13. November 2008

Nüssel: Sicherheitsnetz und Modulationsregeln erhalten

Themen: EU,GAP,Verbände — info @ 14:11

Berlin (agrar.de) – Mit Blick auf die in der kommenden Woche anstehenden Entscheidungen im Plenum des Europäischen Parlaments (EP) und im EU-Agrarministerrat zum Health Check der Gemeinsamen Agrarpolitik erneuert Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), seine Forderung nach verlässlichen politischen Rahmenbedingungen, die es den genossenschaftlichen Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette ermöglichen, weiterhin erfolgreich am Markt zu agieren.

Bei der Intervention von Getreide, Butter und Magermilchpulver lehnt Nüssel den sofortigen Einstieg in ein Ausschreibungsverfahren strikt ab, weil damit ein EU-weites und flächendeckendes Sicherheitsnetz als kalkulierbare Grundlage für Landwirte und Unternehmen nicht mehr gewährleistet wäre. „Gerade die jüngsten Entwicklungen in der Milch- und Getreidewirtschaft unterstreichen die Notwendigkeit, für diese Märkte auch in Zukunft ein wirksames Sicherheitsnetz zu erhalten“, so Nüssel. Für vertretbar hält es der DRV, künftig die Getreideintervention auf Weizen zu beschränken.

Nüssel begrüßt, dass der EP-Agrarausschuss weitere Forderungen des DRV im Milchbereich unterstützt und sich damit für eine Abmilderung der Kommissionsvorschläge einsetzt. So hat der Ausschuss dafür gestimmt, die Milchquote zunächst nur zweimal zu erhöhen und alle zusätzlichen Maßnahmen von der weiteren Marktentwicklung abhängig zu machen. Zudem hat sich der Ausschuss für die Einrichtung eines Fonds zur Gestaltung von Begleitmaßnahmen im Milchsektor ausgesprochen.

Kritik äußert Nüssel am Votum des EP-Agrarausschusses, die Basismodulation zu erhöhen und zudem eine progressive Modulation einzuführen. „Das würde die Leistungsfähigkeit unserer Agrargenossenschaften erheblich beeinträchtigen und sie ungerechtfertigt benachteiligen. Die politisch Verantwortlichen müssen die zugesagte Planungssicherheit bis 2013 gewährleisten und für verlässliche, kalkulierbare politische Rahmenbedingungen sorgen. Die Einführung der progressiven Modulation würde zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen bei den als Mehrfamilienbetriebe tätigen Agrargenossenschaften führen“, so Nüssel.

Der DRV-Präsident hat Bundesministerin Ilse Aigner und die deutschen Abgeordneten im Europäischen Parlament nochmals gebeten, sich bei den anstehenden Beschlüssen zum Health Check für den unveränderten Fortbestand der Modulationsregeln der Direktzahlungen einzusetzen.

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Hauk begrüßt Vereinfachung der Obst- und Gemüsevermarktungsnormen

26 produktspezifische Vermarktungsnormen werden abgeschafft
Stuttgart (agrar.de) – Die Liste der Obst- und Gemüsearten, für die die EU produktspezifische Vermarktungsnormen vorschreibt, wird um 26 auf zehn reduziert. Gestrichen werden unter anderem die Normen für Gurken, Spargel, Zwiebeln, Blumenkohl, Aprikosen und Pflaumen. Damit fällt künftig auch die in den Medien viel zitierte Bestimmung zur Gurkenkrümmung weg“, sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk nach der Bekanntgabe des Beschlusses durch die EU-Kommission.

Im Gegenzug werde eine für alle Obst- und Gemüsearten geltende einfache allgemeine Vermarktungsnorm eingeführt, die zwar noch Mindestanforderungen bezüglich Qualität und Kennzeichnung vorschreibe, jedoch nicht mehr die Einteilung der Erzeugnisse in Güteklassen. „Eine Deregulierung in diesem Bereich wird von uns seit langem gefordert und war an der Zeit“, betonte Hauk und zeigte sich erfreut über die neue Regelung.

Hauk hält eine einfache Vermarktungsnorm für alle Obst- und Gemüsearten für ausreichend. „Eine weitergehende qualitative Differenzierung und die Auslobung besonderer Qualitäten, beispielsweise im Premiumbereich, ist zwar weiterhin möglich, dies ist jedoch freiwillig und ausschließlich Sache der Wirtschaft“, so der Minister. Daher müssten auch die noch verbleibenden zehn produktspezifischen Normen, zum Beispiel für Äpfel, Birnen, Tomaten oder Gemüsepaprika, in absehbarer Zeit nochmals erneut auf den Prüfstand.

Die Überarbeitung der Vorschriften geht auf die Beschlüsse des EU-Agrarministerrats zur Reform der gemeinsamen Marktorganisation für Obst- und Gemüse vom Juni 2007 unter deutscher Präsidentschaft zurück. Dort wurde, auch auf maßgebliches Drängen Deutschlands hin, eine deutliche Vereinfachung der Vorschriften in Bezug auf die Vermarktungsnormen bei Obst und Gemüse beschlossen. Ganz verzichten möchte Hauk auf ein System amtlich vorgegebener Vermarktungsnormen jedoch auch künftig nicht – nicht zuletzt auch angesichts des hohen Importanteils bei einigen Produkten.

„Allgemein akzeptierte und amtlich kontrollierte Mindeststandards, wie wir sie nicht nur bei Obst und Gemüse, sondern auch bei anderen Agrarprodukten, wie beispielsweise Eiern, haben, sind wichtige Elemente der Qualitätssicherung. In Verbindung mit der entsprechenden Kennzeichnung sorgen sie für Markttransparenz und fairen Wettbewerb. Für den Verbraucher sind sie eine Orientierungshilfe beim Einkauf“, erklärte der Agrarminister. Allerdings müssten die Regelungen gelegentlich überprüft und an aktuelle Entwicklungen angepasst werden, dem habe die EU nun Rechung getragen.

Zusatzinformation:

Vermarktungsnormen für frisches Obst und Gemüse beruhen auf EU-Recht und gelten unmittelbar in jedem Mitgliedstaat, sowohl beim Handel im Binnenmarkt als auch bei der Ein- und Ausfuhr. Sie müssen auf allen Handelsstufen, das heißt bei der Erzeugung, beim Großhändler und im Einzelhandel angewendet werden. Ausgenommen sind Erzeugnisse, die vom Erzeuger ab Hof verkauft werden.

Produktspezifische Vermarktungsnormen gelten künftig nur noch bei folgenden Obst- und Gemüseerzeugnissen: Äpfel, Zitrusfrüchte, Kiwis, Salate, Pfirsiche und Nektarinen, Birnen, Erdbeeren, Gemüsepaprika, Tafeltrauben und Tomaten. Für die übrigen Obst- und Gemüseerzeugnisse gilt nur noch eine einfache allgemeine Vermarktungsnorm. Diese enthält Bestimmungen zu den Mindesteigenschaften und zur Kennzeichnung. So muss im Handel angebotenes frisches Obst- und Gemüse beispielsweise genügend reif sein, sowie gesund und frei von Schädlingen. Die neuen Regelungen treten am 1. Juli 2009 in Kraft. Bereits seit dem 1. Januar 2008 gilt für alle Obst- und Gemüsearten, die in frischem Zustand gehandelt werden, dass sie mit der Angabe des Herkunftslandes versehen sein müssen.

Die Gurkenkrümmung hat in der Vergangenheit immer wieder für Interesse gesorgt. Nach der alten Regelung durften die Gurke bei Einstufung in Klasse I eine maximale Krümmung von 10 Millimeter auf 10 Zentimeter Länge aufweisen.

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Brandenburg: Weniger gewerbliche Rinderschlachtungen

Potsdam (agrar.de) – In den ersten neun Monaten 2008 wurden in Brandenburg 15 030 Rinder (ohne Kälber) inländischer Herkunft gewerblich geschlachtet. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, entsprach das im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Rückgang um 29,3 Prozent.

Die Zahl der gewerblichen Schweineschlachtungen inländischer Tiere verringerte sich in den ersten drei Quartalen 2008 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp 26.000 Tiere oder 2,3 Prozent auf 1.122.486 Tiere. Im Vergleichszeitraum wurden mit 202.134 Tieren 55,2 Prozent mehr Schweine ausländischer Herkunft (vor allem aus Dänemark) gewerblich geschlachtet.

Die gewerblichen Schafschlachtungen inländischer Tiere umfassten im Zeitraum Januar bis einschließlich September 62 483 Tiere. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum war hier ein Anstieg um 27,4 Prozent zu verzeichnen.

Da weniger Rinder gewerblich geschlachtet wurden, kam es zu einer Reduzierung der Schlachtmenge bei diesen Tieren. So verringerte sich hier die gewerbliche erzeugte Schlachtmenge in den ersten neun Monaten 2007 um 35,2 Prozent auf 4.603 Tonnen. Bei den Schweinen vergrößerte sich die gewerblich erzeugte Schlachtmenge in den ersten neun Monaten 2008 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 3,0 Prozent auf 119.289 Tonnen. Die wesentliche Ursache war der deutliche Anstieg der Schlachtungen von Schweinen aus dem Ausland. Die Schafschlachtmenge stieg sich im betrachteten Zeitraum auf 1.375 Tonnen (+27,4 Prozent).

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Saarland: Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2008 vorgestellt

Themen: Bundesländer,Saarland,Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 11:11

Saarbrücken (agrar.de) – „Der Gesundheitszustand des saarländischen Wald hat sich weiter verbessert“, so der saarländische Umweltminister Stefan Mörsdorf bei der Vorstellung der Waldschadenserhebung 2008. „Der Trend zur Erholung, der im Jahre 2006 begonnen hat, hat sich fortgesetzt. Aber der saarländische Wald leidet nach wie vor unter den Folgen des Trockenjahres 2003.“

Die deutlichen Waldschäden haben sich laut Bericht 2008 um 5%-Punkte auf nunmehr 38% vermindert. Sie liegen damit aber noch weit über dem ursprünglichen Niveau vor 2003. Bei unverändertem Stand der schwachen Schäden reduzierten sich die Gesamtschäden auf 82% – nur 18% weisen keine äußerlich erkennbaren Kronenschäden auf.

Unterstützt wurde diese Entwicklung durch insgesamt gute klimatische Bedingungen. Nach dem regenreichen Sommer 2007 waren die Niederschlagsmengen und der Temperaturverlauf auch 2008 für das Waldwachstum ausreichend bis günstig: verstärktes Triebwachstum und Ausbildung der Assimilationsorgane konnten chronische Schäden der Vorjahre weiter mildern.

Merklich verbessert haben sich besonders die älteren, über 60-jährigen Waldbestände mit Rückgang der deutlichen Schäden um 9% auf 53%. Besonders positiv ist in letzter Zeit die Beobachtung des Regenerationsvermögens der älteren Buchen mit Verminderung der deutlichen Schäden um 25% Punkte auf 46%.

Auch bei Fichte, Douglasie und der Gruppe der Sonstigen Laubbäume ist eine deutliche Verbesserung zu verzeichnen. Die Eichen und Sonstigen Nadelbäume verbleiben auf dem Stand des Vorjahres, nur bei der Kiefer haben die Schäden geringfügig zugenommen.

Die jüngeren, unter 60jährigen Bäume sind insgesamt wesentlich geringer geschädigt. Die deutlichen Schäden liegen bei 16%. Gegenüber dem letzten Jahr unverändert ist der Schadenszustand bei Buche und Fichte, verschlechtert haben sich Eiche und Kiefer.

Weiterhin Sorge bereitet die Bodenversauerung: Der negative Trend auf Böden aus basenarmen Ausgangssubstraten (Buntsandstein, Quarzit) hat sich fortgesetzt. Diese Standorte machen im Saarland ca. 2/3 der Waldflächen aus. Besorgniserregend ist insbesondere, dass auch basen- und nährstoffreichere Standorte, wie der Saarkohlenwald, nicht aus dieser Tendenz ausgeklammert werden können. Die Prozesse verlaufen hier nur verlangsamt. Lediglich die basenreichen Standorte auf Muschelkalk können die extremen Säureeinträge abpuffern.

„Da der Mischwaldanteil erheblich gestiegen ist, sind waldbauliche Maßnahmen zu einem großen Teil ausgeschöpft. Auf eine ergänzende Waldkalkung kann daher nicht verzichtet werden“, so Minister Mörsdorf

Hintergrund:
Die Waldzustandserhebung erfolgt nach bundesweit einheitlichen Kriterien durch Ansprache des Gesundheitszustandes von Einzelbäumen nach äußeren Merkmalen, insbesondere nach dem Belaubungs- bzw. Benadelungszustand. Die Aufnahme erfolgt von Ende Juli bis Mitte August an 96 Stichprobenpunkten im 2X4-km-Raster mit jeweils 24 zufällig ausgewählten ständigen Einzelbäumen. Die Einstufung erfolgt in fünf Schadstufen von Schadstufe 0 (ohne äußere Merkmale) bis Schadstufe 4 (abgestorben). Darüber hinaus werden auftretende Vergilbungen von mehr als 25% der Blatt-Nadelmasse in der Schadeinstufung berücksichtigt. Die Schadstufen 2-4 werden als „deutliche“ Schäden zusammengefasst. Zusätzlich erfolgt eine Einschätzung des Befalls mit Schadorganismen (z.B. Borkenkäfer oder Buchenspringrüssler).

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Weniger Raps ausgesät als erwartet

Themen: Anbauflächen,Pflanzen,Raps — info @ 09:11

Deutsche Anbaufläche zur Ernte 2009 ist nur um 56.000 Hektar gestiegen
Hannover (agrar.de) – Bei der diesjährigen Herbstbestellung ist nach Angaben des Landvolks Niedersachsen in Deutschland deutlich weniger Raps ausgesät worden, als zunächst erwartet worden war.

Eine Prognose, die jetzt im Auftrag der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (Ufop) erstellt worden ist, schätzt die Rapsfläche auf 1,421 Mio. Hektar (ha). Das ist zwar gegenüber der Fläche von 1,365 Mio. ha im vergangenen Jahr eine leichte Steigerung um 4,1 Prozent, der Anbauumfang von 1,53 Mio. ha im Jahr 2006 wird aber deutlich unterschritten. Erste Befragungen im Juni hatten noch eine geplante Erhöhung der Anbaufläche um 115.000 ha ermittelt; die jetzt realisierten Flächenausdehnung um 56.000 ha ist jedoch nur knapp halb so hoch ausgefallen. Als Ursache für die nur verhaltene Erhöhung der Anbaufläche vermutet die Ufop eine Verunsicherung der Bauern durch die Diskussion um die Kürzung der Biokraftstoffquoten, aber auch durch die verringerte Wettbewerbsfähigkeit von Biodiesel und Pflanzenöl als Reinkraftstoff durch die steigende Besteuerung.

Stärker als im Bundesdurchschnitt ist die Rapsanbaufläche unter anderem in Niedersachsen ausgedehnt worden. Hier wurden zur Ernte 2009 mit 121.722 ha 6,4 Prozent mehr Raps ausgesät als im Herbst des vergangenen Jahres, als 114.400 ha mit Raps bestellt wurden. Im Vergleich mit den Anbauflächen der übrigen Bundesländer steht Niedersachsen allerdings erst an siebter Stelle. Über die größte Rapsfläche verfügt Mecklenburg-Vorpommern, wo mit 231.000 ha fast doppelt soviel Raps wächst wie in Niedersachsen. Mit Abstand folgt Bayern und einer Anbaufläche von 172.000 ha. Auch in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg und Thüringen wird mehr Raps angebaut als in Niedersachsen. Die Schwerpunkte des deutschen Rapsanbaus liegen somit in den neuen Bundesländern, wo knapp die Hälfte des deutschen Rapses wächst.

Den Rückgang der Anbaufläche nimmt die Ufop erneut zum Anlass, die Aussetzung der nächsten Stufen der Steuererhöhung auf Biodiesel zu fordern, zumal die als Ausgleich zugesagten Quotenverpflichtungen zur Beimischung von Biokraftstoffen gekürzt werden sollen. Im vergangenen Jahr hätten mehr als 12 Prozent des deutschen Dieselbedarfs durch Biodiesel und Pflanzenöl ersetzt werden können. Das Ziel der Einsparung im Transportsektor von mindestens 30 Mio. Tonnen (t) CO2 habe damit bereits zu mehr als einem Drittel erfüllt werden können. Deutschland ist in Europa der wichtigste Produktionsstandort und Markt für Raps und Rapsöl. Die Verarbeitungskapazität der deutschen Ölmühlen von mehr als 6,6 Mio. t übersteigt die mögliche Erntemenge des Jahres 2009 deutlich. Damit droht den deutschen Rapsanbauern der Verlust von Marktanteilen.

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Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Schweine,Statistik,Wirtschaft — info @ 09:11

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 610 angebotenen Schweinen, alle Schweine in 4 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,54 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,54 Euro bis 1,55 Euro verkauft.

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Die meisten Mutterkühe weiden im Norden

Themen: Bundesländer,Rinder,Statistik,Tierbestände — info @ 09:11

Bei der Haltung dominieren Kleinbetriebe – Viele Mutterkuhhalter sind im Süden
Hannover (agrar.de) – Ob mit eher kleinen Galloways oder den großrahmigen Charolais – die Haltung von Mutterkühen ist in Deutschland weit verbreitet. Die meisten Mutterkühe sind jedoch im Norden der Republik zu finden, zitiert der Landvolk-Pressedienst Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rinderzüchter (ADR).

Demnach werden in Deutschland insgesamt 667.958 Rinder dieser extensiven Haltungsform zugerechnet. Die meisten Mutterkühe werden mit 91.997 Tieren in Brandenburg gehalten, gefolgt von Niedersachsen mit 73.032 auf Rang zwei. Die Bauern in Mecklenburg-Vorpommern halten 68.630 Mutterkühe, die in Nordrhein-Westfalen 66.055 und ihre Berufskollegen in Bayern 65.819 Tiere. In Baden-Württemberg werden 59.249 Mutterkühe gehalten, in Rheinland-Pfalz 45.588, in Schleswig-Holstein 44.706 und in Hessen 42.446 Mutterkühe. In allen anderen Bundesländern werden jeweils weniger als 38.000 Rinder als Mutterkühe gehalten.

Die meisten Mutterkuh haltenden Betriebe gibt es dagegen im Süden: So beschäftigen sich allein in Bayern 8.505 Landwirte mit diesem Betriebszweig und in Baden-Württemberg weitere 7.035 Landwirte. Damit sind in diesen beiden Bundesländern mehr als zwei Drittel aller deutschen Mutterkuhhalter zu finden. In Nordrhein-Westfalen halten 6.009 Landwirte und in Niedersachsen 5.222 Berufskollegen Mutterkühe. Damit entschieden sich in Niedersachsen wieder mehr Landwirte für die Mutterkühe, auch die Zahl der gehaltenen Tiere je Betrieb hat sich etwas erholt. Nachdem die EU-Prämien von der Produktion entkoppelt wurden, hatten sich 12,6 Prozent aller Halter im Laufe des Jahres 2006 von ihren Tieren getrennt. Der niedersächsische Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie zählte Ende 2006 nur noch 4.965 Betriebe, auf denen Mutterkühe gehalten wurden.

Noch stärker sank damals die Zahl ihrer Kühe, sie schrumpfte um 13,4 Prozent auf 66.406. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind es dagegen nur 1.859 beziehungsweise 1.262 Landwirte. Insgesamt registrierten die Statistiker in diesem Jahr in Deutschland 45.440 Betriebe mit Mutterkühen.

Bundesweit dominieren bei der Haltung der Mutterkühe die Kleinbetriebe, wenn auch in diesem Betriebszweig wie in der restlichen Rinderhaltung ein Trend zu größeren Strukturen erkennbar ist. Doch spezialisierte Mutterkuhhalter mit großen Herden sind immer noch die Ausnahme. So besitzen nur rund 1,9 Prozent aller Mutterkuhhalter eine Herde, die mehr als 100 Tiere umfasst, 3,1 Prozent der Halter wirtschaften mit 50 bis 99 Kühen. Meist ist die Mutterkuhhaltung nur ein ergänzender Betriebszweig mit geringer Wirtschaftlichkeit zur Nutzung von Restgrünland, das sich nicht anders verwerten lässt. Aber auch Hobbyhaltungen mit wenigen Tieren sind verbreitet. So besitzen gut 63,4 Prozent der Mutterkuh haltenden Betriebe zwischen einer und neun Kühen, jeder fünfte Betrieb hält zwischen zehn und 20 Kühen.

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12. November 2008

DBV: Transparenz und Glaubwürdigkeit wird geopfert

Themen: Agrarrecht,EU,Gemüse,Lebensmittel,Obst,Verbände — info @ 14:11

Berlin (agrar.de) – Die EU-Kommission hat nach Ansicht des Deutschen Bauernverband (DBV) eine viel zu weit gehende Vereinfachung der Vermarktungsnormen für Obst und Gemüse beschlossen. Von den bisher existierenden spezifischen 37 Vermarktungsnormen bleiben lediglich noch 10 bestehen. Darüber hinaus wird eine wenig aussagekräftige allgemeine Vermarktungsnorm für alle anderen Obst- und Gemüsearten eingeführt.

Für den DBV sei dies völlig unverständlich und nicht nachvollziehbar, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Verbandes. „Ein funktionierendes System, dass für einen transparenten und funktionierenden Handel weltweit bei frischem Obst und Gemüse gesorgt hat und zudem für die Verbraucher neben der Transparenz gleichzeitig die Versorgung mit hochwertigen Qualitätsprodukten sicherstellte, wird ohne Not dem Vereinfachungsdrang und Bürokratieabbau geopfert“, kommentierte der DBV. Diese Entscheidung geht zurück auf die Reform der Marktorganisation für Obst und Gemüse im Jahre 2007.

Beibehalten werden in Zukunft spezifische Vermarktungsnormen für Äpfel, Zitrusfrüchte, Kiwis, Salate, Pfirsiche und Nektarinen, Birnen, Erdbeeren, Paprika, Tafeltrauben und Tomaten. Alle anderen bisher existierenden spezifischen Vermarktungsnormen so unter anderem für Lauch, Zwiebeln, Kohl, Gurken, Blumenkohl, Möhren, Pflaumen, Spargel und Kirschen werden aufgehoben. Damit hat sich die Europäische Kommission gegen die Stimmen fast aller Wirtschaftsbeteiligten auf europäischer und deutscher Ebene durchgesetzt.

Der DBV hatte sich in den vorausgegangenen Beratungen zwar nicht gegen eine erforderliche Vereinfachung der Vermarktungsnormen ausgesprochen. Er hat aber dafür votiert, dass bestehende System der europäischen Vermarktungsnormen in ihrer Substanz beizubehalten. Mit der nun Quasi-Abschaffung werden sowohl für den Handel als auch für den Verbraucher bestehende Vorteile klarer Qualitäts- und Güteeigenschaften sowie deren Etikettierung ebenso wie das diesbezüglich funktionierende – und wie die Vergangenheit immer wieder gezeigt hat auch erforderliche – staatliche Kontrollsystem ausgehöhlt. Nunmehr steht zu befürchten, dass es eine Vielzahl unterschiedlicher Privathandelsnormen geben wird, die sowohl beim Verbraucher als auch im Handel für Verwirrung sorgen werden. Die Selbstbedienung bei Obst und Gemüse im Supermarkt darf aber nicht in einer „Wühlkiste“ enden.

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Rheinland-Pfalz: 217 Millionen Euro der EU für Landwirtschaft und ländlichen Raum

Themen: Bundesländer,EU,Förderung,Rheinland-Pfalz — info @ 14:11

Mainz (agrar.de) – Für die Landwirte und den ländlichen Raum des Landes wurden im abgelaufenen EU-Haushaltsjahr 2008 (16.10.2007 bis 15.10.2008) insgesamt rund 217,4 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) und des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) bereitgestellt. Dies teilte der rheinland-pfälzische Landwirtschaftsminister Hendrik Hering mit. Die Zahlungen der EU leisteten einen wichtigen Beitrag zur Sicherung einer flächendeckenden, wettbewerbsfähigen und marktorientierten Land- und Weinwirtschaft, die Ressourcen schonend wirtschaftet und hochwertige Nahrungsmittel erzeugt, betonte der Minister.

Der größte Teil der EU-Mittel floss mit rund 176,3 Millionen Euro für Betriebsprämien, die nach der Reform der Europäischen Agrarpolitik in Abkehr von den früheren Flächen- und Tierprämien eine von der eigentlichen Produktion unabhängige Beihilfe darstellen. Die Zahlungen dienen dem Erhalt eines ökologisch und landwirtschaftlich guten Zustandes der landwirtschaftlichen Flächen und sind dabei an die Einhaltung von Umwelt-, Tierschutz- sowie Lebensmittelsicherheitsstandards gebunden, erläuterte Hering.

Die EU-Zahlungen für Umstrukturierungsmaßnahmen im Weinbau und die Rodung von Rebflächen umfassten rund 7,4 Millionen Euro. Im Bereich Obst und Gemüse wurden für Interventionsmaßnahmen zur Marktentlastung und für Beiträge zu den Fonds der Erzeugerorganisationen insgesamt rund 4,8 Millionen Euro gezahlt.

Für die Fördermaßnahmen des ab dem Jahr 2007 gültigen rheinland-pfälzischen Programms Agrarwirtschaft, Umweltmaßnahmen, Landentwicklung (PAUL) wurden EU-Mittel in Höhe von rund 28,6 Millionen Euro ausgezahlt.

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Schweineschlachtungen über Vorjahresniveau

Themen: Fleisch,Lebensmittel,Statistik,Tiere — info @ 09:11

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden im dritten Quartal 2008 in Deutschland insgesamt knapp 1,9 Millionen Tonnen Fleisch aus gewerblichen Schlachtungen produziert. Das waren 3,7 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Dabei wurden zwischen Juli und September 2008 insgesamt 13,7 Millionen Schweine gewerblich geschlachtet. Die Zahl der geschlachteten Schweine stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,7 Prozent oder 490.300 Tiere. Damit ist der von den meisten Marktteilnehmern erwartete Rückgang der Schweineschlachtungen nicht eingetreten.

Die gewerblichen Schlachtungen von Rindern (ohne Kälber) nahmen um 5,6 Prozent im Vergleich mit dem dritten Quartal 2007 zu. Der Zuwachs der Rinderschlachtungen ist vor allem auf vermehrte Schlachtungen bei Kühen (11,1 Prozent) und Färsen (5,3 Prozent) zurückzuführen.

Ohne Geflügel betrug die gewerbliche Fleischerzeugung im dritten Quartal 2008 knapp 1,6 Millionen Tonnen, womit diese sich erneut gegenüber dem Vorjahresquartal erhöhte (+ 3,2 Prozent). Den größten Anteil daran hatte die Produktion von Schweinefleisch, die auf 1,3 Millionen Tonnen stieg und damit gegenüber dem dritten Quartal 2007 ein Plus von 3,4 Prozent verzeichnete. Die Schlachtmengen der übrigen Tierarten betrugen: 284.000 Tonnen Rindfleisch (+ 2,9 Prozent), 9.100 Tonnen Kalbfleisch (+ 1,7 Prozent), 5.400 Tonnen Schaffleisch (- 5,2 Prozent) sowie 600 Tonnen Ziegen- und Pferdefleisch (- 1,1 Prozent).

Beim Geflügelfleisch stieg gegenüber dem Vorjahresquartal die Erzeugung um 18.600 Tonnen oder um 6,5 Prozent auf 304.500 Tonnen. Damit setzt sich die Entwicklung der vergangenen Monate fort, wonach die Geflügelfleischerzeugung das Rindfleischaufkommen übertrifft. Den größten Anteil an der Geflügelfleischerzeugung hatte mit 180.800 Tonnen Jungmasthühnerfleisch, gefolgt von Truthuhnfleisch (98.700
Tonnen) und Entenfleisch (14.400 Tonnen). Die Produktion von Jungmasthühnerfleisch nahm um 6,5 Prozent und die von Truthuhnfleisch um 7,7 Prozent zu, während die Erzeugung von Entenfleisch geringfügig um 0,1 Prozent zurückging.

An der Fleischerzeugung insgesamt hat Schweinefleisch mit 67,7 Prozent den höchsten Anteil. Danach folgen Geflügelfleisch (16,3 Prozent) und Rindfleisch ohne Kälber (15,2 Prozent). Der Anteil von Kalb-, Schaf-,
Ziegen- und Pferdefleisch beträgt zusammen nur 0,8 Prozent.

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