08. Januar 2009

Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Schweine,Statistik,Wirtschaft — info @ 14:01

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 676 angebotenen Schweinen, 496 Schweine in 4 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,42 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,41 Euro bis 1,42 Euro verkauft.

Links zum Thema Schweine.

Niedersachsen: Flächenausdehnung beim Weizen gebremst

Winterraps der Gewinner bei der Herbstaussaat – Erste Tendenzen beim Anbau
Hannover (agrar.de) – Bei der Herbstaussaat zur Ernte in diesem Jahr hat der massive Rückgang der Weizenpreise offenbar Wirkung gezeigt: Nach der starken Ausdehnung des Anbaus im vergangenen Jahr ist die Aussaatfläche im Herbst nach Angaben des Landvolks Niedersachsen jetzt nahezu unverändert.

Eine erste Trendberechnung des Niedersächsischen Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie hat lediglich ein Plus von 0,3 Prozent ergeben. Mit gut 426.000 Hektar (ha) bleibt der Weizen aber die Nummer Eins auf Niedersachsens Feldern und nimmt mehr als die Hälfte der gesamten mit Wintergetreide bestellten Fläche ein. Zugenommen hat dagegen die Anbaufläche der Wintergerste, die mit voraussichtlich knapp 190.000 ha an zweiter Stelle in der Rangfolge auf dem Acker steht. Ihr Flächenanteil wuchs um 2,9 Prozent gegenüber der vorherigen Aussaat, bei der die Wintergerstenfläche allerdings wegen widriger Witterungsbedingungen zur Saat erheblich eingeschränkt werden musste.

Als drittwichtigste Wintergetreideart auf niedersächsischen Äckern ist der Roggen im Herbst auf geschätzten knapp 145.000 ha ausgesät worden, das waren 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit hält der leichte Aufwärtstrend nach Jahren mit starken Einschränkungen des Anbaus weiter an. Nach dem Ende der staatlichen Intervention hat die „Brotfrucht der leichten Böden“ jetzt offenbar ihren Markt gefunden und gewinnt wieder an Bedeutung. Weiter im Abwärtstrend bleibt dagegen Triticale, eine aus der Kreuzung von Weizen und Roggen entstandene neue Getreideart, die ausschließlich als Futtergetreide Verwendung findet. Eine Ursache dürfte die ausgeprägte Auswuchsempfindlichkeit bei ungünstigen Witterungsbedingungen zur Ernte sein, die vielen Bauern den Anbau verleidet.

Eindeutiger Gewinner bei der jüngsten Herbstausaat ist der Raps. Bei der Aussaat zur Ernte 2008 war die Anbaufläche stark geschrumpft, weil zur Aussaatzeit Dauerregen herrschte und die Saat nicht in die Erde gebracht werden konnte. Dieser Knick ist nun weitgehend ausgeglichen worden. Bei der Aussaat im Herbst 2008 wuchs die Anbaufläche um 13 Pro-zent auf nun wieder knapp 130.000 ha, nachdem sie im vergangenen Jahr auf 113.000 ha geschrumpft war. Allerdings bleibt die Fläche damit noch deutlich hinter dem Rekord von 150.000 ha zur Ernte 2007 zurück. Weil die Marktaussichten für Ölsaaten weltweit zwar weiterhin recht günstig sind, die Preise gegenüber 2007 aber erheblich gesunken sind, haben die Bauern bei der Ausdehnung des Anbaus etwas Zurückhaltung geübt. Davon dürfte bei der kommenden Frühjahrsaussaat besonders der Anbau von Silomais für Biogasanlagen profitieren.

Links zum Thema Verbände.

Niedersachsen: Rinderbestand nicht mehr gesunken

Zahl der Milchkühe nahm 2008 leicht zu – Strukturwandel etwas gebremst
Hannover (agrar.de) – Bei den niedersächsischen Rinderhaltern spiegelt sich die positive Entwicklung des Wirtschaftsjahres 2007/08 auch in den Strukturzahlen wider. Nach Angaben des Landvolks Niedersachsen ist die Zahl der Rinder bei der Novemberzählung mit insgesamt 2,573 Mio. Tieren gegenüber Mai nahezu unverändert geblieben, und auch der Strukturwandel verlief gegenüber anderen Zweigen der Landwirtschaft deutlich gebremst.

Während beispielsweise in der Schweinehaltung im vergangenen Jahr jeder Fünfte aufgegeben hat, verminderte sich die Zahl der Rinderhalter seit Mai lediglich um 1,4 Prozent von 27.128 auf 26.735. Gegenüber November 2007 lag der Rückgang laut einer Auswertung des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen bei 3,4 Prozent. Allerdings sind die beiden Novemberzählungen wegen eines Wechsels der Erhebungsgrundlagen nur eingeschränkt vergleichbar: In der Vergangenheit wurde direkt bei einer repräsentativen Auswahl von Betrieben nachgefragt, seit 2008 basieren die Viehzählungen auf den Angaben in der Rinderdatenbank HI-Tier, in der jedes Rind in Deutschland gemeldet sein muss.

Ungeachtet des insgesamt stabilen Rinderbestandes hat es aber Verschiebungen innerhalb der einzelnen Kategorien gegeben. So hat die Zahl der Milchkühe sogar wieder etwas zugenommen, nachdem die Bestände in den vergangenen Jahren aufgrund steigender Milchleistung bei festgelegter Milchquote kontinuierlich abgebaut worden waren. Gute Milchpreise im Wirtschaftsjahr 2007/08 sowie die Aussicht auf Quotenaufstockung haben offenbar viele Bauern bewogen, ihre Herden etwas aufzustocken. Insgesamt wurden in Niedersachsen 775.940 Milchkühe erfasst. Im Mai hatte die Kuhzahl noch bei 765.141 gelegen. Zugleich wuchs die durchschnittliche Bestandsgröße, denn die Zahl der Milchkuhhalter sank gegenüber Mai um 1,8 Prozent von 15.091 auf 14.824. Im November 2007 wurden nach der alten Methodik noch 15.534 Milchkuhhalter gezählt.

Die Fleischrinderhaltung war dagegen nach der kurzzeitigen Zunahme im Jahr 2007 wieder auf dem Rückzug. Die Zahl der „anderen Kühe“, unter der die Ammen- und Mutterkühe erfasst werden, ging gegenüber Mai um 2,1 Prozent von 79.076 auf 77.419 zurück. Auch die Zahl der Mastbullen und Ochsen wurde weiter reduziert. Die Zahl der männlichen Rinder zwischen einem und zwei Jahren sank seit Mai sogar um 5,3 Prozent von 322.221 auf 233.537. Damit reagierten die Mäster offenbar auf die nach wie vor schwache Wirtschaft-lichkeit der Rindermast, obwohl die EU mittlerweile Nettoimporteur bei Rindfleisch geworden ist und das knappere Angebot die Schlachtviehpreise wieder etwas ansteigen ließ.

Links zum Thema Verbände.

Steigende Erntemengen beim Mais

Themen: Energie,International,Mais,Statistik,Verbände — info @ 11:01

Aber nach wie vor Versorgungslücke – USA sind größter Erzeuger
Hannover (agrar.de) – Einige Jahre lang war die weltweite Maiserzeugung knapp und konnte den Bedarf nicht decken, doch die Erntemengen haben aufgeholt. Im Jahr 2005/06 wurden rund um den Globus 699 Mio. t Mais geerntet. Das reichte nach einer Meldung des niedersächsischen Landvolks allerdings längst nicht aus, um den Verbrauch von 705,9 Mio. t ohne Abbau der Lagerbestände zu decken. Im Jahr darauf erhöhte sich die Produktion auf 712, 4 Mio. t, der Verbrauch stieg jedoch stärker auf 728,1 Mio. t. Beflügelt durch steigende Preise dehnten die Bauern dann im Wirtschaftsjahr 2007/08 den Anbau aus und fuhren eine Rekordernte von 792,0 Mio. t Mais ein.

Der Verbrauch machte ebenfalls einen Sprung nach vorn, vor allem als Folge des Bioethanolbooms in den USA, und stieg auf 778,9 Mio. t. Trotz des enormen Verbrauchsanstiegs war der Zuwachs beim Ertrag jedoch größer. Es blieb sogar ein deutlicher Überschuss, der die Lagerbestände wieder etwas wachsen ließ. Für das laufende Wirtschaftsjahr 2008/09 erwarten Experten allerdings einen leichten Rückgang der Ernte auf 785,9 Mio. t, weil vor allem in Brasilien die Erträge nach der Trockenheit zu Beginn der Wachstumsperiode kleiner ausfallen. Auch in den USA wur-de deutlich weniger Mais geerntet. Zugleich wird auch der Verbrauch etwas sinken, nachdem die Nachfrage nach Bioethanol bei sinkenden Mineralölpreisen ins Stocken geraten ist. Dennoch dürfte die Nachfrage erneut höher ausfallen als der Verbrauch, so dass wiederum die Vorräte angegriffen werden müssen.

Der meiste Mais weltweit wird in den USA erzeugt, zugleich auch der größte Verbraucher. Dort werden für die laufende Kampagne 305,3 Mio. t erwartet. Mit 263,8 Mio. t wird der Löwenanteil im eigenen Land verbraucht. Nur gut halb so hoch ist die Erzeugung mit 160,0 Mio. t in China, das damit der zweitgrößte Maiserzeuger ist. Alle anderen Länder tragen wesentlich weniger zur weltweiten Maiserzeugung bei. Weit abgeschlagen liegt die EU-27 mit 60,9 Mio. t auf dem dritten Platz, gefolgt von Brasilien mit 53,3 Mio. t und Mexiko mit 24,0 Mio. t. Argentinien folgt auf dem nächsten Platz mit 18,0 Mio. t. Sehr unterschiedlich haben sich die Erntemengen der laufenden Saison in den einzelnen Ländern entwickelt. Während in den USA 8,0 Prozent und in Brasilien sogar 8,7 Prozent weniger als im Vorjahr vom Acker geholt wurden, legte die EU mit einem Plus von 28,2 Prozent besonders deutlich zu. Auch Argentinien steigerte die Erzeugung um 13,9 Prozent. Trotz der insgesamt großen Ernten werden am Weltmarkt nur verhältnismäßig geringe Mengen gehandelt: Mit 80,7 Mio. t gehen lediglich zehn Prozent der Erzeugung in den Export. Davon bestreiten die USA mit 46,9 Mio. t mehr als die Hälfte.

Links zum Thema Verbände.

RLV: Milchpreis wird vom europäischen Binnenmarkt geprägt

Themen: Lebensmittel,Milch,Statistik,Verbände — info @ 11:01

Im Jahr 2008 erzeugten die Milchbauern weniger Milch, trotzdem sanken die Preise
Bonn (agrar.de) – Der Milchmarkt in Deutschland wird stark vom europäische Binnenmarkt und den Möglichkeiten des Exports in Drittländer beeinflusst.

Dies stellte der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) aufgrund der Entwicklung der Milchmenge und -preise fest. Obwohl die deutschen Milchbauern im Jahr 2008 weniger Milch erzeugten als im Vorjahr und ihre Milchquote nur zu 97 % erfüllt haben, ist so viel Milch auf dem deutschen Markt, dass Preisdruck und Preissenkungen herrschen.

Wie der RLV dazu weiter mitteilt, seien die Entwicklungen am Milchmarkt im Jahr 2008 von Reaktionen auf den deutlichen Preisanstieg im Jahr 2007 geprägt gewesen. Der Verbrauch und Export von Milch und Milchprodukten sei zurückgegangen. Gleichzeitig hätten die höheren Erzeugerpreise die Milchproduktion stimuliert. Die hohe Verfügbarkeit von Milchprodukten, verbunden mit einem deutlichen Absatzrückgang, hätten schließlich zu einem Rückgang der Preise geführt.

Für das Jahr 2009 zeichnet sich nach RLV-Angaben folgender Trend ab: Die generell positiven Marktaussichten werden bis Mitte 2009 durch Preisdruck verursachende Faktoren kurzfristig überschattet. Die sinkenden Erlöse für Milchprodukte werden sich Anfang 2009 auf die Milcherzeugerpreise auswirken. In der zweiten Jahreshälfte 2009 dürfte durch eine erstarkte Wirtschaft sowie eine durch Preisnachlässe stimulierte Nachfrage wieder eine Stabilisierung des Milchmarktes einsetzen, meint der RLV. Mittel- bis langfristig würden die Preise für Molkereiprodukte trotz der derzeitigen Schwäche des Weltmilchmarktes steigen. Die Milcherzeuger und die verarbeitende Industrie müssten sich allerdings auf stärkere Preis- und Marktschwankungen einstellen.

Nach Auffassung des RLV, könnten die gesenkten Verbraucherpreise im Lebensmitteleinzelhandel den Absatz deutlich beleben. Ein Anstieg der Nachfrage würde sich schließlich wieder stabilisierend auf die Preisentwicklung auswirken. Allerdings bleibe die deutsche und europäische Milchwirtschaft auf Exporte angewiesen, so der RLV. Daher sei es besonders wichtig, diese weiter zu fördern.

Links zum Thema Verbände.

Situationsbericht 2009: Landwirte im Auf und Ab der Agrarpreise

Themen: Agrarbericht,Agrarstruktur,Statistik,Verbände — info @ 11:01

Berlin (agrar.de) – Für die deutschen Landwirte war 2008 ein durchwachsenes Jahr. Trotz der aktuell schwierigen Markt- und Preisentwicklung verfallen die Bauern allerdings nicht in Katastrophenstimmung. Im Gegensatz zu anderen Branchen sind ihnen Preis- und Umsatzschwankungen nichts Fremdes. Die Landwirte beziehen das so weit wie möglich in ihre unternehmerischen Entscheidungen und Planungen mit ein. Dies erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverband (DBV), Gerd Sonnleitner, bei der Vorstellung des Situationsberichtes 2009 mit der wirtschaftlichen Entwicklung der deutschen Landwirtschaft.

Bei Milch, Getreide und Raps sei der preisliche Höhenflug der zweiten Jahreshälfte 2007 und des Frühjahrs 2008 in einen heftigen Sinkflug übergegangen. „Wir bewegen uns bei diesen Produkten mittlerweile wieder auf dem Erzeugerpreisniveau von Anfang dieses Jahrzehnts“, zeigte Sonnleitner die heftige Entwicklung auf. Eine etwas stabilere Entwicklung gäbe es bei Vieh und Fleisch, bei Wein und den wichtigsten Sonderkulturen im Obst- und Gemüsebau. „Gerade unsere Schweinemäster und Sauenhalter kommen aber aus einem ganz schmerzlichen Tal der Tränen und brauchen dringend diese Verbesserung“, betonte der Bauernpräsident.

Nach Einschätzung Sonnleitners wird das Bruttoeinkommen je selbständiger Familienar­beitskraft von rund 2.800 Euro je Arbeitskraft und Monat im Jahre 2007/2008 auf 2.420 Euro im laufenden Wirtschaftsjahr 2008/2009 deutlich sinken. Bezogen auf den Gesamtgewinn je Haupterwerbsbetrieb bedeute dies ein Rückgang um ca. 7.000 Euro auf 41.000 Euro je Haupterwerbsbetrieb. Davon müssten die Investitionen zur Zukunftsabsicherung des Betriebes, die Sozialversicherungsbeiträge, die Steuern und die private Lebenshaltung noch beglichen werden. „Von den monatlich brutto 2.420 Euro (Schätzung 2008/2009) müssen allein für Sozialbeiträge (Alters- und Krankenkasse) durchschnittlich 380 Euro aufgebracht werden“, sagte Sonnleitner.

Grund für den Einkommensknick im laufenden Wirtschaftsjahr seien vor allem rückläufige Erzeugerpreise für Getreide und Milch. In der Schweinehaltung werde mit besseren Erlösen als im desolaten Wirtschaftsjahr 2007/2008 gerechnet. Der Gewinn im laufenden Wirt­schaftsjahr dürfte bei den Schweinemästern und Sauenhaltern das Ergebnis von 9.300 Euro je Arbeitskraft (2007/2008) überschreiten. Die schlechte Einkommenssituation im Veredelungsbereich habe den Strukturwandel dort erheblich beschleunigt, 16 Prozent der Betriebe gaben ihre Produktion auf.

Die Ackerbauern und Milcherzeuger kommen aus einem wesentlich besseren Wirtschaftsjahr 2007/2008. „Unter unseren Milchbauern hatten die in Schleswig-Holstein mit 75.100 Euro je Haupterwerbsbetrieb die besten Einkommen, während in den südlichen Bundesländern mit Baden-Württemberg (39.200 Euro) und Bayern (40.800 Euro) das Unternehmerergebnis vor allem wegen kleinerer Betriebsgrößen geringer ausfiel“, erklärte Sonnleitner. Er rechnet aller­dings im laufenden Wirtschaftsjahr 2008/2009 infolge des Rückgangs der Erzeugerpreise wieder mit einem deutlichen Minus.

Das Unternehmensergebnis der Nebenerwerbsbetriebe lag im abgelaufenen Wirtschaftsjahr bei durchschnittlich 9.800 Euro und war damit um ein Drittel gestiegen. Die in den neuen Bundesländern vielfach anzutreffenden Agrargenossenschaften erzielten ein Unternehmens­ergebnis je Arbeitskraft von 36.800 Euro (einschließlich Löhne) und lagen damit etwa auf dem Niveau der Betriebe in den alten Bundesländern. Eine wirtschaftliche Erholung erlebten im abgelaufenen Wirtschaftsjahr die Weinbaubetriebe, deren Unternehmensergebnisse auf 49.700 Euro stiegen.

Der Situationsbericht des DBV basiert auf einer repräsentativen Auswertung der Buchfüh­rungsergebnisse von über 17.000 Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2007/2008 (1. Juli 2007 bis 30. Juni 2008). Zudem werden in weiteren Kapiteln umfangreiche Informationen zu aktuellen Themen wie Preisentwicklungen an den Agrarmärkten, Klima- und Umweltschutz, Perspektiven der erneuerbaren Energien oder zum Health Check geliefert.

Links zum Thema Verbände.

VdAW: Neue Strategien und Ideen zum Agieren auf den Agrar- Märkten gefordert

Unternehmen müssen sich in Zukunft auf zunehmende Ertragsschwankungen einstellen
Kirchheim (agrar.de) – Der Landhandel blickt auf ein Jahr der Gegensätze zurück. Nach einer seit der Ernte 2007 auf hohem Niveau pendelnden Marktphase ließ eine weltweit große und qualitativ gute Ernte 2008 die Preise für Getreide und Ölsaaten innerhalb weniger Wochen auf ein Rekordtief abfallen. Doch resultierte dieser massive Rückgang der Preise nicht nur aus dem größeren Angebot, sondern ist auch auf den zu-nehmenden Einfluss von Spekulanten zurückzuführen, welche Agrarrohstoffe als neues „monetäres Lustobjekt“ entdeckt haben.
So beschrieb Wilhelm Lohrmann, Vorsitzender der Fachgruppe Landhandel Baden-Württemberg im Verband der Agrargewerblichen Wirtschaft (VdAW), das vergangene Jahr und die aktuelle Situation des Landhandels anlässlich der Jahresmitgliederversammlung der Fachgruppe in Kirchheim.

Langfristige Strategien

Vor diesem Hintergrund würden neue Strategien und Ideen für das Agieren in den Märkten gefordert, so Lohrmann an die Berufskollegen. „Wir müssen damit kalkulieren, dass die Ertragsicherheit aus der klassischen Getreidevermarktung und dem Betriebsmittelgeschäft abnimmt“. Um solche Schwankungen auffangen zu können, müsse jedes Unternehmen seine Strategien langfristig anlegen und umsetzen. Dabei würde der Gewinnung und Pflege von neuen Märkten und Marktnischen künftig besondere Bedeutung zukommen.

Harte Kritik

Im Hinblick auf die Finanzkrise äußerte Lohrmann schwere Vorwürfe gegenüber den Bankern, die mit einer „Naivität und Ignoranz“ Geschäfte gemacht hätten, für die jetzt der Steuerzahler gerade stehen dürfe. Aufgrund der Krise stehe dem Agrarhandel mit großer Wahrscheinlichkeit ein schwer kalkulierbares Düngerjahr bevor, befürchtete der Vorsitzende. Weitere Kritik übte Lohrmann an den Politikern, „die nur noch global denken und reden, aber Kompetenz in Sachfragen oft vermissen lassen“. Als Beispiel nannte er hier die Novellierung im Pflanzenschutz, „die jenseits jeder Praxis, unter Ignoranz anerkannter wissenschaftlicher Verfahren und jenseits jedes gesunden Menschenverstandes“ zu einem Kahlschlag bei unentbehrlichen Pflanzenschutzmitteln führen würde.

Zur Besonnenheit bei der Pflanzenschutznovelle rief auch Gerhard Glaser, Vizepräsident des Landesbauernverbandes in Baden-Württemberg, in seinem Grußwort auf. Er bemängelte das zunehmende Fehlen vernünftiger Kommunikation und das daraus resultierende Misstrauen gegenüber anderen Positionen und Meinungen.

Positive Aussichten

Bernhard Stetter vom Landwirtschaftministerium Baden-Württemberg erinnerte in seinem Grußwort an die hervorragende Stimmung des Landhandels im letzten Jahr und gab in diesem Zusammenhang zu Bedenken, dass eine Abkopplung von den Weltmärkten nun einmal nicht möglich sei, weder in guten noch in schlechten Zeiten. Doch würde die jetzige Lage nichts an der eigentlichen Grundsituation ändern: die Entwicklung der Nahrungsproduktion würde noch immer hinter der weltweiten Nachfrage zurückstehen. Darum wären die allgemeinen Aussichten durchaus positiv.

Links zum Thema Verbände.

07. Januar 2009

RLV: Bürger geben immer weniger Geld für Lebensmittel aus

Themen: Lebensmittel,Statistik,Verbände — info @ 11:01

Bonn (agrar.de) – Deutsche Verbraucher geben immer weniger Geld für Lebensmittel aus. Während die Ausgaben für Nahrungsmittel im Jahr 2006 noch 13,9 % ihrer Konsumausgaben ausmachten, gaben die privaten Haushalte im Jahr 2007 nur noch 9,7 % dafür aus. Dies meldet der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) nach Angaben des Statistischen Bundesamtes.

Diese – für die Verbraucher erfreuliche – Entwicklung werde noch deutlicher, wenn man auf das Jahr 1950 zurückblickt: Der Anteil der Aufwendungen für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren betrug damals noch 44 %. Wie der RLV dazu weiter mitteilt, würden die Deutschen bei steigenden Konsumpreisen zuerst am Kraftstoff zum Autofahren sparen. Als zweitgrößten Sparposten hätten die deutschen Bürger Lebensmittel angegeben. Erst danach würden sie die Ausgaben für Strom, Kleidung und Urlaub verringern.

Die niedrigeren Ausgaben für Lebensmittel gemessen an den Gesamtkonsumausgaben seien aber nicht nur eine Sache der Prioritäten, sondern auch der Relationen, meint der RLV. Denn zum einen seien die Löhne stärker angestiegen – seit 1950 um das 20-Fache. Zum anderen hätten sich die Lebensmittelpreise kaum verändert: Brotpreise wären um das knapp 9-Fache teurer geworden und die Getreidepreise seien sogar nahezu unverändert geblieben. Das bedeute, dass die Verbraucherhaushalte durch relativ stabile Nahrungsmittelpreise erheblich entlastet würden. Während die Nahrungsmittelpreise seit 1995 um 19 % angestiegen seien, hätten sich die übrigen Lebenshaltungskosten um 22,5 % erhöht. Durch die stabilen Lebensmittelpreise ergebe sich für die Verbraucher eine Entlastung von 5 Mrd. € pro Jahr, betont der RLV.

Zudem seien Nahrungsmittel in Deutschland im europäischen Vergleich relativ preiswert. Während das Preisniveau für Lebensmittel nach Angaben des RLV im EU-Durchschnitt im Jahr 2007 bei 100 liegt, sind Nahrungsmittel in Dänemark mit einem Index von 142 am teuersten und in Polen mit einem Index von 69 am günstigsten. Deutschland liege mit einem Preisniveauindex von 106 knapp über dem EU-Durchschnitt.

Links zum Thema Verbände.

Niedersachsen: CD löst Papieranträge ab – Kammer verschickt Computerprogramm ANDI

Themen: Förderung,Niedersachsen,Wirtschaft — info @ 10:01

Hannover (agrar.de) – Bisher mussten die 53.000 niedersächsischen Landwirte ihre Betriebsprämie mit Hilfe vieler Papierformulare beantragen. In diesem Jahr wird ihnen erstmals ein Computerprogramm dabei helfen, das allen bisherigen Antragstellern von der Landwirtschaftskammer im Februar per Post nach Hause geschickt wird. Dieses CD-Verfahren löst die Papieranträge ab, die nicht mehr verschickt werden.

Das Ausfüllen des Antrages erfolgt am Computer des Landwirts mit dem auf der CD enthaltenen Programm ANDI (Agrarförderung Niedersachsen Digital). Der ausgefüllte Antrag wird mittels Internet der Landwirtschaftskammer als Antrag annehmende Stelle zugestellt.

Beim Bearbeiten des Antrages am Computer wird der Anwender an die Hand genommen und das Vorgehen Schritt für Schritt erläutert. Wichtige Informationen der Vorjahre sind bereits hinterlegt und müssen nur im Falle von Korrekturen/Änderungen angepasst werden. Bei jeder Speicherung wird eine Plausibilitätsprüfung durchgeführt und auf Fehler hingewiesen.

Antragsteller, die nicht über einen Computer mit Internetanbindung verfügen oder beraten werden möchten, können auch weiterhin die Hilfe der unterschiedlichen Beratungsorganisationen, zum Beispiel Landwirtschaftskammer, Beratungsringe oder Landvolk, in Anspruch nehmen. Papieranträge gibt es nur noch auf schriftliche Anforderung bei der zuständigen Bewilligungsstelle.

Die Betriebsprämie wird in der jetzigen Form seit 2005 gezahlt. In ihr wurden die vorher geltenden Prämienregelungen für die Tierproduktion und den Ackerbau zusammengefasst und von der tatsächlichen Produktion abgekoppelt. Die Prämie wird gezahlt, um die Existenz landwirtschaftlicher Unternehmen zu sichern. Preissenkungen bei landwirtschaftlichen Produkten und Auflagen in der Produktion werden damit ausgeglichen.

Links zum Bundesland Niedersachsen.

06. Januar 2009

Ökologischer Landbau in Hessen: Wachstumsmarkt mit guten Perspektiven

Themen: Agrarstruktur,Biolandbau,Hessen,Statistik — info @ 11:01

Landwirtschaftsminister Dietzel betont große Bedeutung der Milchviehhaltung
Baunatal (agrar.de) – „Der ökologische Landbau ist eine besonders umwelt- und ressourcenschonende Form der Landwirtschaft, die die Erkenntnisse der Ökologie und des Naturschutzes über das sensible Zusammenspiel von Boden, Pflanzen, Tier und Mensch in besonderem Maß berücksichtigt und die daraus entstehenden Lebensmittel schonend und möglichst naturbelassen weiterverarbeitet.“ Mit diesen Worten eröffnete der hessische Umwelt- und Agrarminister Wilhelm Dietzel eine Vortragsveranstaltung zum Thema „Ökologischer Landbau“ auf der 61. Landwirtschaftlichen Woche Nordhessen in Baunatal, die von der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaftliche Woche e. V. organisiert wird.

Der Minister hob hervor, dass der ökologische Landbau, der unter anderem durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel, vielfältige Fruchtfolgen, ausgewogene Nährstoffkreisläufe durch flächengebundene, artgerechte Tierhaltung, nachhaltige Flächenbewirtschaftung und klimaverträgliche Wirtschaftsweise gekennzeichnet ist, qualitativ hochwertige Lebensmittel erzeugt, die sich bei den Verbrauchern weiterhin steigender Beliebtheit erfreuen.

„Folgerichtig war der Markt für Bio-Lebensmittel in den vergangenen Jahren eines der wenigen Wachstumssegmente im deutschen Lebensmittelmarkt mit jährlichen Zuwachsraten, die seit dem Jahr 2000 fast durchgängig im zweistelligen Bereich liegen“, betonte der Minister.

Dem bundesweiten Trend entsprechend, hat sich der ökologische Landbau in Hessen seit 2005 weiter ausdehnen können. Laut einer aktuellen Erhebung des Landesbetriebes Landwirtschaft Hessen (LLH) bewirtschafteten im Jahr 2007 in Hessen 1.563 Betrieben (1998: ca. 1000 Betriebe) eine Fläche von ca. 61.500 ha (1998: ca. 42.000 ha) ökologisch. Dies entspricht ca. 6,9% der landwirtschaftlichen Betriebe und 8% der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Hessen. Einen Schwerpunkt bildet hierbei die Milchviehhaltung, die im Jahr 2006 in Hessen ca. 26 Millionen Liter Biomilch erzeugte, wie Dietzel berichtete.

Als wesentlichen Grund für die positive Entwicklung nannte der Minister neben der guten Markt- und Preissituation für ökologisch erzeugte Produkte auch die kontinuierliche Förderung des ökologischen Landbaus und der Produktvermarktung durch das Land Hessen.

Links zum Thema Bio-Landbau,
Links zum Bundesland Hessen

Seiten: << 1 2 3 4 >>



   (c)1997-2017 @grar.de