24. März 2010

Zahl der Ökobetriebe ist weiter gestiegen

Themen: Biolandbau,Statistik — info @ 15:03

Bonn (agrar.de) – Im deutschen Ökolandbau dominieren die einem anerkannten Verband angeschlosse­nen Betriebe.

Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) in Bonn dazu mitteilt, wirtschafteten nach den aktuellen Zahlen des Bundes Ökologische Le­bensmittelwirtschaft (BÖLW) 2010 bundesweit rund 21 000 landwirtschaft­liche Betriebe nach den Kriterien des ökologischen Landbaus. Davon haben sich 11 030 Landwirte einem Anbauverband angeschlossen. „Marktführer“ Bioland zählte im Januar 5 233 Mitgliedsbetriebe, das waren 5,4 % mehr als 2009. Noch deutlicher zule­gen konnte als Zweitplatzierter Naturland, dem sich rund 10,4 % Betriebe mehr ange­schlossen haben als im Vorjahr und der jetzt 2 214 Betriebe zählt. Zuwachs vermeldete auch Demeter, und zwar um 3,5 % auf 1 388 Betriebe. Erst mit deutlichem Abstand folgten Biokreis mit 810 angeschlossenen Landwirten und Biopark mit 647 Mitgliedern. Kleinere Anbauverbände sind außerdem Gäa (337 Betriebe), Ecovin (210 Betriebe), der Verbund Ökohöfe (162 Betriebe) sowie Ecoland mit 29 Betrieben.

Bundesweit haben zum Jahresanfang 6 % mehr Landwirte ihre Betriebe ökologisch bewirtschaftet als im Jahr zuvor. Als wesentlichen Grund für die erneut gestiegenen Umstel­lungsraten nennen Branchenkenner vor allem die unverändert hohe Nachfrage nach heimi­schen Bioprodukten. So gingen im gesamten Lebensmittelmarkt 2009 zwar die Umsätze zu­rück, die Nachfrage nach Bioprodukten ist entgegen dem Trend jedoch stabil geblieben. Dies wertet der BÖLW als Beleg dafür, dass die Umstellung auf den Ökolandbau und die Erzeu­gung von Bioprodukten Landwirten nach wie vor gute Perspektiven bietet. Darüber hinaus trägt die in vielen Bundesländern seit 2007 wieder aufgenommene oder angepasste Umstel­lungsförderung dazu bei, dass wieder mehr Landwirte die Umstellung auf die ökologische Landwirtschaft wagen.

Nicht ganz so stark wie die Zahl der Biobetriebe wuchs die ökologisch bewirtschaftete Flä­che, sie nahm um rund 4,8 % auf fast 951 600 ha zu. Hier dominieren jedoch die ver­bandsgebundenen Betriebe, die fast 69 % der insgesamt ökologisch bewirtschafteten Fläche in Deutschland nutzen. Rein rechnerisch sind die Höfe, die sich einem Bioverband angeschlossen haben, mit rund 60 ha doppelt so groß wie die Betriebe, die nach EU-Standard wirtschaften. Von der gesamten Bio-Fläche in Deutschland wurden 54 % als Grünland und 42 % als Ackerfläche genutzt, der Rest entfällt auf Dauerkulturen einschließlich Streuobstwiesen. Dabei bleibt Getreide mit rund 188 000 ha nach Grünland die wichtigste Kultur im Öko-Landbau..

16. März 2010

Deutschlands Waldfläche wächst weiter

Themen: Agrarstruktur,Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 12:03

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Internationalen Tag des Waldes am 21. März mitteilt, ist die Waldfläche in Deutschland zwischen 1992 und 2008 pro Jahr durchschnittlich um 176 Quadratkilometer gewachsen; dies entspricht etwa der Fläche der Stadt Karlsruhe.

Etwa 30% der Bodenfläche Deutschlands (357 111 Quadratkilometer) sind mit Wald bedeckt. Das zeigen Auswertungen des amtlichen Liegenschaftskatasters von Ende 2008. Unter den Flächenländern haben Rheinland-Pfalz mit 42% und Hessen mit 40% den höchsten, Schleswig-Holstein mit gut 10% den niedrigsten Waldanteil.

Den größten Anteil an der Bodenfläche Deutschlands hat mit knapp 53% die Landwirtschaft – allerdings mit sinkender Tendenz. Dagegen nimmt die für Siedlungs- und Verkehrszwecke genutzte Fläche kontinuierlich zu und erreicht aktuell einen Anteil von gut 13% an der Bodenfläche Deutschlands.

Der Anteil der Waldfläche an der Bodenfläche Europas beträgt rund 36%. Deutschland liegt mit seinem Waldanteil also im unteren Mittelfeld einer Spanne, die von Finnland (rund 67%) bis Malta reicht, das nur rund 1% Waldflächen besitzt.

Links zum Thema Wald und Forst.

05. März 2010

PROGRASS-Projekt: Biomasse-Anlage geht in Betrieb

Kassel (agrar.de) – Biomasse von unter Naturschutz stehenden Grünflächen zur Energiegewinnung nutzen kann eine Demonstrationsanlage, die am 9. März in Lauterbach im Vogelsbergkreis eingeweiht wird. Sie ist Teil des Forschungs- und Demonstrationsprojekts PROGRASS, das von der Universität Kassel koordiniert und in drei europäischen Regionen in Deutschland, Wales und Estland durchgeführt wird. PROGRASS startete Anfang 2009 und ist ein durch das europäische Umweltförderprogramm LIFE+ mit 1,8 Mio. € gefördertes Projekt, in dem eine neue und hocheffiziente Technik zur energetischen Verwertung von Biomasse getestet wird. Für diese Technik werden nur Rohstoffe von unter Naturschutz stehenden Grünflächen verwendet. So entsteht keinerlei Konkurrenz zu der Nahrungsmittelproduktion.

Das Prinzip: Biomasse wird in einem Silo erhitzt und nach dem Gärungsprozess, der so genannten Wassermaischung, in feste und flüssige Bestandteile getrennt. Der feste Presskuchen kann als Brennstoff, der flüssige Presssaft zur Biogas- und Stromerzeugung genutzt werden. Durch diese Behandlung lässt sich der feste Brennstoff deutlich besser nutzen als unverarbeitetes Brennmaterial wie zum Beispiel Heu. Auch der flüssige Presssaft erzielt eine höhere Biogasausbeute. Bis zu 70 Prozent der in der Masse enthaltenen Energie kann so effizient genutzt werden.

Mit der Inbetriebnahme der Demonstrationsanlage geht das Projekt jetzt in seine Praxisphase. Die Universität Kassel hat in langjähriger Forschungsarbeit die so genannte IFBB-Technik (Integrierte Festbrennstoff- und Biogasproduktion aus Biomasse) entwickelt, die sich besonders für ältere Grünlandaufwüchse eignet. Das PROGRASS-Verfahren zielt insbesondere auf eine wirtschaftliche und ökologische Nutzung unter Naturschutz stehender Grünlandflächen in Europa. PROGRASS trägt damit zur nachhaltigen Entwicklung von abgelegenen, wirtschaftlich benachteiligten Regionen bei.

Nach der Entwicklungsphase im ersten Jahr des PROGRASS-Projekts wird die Demonstrationsanlage nun am 9. März um 11.00 Uhr im „Posthotel Johannesberg“ in Lauterbach, Vogelsbergkreis eingeweiht. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird das europäische Projekt und seine Bedeutung im Hinblick auf den praktischen, ökologischen und regionalen Nutzen vorgestellt. Im Anschluss an die Besichtigung der Demonstrationsanlage auf dem Sonnenhof in Frischborn wird die Anlage erstmalig offiziell in Betrieb genommen. Sie wird zunächst drei Monate im Vogelsberg arbeiten und im Rahmen von Workshops und Informationsveranstaltungen der Öffentlichkeit und dem interessierten Fachpublikum vorgestellt. Ziel ist, diese angepasste Technologie am praktischen Beispiel zu demonstrieren, das Verfahren wissenschaftlich zu testen und zu optimieren und die großmaßstäbliche Umsetzung zur dezentralen Energiegewinnung einzuleiten.

Im weiteren Projektverlauf wird die Anlage in jeder der drei Projektregionen Vogelsbergkreis (Deutschland), Middle Ceredigion (Wales) und Tartu (Estland) in einem ca. zweijährigen Zeitraum zum Einsatz kommen. Danach wird die Anlage auch anderen interessierten Projektregionen zur Verfügung stehen, die planen, das PROGRASS-Verfahren und die Technologie in ihrer Region einzuführen.

Das PROGRASS-Forschungsprojekt besteht aus insgesamt acht Teilprojekten, die mit Kooperationspartnern in Deutschland, Wales und Estland durchgeführt werden sollen, um von den Naturschutzaspekten über sozio-ökonomische bis hin zu technischen Fragestellungen den komplexen Prozess wissenschaftlich
und praktisch zu erarbeiten. Partner sind die Universität Bonn, die estnische University of Life Science, das Institute of Grassland and Environmental Research in Wales, der Landkreis Vogelsberg, Industrie und
Umsetzungspartner aus Deutschland und Österreich sowie das Hessische Umweltministerium.

04. März 2010

Pflanzenschutz: Gesetz fordert umfassende Dokumentation

Themen: Agrarrecht,Pflanzenschutz,Umwelt — info @ 09:03

Wenn Landwirte Pflanzenschutzmittel ausbringen, müssen sie das eindeutig und umfassend dokumentieren. Darauf weist die Landwirtschaftskammer Niedersachsen in einer Pressemitteilung hin. Die Dokumentation kann sowohl elektronisch mit dem Computer, aber auch schriftlich in Papierform geschehen. Die Aufzeichnungen haben zeitnah zu erfolgen, sind zwei Jahre aufzubewahren und bei Betriebsprüfungen vorzulegen.

Verantwortlich für die eindeutige Dokumentation ist der Betriebsleiter. Er muss den Zeitpunkt der Pflanzenschutzanwendung, den Ort, das Präparat und dessen eingesetzte Menge, den Grund des Pflanzenschutzmitteleinsatzes sowie den Name des Anwenders festhalten. Die korrekte Dokumentation wird im Rahmen sogenannter Vor-Ort-Kontrollen überprüft. Dabei werden landwirtschaftliche Betriebe stichprobenartig von Mitarbeitern der Landwirtschaftskammer auf die Einhaltung zahlreicher EU-Vorgaben untersucht. Bei Unregelmäßigkeiten oder Verstößen können Bußgelder oder andere Sanktionen verhängt werden.

Landwirte gehen sehr verantwortungsvoll mit Pflanzenschutzmitteln um. Nach dem Grundsatz „so wenig wie möglich, so viel wie nötig“ werden sie erst dann ausgebracht, wenn ein größerer Schaden zu erwarten ist und den Einsatz rechtfertigt. Erst wenn diese „Schadensschwelle“ überschritten ist, werden Herbizide gegen Unkräuter, Fungizide gegen Pilzkrankheiten und Insektizide gegen Insekten eingesetzt.

Für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist außerdem ein Sachkundenachweis des Anwenders notwendig. Um den zu erwerben, muss bei der Landwirtschaftskammer ein dreitägiger Lehrgang mit anschließender Prüfung erfolgreich absolviert werden.

Links zum Thema Pflanzenschutz.

03. März 2010

Nur noch 23 Cent für den Landwirt

Themen: Lebensmittel,Rinder,Statistik,Verbände — info @ 12:03

Verbraucher geben einen immer kleineren Teil ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus
Der Anteil der Ausgaben für Nahrungsmittel an den gesamten Konsumausgaben nimmt seit Jahren ab.

Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) dazu mitteilt, gaben im Jahr 2008 die privaten Haushalte in Deutschland nur noch 11,4 % ihrer Konsumausgaben für Nahrungsmittel und 3,2 % für Genussmittel wie alkoholische Getränke und Tabakwaren aus. Der Grund für den langfristigen Rückgang des Anteils der Nahrungs­mittelausgaben liegt nach Auffassung des RLV in den Einkommenssteigerungen und in dem unterdurchschnittlichen Anstieg der Nahrungsmittelpreise. Der höhere Lebensstandard komme besonders in zuneh­menden Ausgaben für Wohnen, Freizeitaktivitäten und Gesundheitspflege zum Ausdruck.

Von 1 € Verbraucherausgaben für Nahrungsmittel erhalte der Landwirt heute nur noch 23 Cent, hebt der RLV weiter hervor. Der Anteil der landwirtschaftlichen Verkaufserlöse an den Verbraucherausgaben für Nahrungsmittel (inländischer Herkunft) habe 2008/09 bei 22,6 % gelegen. Anfang der 70er Jahre wäre der entsprechende Anteil mit 47,5 % mehr als doppelt so hoch gewesen. Demzufolge wirke sich der rückläufige Trend der Erzeugerpreise in einem ständig geringer werdenden Anteil an den Nahrungsmittelausgaben aus.

Bei Milch- und Milcherzeugnissen beträgt der Anteil nach RLV-Angaben 32,7 %. Bei Fleisch- und Fleischwaren sei der Anteil mittlerweile auf 23,8 % gesunken. Am niedrigsten sei der Erlösanteil nach wie vor bei Brotgetreide und Brotgetreideerzeugnissen mit 4,7 %.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.




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