14. November 2008

2008 mehr Getreide auf Thüringer Feldern

Erfurt (agrar.de) – Veränderte Rahmenbedingungen und die im vergangenen Jahr erzielten Erzeugerpreise für pflanzliche Produkte haben in diesem Jahr für Bewegung im Anbau auf dem Ackerland geführt. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik wurden im Jahr 2008, nach den nunmehr vorliegenden endgültigen Ergebnissen, 383.657 Hektar Getreide angebaut und damit 4,7 Prozent mehr als im Jahr 2007.

Auf 62,5 Prozent des Ackerlandes stand 2008 Getreide, gegenüber einem Flächenanteil von 59,7 Prozent im Vorjahr. Die dominierende Getreideart ist mit einer Fläche von 215.642 Hektar der Winterweizen. Obwohl dessen Anbau mit einer Erweiterung um 0,7 Prozent gering ausfiel, stand dieser noch auf 56,2 Prozent der Getreidefläche insgesamt (2007: 58,4 Prozent). Die überwiegend als Futter verwendete Wintergerste reifte, mit einer gegenüber 2007 um 4,5 Prozent größeren Anbaufläche, auf 70.820 Hektar. Der Anbau von Sommergerste, die vor allem als Braugerste verwendet wird, stieg nach einem niedrigen Anbauniveau im Vorjahr wieder um 11,6 Prozent auf 50.333 Hektar an.

Auch bei den anderen Getreidearten wurde der Anbau ausgedehnt. Ein deutliches Plus um 7,4 Prozent auf 14.802 Hektar war bei Triticale, einer anspruchslosen Kreuzung zwischen Winterweizen und Roggen, zu verzeichnen. Hafer stand auf 6.057 Hektar. Auch hier gab es mit 10,5 Prozent einen deutlichen Flächenzuwachs. Mit einer Anbauerweiterung um 3,3 Prozent wurde 2008 auf 11.949 Hektar Roggen ins Feld gestellt.

Winterraps, als wichtigste Kultur in Getreidefruchtfolgen, wurde auf 119.352 Hektar angebaut. Der Anbau von Winterraps, der auch als Energiepflanze insbesondere zur Biodieselproduktion auf stillgelegten Flächen angebaut wird, wurde 2008 durch die veränderten Rahmenbedingungen zum Vorjahr um 4,6 Prozent zurückgenommen und lag dennoch leicht über dem Anbauniveau von 2006. Körnersonnenblumen wuchsen nach einem geringen Anbau im vergangenen Jahr (814 Hektar) in diesem Jahr auf 1.064 Hektar.

Auf drei Viertel der mit Hackfrüchten bestellten Fläche standen Zuckerrüben. Gegenüber 2007 ging der Anbau von Zuckerrüben um 18,1 Prozent auf 8.698 Hektar zurück. Der Zuckerrübenanbau wird durch die EU-Zuckermarktordnung und den geänderten Regelungen zu Preisstützungen bestimmt. Da die EU vor dem Hintergrund internationaler Handelsvereinbarungen die Zuckererzeugung reduzieren muss, ist das Thema der Flächenreduzierung durch freiwillige Quotenrückgabe der Landwirte bereits 2008 aktuell.

Auf 2.300 Hektar standen Kartoffeln. Die Anbaufläche für den Rohstoff für die ‚Thüringer Klöße‘ wurde nach einer in 2007 gestiegenen Anbaufläche wieder um 8,6 Prozent zurückgenommen.

Hülsenfrüchte reiften auf 9.972 Hektar (2007: 10.139 Hektar). Der Futtererbsenanbau als bestimmende Hülsenfrucht ging um 28,1 Prozent auf 8.109 Hektar zurück. In Folge war die Fläche, die mit Leguminosen bestellt wurde, um knapp ein Viertel kleiner als im vergangenen Jahr.

Mit Feldfutter wurden 76.028 Hektar (+ 5,5 Prozent zum Vorjahr) bestellt. Silomais hat mit knapp 60 Prozent weiter den größten Anteil an den Feldfutterpflanzen. Bestimmend für die Anbauentscheidung für Grün- und Silomais ist auch seine Verwendung zur Bestückung von Biogasanlagen. Nach einem Anstieg bereits im Jahr 2007 wurde die Fläche zum Vorjahr um nochmals 3,7 Prozent auf 44.194 Hektar ausgeweitet. Des Weiteren wurden 11.960 Hektar mit Ackergras (zum Vorjahr: + 3,1 Prozent), 5.435 Hektar (- 6,9 Prozent) mit Klee und Kleegras sowie 7.480 Hektar (+ 0,7 Prozent) mit Luzerne bestellt.

Durch Aussetzung der obligatorischen Flächenstilllegung sank das Brachland deutlich um 62,4 Prozent auf 6.115 Hektar. Damit lag 2008 ein Prozent des Ackerlandes brach. Im Jahr 2007 waren noch 16.271 Hektar bzw. 2,7 Prozent des Ackerlandes Brache einschließlich der zur Aktivierung von Zahlungsansprüchen (Betriebsprämien) stillgelegter Flächen bzw. freiwillig aus der landwirtschaftlichen Erzeugung genommenen Flächen.

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