29. April 2010

Niedersachsen: Ackerland in Veredelungsregionen teurer

Themen: Niedersachsen,Pacht&Besitz,Statistik — info @ 08:04

Hannover (agrar.de) – Die Preise von Acker- und Grünland werden immer weniger von der Bodengüte und immer mehr vom Flächenbedarf in der Region bestimmt. Als Beispiel dafür nennt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen das Weser-Ems-Gebiet: Hier führt die intensive Tierhaltung zu einer starken Nachfrage, sodass für Ackerflächen mit geringer bis mittlerer Bodengüte nach wie vor die höchsten Preise in Niedersachsen gezahlt werden – Tendenz weiter steigend. Dieser Aufwärtstrend ist bei den besten niedersächsischen Böden im südöstlichen Landesteil nicht festzustellen. Hier verharren die Preise, allerdings auf hohem Niveau. Landesweit betrachtet tendiert der Bodenmarkt stabil und hat sich seit 1996 kaum verändert.

In den veredelungsstarken Landkreisen des Weser-Ems-Gebietes sind die durchschnittlichen Kaufpreise für Ackerland mit 26.000 bis 34.000 Euro je Hektar (Euro/ha) so hoch wie nie zuvor. Nach der Kaufwertestatistik 2008 hat sich Ackerland von 1996 bis 2007 um 4.000 Euro auf nunmehr 24.000 Euro/ha verteuert. Am deutlichsten waren die Zunahmen in den Veredelungszentren der Landkreise Emsland (7.000 Euro/ha), Cloppenburg (5.700 Euro/ha), Vechta (5.200 Euro/ha) und Osnabrück (3.800 Euro/ha).

Unangefochtener Preisführer ist der Landkreis Vechta, in dem das Preisniveau schon immer am höchsten war und aktuell bei durchschnittlich 34.000 Euro/ha liegt. Selbst Grünland kostet hier mit 14.000 Euro/ha mehr als Ackerland in einigen anderen Regionen. Noch teurer ist Grünland in den Landkreisen Grafschaft Bentheim (19.500 Euro/ha), Emsland (17.000 Euro/ha), Osnabrück (16.000 Euro/ha) und Cloppenburg (15.000 Euro/ha).

Das andere Ende der Skala markiert die Region Lüneburg. Hier liegen die Preise mit durchschnittlich 11.000 Euro/ha Acker- und 8.000 Euro/ha Grünland weit unterhalb des Landesdurchschnitts. Daran hat sich in den letzten Jahren nur wenig verändert. Schlusslichter innerhalb der Region sind die Landkreise Lüchow-Dannenberg und Lüneburg mit nur 7.000 bis 10.000 Euro/ha Acker- und weniger als 7.000 Euro/ha Grünland. In den Landkreisen Stade und Verden werden immerhin 14.000 bis 15.000 Euro/ha Acker- und 8.500 bis 9.500 Euro/ha Grünland erzielt.

Höher als in der Region Lüneburg, aber noch unterhalb des Landesdurchschnitts liegt das Kaufpreisniveau in der Region Braunschweig. In dieser vieharmen Ackerbauregion steigen die Bodenpreise mit der Güte des Bodens. Sie liegen in den Landkreisen Wolfenbüttel und Peine, die mit guten Böden gesegnet sind, bei 21.000 bis 23.000 Euro/ha Ackerland und in Gifhorn mit seinen leichten Böden nur bei knapp 10.000 Euro/ha. Grünland wird kaum nachgefragt und im Durchschnitt mit 7.000 Euro/ha gehandelt.

Auch im ehemaligen Regierungsbezirk Hannover macht die Bodengüte den Kaufpreis aus. So liegt der Landkreis Hildesheim mit seinen hervorragenden Bördeböden bei über 26.000 Euro/ha für Ackerland ganz oben und tendiert bei leichter Zunahme stabil. Abgefallen sind die Kaufpreise für Ackerland in der Region Hannover. Sie liegen mit 20.000 Euro/ha um etwa 5.000 Euro niedriger als im langjährigen Durchschnitt. Im Landkreis Diepholz, der eher mit der Veredelungsregion Weser-Ems zu vergleichen ist, sind die Preise um 4.500 Euro auf nunmehr 18.500 Euro/ha Ackerland kontinuierlich gestiegen. Die Grünlandpreise haben nur in Diepholz und Schaumburg zu-, in den übrigen Landkreisen abgenommen und liegen durchschnittlich bei unverändert 9.000 Euro/ha.

Immer mehr Bio-Betriebe in Niedersachsen

Hannover (agrar.de) – Der Ökolandbau erfährt seit einigen Jahren einen regelrechten Boom. Die Nachfrage nach Bio-Produkten steigt. Entsprechend positiv entwickelten sich die Anzahl der Ökobetriebe und deren Anbaufläche.

Nach Angaben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen gab es im Jahr 1996 gerade einmal 500 alternativ wirtschaftende Betriebe in Niedersachsen, elf Jahre später ist die Zahl auf mehr als 1.300 angewachsen, das ist eine Zunahme um 160 Prozent. Ähnlich sieht es bei der ökologisch bewirtschafteten Ackerfläche aus. Auch hier zeigt der Trend steil nach oben. Die Ökofläche stieg von 1996 bis 2009 auf mehr als das 3,5-fache: von 21.000 Hektar (ha) auf 75.000 ha.

Der ökologische Landbau basiert auf Richtlinien, die seit 1993 EU-weit einheitlich gesetzlich geregelt sind. Darin festgeschrieben ist zum Beispiel der Verzicht auf mineralische Stickstoffdünger und Pflanzenschutzmittel. Vorgeschrieben sind auch Einstreu und Auslauf für Tiere sowie Futter, das zu 100 Prozent aus biologischem Anbau stammt. Verzichtet wird außerdem auf den vorbeugenden Einsatz von Medikamenten (außer Impfungen).

Die Ökobetriebe haben sich in Anbauverbänden organisiert. Zu den großen in Niedersachsen zählen Bioland, Demeter und Naturland. Bioland ist der größte ökologische Anbauverband. Insgesamt wirtschaften mehr als 400 Erzeuger nach seinen Richtlinien. Demeter als ältester Anbauverband der Welt zählt im norddeutschen Raum rund 100 Höfe und 25 Verarbeiter. Als relativ junger Verband steht Naturland für einen ideologiefreien, liberalen und praxisnahen ökologischen Landbau. In ihm sind niedersachsenweit etwa 100 Mitglieder organisiert.

Das Land Niedersachsen fördert bereits seit 1989 die Umstellung auf ökologisches Wirtschaften durch zusätzliche Flächenprämien. Die diesjährige Antragssaison hat bereits begonnen. Für die Umstellungsphase, die bei landwirtschaftlichen Flächen zwei Jahre, bei Dauerkulturen wie Obst drei Jahre dauert, werden deutlich höhere Prämien gewährt. Anträge nehmen die Dienststellen der Landwirtschaftskammer entgegen.

28. April 2010

Mecklenburg-Vorpommern: Anbau zur Ernte 2010

Weizen, Raps, Mais und Kartoffeln gewinnen, Wintergerste, Roggen und Sommergetreide verlieren an Fläche
Schwerin (agrar.de) – Zwar Auswinterungsschäden in den Beständen, aber nur wenige Umbrüche, zu kalte und für leichte Böden zu trockene Witterung im April – so beurteilen die Landwirte derzeit den Wachstumsstand der Feldfrüchte und des Grünlandes. Wie es aus dem Statistischen Amt zu den Frühjahrsmeldungen der 500 Ernteberichterstatter weiter heißt, wurden im Vergleich zum Vorjahr 6 Prozent weniger Getreide auf zusammen 554 400 Hektar angebaut. Mit der abermaligen Ausdehnung um fast 4 Prozent auf 253 300 Hektar Winterraps bleibt Mecklenburg-Vorpommern das Rapsland Nr. 1 in Deutschland.

Die Getreidefläche zur Ernte in diesem Sommer wurde gegenüber 2009 um 6 Prozent kleiner. Bei den einzelnen Getreidearten gibt es teils beträchtliche Verschiebungen zum Vorjahr. So legte Winterweizen im Anbau um fast 5 Prozent auf 336 700 Hektar zu. Roggen büßte mit minus 28 Prozent erheblich ein. Auch Wintergerste erreichte mit minus 14 Prozent bei weitem nicht die Fläche der Vorjahre. Auch Triticale verliert mit minus 10 Prozent immer mehr an Bedeutung. Beim Sommergetreide setzt sich die seit Jahren rückläufige Tendenz im Anbau fort: Sommergerste wird von nur noch 4 200 Hektar und Hafer von 5 100 Hektar zu ernten sein.

Mit seinem Flächengewinn auf nunmehr 253 300 Hektar erhöht sich der Anteil des Winterrapses am Ackerland auf 23,3 Prozent.

Der Anbau von Silomais wurde um 13 Prozent auf 132 800 Hektar ausgedehnt. Bei weitgehend stabilen Viehbeständen nimmt die Bedeutung des Maises als nachwachsender Rohstoff für die steigende Anzahl von Biogasanlagen zu. Landesweit erzeugen 238 von ihnen Strom und speisen ihn ins Netz ein.

Dem Rückgang des Kartoffelanbaus, der im vergangenen Jahr auf ein Minimum sank, wurde mit einer Vergrößerung der Fläche um 24 Prozent auf aktuell 17 700 Hektar begegnet.

Zuckerrüben sind 2010 von 23 400 Hektar zu ernten, das sind 3 Prozent mehr als im Jahr 2009.

Den Flächenangaben zur Ernte liegen vorläufige Werte zugrunde. Umfassende Daten zum Anbau auf dem Ackerland veröffentlicht das Statistische Amt im August.

26. April 2010

Agrarsubventionen für 2009 veröffentlicht

Themen: Agrarrecht,EU,Förderung,GAP,Statistik — info @ 15:04

Berlin (agrar.de) – Heute werden die deutschen Empfänger der Agrarsubventionen aus dem Jahr 2009 veröffentlicht. Die Organisationen Greenpeace und Oxfam halten die gewählte Veröffentlichungspraxis für unzureichend und haben sich heute mit unten stehendem Offenen Brief an Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner gewandt:

‚Sehr geehrte Frau Bundesministerin,
heute werden auf der Internetseite http://www.agrar-fischerei-zahlungen.de/Suche die Empfänger von EU-Zahlungen aus den Agrarfonds im Haushaltsjahr 2009 veröffentlicht. Aufgeführt werden in Deutschland die Direktzahlungen, die sonstigen Marktordnungszahlungen aus dem Europäischen Garantiefonds, die Zahlungen zur Förderung der Entwicklung des ländlichen Raumes sowie der Gesamtbetrag. Greenpeace und Oxfam halten die jetzige Veröffentlichungspraxis für unzureichend.

Durch die Veröffentlichung der Subventionszahlungen sollte die Transparenz der Verwendung der Gemeinschaftsmittel erhöht werden. Für interessierte Nutzer der Homepage ist aufgrund des geringen Differenzierungsgrades jedoch nicht nachvollziehbar, für welche Maßnahmen konkret die Zahlungen aus den Agrarfonds an die jeweiligen Empfänger erfolgen. Damit verfehlt die jetzige Veröffentlichungspraxis in Deutschland ihr Ziel, die Bürger zu informieren, wie EU-Agrargelder verwendet werden. Der Zugang zu umfassenden Informationen und die Transparenz behördlicher Entscheidungen sind jedoch eine wichtige Voraussetzung für die effektive Wahrnehmung von Bürgerrechten und für eine lebendige Demokratie.

Zugleich halten wir aber auch aus anderen Überlegungen heraus eine detailliertere Veröffentlichungspraxis für notwendig. Um für die Zukunft die erhebliche finanzielle Unterstützung der Landwirtschaft durch Steuergelder begründen zu können, wäre es wichtig, stichhaltige Daten zur Mittelverwendung vorzulegen. Die Transparenz ist vor allem in den Dienst einer gesellschaftlichen Diskussion über die sinnvolle Vergabe von Steuermitteln zu stellen, d.h. den Fördermitteln müssen Leistungen der Empfänger gegenübergestellt werden. Aus diesem Grund hat das Bundesland Bayern einen eigenen Weg beschritten und eine eigene Internetseite eingerichtet, so dass zumindest für den Bereich ländliche Entwicklung mehr Informationen zur Verfügung stehen (http://www1.transparenz.bayern.de). Als Positivbeispiel sei an dieser Stelle auf die Veröffentlichungspraxis in den Niederlanden mit Blick auf die Aufgliederung der Agrarzahlungen gemäß dem Förderzweck verwiesen.

Greenpeace und Oxfam sehen auch Verbesserungsbedarf mit Blick auf die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite:

1) Den Bürgern sollte eine Abfrage auf der Ebene der einzelnen Bundesländer ermöglicht werden. Dies ist sinnvoll, da die Agrargelder auf Länderebene ausgezahlt werden und die Bundesländer für die Ausgestaltung der ländlichen Entwicklungsprogramme verantwortlich sind.

2) Es sollte eine schnelle Abfrage der Top 100 bzw. 500 auf Bundes- und Länderebene möglich sein. Interessierte Nutzer könnten sich so schnell einen Überblick über die Hauptempfänger von Agrarsubventionen verschaffen.

3) Auf der Internetseite sollten den interessierten Nutzern Zusatzinformationen über die Verwendung der Agrarsubventionen zur Verfügung gestellt werden, damit eine Einordnung der ermittelten Zahlen erfolgen kann. Zum Beispiel: die Verteilung der Direktzahlungen in den Bundesländern und in Deutschland (gesamt und aufgegliedert nach Ackerbau- und Veredelungsbetrieben, Schwerpunkte der Investitionsförderung, Auflistung der Produkte, bei denen Exportsubventionen eingesetzt werden etc.).

Wir möchten Sie daher bitten, die jetzige Veröffentlichungspraxis zu überprüfen und sich beispielsweise an der Veröffentlichungspraxis der Niederlande zu orientieren. Bitte teilen Sie uns mit, ob und ggf. welche Verbesserungen Sie an der derzeitigen Informationspraxis planen.‘

22. April 2010

Wald in Sachsen-Anhalt

Halle (agrar.de) – Die Waldfläche in Sachsen-Anhalt betrug im Jahr 2008 nach Angaben des Statistischen Landesamtes 493 000 Hektar und entspricht einem Viertel der Gesamtfläche des Landes.

Zu Beginn der 90er Jahre waren es 433 000 Hektar, ein Fünftel der Landesfläche. Die Zunahme der Waldfläche von 1991 bis 2008 entspricht etwa der Bodenfläche der kreisfreien Städte Dessau-Roßlau, Halle und Magdeburg zusammen.
Die anteilig größten Waldflächen liegen in den Landkreisen Harz mit 77 268 Hektar, Wittenberg mit 76 470 Hektar und dem Altmarkkreis Salzwedel mit 66 850 Hektar. Diese drei Kreise verfügen über 45 Prozent der Waldfläche des Landes. Die geringste Waldfläche haben die Städte Magdeburg mit 1 507 Hektar und Halle mit 2 123 Hektar.

Etwa 30 Prozent der Bodenfläche Deutschlands ist mit Wald bedeckt. Von den 10 735 000 Hektar Waldfläche liegen 23 Prozent allein im Bundesland Bayern. Sachsen-Anhalt hat mit 4,6 Prozent einen eher geringen Anteil unter den Flächenländern, nur Schleswig-Holstein und Saarland haben weniger Waldfläche.

Im Jahr 2008 hatten 41 Baumschulbetriebe in Sachsen-Anhalt eine Fläche von 242 Hektar bewirtschaftet. Im Verlaufe von vier Jahren wurde die Fläche um nahezu 40 Prozent erweitert, die Zahl der Betriebe ging um ein Viertel zurück.
Mehr als die Hälfte der Baumschulfläche wird für Ziersträucher und -gehölze sowie Bäume für Straßen, Parks und Gärten und Landschaftsgehölze (ohne Forstpflanzungen) genutzt.
Allein im Landkreis Harz bauen vier Betriebe Baumschulerzeugnisse auf insgesamt 100 Hektar an, das sind 41 Prozent der gesamten Baumschulfläche des Landes.

21. April 2010

NRW: Weniger Fläche und weniger Betriebe

Themen: Agrarstruktur,Nordrhein-Westfalen,Statistik — info @ 16:04

Bonn (agrar.de) – Die landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF) in Nordrhein-Westfalen insgesamt ist seit 1971 kontinuierlich von 1 760 550 ha auf 1 503 181ha im Jahr 2007 um 15,6 % zurückgegangen.

Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) dazu mitteilt, wird inzwischen mehr als die Hälfte der gesamten LF (61,4 %) von Betrieben in der Größe ab 50 ha LF bewirtschaftet. 1971 betrug der Anteil gerade einmal 13,9 %. Demgegenüber entfielen 2007 nur noch 2,2 % der LF auf Betriebe mit unter 5 ha LF; 1971 betrug der Anteil noch 6,8 %.

Die bedeutendste strukturelle Veränderung in der Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen spiegelt sich nach Angaben des RLV aber in der Veränderung der Zahl und Größe der landwirtschaftlichen Betriebe wider. Während in Nordrhein-Westfalen 1971 noch 138 501 Betriebe gezählt wurden, ging die Zahl bis zum Jahre 2007 auf 47 511 zurück. Über 90 000 Höfe wurden in diesem Zeitraum aufgegeben; das sind im Durchschnitt sieben Betriebe pro Tag.

statLinks zum Thema Agrarbericht und Statistik.




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