Branche, die entscheidend zur klimafreundlichen und nachhaltigen Energieversorgung sowie zur Wertschöpfung im ländlichen Raum beiträgt“, erklärt Reinhard Schultz, Geschäftsführer des Biogasrates. „Wir fordern die Kartoffelindustrie zum konstruktiven Dialog auf. Eine Verunglimpfung der Biogasbranche und eine Verunsicherung der Verbraucher wegen eines Preisanstiegs von einem Cent pro Kilogramm Kartoffeln ist nicht förderlich.“

Bislang gebe es keinen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen der Errichtung von Biogasanlagen und dem Anstieg des Pachtpreisniveaus, so Schultz mit Bezug auf eine Umfrage des schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministeriums vom Sommer 2009. Selbst in Regionen mit einer hohen Konzentration an Biogasanlagen hatten betroffene Landwirte in der Befragung in erster Linie die zunehmende Zahl großer Betriebe, hohe Viehbesatzdichten sowie den vergangenen „Boom“ in der Landwirtschaft als Ursachen für den Anstieg der Pachtpreise genannt.

In vielen Regionen mit hohen Pachtpreisen war zudem bereits ohne Biogas ein hohes Preisniveau gegeben, wie vergangene Erhebungen belegen.

„Das vergangene Preishoch auf den Agrarrohstoffmärkten hat ganz klar dazu beigetragen, dass viele landwirtschaftliche Betriebe durch höhere Erlöse in der Lage waren, höhere Pachten zu zahlen. Dies hat einen Preisauftrieb bei Ackerflächen verursacht“, so Biogasrat-Geschäftsführer Schultz. „Der Biogasbranche dafür die Schuld in die Schuhe zu schieben, ist schlicht unredlich, zumal Biogasanlagenbetreiber in der Summe nur drei Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche für den Anbau von Biogaspflanzen zur Biogaserzeugung nutzen.“ Die Kartoffelindustrie versuche offensichtlich, mit der Diffamierung von Biogas von ihrer eigenen Verantwortung für die finanzielle Situation vieler Landwirte abzulenken. Während der aktuelle Verkaufspreis der verarbeitenden Industrie bei rund 1,20 Euro für ein Kilogramm Pommes liege, erhalte der Bauer für die Lieferung der benötigten Kartoffeln derzeit gerade einmal 20 Cent pro Kilogramm. „Die Kartoffelindustrie fährt Millionengewinne ein und hält die Landwirte knapp. Das ist das eigentliche Problem. Bei höheren Abnahmepreisen könnten die Kartoffelbauern dagegen auch gestiegene Pachtpreise verkraften.“

Allgemein erscheine der wirtschaftliche Vorteil von Biogasanlagen durch die momentan schwachen Agrarpreise erscheine derzeit hoch. „Doch auch die Betreiber von Biogasanlagen können bei Substratpreiserhöhungen und Pachtpreissteigerungen nur begrenzt mithalten“, so Schultz. Eine Beibehaltung der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verankerten Förderung für nachwachsende Rohstoffe (NawaRo-Bonus) zur umweltfreundlichen Energieproduktion in Biogasanlagen sei daher dringend notwendig. „Es darf nicht vergessen werden, welchen erheblichen Anteil zum Klimaschutz nachhaltige Energie aus Biogas leistet. Im vergangenen Jahr konnten wir in Deutschland durch Biogasanlagen rund 3,5 Millionen Haushalte versorgen und 13,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen vermeiden.“

Der Biogasrat e.V. ist der Verband der führenden Unternehmen der Biogaswirtschaft. Seine Mitglieder repräsentieren die gesamte Wertschöpfungskette der Biogasbranche. Dem Biogasrat e.V. gehören landwirtschaftliche Erzeuger und Anlagenbauer, Zulieferer, Finanzierer und Projektentwickler, Unternehmen der Ver- und Entsorgungswirtschaft sowie Handelsunternehmen an.

Thüringer Ackerland wird überwiegend für den Getreideanbau genutzt

Erfurt (agrar.de) – Die Thüringer Landwirte bestellten nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung im Jahr 2010 auf 62 Prozent der 612 800 Hektar (ha) umfassenden Ackerfläche Getreide. Damit stehen nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik zur diesjährigen Ernte 378 100 Hektar Getreide zur Körnergewinnung (einschließlich Körnermais und Corn-Cob-Mix) im Feld.

Auf 228 200 Hektar bzw. 60 Prozent der Getreidefläche reift Winterweizen heran. Auf mehr als einem Viertel (27 Prozent) der Getreidefläche steht Gerste. Die Anbaufläche für Wintergerste, mit deren Ernte bereits begonnen wurde, beträgt 67 300 Hektar. Mit Sommergerste, die vorwiegend als Braugerste Verwendung findet, wurden 35 100 Hektar bestellt.

Der Anbau von Ölfrüchten nimmt mit einer Fläche von 122 500 Hektar ein Fünftel des Ackerlandes ein. Die dominierende Ölfrucht ist mit 120 100 Hektar Anbaufläche der Winterraps. Sonnenblumen blühen auf fast 1 000 Hektar.

Auf 10 400 Hektar Ackerfläche stehen Hackfrüchte. Mehr als drei Viertel dieser Anbaufläche (8 000 Hektar) werden für den Zuckerrübenanbau genutzt. Auf 2 100 Hektar wurden im Frühjahr Kartoffeln gelegt.

Hülsenfrüchte reifen auf 11 500 Hektar heran, darunter 8 400 Hektar Futtererbsen, 2 600 Hektar Ackerbohnen und 400 Hektar Süßlupinen.

Der Anbau von Pflanzen zur Grünernte nimmt mit einer Anbaufläche von 82 100 Hektar 13 Prozent des Thüringer Ackerlandes ein. Auf 49 200 Hektar steht Silomais, der auch zunehmend als Biomasse zur Gewinnung von regenerativen Energien genutzt wird.

Weiterhin steht auf 10 700 Hektar Ackergras, auf 14 100 Hektar wachsen Leguminosen zur Grünernte heran und 2 500 Hektar wurden mit der Absicht, es bereits grün zu ernten, mit Getreide bestellt.

2 900 Hektar sind Brache einschließlich zur Aktivierung von Zahlungsansprüchen (Betriebsprämien) stillgelegter Flächen bzw. freiwillig aus der landwirtschaftlichen Erzeugung genommene Flächen (ohne Anbau von nachwachsenden Rohstoffen).

Bitte beachten:
Durch eine Neufassung des Agrarstatistikgesetzes wurde der Berichtskreis für die Bodennutzungshaupterhebung neu festgelegt. Danach werden ab 2010 nur noch Betriebe, die über mindestens 5 Hektar (bis 2009: 2 Hektar) landwirtschaftlich genutzte Fläche bzw. Mindesttierbestände oder Mindestanbauflächen von Sonderkulturen verfügen, befragt. Dies führt zu einer Entlastung besonders der kleineren landwirtschaftlichen Betriebe.
Ein Vergleich der Ergebnisse mit der Vorerhebung ist nur eingeschränkt möglich.

Immer mehr Mais auf niedersächsischen Ackerflächen

Themen: Erntebericht,Niedersachsen,Pflanzen,Statistik — info @ 07:07

Gute Erträge bei der Gerste
Hannover (agrar.de) – Im Jahr 2010 ist die Fläche für den Maisanbau auf den niedersächsischen Ackerflächen erneut ausgeweitet worden und liegt nun bei einem Anteil von 28%. Wie der Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen mitteilte, werden im ehemaligen Regierungsbezirk Weser-Ems sogar auf mehr als 44% der Ackerfläche Silo- oder Körnermais angebaut.

Zweitstärkste Frucht ist weiterhin der Weizen, der auf 24% der Ackerfläche wächst, gefolgt von der Gerste (11%), dem Raps (7%) und dem Roggen (6%).

Insgesamt ist die Anbaufläche für Getreide um 5% verringert worden – lediglich der Winterweizen und die Triticale konnten ihren Flächenanteil leicht steigern. Auch Kartoffeln (- 6 %) und Zuckerrüben (- 2%) wurden seltener angebaut. Gewinner ist neben dem Silomais (+ 16%) der Raps (+ 5%).

Gemäß Schätzung der Ernteberichterstatter Ende Juni dieses Jahres wird, gemessen an den durchschnittlichen Ernteerträgen der Jahre 2004 bis 2009, eine mittlere Getreide- und Rapsernte erwartet. Aufgrund des ungünstigen Witterungsverlaufs im Juli kann sich diese Einschätzung jedoch noch ändern.

Derzeit wird aufgrund von Trockenschäden im Landesdurchschnitt gegenüber dem guten Vorjahr bei Weizen mit 7%, bei Roggen mit 14% und bei Triticale mit 15% weniger Ertrag pro Hektar gerechnet. Die Ertragseinbußen sind auf Sandböden höher, auf den sehr guten Böden wird mit geringeren Verlusten gerechnet. Dagegen sieht es bei der Wintergerste deutlich besser aus. Da diese Getreideart als Erste geerntet wird, wurde sie von der Trockenheit und Hitze ab Juni weniger getroffen. Auf den meisten Standorten ist sie bereits abgeerntet und erreicht mit knapp 70 Dezitonnen pro Hektar (dt/ ha) ein gutes Ergebnis. Bei Raps wird gegenüber 2009 ebenfalls mit 16% weniger Ertrag pro Hektar gerechnet, was in etwa im Durchschnitt der letzten 6 Jahre liegt.

Aufgrund der rückläufigen Anbauflächen und der erwarteten Hektarerträge werden die Erntemengen beim Getreide in 2010 geringer ausfallen als 2009. Besonders deutlich wird dies beim Roggen und den Sommergetreidearten, von denen höchstwahrscheinlich bis zu einem Drittel weniger geerntet wird. Aber auch beim Winterweizen wird die Erntemenge mit voraussichtlich 3,5 Mio. Tonnen um etwa 4% unter dem Vorjahresergebnis liegen. Beim Raps kann die steigende Anbaufläche die geringeren Erträge nicht ausgleichen. Im Vergleich zu 2009 ist mit einer um etwa 12% geringeren Erntemenge zu rechnen.

15. Juli 2010

Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Schweine,Statistik,Wirtschaft — info @ 09:07

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 610 angebotenen Schweinen, 610 Schweine in 3 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,47 EUR/kg SG in einer Spanne von 1,46 EUR bis 1,47 EUR verkauft.

09. Juli 2010

Tierhaltung in Süddeutschland vor gewaltigen Strukturwandel?

Bindlach/Bonn (agrar.de) – Die Tierhaltung in Süddeutschland steht vor einem gewaltigen Strukturwandel. In den kommenden Jahren wird eine Halbierung der Tierhalter und gleichzeitig eine Verdoppelung der durchschnittlichen Bestandszahlen je Betrieb erwartet – dies ist das Fazit, das der Vizepräsident des Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Christian Stockinger, in der diesjährigen Versammlung der Regionalgruppe Süd des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT) zog.

Die Gesamtzahl der gehaltenen Nutztiere sah der Referent eher unverändert. Bei weiter steigenden Leistungen der Einzeltiere könne zumindest im Bereich der Milchproduktion mit kleinen Steigerungen der Gesamtproduktion gerechnet werden.

Diese Situation gäbe zwar keinen Anlass zu Euphorie, sei aber nach den düsteren Prognosen der vergangenen zwei Jahre deutlich aufgehellt. Auch eine vielfach genannte Verlagerung der Milchproduktion von Süd nach Nord sei generell nicht zu erwarten. Der Referent sieht daher durchaus auch im Süden der Republik Chancen für wachstumswillige Unternehmen der tierhaltenden Landwirtschaft.

Im Hinblick auf die spezifischen Produktionsprogramme unter anderem in der Milchproduktion bzw. der Molkereiwirtschaft im Süden – Beispiel Milch mit Kennzeichnung „ohne Gentechnik“ – sieht der Referent die Nutzung einer Zeiterscheinung für eine gezielte Nischenproduktion, die allerdings das Potenzial habe, größere Marktanteile zu erreichen als andere Nischenproduktionen. Dies hänge von der Befindlichkeit der Käufer ab. Endgültig verabschieden müsse man sich allerdings von der alten Lehrmeinung, dass Agrargüter „inferiore Güter“ seien, die immer nachgefragt würden, egal wie hoch ihr Preis sei. Die vergangenen drei bis vier Jahre mit ihren enormen, nachfragebedingten Preisschwankungen haben das Gegenteil bewiesen. Die Preiselastizität auch für Lebensmittel sei gegeben.

Nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes haben bundesweit gut 3 900 Milcherzeuger die Produktion in den letzten zwölf Monaten (Mai 2009 – Mai 2010) eingestellt, womit sich die Zahl der Milchkuhhalter um 4,0 % auf knapp 93 500 verringerte. Der Bestand an Milchkühen wurde im gleichen Zeitraum um 0,5 % auf knapp 4,2 Millionen Tiere reduziert.

Durchschnittlich 107 Rinder je Halter in Sachsen-Anhalt

Halle (agrar.de) – Wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalts mitteilt, wurden nach den Ergebnissen der Viehbestandserhebung im Mai 2010 im Land 348 000 Rinder und 1 061 000 Schweine gehalten.

Dabei wurden die Rinderbestände, wie auch erstmalig im Jahr 2008, aus der HIT-Datenbank (Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere) übernommen. Zum Stichtag 3. Mai 2010 wurden in Sachsen-Anhalt 3 258 Rinderhalter mit 348 000 Rindern ermittelt. Etwa jeder dritte Rinderhalter und 40 Prozent der Tiere kommen aus den Landkreisen Stendal und Altmarkkreis Salzwedel.

Von den Rindern standen 124 000 Milchkühe bei 742 Haltern. Die 53 200 Kälber und Jungrinder wurden hauptsächlich in einer Herdengröße von 100 bis 499 Tieren (54,8 %) von 273 Bauern gehalten.

Bei den Nutzungsrichtungen ist der hohe Anteil der Holstein-Schwarzbunt (67,6 %) an den Rindern insgesamt typisch für unsere Region. In der Fleischnutzung ist die Rasse Kreuzung Fleischrind/Fleischrind mit 31 292 Tieren führend (9,0 %).

Der Schweinebestand mit 1 061 000 Tieren stieg zum gleichen Vorjahreszeitraum leicht um 7 600 Tiere (+ 0,7 %). Gegenüber dem 3. Mai 2009 erhöhten sich vor allem die Bestände an Ferkeln und Jungschweinen um 50 300 Tiere (+ 8,6 %) sowie Mastschweinen mit einem Lebendgewicht von über 110 kg um 3 600 Tiere (+ 11,9 %).

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