19. Dezember 2008

Bauern in Baden-Württemberg erwirtschaften 2007 knapp 4,1 Milliarden Euro

Produktionswert der Landwirtschaft im Südwesten 2007 annähernd 10 Prozent höher als im Vorjahr
Stuttgart (agrar.de) – Die Landwirte in Baden-Württemberg erwirtschafteten gemäß den Ergebnissen der regionalen Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung (R-LGR) 2007 mit pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen sowie landwirtschaftlichen Dienstleistungen insgesamt knapp 4,1 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr mit 3,7 Mrd. Euro ist das ein Zuwachs um fast 10 Prozent.

Der Südwesten zählt nach Feststellung des Statistischen Landesamtes mit annähernd einem Zehntel des gesamtdeutschen Produktionswerts der Landwirtschaft zu den größten Agrarproduzenten in Deutschland. Gemessen am Gesamtwert der Produktion liegt Baden-Württemberg nach Bayern und Niedersachsen, die 2007 mit knapp 9,3 bzw. gut 9,1 Mrd. Euro jeweils etwa gut ein Fünftel zum Produktionswert der landwirtschaftlichen Erzeugung Deutschlands beitrugen, sowie nach Nordrhein-Westfalen mit 5,8 Mrd. Euro auf Platz vier unter den Bundesländern. Zusammen mit Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz an fünfter und sechster Stelle stellten diese sechs Flächenländer 2007 rund drei Viertel des Produktionswerts der deutschen Landwirtschaft.

Mehr als die Hälfte des Gesamtproduktionswerts aus pflanzlicher Erzeugung

Die heimische Landwirtschaft ist vielseitig differenziert. In Abhängigkeit vorherrschender Standortfaktoren, wie beispielsweise Klima, Bodenqualität und –relief bzw. Vermarktungsbedingungen, wird sie geprägt von Rebland und Obstflächen, intensivem Ackerbau oder auch der Weidewirtschaft sowie von mittlerweile regional stark konzentrierter Mastschweine- und Zuchtsauenhaltung.

Die pflanzliche Erzeugung trägt mehr als die Hälfte (54 Prozent) zum Gesamtproduktionswert der Landwirtschaft Baden-Württembergs bei. Der Produktionswert von Getreide stieg 2007 um gut 52 Prozent auf 619 Millionen Euro bzw. gut 28 Prozent des Werts der pflanzlichen Erzeugung. Ölsaaten stiegen um 42 Prozent auf rund 90 Mill. Euro. Maßgeblich hierfür waren im Wesentlichen höhere Erzeugerpreise. Positiv hat sich der Produktionswert 2007 auch bei Gemüse (173 Mill. Euro) und Wein (366 Mill. Euro) entwickelt. Der Obstbau (208 Mill. Euro) fiel dagegen schwächer aus.

Vor allem die sogenannten Sonderkulturen Obst, Gemüse und Champignons, Wein, Blumen- und Zierpflanzen, Baumschulgewächse sowie Hopfen und Tabak haben mit einem Anteil von 25 Prozent am landwirtschaftlichen Gesamtproduktionswert hier zu Lande in der Agrarwirtschaft eine vergleichsweise große Bedeutung. Im Bundesdurchschnitt erreichten die Sonderkulturen demgegenüber lediglich knapp 16 Prozent.

Der Wert der tierischen Erzeugung betrug 2007 etwa 1,6 Mrd. Euro und ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent angestiegen. Bei Milch erhöhte sich der Produktionswert deutlich um rund 16 Prozent auf 740 Mill. Euro. Die Milcherzeugung in Verbindung mit Rinderhaltung und Kälberzucht (265 Mill. Euro) stellen damit im tierischen Produktionsbereich gemessen am Produktionswert zu Erzeugerpreisen die wichtigsten Produktionszweige für die baden-württembergischen Landwirte dar. Im Jahr 2007 entfiel knapp ein Viertel des Gesamtwerts der Agrarerzeugung allein auf diese Produkte. Weitere rund 11 Prozent Anteil am Produktionswert erwirtschafteten die Agrarbetriebe mit Mastschweinehaltung und Ferkelerzeugung (450 Mill. Euro).

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