18. November 2008

Züchtervereinigung ‚Nordschwein‘ gegründet

Themen: Tiere,Verbände — info @ 09:11

Fortführung des Herdbuches der vom Aussterben bedrohten Bunten Bentheimer Schweine gesichert
Neuenkirchen (agrar.de) – Nachdem sich im vergangenen Juni die Niedersächsische Erzeugergemeinschaft für Zuchtschweine (NEZ) in Oldenburg, die bisher bundesweit das Herdbuch der Bunten Bentheimer führte, aufgelöst hat, ist es nun den Züchtern und Freunden des Bunten Bentheimer Schweines gelungen, am vergangenen Sonntag eine eigenständige Züchtervereinigung zu gründen.

Rund 35 interessierte Herdbuchzüchter und Interessierte trafen sich nach Information der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) in Neuenkirchen bei Rheine, um über die Gründung eines eigenständigen Zuchtverbandes zu beraten und zu beschließen.

Nach ausführlichen Diskussionen stellten die Züchter fest, dass derzeit die Gründung einer eigenen Züchtervereinigung der beste Weg ist, das Herdbuch für die Bunten Bentheimer Schweine nachhaltig zu sichern. Und das in einer sehr schwierigen und immer komplexer werdenden Zeit, in der sich andere bestehende Züchtervereinigungen auflösen. „Das alles können wir nur mit erheblichem ehrenamtlichen Engagement leisten“, erklärt Helge Thoelen und zählt auf die Mitarbeit der eigenen Mitglieder im Verein zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines e.V. und der zukünftigen Herdbuchzüchter der neuen Züchtervereinigung, die den Namen „Nordschwein“ trägt. „Auch der Unterstützung und dem Einsatz einiger Personen, vor allem in den zuständigen Institutionen in Nordrhein-Westfalen haben wir es zu verdanken, dass wir hier heute den Fortbestand unserer Herdbuchzucht sichern können“, stellte Thoelen fest.

Der Start in die eigenständige Herdbuchführung wurde darüber hinaus ermöglicht durch Projektmittel, die die Landwirtschaftliche Rentenbank und der Tierzuchtfonds / Zukunftsstiftung Landwirtschaft bereitgestellt haben.

Dabei gingen die Initiatoren noch einen deutlichen Schritt in der Rasseerhaltung weiter. Mit der Gründung der bundesweit tätigen „Nordschwein“ will die neue Züchtervereinigung in Zukunft auch anderen vom Aussterben bedrohten Schweinerassen wie beispielsweise den Angler Sattelschweinen oder den Rotbunten Husumern die Möglichkeit der Herdbuchführung anbieten.

Zum ersten Vorsitzenden wurde der langjährige Herdbuchzüchter Dr. Gerd Manecke aus Hessen gewählt. Zum zweiten Vorsitzenden wählten die 22 Gründungsmitglieder Eike Fandrey vom Tierpark Arche Warder aus Schleswig Holstein.

Schatzmeisterin ist Maria Büning vom Naturlandhof Büning in Laer, wo auch die Nordschwein ihren Sitz haben wird. Zum Geschäftsführer wurde Helge Thoelen verpflichtet. Zur Zuchtleiterin wurde die Tierärztin Dr. Cora Kolk aus Neuss berufen, die bereits seit dem Bestehen des Verein zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines e.V. den Züchtern mit Anpaarungsplänen und Inzuchtberechnungen zur Seite steht.

Nun muss die Arbeit der Züchtervereinigung von den zuständigen Länderstellen zur bundesweiten Tätigkeit zugestimmt werden und die Anmeldung im Vereinsregister zum eingetragenen Verein (e.V.) beantragt werden. Die ordnungsgemäße Arbeit kann die Nordschwein e.V. dann in einigen Wochen aufnehmen und die Herdbuchzucht der vom Aussterben bedrohten Schweinerassen durchführen.

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17. November 2008

Rentenbank mit niedrigeren Zinsen und neuen Förderangeboten

Themen: Banken,Förderung,Wirtschaft — info @ 11:11

Frankfurt (agrar.de) – Mit sofortiger Wirkung erweitert die Landwirtschaftliche Rentenbank das Spektrum ihrer Förderdarlehen. Dies betrifft sowohl die Finanzierungsangebote für Landwirte, als auch Kredite für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) der vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereiche, die künftig stärker in die Förderaktivitäten einbezogen werden.

„Damit bilden wir die gesamte Wertschöpfungskette der landwirtschaftlichen Produktion ab und stärken unser Profil als Förderbank für das Agribusiness“, erläutert Dr. Marcus Dahmen, Sprecher des Vorstands der Landwirtschaftlichen Rentenbank. Mit der Gliederung nach dem jeweiligen Finanzierungsbedarf und der Trennung zwischen investiven und sonstigen Finanzierungen werden die Förderprogramme für den Kreditnehmer transparenter und erfüllen zudem die nötigen Anforderungen des EU-Beihilferechts. Zum Programmstart am 17. November senkt die Förderbank außerdem die Zinsen ihrer Förderprogramme aufgrund der Kapitalmarktentwicklung um bis zu 0,85 Prozentpunkte.

… für Landwirte und …

Über die mittel- und langfristigen Rentenbank-Darlehen können nahezu alle betrieblichen Vorhaben von landwirtschaftlichen Unternehmen finanziert werden. Die Förderung erfolgt jetzt unabhängig davon, ob es sich um gewerbliche oder nichtgewerbliche Unternehmen handelt. Auch die (mittelfristige) Finanzierung von Betriebsmitteln aller Art ist jetzt förderfähig. Das bisherige Liquiditätshilfedarlehen bleibt als eigenständiges Kreditprogramm für spezielle Situationen – Wetterextreme, Seuchen sowie andere Kalamitäten – verfügbar und wird beim Auftreten solcher Ereignisse flexibel geöffnet. Weiterhin werden zwei Zinskonditionen angeboten: Neben einer zinsgünstigen Basisförderung gibt es einen weiteren Zinsbonus für besonders förderwürdige Vorhaben. Die Zinskonditionen werden in Zukunft als LR-Basis-Zins und LR-Top-Zins in den entsprechenden Konditionenmitteilungen kommuniziert. Der Top-Zins steht weiterhin jungen Landwirten unter 41 Jahren – auch im Rahmen einer Personengesellschaft – zur Verfügung. Darüber hinaus werden z. B. auch Investitionen in den Umwelt- und Ressourcenschutz, den Verbraucherschutz oder im Bereich Bioenergie zum Top-Zins finanziert. In der günstigsten Preisklasse (A) liegt der Top-Zins für Förderkredite mit einer Laufzeit von 10 Jahren jetzt bei effektiv 4,40 % bei 10-jähriger Zinsbindung und 4,14 % bei 5 jähriger Zinsbindung.

… vor- und nachgelagerte Unternehmen des Agribusiness

Die erweiterten Angebote für kleine und mittlere Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft umfassen sowohl die Finanzierung von investiven Maßnahmen als auch die Finanzierung von Betriebsmittelkäufen, zumal die Lager- und Vorratsfinanzierung bei einigen dieser Unternehmen eine hohe Bedeutung hat. Auch hier werden Investitionen in den Umwelt- und Ressourcenschutz ebenso mit dem Top-Zins begleitet wie auch Investitionen zur Verbesserung der Produkt- und Prozessqualität in der Ernährungswirtschaft.

Förderung neuer Energien vom Land

Sowohl landwirtschaftliche Unternehmen als auch Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft können Förderdarlehen für die Errichtung von Fotovoltaik-, Wind- und Wasserkraftanlagen aus einem neuen gemeinsamen Programm erhalten. Auch die Verwertung nachwachsender Rohstoffe, z. B. in einer Biogasanlage, ist generell für alle Energieerzeuger förderfähig, sofern es sich um kleine und mittlere Unternehmen handelt. Auch diese „Energie vom Land“ wird von der Rentenbank mit dem Top-Zins finanziert.

Innovationsförderung, Infrastruktur und privates Engagement

Projekte mit besonders innovativem Charakter werden weiterhin aus dem bei der Rentenbank gebildeten Zweckvermögen des Bundes mit besonders zinsgünstigen Krediten finanziert bzw. bezuschusst. Komplettiert wird das Angebot der Rentenbank durch die Darlehen zur Förderung der ländlichen Entwicklung außerhalb des gewerblichen Bereiches: Neben dem privaten Engagement in ländlichen Regionen werden auch Investitionen in kommunale Infrastrukturmaßnahmen gefördert.

Die Förderdarlehen der Rentenbank sind über die Hausbanken zu beantragen. Die Darlehensgewährung erfüllt die sich aus dem EU-Beihilferecht ergebenden Anforderungen. Die Darlehen der Rentenbank enthalten immer dann einen Beihilfenwert, wenn der aktuelle EU-Referenzzinssatz – dieser wird von der EU-Kommission festgesetzt – über dem Zinssatz der Rentenbank liegt. Sowohl die Rentenbank als auch die Hausbanken geben Auskunft, ob dies aktuell der Fall ist. Mit Beantragung eines Darlehens muss zukünftig eine Erklärung des Kreditnehmers über die bereits erhaltenen Investitionsbeihilfen eingereicht werden. Die Höhe der im Darlehen ggf. enthaltenen Beihilfe kann mit Hilfe des Darlehens- und Beihilfenrechners ermittelt werden. Dieser ist auf der Homepage der Rentenbank unter www.rentenbank.de zu finden. Dort können auch nähere Informationen zur Beihilfe sowie die aktuellen Zinssätze und Laufzeiten der Förderkredite abgerufen werden. Für alle Verwendungszwecke bietet die Rentenbank immer auch beihilfefreie Konditionen an.

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1.000 Tonnen weniger Fleisch aus sächsischen Schlachtungen

Themen: Fleisch,Sachsen,Statistik,Tiere — info @ 11:11

Dresden (agrar.de) – 47.200 Tonnen Fleisch (ohne Geflügel) wurden in den ersten drei Quartalen des Jahres in Sachsen erschlachtet. Dafür wurden 405.000 Schweine, 27.400 Rinder und 2.600 Kälber sowie 11.800 Schafe, 1.200 Ziegen und knapp 300 Pferde geschlachtet. Mit rund 45.600 Tonnen stammt die überwiegende Menge (knapp 97 Prozent) aus gewerblichen Schlachtungen. Daran hat Schweinefleisch mit 81 Prozent den höchsten Anteil.

Wie das Statistische Landesamt mitteilt, wurden in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 1.000 Tonnen Fleisch (2 Prozent) weniger erschlachtet. Die Entwicklung verlief jedoch unterschiedlich. Die erschlachtete Schweinefleischmenge lag mit 38.500 Tonnen um 1.650 Tonnen (4 Prozent) unter der Vorjahresmenge, wobei das durchschnittliche Schlachtschwein 95 Kilogramm auf die Waage brachte. Demgegenüber erhöhte sich die Rindfleischmenge um 600 Tonnen auf 8.100 Tonnen (knapp 8 Prozent). Die Schafschlachtungen erbrachten eine Fleischmenge von 260 Tonnen – knapp 6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Weiterhin wurden 214 Tonnen Kalb-, 74 Tonnen Pferde- und 22 Tonnen Ziegenfleisch bereitgestellt.

Der Anteil der Hausschlachtungen geht weiter zurück. Mit rund 1.550 Tonnen Fleisch aus 14.300 Hausschlachtungen – darunter 8.400 Schweinen – wurde ein neuer Tiefstand erreicht.

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AbL: Bundesregierung blockiert in Brüssel

Themen: Agrarrecht,EU,Förderung,GAP,Verbände — info @ 11:11

Berlin/Brüssel (agrar.de) – Die EuroNatur Stiftung und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft
(AbL) kritisieren die Haltung der Bundesregierung in den Verhandlungen zum Gesundheitscheck der EU-Agrarpolitik, die in dieser Woche abgeschlossen werden sollen.

„Bei der Milch konzentriert sich die Bundesregierung auf die Forderung von Milchindustrie und Bauernverband nach weiteren Steuergeldern für einen Milchfonds. Dieser Ruf nach Geld für Molkereien und neue Ställe schwächt aber die Forderung, die Milchquoten jetzt nicht weiter zu erhöhen. Für die Milchbauern ist die Anpassung der Milchmenge an den Bedarf das Entscheidende, denn der Markt läuft bereits über. Mehr Quoten erhöhen den Druck auf die Erzeugerpreise noch. Für die Milchbauern ist das katastrophal. Einen Vorteil davon hat nur die Milchindustrie. Sie hofft auf billigeren Rohstoff und auch noch auf Geld aus dem Milchfonds“, so AbL-Vorsitzender Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf.

Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, Präsident der EuroNatur Stiftung, warnt vor den Folgen für die Umwelt und die Ländliche Wirtschaftsentwicklung: „Quotenerhöhung und noch mehr Steuergelder in Molkerei- und Stallbauten führen zu einer weiteren Konzentration der Milcherzeugung und Verarbeitung in Europa. Das bedeutet die Industrialisierung der Milchwirtschaft, mit negativen ökologischen wie auch wirtschaftlichen Folgen. Die Regionen, in denen sich Milcherzeugung nicht mehr lohnt, verlieren Arbeitsplätze bis in Handwerk und Tourismuswirtschaft hinein. In den Regionen, wo sich die Milch noch weiter konzentriert, verstärken sich die Probleme für Boden, Trinkwasser und Artenvielfalt.“

Auch die Verweigerung der Bundesregierung bei den Brüsseler Direktzahlungen kritisieren die Verbände. „Niemand bestreitet mehr, was zu tun ist, um das Geld effektiver für Arbeit und Umwelt einzusetzen, gerade in Zeiten einer drohenden Rezession. Doch statt daraus die Konsequenzen zu ziehen, setzt die Bundesregierung auf Blockade. Nicht genug, dass die EU-Kommission maßgeblich auf deutschen Druck hin den Vorschlag für eine wirksame Staffelung der Zahlungen zurückgezogen hat. Nun wollen Kanzlerin Merkel und Ministerin Aigner auch noch den letzten Rest an Staffelung in der Modulation verhindern. Das ist genau das Gegenteil davon, die Brüsseler Milliarden positiv für Arbeitsplätze im Land wirksam werden zu lassen“, so Graefe zu Baringdorf.

„Wir fordern die Bundesregierung auf, sich der höheren Umschichtung von Geldern hin zur gezielten Förderung der Ländlichen Entwicklung nicht länger zu widersetzen. Die Herausforderungen wie Klimaschutz, Wasserschutz und Erhaltung der Artenvielfalt wachsen. Das muss sich darin ausdrücken, wofür die Gelder ausgegeben werden, sonst werden ausgerechnet diejenigen Bauern finanziell bestraft, die in diesen von der Gesellschaft gewünschten Bereichen besondere Leistungen erbringen. Nur eine Honorierung dieser Leistungen hat die Chance, in der Gesellschaft die notwendige Akzeptanz für die Ausgaben zu sichern“, mahnt Prof. Vogtmann von EuroNatur.

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14. November 2008

NRW: Studien-Ergebnisse zur PFT-Belastung im Blut von Anglern

Themen: Nordrhein-Westfalen,Umwelt,Wasser — info @ 13:11

Düsseldorf (agrar.de) – Das nordrhein-westfälische Umweltministerium hat heute die Ergebnisse einer Studie zur PFT-Belastung des Blutes bei Anglern am Möhnesee veröffentlicht. Aus den gemessenen Konzentrationen einschließlich der bei einigen Vielverzehrern gemessenen deutlich höheren Werte kann nach dem aktuellen Stand des Wissens keine akute Gesundheitsgefährdung der Angler abgeleitet werden. Für die langfristige gesundheitliche Bewertung der PFT-Konzentrationen liegen bislang für die Allgemeinbevölkerung noch keine Bewertungsmaßstäbe vor, da hierzu Langzeitstudien erforderlich sind. Diese sollen auf Initiative des Umweltministerium so schnell wie möglich erarbeitet werden.

Die Studie kommt zu dem erwarteten Ergebnis, dass es einen Zusammenhang zwischen dem langjährigen Verzehr von Möhneseefischen und der Belastung des Blutes mit der PFT-Verbindung PFOS (Perfluoroctansulfonsäure) gibt. Je mehr Fisch verzehrt wurde, desto höher ist die jeweilige Blutbelastung mit PFOS.

Bestätigt wird durch die Ergebnisse der umweltmedizinischen Studie die Vorgehensweise des Ministeriums nach Bekanntwerden der PFT-Belastung im Möhnesee. Im September 2006 hatte das Umweltministerium eine sehr vorsorgeorientierte und wissenschaftlich anerkannte Empfehlung zum Verzehr von Fischen aus diesem Gewässer herausgegeben. Die Verzehrempfehlung bleibt weiterhin bestehen. Insgesamt hat die PFT Belastung des Möhnesees seit Anfang 2007 aufgrund der Sanierungsmaßnahmen deutlich abgenommen. Dadurch ist mittelfristig eine Verringerung der PFT-Belastung der Fische und damit auch der Angelnden zu erwarten.

Die Ergebnisse der Studie wurden, gemeinsam mit einer Erläuterung der gemessenen Werte, den 105 Anglern, die an der Untersuchung teilgenommen hatten, bereits mitgeteilt. Der Abschlussbericht mit detaillierter Auswertung wird bis Jahresende veröffentlicht.

Die mittlere PFOS-Belastung im Blut der Möhnesee-Angler liegt mit 25 Mikrogramm pro Liter im Bereich der allgemeinen Hintergrund­belastung der deutschen Bevölkerung (Referenzwert). Eine Untergruppe von Anglern mit langjährigem hohem Verzehr von Möhneseefisch weist allerdings teilweise deutlich erhöhte PFOS-Werte auf. Diese Höchstwerte liegen bei einigen Anglern vor allem aus der Gruppe der Vielverzehrer (ein- bis dreimal Möhneseefisch pro Woche) im Bereich von mehreren hundert Mikrogramm PFOS pro Liter Blut. Aufgrund der unklaren Belastungssituation im Zeitraum vor 2006 – also vor Aufdecken des PFT-Skandals – und der langen Verweildauer im Körper kann heute nicht mehr geklärt werden, welche Mengen an PFOS über belasteten Fisch in den Jahren vorher aufgenommen wurden.

Kurzbericht der Studienergebnisse (PDF, 106 KB)

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Kupfer fordert faire Agrarpolitik der EU

Themen: EU,Förderung,GAP,Sachsen,Statistik — info @ 13:11

Gemeinsames Vorgehen der deutschen Agrarminister auch weiter nötig
Dresden (agrar.de) – Sachsens Landwirtschaftsminister Frank Kupfer hat ein einheitliches Vorgehen von Bund und Ländern bei der Diskussion um den sogenannten Health Check der europäischen Agrarpolitik gefordert. In der Debatte im Landtag verwies Kupfer auf die gemeinsame Linie, auf die sich die Agrarminister zuletzt bei ihrer Konferenz in Meißen verständigt hatten. Zentraler Punkt war dabei die Ablehnung von Kürzungen der Direktzahlungen an die Landwirte in der von Brüssel beabsichtigten Höhe.

Die Vorschläge der EU-Kommission sehen Kürzungen von bis zu 22 Prozent vor. Besonders hart wäre Sachsen von der progressiven Modulation betroffen. Sie sieht vor, die Direktzahlungen für große Betriebe überproportional zu kürzen. „Sächsische Betriebe würde das im Jahr 2012/13 34 Millionen Euro kosten“, warnte Kupfer. „Schon jetzt kämpfen Milchbauern und Schweinezüchter mit immer wieder neuen Tiefstpreisen. Wenn nun an den bereits zugesicherten Direktzahlungen gerüttelt wird, dann stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel. Die Agrarpolitik muss an dieser Stelle verlässlich bleiben! Der Antrag der Regierungsfraktionen im Sächsischen Landtag bestärkt mich dabei.“

Am kommenden Montag (17. November) werden Bund und Länder auf einer Sonder-Agraministerkonferenz erneut über die Pläne beraten. Am 19. November wird dann der EU-Agrarrat über den Health Check entscheiden.

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Baden-Württemberg: Regionale Schwerpunkte beim Wein-, Obst- und Gemüseanbau

Interaktives Kartenverzeichnis zeigt jeweilige Anteile im Jahr 2007 für ganz Baden-Württemberg
Stuttgart (agrar.de) – Die landwirtschaftliche Bodennutzung in Baden-Württemberg wird stark von den jeweils vorherrschenden naturräumlichen und klimatischen Gegebenheiten bestimmt. Vor allem wertschöpfungsintensive Sonderkulturen wie Wein oder Obst, aber auch Gemüse bedürfen für ihr Wachstum eines klimatisch begünstigten Standorts. Nach einer Sonderauswertung des Statistischen Landesamts zeigen sich große regionale Unterschiede in Bezug auf die angebauten Kulturen sowie den Umfang des Anbaus bestimmter Sonderkulturen im Südwesten.

Die wichtigste Sonderkultur in Baden-Württemberg ist der Weinanbau. Es zeigt sich, dass die fünf Gemeinden, in denen im Jahr 2007 mehr als die Hälfte der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) für den Anbau von Wein genutzt wurde, allesamt im badischen Landesteil liegen. Die vier Gemeinden mit dem durchschnittlich höchsten Anteil an Rebland an der landwirtschaftlich genutzten Fläche liegen in der Region Südlicher Oberrhein. Den mit annähernd drei Viertel (74,2 Prozent) größten Rebflächenanteil an der gesamten LF weist die Gemeinde Pfaffenweiler auf, gefolgt von der Stadt Vogtsburg im Kaiserstuhl mit 73,4 Prozent, der Gemeinde Merzhausen mit 65,4 Prozent und der Stadt Sulzburg mit 61,7 Prozent. An fünfter Stelle rangiert die Gemeinde Malsch in der Region Rhein-Neckar-Odenwald mit 55,4 Prozent Rebflächenanteil an der LF. Erst danach folgt die Stadt Weinsberg im württembergischen Landesteil, die einen Rebflächenanteil von knapp der Hälfte (49,3 Prozent) der landwirtschaftlich genutzten Fläche aufweist.

Beim Anbau von Obst im Südwesten ist eine ähnlich starke Dominanz nur im Bodenseeraum zu erkennen, genauer gesagt im von mildem und ausgeglichenem Klima geprägten Bodenseekreis. Spitzenreiter beim Obstanbau in Baden-Württemberg ist die Gemeinde Langenargen. Über drei Viertel der gesamten LF dieser Gemeinde (75,3 Prozent) waren 2007 mit Obstanlagen bepflanzt. Es folgen die Gemeinden Immenstaad am Bodensee sowie Hagnau am Bodensee mit 66,6 Prozent und 55,4 Prozent. Weitere Gemeinden, in denen ein gehäuftes Auftreten von Obstanlagen nachgewiesen werden kann, liegen ebenfalls im Bodenseeraum oder, etwas weniger stark ausgeprägt, im Ortenaukreis. Hier werden jedoch lediglich Anteile von unter 50 Prozent Obstanbauflächean der gesamten LF erreicht.

Die regionalen Schwerpunkte des Gemüseanbaus sind weniger deutlich ausgeprägt. So lässt sich nur eine einzige Gemeinde in Baden-Württemberg nachweisen, in der auf über der Hälfte der landwirtschaftlich genutzten Fläche Gemüse angebaut wird. In der Gemeinde Reichenau in der Region Hochrhein-Bodensee werden 53,8 Prozent der LF für den Gemüseanbau genutzt. Dies brachte der Reichenau auch den Namen »Gemüseinsel« ein. Bereits mit deutlichem Abstand folgen die für das Filderkraut bekannte Gemeinde Filderstadt im Landkreis Esslingen und die Gemeinde Bad Krozingen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Hier wird nur mehr auf etwas über einem Viertel der gesamten LF (jeweils 26,5 Prozent) Gemüseanbau betrieben.

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Bienensterben verursacht bislang keine globalen Ernteverluste

Themen: Bienen,Bildung,Tiere — info @ 13:11

Experten befürchten dennoch langfristig negative Folgen für die Landwirtschaft
Göttingen (agrar.de) – Das massenhafte Honigbienensterben und der generelle Rückgang weiterer Blütenbesucher hat bislang keinen negativen Einfluss auf die weltweite Kulturpflanzenproduktion, obwohl die Bestäubungsleistung von Insekten eine zentrale Rolle in der globalen Landwirtschaft spielt. Das hat ein internationales Forscherteam mit der Agrarökologin Dr. Alexandra-Maria Klein von der Universität Göttingen festgestellt. Die Wissenschaftler verglichen dazu Erträge, Produktion und Landfläche verschiedener Kulturpflanzen in den Jahren 1961 bis 2007. Die Ergebnisse sind aus Expertensicht dennoch alarmierend: Nimmt der Anbau von tierbestäubungs-abhängigen Pflanzen weiter zu, könnte es zu Ernteverlusten kommen.

Von 1961 bis 2007 ist die landwirtschaftlich genutzte Fläche weltweit im Durchschnitt um jährlich 1,5 Prozent gewachsen. Auf den neugewonnenen Anbauflächen finden sich insbesondere Kulturpflanzen, die von der Tierbestäubung abhängig sind, wie Ölsaaten oder früchtetragende Pflanzenarten. Inzwischen macht der Anbau von tierbestäubungs-abhängigen Kulturpflanzen 23 Prozent der gesamten Agrarproduktion aus, während er 1961 bei 14 Prozent lag. Dass der Rückgang der Honigbienenpopulationen und ein Schwund der Artenvielfalt bei Wildbienen und anderen Insekten aus globaler Perspektive dennoch kaum Ernteverluste nach sich gezogen haben, führen die Forscher vor allem auf den zunehmenden Einsatz technischer Lösungen wie die Handbestäubung zurück.

Diese Entwicklung könnte jedoch nach Ansicht der Experten langfristig an ihre Grenzen stoßen. So muss für die Zukunft mit einer weiter steigenden Produktion von tierbestäubungs-abhängigen Pflanzenarten gerechnet werden, nicht zuletzt durch den wachsenden Bedarf an Bioenergiepflanzen. Die Bestäubungsleistung von Insekten, die einen ökonomischen Wert von 150 Milliarden Euro ausmacht, kann jedoch nicht unbegrenzt durch Technik ersetzt werden, betont Dr. Klein. „Notwendig sind daher Schutzmaßnahmen für Wildbienen und Hummelarten sowie eine gezielte Unterstützung der Imkerei, bevor sich eine Krise abzeichnet“, betont die Göttinger Agrarökologin. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift „Current Biology“ veröffentlicht.

Originalveröffentlichung:
Aizen, M.A., Garibaldi, L.A., Cunningham, S.A. and Klein, A.M. 2008. Long-term global trends in crop yield and production reveal no current pollination shortage but increasing pollinator dependency. Current Biology 18, 1-4.

Kontaktadresse:
Dr. Alexandra-Maria Klein, Telefon (0551) 39-22257, e-mail: aklein2@gwdg.de

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Finanzgipfel: Greenpeace fordert massive Finanzmittel für grüne Revolution

Themen: Biolandbau,International,Verbände,Wirtschaft — info @ 10:11

Hamburg (agrar.de) – Anlässlich des morgigen Gipfeltreffens der G20-Staaten zur Finanzkrise fordert Greenpeace, den Finanzsektor massiv in die Verantwortung für den weltweiten Klima- und Umweltschutz zu nehmen. „Die Industrieländer helfen den Banken mit mehr als drei Billionen Euro aus ihrer selbst verschuldeten Misere. Dafür muss die Finanzwirtschaft jetzt eine Gegenleistung für die Rettung des Planeten erbringen“, sagt Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens. Greenpeace fordert neben staatlichen Kontrollen und mehr Transparenz an den Finanzmärkten die Besteuerung von Finanztransaktionen, um Maßnahmen gegen die Klima- und Umweltkrise zu finanzieren.

„Für die Finanzkrise und die Klimakrise gebe es eine gemeinsame Lösung: massive Investitionen in Erneuerbare Energien, den Erhalt der Urwälder als natürliche Kohlenstoffspeicher, umweltfreundlichen Verkehr und nachhaltige Landwirtschaft“, so Brigitte Behrens. 2030 könnten Erneuerbare Energien bereits die Hälfte des Strombedarfs decken. Den hierfür nötigen Investitionen von rund sieben Billionen Euro stehen eingesparte Brennstoff-Kosten für Öl, Kohle und Gas von 14 Billionen Euro gegenüber, wie der neue Greenpeace-Report „energy (r)evolution“ beweist. Mit 23 Milliarden Euro Investitionen jährlich könnte die Abholzung der Wälder gestoppt werden, die 20 Prozent der globalen CO2-Emissionen verursacht. Die Schäden der Weltwirtschaft durch Waldverlust schätzen die UN auf 1,5 Billionen Euro jährlich.

„Die Folgen der Finanzkrise sind reparabel, und die schlimmsten Folgen des Klimawandels können wir noch stoppen. Alle Fakten liegen auf dem Tisch. Was noch fehlt, sind Staaten, die den Mut aufbringen, voranzugehen“, so Brigitte Behrens.

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2008 mehr Getreide auf Thüringer Feldern

Erfurt (agrar.de) – Veränderte Rahmenbedingungen und die im vergangenen Jahr erzielten Erzeugerpreise für pflanzliche Produkte haben in diesem Jahr für Bewegung im Anbau auf dem Ackerland geführt. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik wurden im Jahr 2008, nach den nunmehr vorliegenden endgültigen Ergebnissen, 383.657 Hektar Getreide angebaut und damit 4,7 Prozent mehr als im Jahr 2007.

Auf 62,5 Prozent des Ackerlandes stand 2008 Getreide, gegenüber einem Flächenanteil von 59,7 Prozent im Vorjahr. Die dominierende Getreideart ist mit einer Fläche von 215.642 Hektar der Winterweizen. Obwohl dessen Anbau mit einer Erweiterung um 0,7 Prozent gering ausfiel, stand dieser noch auf 56,2 Prozent der Getreidefläche insgesamt (2007: 58,4 Prozent). Die überwiegend als Futter verwendete Wintergerste reifte, mit einer gegenüber 2007 um 4,5 Prozent größeren Anbaufläche, auf 70.820 Hektar. Der Anbau von Sommergerste, die vor allem als Braugerste verwendet wird, stieg nach einem niedrigen Anbauniveau im Vorjahr wieder um 11,6 Prozent auf 50.333 Hektar an.

Auch bei den anderen Getreidearten wurde der Anbau ausgedehnt. Ein deutliches Plus um 7,4 Prozent auf 14.802 Hektar war bei Triticale, einer anspruchslosen Kreuzung zwischen Winterweizen und Roggen, zu verzeichnen. Hafer stand auf 6.057 Hektar. Auch hier gab es mit 10,5 Prozent einen deutlichen Flächenzuwachs. Mit einer Anbauerweiterung um 3,3 Prozent wurde 2008 auf 11.949 Hektar Roggen ins Feld gestellt.

Winterraps, als wichtigste Kultur in Getreidefruchtfolgen, wurde auf 119.352 Hektar angebaut. Der Anbau von Winterraps, der auch als Energiepflanze insbesondere zur Biodieselproduktion auf stillgelegten Flächen angebaut wird, wurde 2008 durch die veränderten Rahmenbedingungen zum Vorjahr um 4,6 Prozent zurückgenommen und lag dennoch leicht über dem Anbauniveau von 2006. Körnersonnenblumen wuchsen nach einem geringen Anbau im vergangenen Jahr (814 Hektar) in diesem Jahr auf 1.064 Hektar.

Auf drei Viertel der mit Hackfrüchten bestellten Fläche standen Zuckerrüben. Gegenüber 2007 ging der Anbau von Zuckerrüben um 18,1 Prozent auf 8.698 Hektar zurück. Der Zuckerrübenanbau wird durch die EU-Zuckermarktordnung und den geänderten Regelungen zu Preisstützungen bestimmt. Da die EU vor dem Hintergrund internationaler Handelsvereinbarungen die Zuckererzeugung reduzieren muss, ist das Thema der Flächenreduzierung durch freiwillige Quotenrückgabe der Landwirte bereits 2008 aktuell.

Auf 2.300 Hektar standen Kartoffeln. Die Anbaufläche für den Rohstoff für die ‚Thüringer Klöße‘ wurde nach einer in 2007 gestiegenen Anbaufläche wieder um 8,6 Prozent zurückgenommen.

Hülsenfrüchte reiften auf 9.972 Hektar (2007: 10.139 Hektar). Der Futtererbsenanbau als bestimmende Hülsenfrucht ging um 28,1 Prozent auf 8.109 Hektar zurück. In Folge war die Fläche, die mit Leguminosen bestellt wurde, um knapp ein Viertel kleiner als im vergangenen Jahr.

Mit Feldfutter wurden 76.028 Hektar (+ 5,5 Prozent zum Vorjahr) bestellt. Silomais hat mit knapp 60 Prozent weiter den größten Anteil an den Feldfutterpflanzen. Bestimmend für die Anbauentscheidung für Grün- und Silomais ist auch seine Verwendung zur Bestückung von Biogasanlagen. Nach einem Anstieg bereits im Jahr 2007 wurde die Fläche zum Vorjahr um nochmals 3,7 Prozent auf 44.194 Hektar ausgeweitet. Des Weiteren wurden 11.960 Hektar mit Ackergras (zum Vorjahr: + 3,1 Prozent), 5.435 Hektar (- 6,9 Prozent) mit Klee und Kleegras sowie 7.480 Hektar (+ 0,7 Prozent) mit Luzerne bestellt.

Durch Aussetzung der obligatorischen Flächenstilllegung sank das Brachland deutlich um 62,4 Prozent auf 6.115 Hektar. Damit lag 2008 ein Prozent des Ackerlandes brach. Im Jahr 2007 waren noch 16.271 Hektar bzw. 2,7 Prozent des Ackerlandes Brache einschließlich der zur Aktivierung von Zahlungsansprüchen (Betriebsprämien) stillgelegter Flächen bzw. freiwillig aus der landwirtschaftlichen Erzeugung genommenen Flächen.

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