07. November 2008

Ungünstige Risikostruktur in landwirtschaftlicher Krankenversicherung

Berlin (agrar.de) – Das Verhältnis zwischen berufstätigen Mitgliedern und Rentnern verschlechtert sich in der landwirtschaftlichen Krankenversicherung noch schneller als in der allgemeinen Gesetzlichen Krankenversicherung. In einer Unterrichtung der Bundesregierung über Risikostruktur und strukturwandelbedingte Belastungen der landwirtschaftlichen Krankenversicherung heißt es, in der allgemeinen Krankenversicherung seien im Jahr 2007 auf 100 aktive Mitglieder 50 Rentner gekommen. Dieser Wert werde sich 2015 auf 52 Rentner pro 100 aktive Mitglieder verschlechtern.

In der landwirtschaftlichen Krankenversicherung kamen auf 100 aktive Versicherte im Jahr 2007 bereits 142 Altenteiler. Im Jahr 2015 werden 100 aktiven Versicherten 177 Altenteiler gegenüberstehen. 1991 waren die Aktiven noch in der Überzahl. Damals kamen auf 100 aktive Versicherte 81 Rentner. „Die strukturwandelbedingte Belastung durch den Altenteiler-Überhang steigt von knapp 828 Millionen Euro auf knapp 1.033 Millionen Euro im Jahre 2015“, heißt es in der aus einem Gutachten des Heinrich von Thünen-Instituts (Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume) bestehenden Unterrichtung.

Die landwirtschaftliche Krankenversicherung zählte in Deutschland im Jahr 2006 604.451 Mitglieder. Darunter waren 352.385 Rentner. Durch den Geburtenrückgang und den Strukturwandel in der Landwirtschaft verlor die landwirtschaftliche Krankenversicherung seit 1991 rund 110.000 Mitglieder. In Westdeutschland hat sich die Zahl der Versicherten seit 1973 von einer Million auf 586.194 fast halbiert. Im umgekehrten Verhältnis dazu stieg der Bundeszuschuss. Wurden 1973 noch rund 226 Millionen Euro gezahlt, so waren es Ende 2006 1,112 Milliarden Euro. Der Anteil des Bundeszuschusses an den Gesamtausgaben verringerte sich von 90,99 Prozent (1973) auf 73,4 Prozent (2006). Als Gründe für diesen Rückgang werden eine steigende Eigenfinanzierungsquote und die Einführung eines Solidarbeitrages für die aktiven Landwirte genannt.

Parallel zur ungünstigen Mitgliederentwicklung hat die landwirtschaftliche Krankenversicherung mit einer ungünstigen Ausgabenstruktur zu kämpfen. Lagen die Ausgaben pro aktives Mitglied 1973 in der landwirtschaftlichen Krankenversicherung noch 12,3 Prozent unter dem Durchschnitt der allgemeinen gesetzlichen Versicherung, so liegen die Ausgaben pro Mitglied heute zehn Prozent höher als in der allgemeinen Versicherung.

So wurden 1973 für jedes aktive Mitglied der landwirtschaftlichen Krankenversicherung 531,97 Euro im Jahr ausgegeben. 2006 waren es 2.285,62 Euro. Zum Vergleich: In der allgemeinen Krankenversicherung stiegen die Ausgaben pro Mitglied und Jahr von 606,54 Euro auf 2.068,50 Euro. Genauso verlief die Entwicklung bei den Rentnern. Gaben die gesetzlichen Kassen 1973 706,68 Euro pro Rentner aus, so sind es heute 4.092,92. In den landwirtschaftlichen Krankenkassen stiegen die Kosten von 604,68 auf 4.114,58 Euro.

„Für diese Entwicklung dürften die erhöhte Lebenserwartung und Kostensteigerungen im Gesundheitswesen, bedingt durch den medizinisch-technischen Fortschritt maßgeblich sein“, heißt es in der Unterrichtung. Hinzu kommt noch, dass die landwirtschaftliche Krankenversicherung im Vergleich der Risikostrukturen Alter, Geschlecht und mitversicherte Familienangehörige besonders ungünstig abschneidet. Das Durchschnittsalter der Versicherten liegt mit 36,49 Jahren höher als in der allgemeinen Krankenversicherung (33,47). Bei den Rentnern ist es ähnlich. Ist der in der landwirtschaftlichen Krankenkasse versicherte Rentner im Schnitt 72,82 Jahre alt, so liegt die Zahl in der allgemeinen Krankenversicherung bei 69,83 Jahren. Die Zahlen hätten sich in der letzten Jahren verschlechtert, so dass die größeren Steigerungsraten der Ausgaben der landwirtschaftlichen Krankenversicherung im Verhältnis zur allgemeinen Versicherung auf die größer werdenden Unterschiede in der Altersstruktur zurückgeführt werden müssten, heißt es in der Unterrichtung.

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RLV: Bauern packt die kalte Wut!

Themen: Handel,Lebensmittel,Milch,Verbände — info @ 12:11

Handel senkt gleichzeitig Lebensmittelpreise
Bonn (agrar.de) – Zu Beginn dieser Woche senkten die großen Discounter die Preise für zahlreiche Lebensmittel. Praktisch im Gleichschritt passte der Handel dabei seine Preise für viele Produkte – allen voran Milch und Milcherzeugnisse – an. Bereits im April dieses Jahres wurde von verschiedenen Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels eine deutliche Senkung der Verkaufspreise zeitgleich beworben. Diese Verfahrensweise hatte bis in die breite Öffentlichkeit Fragen nach der wettbewerbsrechtlichen Zulässigkeit aufgeworfen. In einem Brief an den Präsidenten des Bundeskartellamtes, Dr. Bernhard Heitzer, kritisiert Friedhelm Decker, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), das Vorgehen der Discounter.

Erneut sei festzustellen, dass der Handel in zahlreichen Tageszeitungen wie auch im Internet sehr ähnliche Werbeanzeigen geschaltet und dabei seine Preise aneinander angepasst habe. „Unsere Mitglieder packt allmählich die kalte Wut“, so Decker und führt aus: „Regelmäßig und unter den Augen der Öffentlichkeit bietet der Lebensmitteleinzelhandel zeitgleich drastische Preissenkungen für hochwertige Lebensmittel marktschreierisch an.“ Gleichzeitig werde bei Landwirten jede noch so kleine Abweichung gesetzlicher Auflagen verfolgt. Das Vorgehen des Handels müsse daher konsequent unter die Lupe genommen werden, fordert der RLV-Präsident.

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NRW: Mehr Freilandgemüse angebaut

Düsseldorf (agrar.de) – In diesem Jahr wurde in Nordrhein-Westfalen auf 20.780 Hektar Gemüse im Freiland zu Verkaufszwecken angebaut. Wie das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik anhand jetzt vorliegender Ergebnisse der allgemeinen Gemüseanbauerhebung mitteilt, waren das 1,6 Prozent mehr als 2004. Die Zahl der Betriebe, die Freilandgemüse anbauten, war 2008 mit 1 487 um 7,1 Prozent niedriger als vier Jahre zuvor.

Der Anbau von Spargel (2.977 Hektar; +16,0 Prozent), Spinat (1.602 Hektar; +0,2 Prozent), Buschbohnen (1.208 Hektar; +6,2 Prozent) und Frischerbsen (1.165 Hektar; +59,2 Prozent) konnte gegenüber dem Jahr 2004 ausgedehnt werden. Die Anbauflächen von Weißkohl (1.023 Hektar; -3,8 Prozent) sowie Möhren und Karotten
(1.976 Hektar; -6,1 Prozent) waren dagegen niedriger als vier Jahre zuvor.

Die abgeerntete Fläche von Erdbeeren auf dem Freiland lag 2008 mit 2.442 Hektar um 2,0 Prozent höher als im Jahr 2004. Die Anbaufläche von Gemüse unter Glas, die allerdings in Nordrhein-Westfalen nur eine geringe Bedeutung hat, war 2008 mit gut 347 Hektar um 44,8 Prozent höher als vier Jahre zuvor; überwiegend wurden hier Gurken (129 Hektar; +232,7 Prozent) und Tomaten (75 Hektar; +69,3 Prozent) angebaut.

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Bioland: Dramatische Milchpreissenkungen des Handels sind unverantwortlich

Themen: Handel,Lebensmittel,Milch,Verbände — info @ 12:11

Verband fordert Milchpolitik für den ländlichen Raum
Mainz (agrar.de) – Der Bioland Verband kritisiert den Lebensmittelhandel für die massiven Preissenkungen für konventionelle Milchprodukte und fordert die Verbraucher auf, nicht bei „Billigheimern“ einzukaufen.

„Die Preissenkungen der Discounter und Supermarktketten für Milchprodukte sind verantwortungslos und gleichen einer Racheaktion gegenüber den Bauern, nach dem diese mit einem Milchstreik auf ihre Not aufmerksam gemacht haben“, so Thomas Dosch, Bioland Präsident. Die Preissenkungen gefährden eine Vielzahl der 100.000 deutschen Milchviehbetriebe. Gepaart mit einer falschen Milchpolitik sind auch Auswirkungen der negativen Preisentwicklung auf den Biomarkt zu befürchten. Es droht eine dramatische Zunahme des Höfesterbens mit erheblichen negativen wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen in vielen Regionen Deutschlands. Bioland fordert den Handel auf, seiner gesamtgesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden, Milchprodukte aus unseren Regionen zu bevorzugen und diese nicht zu verramschen.

Von EU, Bund und Ländern fordert Bioland eine kohärente, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Milchpolitik. Diese muss unterschiedliche Marktinteressen, Umwelt- und Tierschutzziele sowie die Entwicklung von Grünlandregionen in Einklang bringen. Eine Anhebung der Lieferquoten, die sich nicht an der Marktnachfrage orientiert, ist die falsche Antwort auf die Herausforderungen.

Ohne flächendeckende Landwirtschaft mit einer bäuerlichen Milchviehhaltung sind die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung, wie sie in der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung festgehalten sind, nicht zu erreichen.

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DBV: Klassische Züchtungsverfahren dürfen nicht patentiert werden

Verband wendet sich in Beschwerdeverfahren um Tomatenpatent an Europäisches Patentamt

Berlin (agrar.de) – Kreuzung und Selektion prägen seit Jahrhunderten die deutsche Züchtung. Es darf nicht sein, dass diese bekannten und bewährten Methoden durch „Garnierung“ mit technischen Elementen patentierbar werden. Mit deutlichen Worten wandte sich der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born, im Verfahren um die sogenannte „Schrumpeltomate“ an die Große Beschwerdekammer des Europäischen Patentamtes (EPA). Er wies deutlich darauf hin, dass die freie Nutzung herkömmlicher Züchtungsverfahren elementar wichtig für den Züchtungsfortschritte in der Landwirtschaft ist.

Dieser Grundsatz gilt auch für die Hybridzüchtung, die im aktuellen Verfahren G1/08 zur „Schrumpeltomate“ zur Diskussion steht. Vergleichbar dem sogenannten Brokkolipatent, bei dem der DBV ebenfalls deutlich Stellung bezogen hat, muss das Europäische Patentamt auch die Frage klären, wie patentierbare technische Verfahren von nicht patentierbaren klassischen Züchtungsverfahren abzugrenzen sind. Dr. Born stellte klar, dass zur Züchtung neuer Sorten der Züchter auf alle herkömmlichen Zuchtmethoden freien Zugriff haben müsse. Deswegen habe der Gesetzgeber ausdrücklich ein Verbot der Patentierung von „im wesentlichen biologischen Verfahren“ festgeschrieben. Angesicht aktueller Patenterteilungen würde dieser Grundsatz jedoch immer weiter aufgeweicht, beklagte Born. Dies sei eine mehr als besorgniserregende Entwicklung. Die Formulierungen der EU-Biopatent-Richtlinie dürften nicht soweit ausgedehnt werden, dass schon durch die Verwendung einzelner technischer Elemente die Patentierung eines Kreuzungs- oder Selektionsverfahrens und möglicherweise aller damit hergestellten Tiere oder Pflanzen möglich würde.

Der DBV forderte in diesem Zusammenhang erneut die Bundesministerien für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie für Justiz auf, sich für eine Novellierung der Biopatent-Richtlinie einzusetzen. Es müsse endlich sichergestellt werden, dass das bestehende Sortenschutzrecht, welches in der Pflanzenzüchtung schon jetzt die Rechte des Züchters am geistigen Eigentum im ausreichenden Maße schützt, gestärkt und nicht weiter untergraben wird, forderte Born.

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EU-Landwirte reduzieren Schweinefleischproduktion

Deutlicher Rückgang in 2009 erwartet – Zuchtsauenbestände drastisch verkleinert
Hannover (agrar.de) – Viele Schweinefleischerzeuger dürfte es freuen: Für das kommende Jahr zeichnet sich ein deutlicher Rückgang der europäischen Schlachtschweineproduktion ab, zitiert der Landvolk-Pressedienst Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle und des Prognoseausschusses der EU-Kommission.

Für das aktuelle Jahr rechnen Marktexperten mit einer Erzeugung von insgesamt 22,5 Mio. Tonnen (t) in den 27 Mitgliedstaaten. In 2009 soll das Aufkommen um rund zehn Mio. Schweine beziehungsweise 900.000 t auf 21,6 Mio. t sinken. Diese Einschätzung wird durch die Ergebnisse der jüngsten Viehzählung im Frühjahr 2008 gestützt.

In den 15 Mitgliedstaaten, für die derzeit Daten vorliegen, werden rund 90 Prozent des gesamten EU-Schweinebestandes gehalten. Mit insgesamt 143,8 Millionen Schweinen zählten die Statistiker im Mai 2008 dort rund 8,5 Mio. beziehungsweise 5,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Damals umfasste der Schweinebestand noch 151,8 Mio. Tiere. Noch bedeutsamer werten die Marktbeobachter allerdings den Abbau der Zuchtsauenbestände in vielen Ländern Europas. Im Jahr 2007 hielten die Landwirte noch 14,37 Mio. Zuchtsauen in ihren Ställen. Im Mai 2008 waren es mit 13,12 Mio. Sauen rund 1,25 Mio. Tiere oder 8,7 Prozent weniger. Noch nie zuvor haben die Landwirte ihre Sauenbestände derart drastisch abgestockt.

Bislang ist die Reduzierung der Tierbestände in vielen EU-Ländern noch nicht in vollem Umfang spürbar gewesen. So haben zwar auch die Landwirte in Deutschland, Spanien, den Niederlanden und Frankreich ihre Schweinebestände reduziert, dennoch übertrafen die Schlachtzahlen dort auch in jüngster Zeit noch das Vorjahresniveau. Marktexperten führen dies zum einen auf die höhere Produktivität der Sauen zurück und zum anderen darauf, dass sich viele Bauern aufgrund der wirtschaftlichen Situation ganz von ihren Beständen getrennt haben und diese schlachten ließen. Gleichzeitig führten – wie beispielsweise besonders in Deutschland – höhere Lebendeinfuhren dazu, dass die Schweinefleischerzeugung in einigen EU-Ländern noch nicht abgenommen hat.

Während die ZMP für einige Länder zum Jahresende mit einem deutlich abnehmenden Angebot rechnet, soll sich der Produktionsrückgang gerade in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden jedoch in Grenzen halten. Dagegen macht sich die starke Verringerung der Schlachtungen in Dänemark und Großbritannien bereits jetzt bemerkbar, in Osteuropa sogar schon seit dem Sommer. Dementsprechend rechnen die Bonner Marktbeobachter bereits für 2008 mit einem Rückgang der Schweineproduktion von bis zu 2,0 Prozent gegenüber 2007. Dann könnten sich auch die Schweinepreise wieder auf einem erfreulicheren Niveau bewegen.

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06. November 2008

Große Ernte bei Mostobst 2008 in Baden -Württemberg

Stuttgart (agrar.de) – „Mehr Konsum heimischer Fruchtsaftgetränke“, so Regierungspräsident Johannes Schmalzl bei dem Fruchtsafthersteller Mayer in Stuttgart Uhlbach bei einem Treffen zwischen Herrn Regierungspräsident Johannes Schmalzl, Frau Doris Peppler-Kelka (Vorsitzende des Förderkreises Stuttgarter Apfelsaft), Vertretern des Verbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft (VdaW), Gemeinderäten und Vertretern des Ministeriums für Ernährung und Ländlicher Raum. Dabei wurde über die diesjährige Mostobstsaison diskutiert. „Die riesige Erntemenge hier im Land und in den Hauptimportländer Polen, Tschechien und China bescherte uns Mostobstpreise, die für Erzeuger und uns Verarbeiter in keinster Weise zufrieden stellend waren“, so Albert Mayer. „Die baden-württembergischen Fruchtsaftbetriebe sind überwiegend mittelständisch geprägt, ihre Verarbeitungskapazität liegt zwischen 1.000 t und 70.000 t Äpfeln. Um uns zukünftig dem globalen Markt stellen zu können, müssen wir die Qualität unseres heimischen Fruchtsaftes in den Vordergrund rücken.“

Die diesjährige Situation bei Äpfeln zur Saftproduktion (Mostäpfeln) ist geprägt von einer hohen Erntemenge in Baden-Württemberg, Deutschland und des Haupterzeugers Polen. Nach einer Missernte in Polen 2007 wird dort dieses Jahr mit einer Apfelernte in Höhe von 3,5 Mio. t gerechnet, das sind 750.000 t über dem langjährigen Durchschnitt.

Nach ersten Berechnungen liegt die Erntemenge in Deutschland bei ca. 900.000 t. davon werden 50 % in Baden – Württemberg verarbeitet, also ca. 450.000 t. Bedingt durch die sogenannte Alternanz, d.h. des Wechsels einer schwächeren mit einer guten Ernte, wurde in Baden – Württemberg die Vorjahresmenge im Streuobst deutlich übertroffen. Der Behang der Bäume war sehr hoch. Die Äpfel sind wegen der ausreichenden Wasserversorgung sehr groß und wuchsen aufgrund der Regenfälle der letzten Wochen weiter an. Jeder Millimeter Zuwachs pro Durchmesser erhöhte die Ernte um 4%. In diesem Jahr zeigen sich besonders die Unterschiede zwischen gut und schlecht gepflegten Streuobstwiesen, welche die Hauptgrundlage des heimischen Fruchtsaftes darstellen. Die großen Erntemengen auch in Osteuropa belasteten den Rohwarenmarkt deutlich und führte zu einem Absinken des Mostobstpeises gegenüber des Vorjahres auf unter 8 Euro je dt. in ganz Europa. Zusammen mit dem System des Lohnmostes (Tausch Obst gegen Saft) kann eine bessere Rentabilität im Streuobst auch für den Obsterzeuger erzielt werden.

Die Fruchtsaftbetriebe hatten in den letzten Wochen eine harte Kampagne zu vollziehen. Die Obstannahmestellen wurde regelrecht überfüllt. Die Obstpressen und Konzentratanlagen waren rund um die Uhr im Einsatz. Die Mostobsternte in nunmehr fasst vollständig abgeschlossen. Fruchtsäfte frisch fruchtig aus der neuen Ernte sind im Handel.

Fruchtsäfte aus Obst von heimischen Streuobstwiesen – meist ausgezeichnet mit dem Gütezeichen „Qualitätszeichen Baden-Württemberg“ – finden beim Verbraucher der besonderen Beliebtheit. Diese Fruchtsäfte werden laufend von der LWVO in Weinsberg analytisch und sensorisch auf Geschmack und Bekömmlichkeit geprüft. Apfelsaft aus Obst von heimischen Streuobstwiesen ist ein Genuss.

Zahlen zur Branche:

In Baden – Württemberg gibt es ca. 120 Fruchtsafthersteller, so viele wie in keinem anderen Bundesland. Sie erzeugen im Durchschnitt der Jahre ca. 250 Mio. Liter Apfelsaft, dies ist die Hälfte der deutschen Produktion von 500 Mio. Liter. Insgesamt werden in Deutschland pro Kopf 12 Liter Apfelsaft getrunken, in Summe 1 Mrd. Liter Apfelsaft pro Jahr. Ca. 500 Mio. Liter kommen aus dem Ausland (Polen, Tschechien, Italien, China).

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Waldzustandsbericht Berlin-Brandenburg 2008

Themen: Berlin,Brandenburg,Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 09:11

Berliner Eichen geht es besser
Berlin (agrar.de) – Der gestern veröffentlichte Waldzustandsbericht 2008 für die Region Berlin-Brandenburg zeigt ein differenziertes Bild: In Brandenburg setzte sich der Trend zur Verringerung der Waldschäden nicht fort. Dagegen kann für Berlin eine Verbesserung des Zustands der Waldbäume verzeichnet werden, wenn auch weiterhin auf einem deutlich höheren Schadniveau gegenüber Brandenburgs Wäldern.

Für die Wälder der Region Berlin-Brandenburg gab es nach einem milden Winter und einer relativ feuchte Witterung zum Vegetationsbeginn in diesem Jahr keinen extremen Witterungsstress.

In Berlin ist mit dem Ergebnis der Waldzustandserhebung 2008 eine positive Entwicklung über die letzten drei Jahre erhalten geblieben, ohne aber wieder das Niveau vor 2003 zu erreichen. Die deutlichen Schäden liegen bei 29 % (-3 %-Punkte). Erfreulich ist die Zunahme der Anteile der Schadstufe 0 auf 16 % (+6 %-Punkte).

Der Gesundheitszustand der Eichen in den Berliner Wäldern hat sich nach günstigen Witterungsbedingungen in 2007 und 2008 deutlich verbessert. Mit 57 % deutlich geschädigter Eichen ist ein Rückgang um 12 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Das Schadniveau ist damit aber immer noch sehr hoch und liegt weiterhin deutlich über den Werten, die vor dem extremen Trockenjahr 2003 ermittelt wurden. Bei den Kiefern hat sich dagegen die 2006 und 2007 beobachtete Erholung des Kronenzustandes nicht fortgesetzt. Der Anteil deutlicher Schäden stieg von 20 % im Vorjahr auf jetzt 24 %.

Frau Staatssekretärin Krautzberger sagte dazu: „Ich freue mich, dass es dem Berliner Wald wieder besser geht. Vor allem die positive Entwicklung der Eiche ist hervorzuheben, da ihr bei der Entwicklung naturnaher Wälder eine immer größere Bedeutung zukommt. Der positive Trend darf uns jedoch vor dem Hintergrund des Klimawandels nicht beruhigen. Die durch zunehmende Witterungsextreme steigenden Risiken müssen die Berliner Forsten bei der Pflege der Wälder weiterhin berücksichtigen. Dafür schöpfen sie im Rahmen der nach FSC und Naturland zertifizierten ökologischen Waldbewirtschaftung alle Möglichkeiten zur Stabilisierung der Waldökosysteme und zum Aufbau vitaler, stresstoleranter Wälder aus. Zusätzlich müssen stoffliche Einträge – in Berlin insbesondere Stickoxyde aus dem Verkehr – weiter reduziert werden.“

Der Waldzustandsbericht ist ab sofort auch unter der Internetseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung verfügbar.

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Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Schweine,Statistik,Wirtschaft — info @ 08:11

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 580 angebotenen Schweinen, alle Schweine in 4 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,51 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,49 Euro bis 1,52 Euro verkauft.

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Niedersachsen: Feldgemüseanbau legte kräftig zu

Größte Anbaufläche der vergangenen 50 Jahre – Spargel ist Hauptkultur
Hannover (agrar.de) – Auf den niedersächsischen Äckern erobert der Gemüseanbau verlorenes Terrain zurück. Nach Angaben des Landvolks Niedersachsen ist in diesem Jahr soviel Freilandgemüse angebaut worden wie in den vergangenen 50 Jahren noch nicht.

Der niedersächsische Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie hat eine Erntefläche von 19.475 Hektar (ha) ermittelt, 2.943 ha davon entfielen allerdings auf Erdbeeren. Gegenüber dem vergangenen Jahr ist das eine Steigerung um 13,1 Prozent: Im Jahr 2007 wurden 17.223 ha Freilandgemüse und Erdbeeren angebaut. Bis in die 60er Jahre hatte sich der Freilandgemüseanbau positiv entwickelt und 1967 mit gut 16.000 ha seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Doch danach ging die Anbaufläche Jahr für Jahr zurück und hatte sich in den 80er Jahren mit weniger als 8.000 ha mehr als halbiert. Ab 1992 nahm die Anbaufläche dann wieder zu. Besonders stark war der Anstieg ab 2002.

Wichtigste Gemüseart ist nach wie vor der Spargel, der mit gut 4.000 ha allein ein Fünftel der Anbaufläche einnimmt. Hinzu kommen 700 ha Neuanpflanzungen. Große Areale werden auch mit Eissalat bepflanzt, der in diesem Jahr auf über 3.000 ha mit deutlich steigender Tendenz wuchs. Möhren und Karotten stehen mit zehn Prozent der Anbaufläche, das sind knapp 2.000 ha, an dritter Stelle, dicht gefolgt von Zwiebeln mit knapp 1.800 ha. Größere Flächenanteile entfallen auf die übrigen Kohlarten zusammen sowie Buschbohnen. Die Anbaupalette von Gemüse im Freiland ist erheblich größer, die einzelnen Flächenanteile fallen jedoch geringer aus. So wuchsen beispielsweise Stangenbohnen lediglich auf einem Hektar. Traditionelle Hochburgen des Gemüseanbaus in Niedersachsen sind das Gebiet um Langförden-Vechta im Weser-Ems-Gebiet, die Region Hannover sowie das Einzugsgebiet um Hamburg mit Bardowick. Niedersachsen ist eine der wichtigsten Anbauregionen für Gemüse in Deutschland, knapp ein Fünftel des gesamten deutschen Feldgemüseanbaus ist hier konzentriert.

Während die „Platzhirsche“ ihre Stellung auf dem Acker weitgehend behauptet haben, gab es bei den Gemüsearten mit geringerer Anbaufläche teilweise deutliche Flächenveränderungen. Besonders kräftig wurden die Flächen für Frischerbsen, Meerrettich, Chicoree und Feldsalat ausgedehnt. Erheblich an Fläche verloren haben dagegen Rotkohl, Rosenkohl und Kopfsalat sowie Knollenfenchel. Bei den meisten Gemüsearten konnten die Bauern eine durchschnittliche Ernte einbringen. Gut bekommen ist die Witterung dagegen offenbar dem Rosenkohl, dessen Ertrag sich gegenüber dem langjährigen Durchschnitt ungefähr verdoppelte. Auch bei Rotkohl, Buschbohnen und Spargel wurde ein überdurchschnittlicher Ertrag erzielt.

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