10. Mai 2010

Hessen: Kaufwerte landwirtschaftlicher Grundstücke 2009

Themen: Agrarstruktur,Hessen,Statistik — info @ 11:05

Rückgang der Veräußerungsfälle
Wiesbaden (agrar.de) – Im Jahr 2009 wurden in Hessen 4060 landwirtschaftliche Grundstücke zu einem durchschnittlichen Kaufwert von gut 12.470 Euro je Hektar landwirtschaftlicher Fläche veräußert. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, wurden damit gut 340 Grundstücke weniger als im Vorjahr gehandelt; allerdings wurden noch nie so viele Veräußerungsfälle wie im Jahr 2008 (4410) gemeldet.

Die höchsten Kaufwerte wurden im Main-Taunus-Kreis mit gut 68.000 Euro je Hektar ermittelt, gefolgt von der Landeshauptstadt Wiesbaden mit 49.700 Euro je Hektar. Demgegenüber wurden die geringsten Kaufwerte mit knapp 5800 Euro je Hektar im Vogelsbergkreis und gut 6000 Euro je Hektar im Werra-Meißner-Kreis erzielt.

Insgesamt wurden 3890 Hektar veräußert, was einer durchschnittlichen Fläche von 0,96 Hektar je Veräußerungsfall entsprach. Die mittlere Ertragsmesszahl betrug dabei 47 Punkte.

05. Mai 2010

Bundestag: Amflora kann weiter angebaut werden

Themen: Agrarrecht,Gentechnik,Kartoffeln,Umwelt — info @ 15:05

Berlin (agrar.de) – Der kommerzielle Anbau der Gen-Kartoffel Amflora in Deutschland wird nicht gestoppt. Dafür hat sich der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz heute ausgesprochen. Mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP lehnte das Gremium gegen die Stimmen der Fraktionen von SPD, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen einen Antrag der SPD ab, in dem neben dem Anbaustopp unter anderem auch eine Überprüfung der Rechtmäßigkeit der Zulassung der Amflora gefordert wird.

Die SPD begründete ihre Forderung unter anderem damit, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO Bedenken in Bezug auf das in der Amflora-Kartoffel enthaltene Antibiotikaresistenz-Markergen habe. Die Grünen kritisierten, die Zulassung der Kartoffel für den kommerziellen Anbau sei nicht rechtmäßig gewesen, und Die Linke forderte die Bundesregierung auf, die Diskussion um die Amflora-Kartoffel nicht ”auf die leichte Schulter“ zu nehmen und die Meinung der Bevölkerung nicht zu ignorieren.

Die Koalitionsfraktionen verteidigten das Vorgehen. Die Kritik der Opposition, es gebe keine Regeln für den Anbau der Kartoffel, sei nicht zutreffend und das Zulassungsverfahren sei korrekt verlaufen. ”In Deutschland werden seit 200 Jahren Kartoffeln angebaut und es gibt entsprechende Anbauregeln“, sagte eine Vertreterin der Liberalen.

Die Amflora-Kartoffel ist nicht zum Verzehr bestimmt, sondern zur Gewinnung von Stärke für die industrielle Produktion.

Studie: Ökologischer Landbau zeigt nur begrenzten Nutzen für Artenvielfalt

Themen: Biolandbau,Forschung,International,Umwelt — info @ 15:05

Leeds (agrar.de) – Öko-Betriebe können als ralativ vorteilhaft für Wildtiere gesehen werden, der Nutzen für Vögel, Bienen und Schmetterlinge kompensiert allerdings nicht die geringeren Erträgen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der University of Leeds in einer aktuellen Studie, die jetzt in der Zeitschrift ‚Ecology Letters‘ * veröffentlicht wurde.

In einer Vergleichsauswertung stellte sicher heraus, dass die Vorteile des Ökolandbaus gegenüber der konventionellen Landwirtschaft in Bezug auf die Fauna und Artenvielfalt geringer sind als zunächst angenommen. Im Durchschnitt stünden 12 Prozent mehr Biodiversität einem Minderertrag von über 50 Prozent gegenüber.

„In den nächsten vierzig Jahren müssen wir die Nahrungsmittelproduktion weltweit verdoppeln, um mit dem Bevölkerungszuwachs Schritt zu halten“, sagt Professor Tim Benton, der das Projekt leitete. Die Ergebnisse zeigten, dass die doppelte Fläche an Ökolandbau erforderlich wäre, um die gleiche Menge an Nahrung in Großbritannien zu produzieren wie mit konventionellen Mitteln.

Die Studie fand auch einige unvorhergesehene negative Auswirkungen. Konventionelle Betriebe in „Hotspots“ (hier: Regionen mit hohem Öko-Anteil) zeigten danach oftmals tendenziell eine höhere Belastung mit Herbiziden als die in „Coldspots“. Offenbar werde versucht, dem Pflanzeneintrag der ‚Unkraut-toleranten‘ Nachbarn entgegenzuwirken. Ebenso fand man heraus, dass die Anzahl vieler kleiner Feldvögel auf Ökobetrieben niedriger war. Es wird vermutet, dass diese Betriebe für Vögel wie Elstern und Eichelhäher attraktiver sind, deren Beute die kleineren Vögel werden.

* Ecology Letters, Scale matters: the impact of organic farming on biodiversity at different spatial scales“ by Doreen Gabriel et al. (MS# ELE-01082-2009).

Rumpf: Öko boomt in Schleswig-Holstein

Kiel (agrar.de) – Der „Öko-Boom“ setzt sich in Schleswig-Holstein ungebrochen fort. Darauf hat Landwirtschaftsministerin Dr. Juliane Rumpf heute hingewiesen. „Zwischen Nord- und Ostsee konnte der ökologische Landbau im Jahr 2009 erneut zulegen. Die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln führt auch in Schleswig-Holstein zu einer wachsenden Zahl ökologisch produzierender Unternehmen“, sagte sie.

In Schleswig-Holstein bewirtschafteten zum Jahreswechsel 519 landwirtschaftliche Betriebe 35.656 Hektar nach den EU-Regeln für den ökologischen Landbau. Das ist eine Zunahme um 4,2 Prozent bei den Betrieben und um 3,9 Prozent bei der Fläche. Damit beträgt der Anteil der ökologisch wirtschaftenden Betriebe an der Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe 3,1 Prozent. Der Anteil der Ökofläche an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche liegt bei 3,6 Prozent.

Bei den im Ökosektor tätigen gewerblichen 419 Unternehmen (Verarbeiter, Händler und Importeure) beträgt die Wachstumsrate sogar 9,4 Prozent. Der langjährige Trend einer zahlenmäßig stärkeren Zunahme in der Verarbeitungs-, Handels- und Importbranche bei Öko-Produkten gegenüber der landwirtschaftlichen Erzeugung hält damit an.

Insgesamt waren zum Jahreswechsel 938 Öko-Unternehmen in Schleswig-Holstein registriert. Das entspricht einer Steigerungsrate von 6,5 Prozent.

Landwirtschaftsministerin Rumpf: „Damit wird der erfreuliche Trend des kontinuierlichen gesunden Wachstums fortgesetzt. Die ökologische Produktion und ihre Erzeugnisse haben sich als wichtige Ergänzung zur allgemeinen Landwirtschaft etabliert.“

Das Kaufverhalten bestimmt das Wachstum des ökologischen Landbaus. Bio-Produkte sind längst mehr als ein Trend. Nachhaltigkeit, artgerechte Tierhaltung und transparente Erzeugung stehen bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern hoch im Kurs.

In Schleswig-Holstein steht ein großes Angebot von qualitativ hochwertig verarbeiteten Erzeugnissen des ökologischen Landbaus – zumeist aus der Region – zur Verfügung.
In den Unternehmen werden die Erzeugung und die Verarbeitung mindestens einmal im Jahr von den staatlich zugelassenen Kontrollstellen kontrolliert. Das Landwirtschaftsministerium überwacht diese Kontrollen. Die überwiegende Zahl der Betriebe im Land wirtschaftet dabei über die Bestimmungen der EU-Öko-Verordnung hinaus zusätzlich nach den Richtlinien eines Anbauverbands des ökologischen Landbaus.

Baden-Württemberg: Erneut deutlicher Flächenrückgang bei Sommergerste

Trotz des langen und kalten Winters kaum Auswinterungsverluste
Stuttgart (agrar.de) – Es kam, wie zu erwarten war: Sommergerste hat erneut einen erheblichen Flächenrückgang zu verzeichnen. Nach den Meldungen der Betriebsberichterstatter des Statistischen Landesamtes von Mitte/Ende April ist die Anbaufläche von Sommergerste gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent auf 59 200 Hektar (ha) rückläufig. Bereits im Vorjahr war die Anbaufläche um 17 Prozent zurückgenommen worden. Als Grund wird insbesondere die fortgesetzt ungünstige Erlössituation in der Verwendung als Braugerste angeführt. Nutznießer unter den Sommerungen sind Sommerweizen (einschließlich Durum; 7 100 ha), der gegenüber 2009 um die Hälfte ausgedehnt wurde sowie Silomais (+12 Prozent; 105 000 ha). Silomais, der früher fast ausschließlich als Futtermittel in der Rinderhaltung diente, erlebt heute als Substrat in der Biogasproduktion seine Renaissance.

Die wichtigsten Wintergetreidearten Winterweizen (+5 Prozent; 244 600 ha) und Wintergerste (-4 Prozent; 103 000 ha) konnten ihre herausragenden Stellungen behaupten. Winterraps, die wichtigste Ölfrucht im Land, hat in der Gunst der Landwirte verloren: die Sachverständigen veranschlagen den Rückgang auf 5 bis 6 Prozent und rechnen mit einer Anbaufläche von 71 400 ha.

Die obigen Angaben müssen aufgrund der vergleichsweise begrenzten Zahl an Berichterstattern noch als vorläufige Anbautendenzen angesehen werden. Auf breiter statistischer Basis abgesicherte Daten über den tatsächlichen Anbau auf dem Ackerland liefert die Bodennutzungshaupterhebung 2008, deren erste Ergebnisse voraussichtlich Ende Juli vorliegen werden. Bedingt durch den lang anhaltenden Winter wiesen die Kulturen Mitte April noch Wachstumsrückstände auf. Trotz der langen Frostperiode, die nahezu zwei Monate von einer geschlossenen Schneedecke begleitet wurde, waren aber kaum Flächen der überwinternden Getreidearten und von Raps von Auswinterung betroffen und mussten neu bestellt werden.

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