29. Januar 2009

Die meiste Milch kommt aus Europa

Themen: International,Lebensmittel,Milch,Statistik — info @ 09:01

Weltweiter Anstieg der Erzeugung – Märkte geraten unter Druck
Hannover (agrar.de) – Nach der vorübergehenden Knappheit im vergangenen Jahr ist der Weltmarkt jetzt wieder reichlich mit Milch versorgt, zumal die Nachfrage vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise deutlich nachgelassen hat. In 39 ausgewählten Ländern, auf die drei Viertel der weltweiten Kuhmilchproduktion entfallen, wird die Milcherzeugung in diesem Jahr gegenüber 2008 nach Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums um 1,6 Prozent auf 442,2 Mio. Tonnen (t) steigen.

Mehr als ein Viertel dieser Menge, nämlich 134,4 Mio. t Milch, wird in den Ländern der Europäischen Gemeinschaft ermolken. Zweitwichtigster Milcherzeuger sind die USA mit einer Menge von 86,8 Mio. t. Etwas mehr als halb soviel wird in Indien erzeugt, das damit der drittgrößte Milchproduzent der Welt ist. An vierter Stelle liegt China mit 38,6 Mio. t, gefolgt von Russland mit 32,8 Mio. t und Brasilien mit 30,3 Mio. t. Weit dahinter liegt Neuseeland, eine der wichtigsten Exportnationen für Milchprodukte, mit nur 16,4 Mio. t. Ein Drittel dieser Menge schaffen bereits Niedersachsens Milchbauern, so der Landvolk-Verband. Angesichts der gestiegenen Milcherzeugung bei gleichzeitig schwacher Nachfrage auf dem Weltmarkt stoßen die Milcherzeuger vor allem in den exportorientierten Ländern auf eine schwierige Marktlage. Sie müssen vorerst weiter mit geringen Erlösen und Preisdruck rechnen. Für Niedersachsens Milcherzeuger heißt das zurzeit bereits einen Erlösrückgang um 15 Cent pro kg Milch innerhalb Jahresfrist.

Während die Milcherzeugung in der EU aber auch in Russland in den vergangenen fünf Jah-ren annähernd konstant geblieben ist, hat es in den übrigen Ländern teilweise gravierende Produktionssteigerungen gegeben. So verzeichnete Brasilien im vergangenen Jahr eine um acht Prozent höhere Erzeugung als im Jahr zuvor, seit 2005 wuchs die Erzeugung dort um rund ein Drittel. Noch intensiver wurde der Ausbau der Milcherzeugung in China vorangetrieben. Dort nahm die erzeugte Milchmenge seit 2005 von 22,6 Mio. t auf 38,6 Mio. t zu. Allerdings werden dort für den Zuwachs an Milchmenge ungleich mehr Kühe benötigt, als bei den führenden Erzeugerländern USA und EU. Im Durchschnitt leisteten Chinas Kühe im vergangenen Jahr 3.990 kg Milch, in Europa lag der Durchschnitt bei 5.590 kg und in den USA sogar bei 9.360 kg. Ganz am unteren Ende lagen zum Vergleich die Kühe in der Ukraine mit nur 1.170 kg pro Jahr. So ist es nicht verwunderlich, dass Indien mit 38.500 Tieren den höchsten Kuhbestand weltweit hat, das sind gut viermal so viele wie in den USA, während die Milcherzeugung der USA fast doppelt so groß ausfällt.

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