13. November 2008

Saarland: Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2008 vorgestellt

Themen: Bundesländer,Saarland,Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 11:11

Saarbrücken (agrar.de) – „Der Gesundheitszustand des saarländischen Wald hat sich weiter verbessert“, so der saarländische Umweltminister Stefan Mörsdorf bei der Vorstellung der Waldschadenserhebung 2008. „Der Trend zur Erholung, der im Jahre 2006 begonnen hat, hat sich fortgesetzt. Aber der saarländische Wald leidet nach wie vor unter den Folgen des Trockenjahres 2003.“

Die deutlichen Waldschäden haben sich laut Bericht 2008 um 5%-Punkte auf nunmehr 38% vermindert. Sie liegen damit aber noch weit über dem ursprünglichen Niveau vor 2003. Bei unverändertem Stand der schwachen Schäden reduzierten sich die Gesamtschäden auf 82% – nur 18% weisen keine äußerlich erkennbaren Kronenschäden auf.

Unterstützt wurde diese Entwicklung durch insgesamt gute klimatische Bedingungen. Nach dem regenreichen Sommer 2007 waren die Niederschlagsmengen und der Temperaturverlauf auch 2008 für das Waldwachstum ausreichend bis günstig: verstärktes Triebwachstum und Ausbildung der Assimilationsorgane konnten chronische Schäden der Vorjahre weiter mildern.

Merklich verbessert haben sich besonders die älteren, über 60-jährigen Waldbestände mit Rückgang der deutlichen Schäden um 9% auf 53%. Besonders positiv ist in letzter Zeit die Beobachtung des Regenerationsvermögens der älteren Buchen mit Verminderung der deutlichen Schäden um 25% Punkte auf 46%.

Auch bei Fichte, Douglasie und der Gruppe der Sonstigen Laubbäume ist eine deutliche Verbesserung zu verzeichnen. Die Eichen und Sonstigen Nadelbäume verbleiben auf dem Stand des Vorjahres, nur bei der Kiefer haben die Schäden geringfügig zugenommen.

Die jüngeren, unter 60jährigen Bäume sind insgesamt wesentlich geringer geschädigt. Die deutlichen Schäden liegen bei 16%. Gegenüber dem letzten Jahr unverändert ist der Schadenszustand bei Buche und Fichte, verschlechtert haben sich Eiche und Kiefer.

Weiterhin Sorge bereitet die Bodenversauerung: Der negative Trend auf Böden aus basenarmen Ausgangssubstraten (Buntsandstein, Quarzit) hat sich fortgesetzt. Diese Standorte machen im Saarland ca. 2/3 der Waldflächen aus. Besorgniserregend ist insbesondere, dass auch basen- und nährstoffreichere Standorte, wie der Saarkohlenwald, nicht aus dieser Tendenz ausgeklammert werden können. Die Prozesse verlaufen hier nur verlangsamt. Lediglich die basenreichen Standorte auf Muschelkalk können die extremen Säureeinträge abpuffern.

„Da der Mischwaldanteil erheblich gestiegen ist, sind waldbauliche Maßnahmen zu einem großen Teil ausgeschöpft. Auf eine ergänzende Waldkalkung kann daher nicht verzichtet werden“, so Minister Mörsdorf

Hintergrund:
Die Waldzustandserhebung erfolgt nach bundesweit einheitlichen Kriterien durch Ansprache des Gesundheitszustandes von Einzelbäumen nach äußeren Merkmalen, insbesondere nach dem Belaubungs- bzw. Benadelungszustand. Die Aufnahme erfolgt von Ende Juli bis Mitte August an 96 Stichprobenpunkten im 2X4-km-Raster mit jeweils 24 zufällig ausgewählten ständigen Einzelbäumen. Die Einstufung erfolgt in fünf Schadstufen von Schadstufe 0 (ohne äußere Merkmale) bis Schadstufe 4 (abgestorben). Darüber hinaus werden auftretende Vergilbungen von mehr als 25% der Blatt-Nadelmasse in der Schadeinstufung berücksichtigt. Die Schadstufen 2-4 werden als „deutliche“ Schäden zusammengefasst. Zusätzlich erfolgt eine Einschätzung des Befalls mit Schadorganismen (z.B. Borkenkäfer oder Buchenspringrüssler).

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