04. Juni 2010

Lautenschläger: Hessen ist beim Ökolandbau die Nummer Eins

Themen: Agrarstruktur,Biolandbau,Hessen,Statistik — info @ 11:06

Bessere Förderung für Betriebe – Jeder zwölfte deutsche Biobauer ist ein Hesse

Wiesbaden (agrar.de) – Hessen ist beim Ökolandbau bundesweit die Nummer Eins. Das hat die hessische Umweltministerin Silke Lautenschläger am Dienstag vor Journalisten in Wiesbaden mitgeteilt. Hessen liegt der Ministerin zufolge mit seiner Ökolandbau-Fläche von rund 72.700 Hektar und 9,5 Prozent der Gesamtfläche an der Spitze der Bundesländer. Im Bundesdurchschnitt sind es lediglich 5,6 Prozent. „Jeder zwölfte deutsche Ökobauer wirtschaftet in Hessen. Das ist ein gutes Signal“, sagte Lautenschläger. Sie ergänzte: „Hessen ist im Ökobereich hervorragend aufgestellt. Die Zahl ökologisch wirtschaftender Betriebe hat in den letzten Jahren stetig zugenommen“, sagte Lautenschläger. Ende 2009 seien in Hessen knapp 1.700 landwirtschaftliche, gartenbau- oder weinbauliche Erzeugerbetriebe im Ökobereich tätig gewesen – Tendenz steigend. Viele Betriebe hätten zudem ihre Flächen ausgeweitet. Da Öko-Produkte beim Verbraucher immer beliebter würden, seien verstärkt bislang konventionell wirtschaftende Betriebe auf die ökologische Landwirtschaft umgestiegen.

Die Landesregierung habe die Förderung im vergangenen Jahr für Umsteller vom konventionellen auf Ökolandbau um 30 Prozent von 160 Euro auf 210 Euro erhöht. Ökolandwirte erhalten nach den Worten Lautenschlägers im ersten und zweiten Jahr nach Antrag pro Hektar Grünland 210 Euro, ab dem dritten Jahr 170 Euro. Pro Hektar Gemüse gibt es Lautenschläger zufolge sogar 480 Euro im ersten und zweiten Jahr und 360 Euro kontinuierlich ab dem dritten Jahr. Für Dauerkulturen wie Spargel und Beeren erhalten Landwirte auf Dauer eine Förderung von 560 Euro.

Um die Nachfrage von Bioprodukten beim Verbraucher weiter anzukurbeln, seien der Ausbau von Erzeugergemeinschaften, Erfassungs-, Verarbeitungs- und Vertriebsnetzen sowie die Präsentation als authentische regionale Marke zwingend notwendig. Neben den Verbands- und Handelsmarken biete das „Biosiegel Hessen“ der Marketinggesellschaft ‚Gutes aus Hessen’ für die Landwirte gute Möglichkeiten, auf ihre Produkte und die regional ökologische Qualität aus Hessen aufmerksam zu machen. Schwerpunkte der ökologischen Erzeugung befinden sich in Hessen in den Mittelgebirgslagen der Rhön, des Vogelsberges, des Waldecker Uplandes, des Gladenbacher Landes und im Dillbergland.

Die Ministerin unterstrich, dass Ökolandwirtschaft sich auch finanziell rechne. Die Gewinne seien höher als bei der konventionellen Landwirtschaft. Dies könne für viele Landwirte in den Mittelgebirgsregionen eine Chance sein, wo der Ernteertrag geringer ist als in anderen Regionen. „Hier kann weniger mehr sein“, betonte die Ministerin und ergänzte: „Ökologischer Landbau zeichnet sich durch eine besonders umweltverträgliche Ressourcen schonende und tiergerechte Wirtschaftsweise aus. Bio-Produkte werden ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel erzeugt. Das wird beim Verbraucher geschätzt.“




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