20. Mai 2010

Verkauf ehemals volkseigener Landwirtschaftsflächen in Sachsen rückläufig

Themen: Agrarstruktur,Sachsen — info @ 09:05

Dresden (agrar.de) – Im vergangenen Jahr wurden in Sachsen 183 – und damit rund 11 Prozent weniger – preisbegünstigte Verkäufe nach dem Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetz (EALG) getätigt. Vor allem in den Direktionsbezirken Chemnitz (-28 Prozent) und Dresden (-14 Prozent) ließ das Interesse an ehemals volkseigenen Flächen nach. Allein im Raum Leipzig gab es eine leichte Zunahme (11 Prozent).

Insgesamt wechselte eine Fläche von 8 126 Hektar, gut 20 Prozent mehr als 2008, zu einem Preis von rund 37 Millionen Euro den Besitzer. Folglich ergab sich auch ein höherer durchschnittlicher Kaufwert. Er betrug 4 583 Euro je Hektar. Für rein landwirtschaftliche Nutzflächen (FdlN), hierunter fielen ca. 96 Prozent der Gesamtfläche, zahlte man hingegen für den Hektar zwei Euro weniger.

In Folge der sehr guten Bodenqualitäten in den Landkreisen Leipziger Land (7 435 €/ha), Meißen (7 259 €/ha) sowie Nordsachsen (6 655 €/ha) erzielten Nutzflächen mit einer Ertragszahl über 60 die höchsten Preise. Besonders günstig war indes der Hektar im Erzgebirgskreis (2 461 Euro). Hier lag der Ertragswert allerdings auch unter 30.

Bei einem Drittel der registrierten Verkaufsfälle handelte es sich um Nutzflächen über 50 Hektar. Hierfür verlangte die Bodenverwertungs- und verwaltungs- GmbH im Schnitt 4 583 Euro. Am zweithäufigsten wurden Parzellen zwischen 20 und 50 Hektar zu einem Preis von 4 545 Euro je Hektar nachgefragt.

Hinweis: Das EALG, die Grundlage für den Verkauf ehemals volkseigener Agrarflächen, lief Ende 2009 aus. Folglich wurde die Veräußerung von landwirtschaftlichen Grundstücken mit einem Abschlag von bis zu 35 Prozent auf den Verkehrswert 2010 eingestellt.




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