19. November 2008

Manfred Nüssel als DRV-Präsident wiedergewählt

Themen: Handel,Verbände,Wirtschaft — info @ 17:11

Berlin (agrar.de) – Das Präsidium des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) hat am 18. November 2008 seinen Präsidenten Manfred Nüssel für eine weitere Amtsperiode von fünf Jahren einstimmig wiedergewählt.

Das Präsidium hat Herrn Dr. Clemens Große Frie, Vorstandsvorsitzender der AGRAVIS Raiffeisen AG, Münster, in den Präsidialausschuss und damit zu einem von vier Vizepräsidenten des Verbandes gewählt.

Des Weiteren hat das Präsidium des Deutschen Raiffeisenverbandes Herrn Peter Bleser, MdB, Aufsichtsratsvorsitzender der RWZ Rhein-Main eG, Köln, und Herrn Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, Berlin, als neue Mitglieder zugewählt

Dem Präsidium des Deutschen Raiffeisenverbandes gehören die Spitzen von acht Regionalverbänden, Repräsentanten aller Sparten und der genossenschaftlichen Verbundunternehmen an.

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DBV: Offener Brief der deutschen Landwirtschaft zum Health Check

Themen: Agrarrecht,EU,GAP,Verbände — info @ 12:11

Verbandspräsident Sonnleitner wendet sich an EU-Agrarminister
Berlin/Brüssel (agrar.de) – Anlässlich der wohl entscheidenden Sitzung der EU-Agrarminister zum Health Check in Brüssel hat sich der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, in einem Offenen Brief an die Öffentlichkeit gewandt. Darin hat er den EU-Agrarrat aufgefordert, in den jetzt anstehenden Entscheidungen zum Health Check die deutschen Anliegen zu berücksichtigen. Der Offene Brief im Wortlaut:

Anliegen der deutschen Landwirtschaft im Health Check durchsetzen!

Der Deutsche Bauernverband (DBV) fordert den EU-Agrarrat auf, in den jetzt anstehenden Entscheidungen zum Health Check die deutschen Anliegen zu berücksichtigen. Das heißt:

1. Keine höhere Modulation

Bei der Umsetzung der GAP-Reform von 2003/2004 ist Deutschland mit der vollständigen Entkopplung und mit der Umstellung auf die regionale Einheitsprämie besonders weit ge­gangen. Diese tiefgreifenden Veränderungen verlangen deshalb eine politisch verlässliche und ungeschmälerte Gewährung der EU-Direktzahlungen bis 2013. Die Zahlungen tragen zur Honorierung der gesellschaftlichen Leistungen einer nachhaltigen und wettbewerbs­fähigen Landwirtschaft bei und sind ein Teilausgleich für die hohen europäischen Standards, die nicht über den Markt abgegolten werden. Deshalb müssen weitere Kürzungen der EU-Direktzahlungen, sei es in Form einer höheren Modulation, sei es über eine größenab­hängige Staffelung oder über höhere Untergrenzen strikt abgelehnt werden. Auch eine zusätzliche Kürzung über den so genannten Artikel 68 (bisher Art. 69) ist nicht akzeptabel.

2. Entbürokratisierung von Cross Compliance statt Verschärfung

Im Health Check wollte die EU-Kommission die Umwelt- und Tierschutzregelungen bei Cross Compliance entbürokratisieren. Doch die derzeit auf dem Verhandlungstisch liegenden Än­derungsvorschläge der EU-Kommission werden diesem Ziel nicht gerecht. Die EU-Kommis­sion will mit neuen Prüfbereichen (z. B. Gewässerrandstreifen) Cross Compliance verschär­fen und den Gesetzeswust nicht entschlacken. Der Agrarministerrat muss eine wirksame Vereinfachung von Cross Compliance durchsetzen. Entbürokratisierung ist gerade in diesem Bereich dringend notwendig.

3. Schaffung eines Milchfonds und Verzicht auf Quotenerhöhung

In der Milchpolitik müssen mit Blick auf das Auslaufen der Milchquotenregelung 2015 EU-Be­gleitmaßnahmen im Rahmen eines „Milchfonds“ beschlossen werden, der mit vorhan­denen EU-Finanzmitteln ausgestattet wird. Einem weiteren Anheben der Milchquoten (z. B. 5 x 1 Prozent) ohne Rücksicht auf die Marktlage dürfen die Agrarminister nicht zustimmen. Einer Quotenerhöhung wäre angesichts der Marktlage und des Preisverfalls beim Milchgeld der Milchbauern ein Affront gegenüber dem in der EU wichtigsten Milchproduktionsland Deutschland.

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RLV: Ferkelbauer und Schweinemäster im „Tal der Tränen“

Themen: Förderung,Schweine,Wirtschaft — info @ 12:11

Verband fordert umgehend die Einführung von Exporterstattungen

Bonn (agrar.de) – Das Schwein als Glücksbringer hat bald ausgedient. Denn Bauern, die Ferkel halten oder Schweine mästen, hatten in diesem Jahr wenig Glück und schrieben tiefrote Zahlen – ein Herauskommen aus dem „Tal der Tränen“ ist nach Angaben des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) noch lange nicht in Aussicht.

Wie die Auswertung der Betriebsgewinne der Landwirtschaftskammer NRW zeigt, bilden Veredlungsbetriebe das Schlusslicht nach Milchvieh- und Ackerbaubetrieben. Im Vergleich zum Wirtschaftsjahr 2006/07, war der Gewinn in diesem Jahr um etwa 84,1 % geringer als in 2007.

Ursachen für die schlechte Marktsituation bei den Ferkelbauern ist vermutlich vor allem der gnadenlose Wettbewerb auf Grund des starken Imports. Dabei kommen die meisten Ferkel aus Dänemark und die Niederlande. Rund 6 Mio. Ferkel werden insgesamt in diesem Jahr nach Schätzungen der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) aus der ganzen Welt nach Deutschland geliefert.

Zu den enormen Verlusten bei den Ferkelerzeugern kam es aber auch, da die Kosten für Betriebsmittel im vergangenen Jahr unglaublich angestiegen waren. Im Einzelnen haben sich vor allem Düngemittel um 102 %, Energie um 26 % und Futtermittel um 29 % in 2008 verteuert. Bei steigenden Produktionskosten und sinkenden Erlösen pro Ferkel sind tiefrote Zahlen nur eine logische Folge. Für ein 30-kg-Ferkel erhielt der Landwirt Mitte des Jahres etwa 50 €. Die Produktionskosten lagen hingegen bei 60 bis 65 € pro 30-kg-Ferkel.

Die gestiegenen Produktionskosten treffen ebenso die Schweinemäster hart. Zudem mussten auch sie einen Preisrückgang für Schweinefleisch erleben. Besonders in den letzten Wochen waren die Schlachtschweinepreise in beispielsloser Geschwindigkeit einge­brochen – denn auf Grund der Finanzkrise war die Nachfrage im Ausland gedämpft. In diesem Jahr erhielten Schweinemäster zwischen 1,40 und 1,60 €/kg Schweinefleisch. Um ihre Kosten zu decken, und einen minimalen Gewinn zu erzielen, wären nach RLV-Angaben aber 1,90 €/kg Fleisch nötig.

Im Gegensatz zu den Ferkelerzeugern besteht bei den Schweinemästern aber Grund zur Hoffnung: Die Prognosen für das kommende Jahr sind gut. Nachdem die Preise zum Jahreswechsel ihren Tiefpunkt erreicht haben werden, steht ein Anstieg der Schlachtschweinepreise bis zum Sommer an. Im April sollen die Preise bei 1,70 € nach Angaben der ZMP liegen und würden somit um 10 bis 15 % anheben.

„Der Preiseinbruch bei den Ferkel- und Schweinepreisen muss dringend gestoppt werden, sonst droht ein erdrutschartiges Wegbrechen der Schweinefleischproduktion, von dem sich die Landwirtschaft so schnell nicht erholen wird“, befürchtet der RLV. Besonders Sauen haltende Betriebe stehen vor der Existenzfrage. Sogar die EU-Kommission rechnet mit einem Rückgang der Schweineproduktion von bis zu 35 %. Daher fordert der RLV spürbare Maßnahmen zur Stabilisierung des Marktes. Nachdrücklich fordert der RLV Bundesregierung und EU-Kommission auf, kurzfristig Exporterstattungen für Schweinefleisch einzuführen. Dies sei auch deshalb erforderlich, weil erhebliche Wettbewerbsnachteile bei der Einfuhr von Eiweißfuttermitteln ausgeglichen werden müssten.

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Baden-Württemberg: Waldzustandsbericht 2008 vorgestellt

Themen: Baden-Württemberg,Wald,Waldbericht — info @ 11:11

Gesunde Waldfläche um drei Prozentpunkte auf 25 Prozent angestiegen – Trotz der erfreulichen Entwicklung keine Entwarnung
Minister Peter Hauk: Die deutlich geschädigte Waldfläche hat sich 2008 wieder um rund fünf Prozentpunkte verbessert

Stuttgart (agrar.de) – „Die deutlich geschädigte Waldfläche ist wie im Vorjahr wieder um rund fünf Prozentpunkte auf 35 Prozent gesunken. Der Nadel-/ Blattverlust aller Bäume verringerte sich um 2,2 Prozentpunkt auf nunmehr 23,6 Prozent. Die Waldfläche ohne erkennbare Schäden hat sich gegenüber dem Vorjahr um drei Prozentpunkte auf 25 Prozent erhöht. Ursache für die positive Entwicklung seien einerseits die günstigen Witterungsbedingungen, mit dem feucht-warmem Wetter der letzten beiden Jahre, als auch die geringe Ausbildung von Blüten und Früchten sowie die geringe Schädigungen durch Insekten“, sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk in Stuttgart.

Großer Einsatz zur Erhaltung der Vielfalt im Wald notwendig

Hauk betonte, dass trotz der insgesamt erfreulichen Entwicklung, bei den Bemühungen zur Reinhaltung der Luft und der Verminderung der Stoffeinträge in den Boden nicht nachgelassen werden dürfe. Hier seien zwar Erfolge zu verzeichnen, wie der Waldzustandsbericht 2008 zeige, doch nach wie vor werde beispielsweise ein vielfaches an Säuren und Stickstoff in die Wälder eingetragen, als diese aufnehmen, beziehungsweise die Böden puffern könnten.

„Wir müssen daher weiter alles tun, um die Vitalität unserer Wälder zu verbessern. Hierzu zählt die Fortsetzung der naturnahen Waldwirtschaft ebenso, wie die Fortsetzung der Kompensationskalkungen. Von Bedeutung sind diese Maßnahmen zur Verbesserung der Widerstandskraft unserer Wälder auch vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Klimaveränderung“, so Minister Hauk.

Baumarten erholen sich deutlich – Eiche größtes Sorgenkind

Die Ergebnisse der Nadel-/Blattverluste bei den Hauptbaumarten zeigt, dass auch bei der Einzelbaumbetrachtung die Erholungstendenz nicht bei allen Baumarten gleichermaßen vorhanden ist. Erfreulich ist, dass sich landesweit die Fichte erholt hat. Mit einem mittleren Nadelverlust von 21,6 Prozent ist sie wieder die Hauptbaumart mit den geringsten Kronenschäden, erklärte Hauk. Auch die Tanne mit einem mittlerem Nadelverlust von 23,3 Prozent und die Kiefer mit 26,4 Prozent Nadelverlust bleiben weitgehend stabil. Ebenfalls könne bei der Buche von einer Erholung gesprochen werden. Ihr mittlerer Blattverlust sank um 1,1 Prozentpunkte auf nunmehr 26,4 Prozent. Sorgenkind bleibt nach wie vor die Eiche. Sie ist mit 33,2 Prozent die am stärksten geschädigte Hauptbaumart unserer Wälder, auch wenn bei ihr im Vergleich zu den vergangenen Jahren eine Erholung festzustellen ist.

Gute Nährstoffsituation in heimischen Wäldern

Auch Nährstoffsituation für die Waldbäume hat sich 2008 deutlich verbessert. Dies hätten die Auswertungen von Nadel- und Blattproben, ergeben. Die Auswertung erfolgte für die Hauptnährelemente für Waldbäume wie Calcium, Magnesium, Kalium, Stickstoff, Schwefel und Phosphor.

Zurückgeführt werde die überproportionale Verbesserung der Nährstoffversorgung insbesondere auf eine verstärkte Mineralisierung organischer Streu- und Humusauflagen als Nachwirkung des Trockenjahrs 2003. Derzeit profitierten flach wurzelnde Baumarten, wie die Fichte davon mehr, als tiefer wurzelnde, wie die Buche.

„Ob es sich dabei um ein ‚Strohfeuer‘ handelt, oder um einen langfristigen Trend, können erst Folgeinventuren zeigen. Dies unterstreicht die Bedeutung der Fortsetzung des forstlichen Umweltmonitoring. Nur wenn Trends rechtzeitig erkannt werden, kann rechtzeitig agiert werden“, betonte Hauk. Aus wissenschaftlicher Sicht werde eine Wiederholung ernährungsphysiologischer Untersuchungen regelmäßig in einem 5-Jahres-Turnus empfohlen.

Waldschadensinventur zeigt regionale Unterschiede beim Waldzustand

Die terrestrische Waldschadensinventur, die 2008 auf einem verdichteten Stichprobennetz von acht mal acht Kilometer durchgeführt wurde, erlaubt statistisch abgesicherte Aussagen zu den Hauptbaumarten Fichte, Tanne, Buche und Eiche, sowie den Hauptregionen in Baden-Württemberg (Schwarzwald, Neckarland, Schwäbische Alb und Südwestdeutsches Alpenvorland).

Die Erholung der Wälder hat leider nicht im ganzen Land in gleichem Umfang stattgefunden. Während beispielsweise in den Wuchsgebieten Südwestdeutsches Alpenvorland und Schwäbische Alb eine deutliche Erholung zu verzeichnen ist, fällt diese im Neckarland und Schwarzwald merklich geringer aus.

Der Schwarzwald gehörte mit seinen eher zur Versauerung neigenden Böden von Beginn der Waldschadensinventuren im Jahr 1983 an zu den Hauptschadensgebieten. Das Neckarland mit seinen überwiegend gut mit Nährstoffen versorgten Standorten jedoch nicht. Neuere Untersuchungsmöglichkeiten mit statistischen „Raum-Zeit-Modellen“ weisen darauf hin, dass hier etwa seit 2001 ein weiterer Schadfaktor eine Rolle spielt: Der sich abzeichnende Klimawandel. Durch dessen Einfluss verschieben sich die Schadensschwerpunkte.

Im Durchschnitt am stärksten geschädigt sind die Bäume im Schwarzwald mit einem mittleren Nadel-/ Blattverlust von 25,3 Prozent (Neckarland 24,3, Schwäbische Alb 19,5 und Südwestdeutsches Alpenvorland 19,0). Die Inventur wurde wie in den Vorjahren unter Leitung der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg durchgeführt.

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Greenpeace: Geplante Agrarbeschlüsse verschärfen Klimaproblem

Themen: Agrarrecht,EU,GAP,Klima,Verbände — info @ 10:11

Hamburg/Brüssel (agrar.de) – Nach einer aktuellen Umfrage von Greenpeace spricht sich eine große Mehrheit der Bundesbürger für eine klimafreundliche europäische Landwirtschaftspolitik aus. Dazu zählt die Kürzung der Agrarsubventionen zugunsten von mehr Klima- und Umweltschutz (60,6 Prozent der Befragten). Außerdem soll die Milcherzeugung auf den Bedarf im Binnenmarkt begrenzt bleiben (75,5 Prozent). Die aktuell in Brüssel zu einem „Gesundheitscheck“ der Agrarpolitik tagenden Landwirtschaftsminister planen hingegen eine Erhöhung der Milchquoten um fünf Prozent. Nach Schätzungen von Greenpeace müssten dafür allein in Deutschland 200.000 Kühe mehr gehalten werden. Die Treibhausgasemissionen der Tiere würden rund einer Million Tonnen CO2 entsprechen. Ebenso viele Klimagase stoßen eine halbe Million Autos aus.

„Von einem Gesundheitscheck kann hier keine Rede sein“, sagt Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace. „Die europäische Landwirtschaft leidet nicht unter Schnupfen, sie hängt am Subventionstropf auf der Intensivstation. Mit ihren Beschlüssen verschärfen die europäischen Agrarminister Umwelt- und Klimaprobleme und treiben gleichzeitig bäuerliche Betriebe in den Ruin. Fünf Prozent mehr Milch bedeuten steigende Treibhausgase, sinkende Erzeugerpreise und teure Überschüsse.“

Im Auftrag von Greenpeace hat die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im November 2008 eine repräsentative Umfrage unter 1.000 Bundesbürgern durchgeführt. Drei Viertel der Befragten stimmten einer Begrenzung der Milchproduktion zu, auch wenn dies zu höheren Preisen führen würde. Für den subventionierten Export von überschüssigen Molkereiprodukten setzten sich dagegen nur ein Drittel der Befragten ein.

„Den Verbrauchern liegt eine gerechte Bezahlung der Milchbauern mehr am Herzen als die Exportinteressen der Molkereiindustrie“, sagt Hofstetter. „Trotzdem ruft der Milchindustrieverband nach neuen Exportsubventionen. Da es aber weder innerhalb noch außerhalb der EU eine zusätzliche Nachfrage nach Milchprodukten gibt, füllen sich die Lager schon wieder mit Milchpulver und Butter.“

Greenpeace fordert die Agrarminister auf, die Milcherzeugung auf den tatsächlichen Bedarf zu begrenzen und einen größeren Anteil der Fördermittel für Klimaschutzmaßnahmen zu verwenden. Durch eine Klimasteuer auf Stickstoffdünger, ein Verbot von Grünlandumbruch, eine Wiedervernässung von Moorböden und der Reduzierung der Fleisch- und Milcherzeugung könnte zudem rund die Hälfte der Klimagas-Emissionen aus der Landwirtschaft eingespart werden.

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NABU stellt Studie „Gentechnikrecht und Naturschutzrecht“ vor

Themen: Gentechnik,Naturschutz,Verbände — info @ 10:11

Berlin (agrar.de) – Gentechnisch veränderter Mais der Sorte MON 810 kann nach wie vor in Naturschutzgebieten sowie in ihrer unmittelbaren Umgebung angebaut werden. Gleichzeitig sollen gerade diese Schutzgebiete möglichst unbeeinflusst von Störfaktoren und ökologischen Risiken bleiben. Wenn Naturschutzverbände und die zuständigen Behörden aber den Anbau von Genmais in solchen Gebieten verbieten wollen, sehen sie sich einer verworrenen und komplizierten Rechtssituation gegenüber.

Vor diesem Hintergrund hat der NABU heute in Berlin eine Studie zu „Gentechnikrecht und Naturschutzrecht“ vorgestellt und die Ergebnisse mit Rechtsexperten und Politikern diskutiert. Die Studie wurde unter Leitung von Felix Ekardt, Professor für europäisches Recht an der Universität Bremen, erstellt. Sie gibt eine Übersicht über die vielfältigen gerichtlichen Auseinandersetzungen rund um die Gentechnik und zeigt die praktischen und rechtlichen Probleme sowie Lösungsansätze. Betroffene Imker und Landwirte, Umweltverbände und Naturschutzbehörden haben häufig keine Chance, überhaupt mit einer Klage vor Gericht gehört zu werden, da die bestehende Gesetzeslage eine Bürgerbeteiligung in Umweltbelangen nicht zulässt. Die Autoren der Studie fordern daher die sofortige Umsetzung der sogenannten Aarhus-Konvention, mit der die Rechte von Bürgern gestärkt werden sollen. Deutschland sperrt sich seit Jahren gegen die Umsetzung dieses völkerrechtlichen Vertrages.

Ferner fehlt eine unabhängige Forschung zu den Auswirkungen des Genpflanzen-Anbaus auf Ökosysteme. Um klagen zu können, müssen solche naturwissenschaftlichen Erkenntnisse vorgelegt werden – weder die Industrie noch das Bundesforschungsministerium haben bislang zu diesen Forschungsfragen ein schlüssiges Konzept erstellt.

„Der Gesetzgeber darf sich nicht länger vor der Aufgabe drücken, Imkern einen verlässlichen Rechtsrahmen zu bieten. Allerdings können die Bundesländer trotz der unklaren Rechtslage selber aktiv werden und gentechnikfreie Zonen rund um Naturschutzgebiete ausweisen. Bislang hat jedoch keine Behörde diese Möglichkeit genutzt“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Die Studie wird im Dezember veröffentlicht. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse ist im Internet zu finden.

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DJV: Wildschweinstrecke steigt rasant

Themen: Jagd,Jagdbericht,Statistik,Verbände — info @ 09:11

Jagdbilanz 2007/2008: Über 66 Prozent mehr Schwarzwild erlegt als im Vorjahr
Bonn (agrar.de) – Das Wildschwein ist der Wildbretlieferant Nummer Eins in Deutschland. Rund 477.000 Schwarzkittel haben die Jäger vom 1. April 2007 bis 31. März 2008 zur Strecke gebracht – das sind rund 66 Prozent mehr als im Vorjahr und entspricht circa 11.200 Tonnen hochwertigem Wildfleisch, teilte der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) heute in Bonn mit. Verantwortlich für die dritthöchste Schwarzwildstrecke seit 1945 sind nach Einschätzung des DJV vor allem zwei Faktoren: Weil die Wildschweine vom Klimawandel mit milden Wintern profitieren und in unserer Kulturlandschaft wie im Schlaraffenland leben, konnten sie sich in den letzten Jahrzehnten stark vermehren. Besonders Mais, dessen Anbaufläche sich in den letzten 30 Jahren fast verdreifacht hat, wirkt wie ein Magnet auf die anpassungsfähigen Allesfresser.

„Wildschweine können ihren Bestand innerhalb eines Jahres mehr als verdoppeln. Wir Jäger sind deshalb gefordert, durch intensive Bejagung Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen gering zu halten und die Gefahr eines Ausbruchs der Schweinepest zu senken“, sagte DJV-Präsident Jochen Borchert. Erste Zwischenberichte aus der laufenden Jagdsaison deuteten darauf hin, dass die Zahl der erlegten Wildschweine auch im kommenden Jahr steigen könnte. Gemeinsam mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium und dem Bauernverband erforscht der DJV derzeit in einem dreijährigen Projekt effektive Bejagungssysteme speziell in Maisfeldern. Die Ergebnisse werden sowohl betriebswirtschaftlich als auch jagdwissenschaftlich ausgewertet.

Nummer zwei in der Jagdstatistik ist das Rehwild mit umgerechnet rund 7.700 Tonnen hochwertigem Fleisch aus heimischen Wäldern. Insgesamt erlegten die Jäger rund eine Million Rehe, was in etwa dem Vorjahreswert entspricht. Die Millionengrenze hatte die Rehwildstrecke erstmals 1992/93 überschritten und hält sich seitdem auf diesem hohen Niveau. Auch beim Rotwild (59.000) und Damwild (53.000) liegen die Streckenzahlen nur leicht über dem Vorjahresniveau.

Die alljährliche Hasenzählung im Rahmen des Wildtierinformationssystems Deutschlands (WILD) belegt wachsende Feldhasenbestände. Obwohl die Jäger die Hasenjagd eher zurückhaltend ausüben, erlegten sie mit 525.000 rund 13 Prozent mehr Langohren als im Jagdjahr zuvor. Wildkaninchen scheinen sich von den langjährigen Seuchenzügen sehr gut erholt zu haben. Nach dem Tiefststand mit 143.000 Stück Anfang der 90er Jahre, kamen im vergangenen Jahr mit rund 269.000 Stück etwa 42 Prozent mehr Kaninchen wie im Vorjahr zur Strecke.

Bei der Bejagung des Raubwildes erreichen die Streckenzahlen wieder ihr altes Niveau, nachdem es im letzten Jahr aufgrund ungünstiger Jagdbedingungen einen Einbruch gegeben hatte: So wurden über 23 Prozent mehr Füchse erlegt (Strecke: 534.000) und 16 Prozent mehr Waschbären (Strecke: 29.000) als im Jahr zuvor. Die Zahl der erlegten Marderhunde, neben dem Waschbären der zweiten „Neubürger“ Deutschlands, gingen hingegen wie schon im Vorjahr leicht um 800 Tiere auf 26.700 zurück. Während vor zehn Jahren lediglich 1.735 der ursprünglich aus Sibirien eingewanderten Tiere zur Strecke kamen, scheinen sich die Streckenzahlen nun auf hohem Niveau zu stabilisieren.

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18. November 2008

Mecklenburg-Vorpommern: Mittlere Ernte im internationalen Jahr der Kartoffel

Schwerin (agrar.de) – Schon wenige Wochen nach Abschluss der diesjährigen Kartoffelernte veröffentlicht das Statistische Amt endgültige Zahlen. Demnach wurden 2008 landesweit auf 14.560 Hektar Kartoffeln angebaut. Bei einer mittleren Ertragsleistung von 345,4 Dezitonnen pro Hektar betrug die Erntemenge 502.858 Tonnen. Im von der UNO propagierten internationalen Jahr der Kartoffel 2008 erreichte damit die einheimische Kartoffelerzeugung nur durchschnittliche Ergebnisse.

Die Anbaufläche von Kartoffeln zur Ernte in diesem Jahr wurde gegenüber 2007 um mehr als 8 Prozent auf nur noch 14.560 Hektar, die bisher geringste Ausdehnung des Kartoffelanbaus in Mecklenburg-Vorpommern, reduziert. Auf 86 Prozent dieser Fläche erfolgte der Anbau zur Ernte als Industrie- bzw. Pflanzkartoffeln. Lediglich 2.000 Hektar dienten der Erzeugung mittelfrüher und später Speisekartoffeln.

Der Ertrag von 345,4 Dezitonnen pro Hektar lag um 6 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre (366,3 Dezitonnen pro Hektar) und verfehlte das Vorjahresergebnis (385,5 Dezitonnen pro Hektar) um 10 Prozent.

Rückgang in Anbau und Ertrag führten dazu, dass die Erntemenge mit 502.858 Tonnen um 15 Prozent geringer ausfiel als im Mittel der Vorjahre und um 18 Prozent unter dem Ergebnis von 2007 blieb.

Anbau und Ernte von Kartoffeln seit 1989
Jahr: Fläche (ha); Ertrag (dt/ha); Erntemenge (t)
1989: 94.888; 230,8; 2.190.190
1990: 72.791; 216,1; 1.572.803
1991: 27.427; 245,5; 673.385
1992: 29.146; 185,8; 541. 620
1993: 23.078; 369,7; 853.213
1994: 17.046; 222,1; 378.548
1995: 18.332; 284,2; 520.895
1996: 19.332; 310,1; 599.461
1997: 16.775; 302,4; 507.350
1998: 15.994; 362,9; 580.354
1999: 16.315; 302,4; 493.299
2000: 16.416; 390,0; 640.199
2001: 15.875; 365,9; 580.908
2002: 15.352; 361,6; 555.080
2003: 16.319; 333,1; 543.600
2004: 17.470; 441,0; 770.486
2005: 15.667; 363,5; 569.421
2006: 16.599; 308,7; 512.405
2007: 15.883; 385,5; 612.343
2008: 14.560; 345,4; 502.858

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Statusbericht zur Situation der Vogelwelt ‚Vögel in Deutschland 2008‘ veröffentlicht

Themen: Statistik,Tierbestände,Tiere,Umwelt — info @ 12:11

Anpassungsfähige Brutvögel nehmen zu – Spezialisten wie Feldlerche und Grauammer weiterhin stark bedroht – Entschlossenes Handeln zum Erhalt bodenbrütender Feldvögel notwendig – Folgen des Klimawandels sind offenbar: überwinternde Wasservögel verlagern ihre Rastgebiete
Bonn (agrar.de) – Heute wurde in Bonn der neue Statusbericht „Vögel in Deutschland 2008“ vorgestellt, der vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten (LAG-VSW) erarbeitet wurde. In dem Bericht wird die Situation gefährdeter Vogelarten eingehend analysiert und den Ursachen der Bestandsveränderungen nachgegangen.

„Jede dritte häufige Vogelart nahm zwischen 1990 und 2006 im Bestand ab. Ein für uns alarmierendes Zeichen ist, dass selbst viele bislang häufige Arten wie Kiebitz, Bluthänfling und Star rückläufig sind. Von den 100 häufigsten Arten werden 20 als gefährdet eingestuft oder auf der so genannten Vorwarnliste geführt“, fasste Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, die Situation bei den Brutvögeln zusammen. „Bodenbrütenden Feldvögeln geht es nach wie vor schlecht, ihre Situation wird sich ohne ein entschiedenes Gegensteuern v.a. in der Agrarpolitik weiter verschärfen“, so BfN-Präsidentin Jessel.

Dr. Stefan Jaehne, Geschäftsführer der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten, verglich den Zustand der Vogelwelt mit der aktuellen Finanzmarktkrise: „Unsere heimischen Brutvögel benötigen ebenfalls einen staatlichen Rettungsschirm. Anders lässt sich der freie Fall einiger unserer ehemals häufigsten Arten, vor allem in der intensiv genutzten Kulturlandschaft, nicht mehr stoppen“. Artenreiche Brachflächen und wenig rentable Standorte würden derzeit großflächig in Monokulturen umgewandelt, so Jaehne.

„Der in den kommenden Jahren zunehmende Anbau nachwachsender Rohstoffe wird die Situation für Feldlerche, Grauammer und Stieglitz weiter verschärfen“, fürchtet Stefan Fischer, Vorsitzender des DDA.
Die Herausgeber des neuen Statusberichtes sind sich einig: Es besteht dringender Handlungsbedarf, um den Auswirkungen des vielerorts gravierenden Landschaftswandels zu begegnen.

Ein entschlossenes Handeln ist auch bei Vogelarten der Feuchtgebiete dringend erforderlich, um ein Aussterben weiterer Arten zu verhindern. Dieses Schicksal droht insbesondere dem Alpen-strandläufer und Kampfläufer in Deutschland. Sinkende Rastbestände im Wattenmeer zeigen an, dass diese Arten nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Eurasien auf dem Rückzug sind. Stefan Fischer warnt: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass noch drastischere Abnahmen von großräumigen Verlagerungen durch den Einfluss des Klimawandels überdeckt werden. Eine aktuelle Studie weist nach, dass sich die winterlichen Rastgebiete des Alpenstrandläufers in Nordwesteuropa in zwei Jahrzehnten um durchschnittlich 75 Kilometer nach Nordosten verlagert haben“.

„Auch in Deutschland werden die Auswirkungen des Klimawandels auf die Vogelwelt immer deutlicher. Der Statusbericht zeigt, dass sich die Rastbestände überwinternder Wasservögel immer mehr in Richtung Nordosten verlagern. Ein Beispiel ist die Löffelente. Während die Zahl in Deutschland rastender Vögel zwischen Herbst und Frühjahr ansteigt, gehen die Brutbestände in den meisten anderen europäischen Ländern zurück oder sind stabil. Ursache für die gegenläufige Entwicklung ist ein verändertes Zugverhalten. Die kältesensiblen Löffelenten verbleiben zunehmend länger und in größerer Zahl in Deutschland. Die Rastbestände kälteunempfindlicherer Arten, wie etwa der Stockente, nehmen hingegen in Deutschland kontinuierlich ab. Sie haben ihre Zugwege verkürzt und bleiben vermehrt im Nordosten.

Dadurch überwintern sie in geringerer Zahl in Deutschland und in westeuropäischen Ländern“, sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel. „Diesen Veränderungen und der zunehmenden Verantwortung für bestimmte Arten müssen wir Rechnung tragen. Einerseits durch eine Anpassung der Managementpläne im europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000, z.B. durch den Erhalt geeigneter Lebensräume und die Ausweisung von Ruhezonen. Andererseits durch eine entschiedene Reduktion der Treibhausgase, um den Anstieg der weltweiten Temperaturen zu minimieren“, sagte Beate Jessel.

Die seit den 1960er Jahren laufenden Erfassungen von rastenden Wasservögeln und das Monitoring von Brutvögeln liefern zuverlässige Informationen zum Zustand der Vogelwelt. „Die vorwiegend ehrenamtliche Erfassung der Daten durch über 5.000 Mitwirkende zeugt von einem enormen bürgerschaftlichen Engagement. Hierdurch wird für den Naturschutz eine solide Wissensbasis erstellt. Ihnen allen gebührt mein herzlicher Dank,“ so BfN-Präsidentin Jessel.

Hintergrund

Das bundesweite Vogelmonitoring basiert vorwiegend auf ehrenamtlichen Felderhebungen. Bund und Länder finanzieren seit 1. Januar 2008 gemeinsam die bundesweite Koordination dieses Vogelmonitorings durch den DDA. Die Ergebnisse aus dem Monitoring werden für aktuelle Problemanalysen des Naturschutzes und der Biologischen Vielfalt genutzt. Die Daten werden für die Berichterstattung zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie und zur nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt der Bundesregierung verwendet. Die heute vorgestellte Studie „Vögel in Deutschland 2008“ fasst die aktuelle Lage der Vögel in Deutschland zusammen.

Schweinepreise aktuell: ISN sieht Trendwende am Markt

Themen: EU,Fleisch,Handel,Schweine,Verbände — info @ 09:11

Damme (agrar.de) – Der Schlachtschweinemarkt in Europa verzeichnet in der neuen Schlachtwoche die aus Sicht der Erzeuger längst fällige Richtungsänderung, so die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN).
Der Markt präsentiert sich laut ISN ausgesprochen stabil und einige Notierungen verzeichnen erste Preissteigerungen. Der deutsche Preis hat wieder einmal Vorbildcharakter und gibt mit korrigierten 1,476 EUR/ kg SG ein deutliches Plus von 4 Cents vor. Die Niederlande folgen auf dem Fuße, ebenso Belgien und Österreich, obwohl letzterer die Überhänge noch nicht vollständig abgebaut hat. Erleichterung auch in Spanien: der saisontypische und 10 Wochen andauernde Preisverfall ist endlich gestoppt.

In Dänemark ist der neue Trend noch nicht angekommen und die Schweinepreise setzen ihre Talfahrt weiter fort. So liegt das korrigierte Preisniveau des nördlichen Nachbarn wieder an vorletzter Stelle und die „alte Marktordnung“ ist beinahe wiederhergestellt. Die Forderung einzelner Mitgliedsstaaten nach der Einführung von Exporterstattungen für Schweinefleisch und Privater Lagerhaltung ist – abgesehen von der Unzweckmäßigkeit derartiger Maßnahmen – angesichts der freundlichen Situation am Markt eher unwahrscheinlich geworden.

Tendenz: Die weiteren Aussichten für den europäischen Schlachtschweinemarkt sind sehr vielversprechend. Nicht nur vor dem Hintergrund eines zu starken Dollars werden steigende Umsätze auch im Exportgeschäft erwartet.

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