31. Mai 2010

Milchproduktion in Sachsen

Themen: Lebensmittel,Milch,Sachsen — info @ 09:05

Dresden (agrar.de) – 1,6 Millionen Tonnen Milch wurden 2009 in Sachsen erzeugt. Dafür wurden 189 000 Milchkühe gehalten. Der überwiegende Teil der Milch (98 Prozent) wurde an Molkereien geliefert. Der Rest wurde verfüttert oder in den Haushalten der Erzeuger verbraucht bzw. über die Direktvermarktung abgesetzt. Die an Molkereien gelieferte Milchmenge entspricht einer Pro-Kopf-Erzeugung von 375 Kilogramm.

Mit einer durchschnittlichen Jahresleistung von 8 446 Kilogramm je Kuh erhöhte sich der Landesdurchschnitt zum Vorjahr um 48 Kilogramm. Im Vergleich zu 1990 stieg damit die durchschnittliche Jahresleistung um 4 051 Kilogramm – d. h. die Milchkühe geben jetzt täglich 11 Kilogramm mehr Milch als 1990. Die sächsischen Kühe hielten seit 2000 bis 2008 den Spitzenplatz unter den Bundesländern und überboten den Bundesdurchschnitt 2008 um 1 571 Kilogramm bzw. 23 Prozent1). Gleichzeitig verringerte sich der durchschnittliche Milchkuhbestand in diesem Zeitraum um 228 100 Tiere bzw. 55 Prozent.

Rund zwei Drittel der sächsischen Milchkühe wurden im November 2009 in Herdengrößen mit mehr als 300 Milchkühen gehalten. Mit 738 500 Tonnen kam fast die Hälfte der an Molkereien gelieferten Milch (47 Prozent) aus dem Direktionsbezirk Chemnitz, 37 Prozent aus dem Direktionsbezirk Dresden und der Direktionsbezirk Leipzig steuerte 16 Prozent bei. Mit 1,356 Millionen Tonnen wurde die überwiegende Milchmenge (87 Prozent) an sächsische Molkereien zur Weiterverarbeitung geliefert.

Die Preisentwicklung für Milch stellt sich folgendermaßen dar: Nach Jahren relativ konstanter Milchpreise setzte im Sommer 2007 eine rasante Teuerung ein, die im Frühjahr 2008 gipfelte. Innerhalb von nur einem Jahr zahlten sächsische Verbraucher plötzlich deutlich mehr für Frischmilch (37 Prozent), H-Milch (34 Prozent), Butter (50 Prozent) sowie Hart- (29 Prozent), Schnitt- (39 Prozent) und Weichkäse (20 Prozent). Abgesehen von Hart- und Weichkäsesorten senkte der Handel in mehreren Runden wieder schrittweise bis Oktober letzten Jahres die Preise, sodass man aktuell rund 20 Prozent weniger für Milch, 27 Prozent für Butter und 16 Prozent für geschnittenen Käse ausgibt als zu Spitzenzeiten.

Milchleistung und Milchkühe in Sachsen - 1990 - 2009




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