14. Oktober 2008

38 Prozent der in Sachsens Landwirtschaft Beschäftigten sind Frauen

Themen: Landfrauen,Sachsen,Statistik — info @ 13:10

Dresden (agrar.de) – Rund 15.550 Frauen arbeiteten 2007 in der sächsischen Landwirtschaft. Das sind immerhin 38 Prozent der in diesem Bereich tätigen Arbeitskräfte. Fast drei Viertel dieser Frauen gehörten nicht zur Familie und waren als ständige Arbeitskräfte angestellt, d.h sie stehen in einem unbefristeten oder auf mindestens drei Monate abgeschlossenen Arbeitsverhältnis zum Betrieb. Jeweils etwa 28 Prozent waren Saisonarbeitskräfte bzw. Familienarbeitskräfte.

In Sachsen werden knapp 7.100 Betriebe als landwirtschaftliche Einzelunternehmen geführt – darunter 1.290 von einer Frau. Die Einzelunternehmen beschäftigten insgesamt 12.520 Personen, von denen 4.340, also gut ein Drittel, weibliche Familienarbeitskräfte waren. Außerdem standen 1.410 ständige familienfremde weibliche Personen und 1.130 weibliche Saisonarbeitskräfte in Lohn und Brot. In den 560 Personengesellschaften waren 5.380 Arbeitskräfte tätig, darunter 38 Prozent Frauen. Von den 18.320 Arbeitskräften in den 590 Betrieben in Hand juristischer Personen waren 36 Prozent weibliche Beschäftigte.

Nahezu die Hälfte (46 Prozent) der in der Landwirtschaft beschäftigten Frauen (ohne Saisonarbeitskräfte) war zwischen 30 und 50 Jahre alt. Gut ein Drittel gehörte zur Altersgruppe 50 bis 65 Jahre. 13 Prozent waren jünger als 30 Jahre und sieben Prozent älter als 65 Jahre.

Bäuerinnentreff – der Treffpunkt für die Landfrau im Netz

Links zum Thema Landfrauen.

13. Oktober 2008

Rentenbank senkt Zinsen

Themen: Banken,Wirtschaft — info @ 13:10

Frankfurt (agrar.de) – Die Landwirtschaftliche Rentenbank hat die Zinssätze ihrer hauseigenen Sonderkreditprogramme „Landwirtschaft“, „Junglandwirte“, „Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ sowie „Ländliche Entwicklung“ um bis zu 0,40 Prozentpunkte (nominal) gesenkt. Sonderkredite mit einer Laufzeit von 10 Jahren kosten jetzt in der günstigsten Preisklasse (A) im Sonderkreditprogramm „Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ und für Junglandwirte effektiv 4,96 % bei 10-jähriger Zinsbindung und 4,86 % bei 5-jähriger Zinsbindung.

Die Sonderkredite der Förderbank für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum dürfen neben anderen öffentlichen Mitteln, z. B. Zuschüssen, eingesetzt werden. Wie bei den Darlehen der Rentenbank üblich, sind die Kreditanträge formlos an die Hausbank zu richten. In Abhängigkeit von der Bonität und der Werthaltigkeit der gestellten Sicherheiten nehmen die Hausbanken auch die Einstufung in die jeweilige Preisklasse vor.

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09. Oktober 2008

Niedersachsen: Maisernte lieferte hervorragenden Ertrag

Themen: Bundesländer,Erntebericht,Mais,Niedersachsen — info @ 09:10

Hannover (agrar.de) – Eine Superernte geht auf den niedersächsischen Maisfeldern allmählich zu Ende. Nach einer Umfrage des Landvolks Niedersachsen sind die meisten Silomaisfelder schon geräumt. Lediglich Spätsaaten sowie Maisbestände auf feuchten und kalten Standorten müssen in den nächsten Tagen noch gehäckselt werden.

Mit Ausnahme weniger Tage mit starken Niederschlägen waren die Witterungsbedingungen günstig und erlaubten eine problemlose Ernte. Im vergangenen Jahr war die Maisernte dagegen teilweise zu einem „Schlammproblem“ geworden. Sehr zufrieden sind die Bauern mit den Erträgen. Nach einer ersten Bilanz war die Erntemenge deutlich über dem Durchschnitt. Aber auch die Qualität war vorzüglich. Ein überdurchschnittlicher Kolbenansatz der Maispflanzen lässt einen hohen Stärkegehalt und eine sehr gute Energiekonzentration in der Silage erwarten.

Inzwischen hat bereits die Körnermaisernte begonnen. Auch hier sind die ersten Druschergebnisse viel versprechend. In Niedersachsen standen 360.000 Hektar (ha) Silomais zur Ernte an, elf Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Der Körnermais legte sogar um 43 Prozent auf 113.000 ha zu. Allerdings dürfte ein Teil davon bereits als Silomais oder für Biogasanlagen geerntet worden sein, nachdem die Preise für Körnermais stark unter Druck geraten sind.

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Der Norden setzte auf Zuckerrüben

Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben die größte Anbaufläche
Hannover (agrar.de) – Seit wenigen Wochen stehen die deutschen Zuckerfabriken wieder unter Dampf und verarbeiten die neue Ernte. Am meisten zu tun haben sie, so der Landvolk-Pressedienst, in Niedersachsen, dem Bundesland mit der größten Anbaufläche von Zuckerrüben.

In der vorigen Kampagne 2007/2008 wuchsen die Zuckerrüben in Deutschland insgesamt auf 391.496 Hektar (ha), ein Viertel davon mit 98.900 ha allein in Niedersachsen. Erheblich kleiner war die Anbaufläche in Nordrhein-Westfalen mit 62.828 ha. Nahezu gleichauf lag Bayern mit 60.447 ha Zuckerrüben. In Sachsen-Anhalt wurden zur Kampagne 2007/2008 mit 49.552 ha nur halb so viele Flächen mit Rüben bestellt wie in Niedersachsen. Mit großem Abstand folgte Mecklenburg-Vorpommern auf dem fünften Platz, dort betrug die Anbaufläche 22.281 ha. In allen anderen Bundesländern spielt die Zuckerrübe nur eine untergeordnete Rolle. Am geringsten war der Anbau in Thüringen mit lediglich 9.874 ha.

Für die laufende Kampagne ist die Anbaufläche etwas zurückgenommen worden auf 371.037 ha, in erster Linie aufgrund der Restrukturierungsmaßnahmen der EU. In deren Rahmen wurden Rübenlieferrechte von abgabewilligen Bauern zurückgekauft, um die Produktion zu verringern. Dies war notwendig geworden aufgrund der Vereinbarungen in der Welthandelsrunde. Vor allem von Anbauern auf weniger begünstigten Standorten sowie weiter Entfernung zur nächsten Zuckerfabrik wurden diese Angebote wahrgenommen.

Unter diesen Rahmenbedingungen haben auch Niedersachsens Bauern ihre Rübenanbaufläche verringert. Nach vorläufigen Zahlen verminderte sie sich auf ungefähr 95.000 ha. Nach wie vor bleibt Niedersachsen aber Hauptanbauland für die „süßen“ Früchte. Besonders auf den südniedersächsischen Bördeböden spielt die Zuckerrübe als wirtschaftlich ertragsstärkste Frucht eine wesentliche Rolle für die Betriebe. Allerdings hat der Strukturwandel auch diesen Bereich stark verändert. Nur noch vier Fabriken, nämlich in Uelzen, Clauen, Nordstemmen und Schladen, arbeiten auf niedersächsischem Boden, ein Teil der hier geernteten Rüben wird auch im Sachsen-anhaltinischen Klein Wanzleben verarbeitet.

Nach ersten Ergebnissen dürfte es eine gut durchschnittliche Ernte werden. Im Mittel wird der Rübenertrag mit erwarteten 59 Tonnen (t) pro ha geringer ausfallen als im vergangenen Jahr mit 61,4 t, der Zuckergehalt der Rüben liegt aber mit 17,6 Prozent etwas höher als im Vorjahr (17,2 Prozent). Aufgrund der verringerten Anbaufläche wird mit einer Gesamternte von 8,6 Mio. t gerechnet, im vergangenen Jahr waren es 9,6 Mio. t.

Links zum Thema Zuckerrüben.

Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Schweine,Wirtschaft — info @ 08:10

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 670 angebotenen Schweinen, 530 Schweine in 4 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,73 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,72 Euro bis 1,74 Euro verkauft.

Links zum Thema Schweine.

08. Oktober 2008

RLV: Beim Bauern kommt nur wenig an!

Themen: Lebensmittel,Statistik,Verbände,Wirtschaft — info @ 14:10

Bonn (agrar.de) – Die Verbraucher merken dies bei jedem Einkauf an der Supermarktkasse: Die Preise für Lebensmittel sind seit dem Sommer 2007 zum Teil deutlich angestiegen. Dennoch sind heute viele Lebensmittel immer noch erschwinglicher als in den 80er Jahren.

Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) dazu mitteilt, müsse trotz Preissteigerungen im Lebensmittelhandel im Jahr 2007, gemessen am Einkommen, relativ wenig für „das tägliche Brot“ aufgewendet werden. Dies belegten folgende Zahlen: Während die Bundesbürger 1950 noch 44 Prozent ihres Haushaltseinkommens für Lebensmittel und Getränke ausgaben, sind es heute nur noch 14 Prozent – sprich: 86 Prozent des Einkommens geben die Deutschen nicht für ihre Ernährung aus. Der Grund dafür: Die Preise für Lebensmittel sind in den vergangenen Jahrzehnten weit weniger gestiegen als die Löhne.

Seit 1950 sind die Löhne um das 19-fache, die Brotpreise um knapp das 9-fache gestiegen, die Weizenpreise aber nominal kaum gestiegen. Wären die Weizenpreise seit 1950 genauso stark gestiegen wie die Inflationsrate, dann hätten die Erzeuger für 100 kg Weizen Ende 2007 über 77 Euro erlösen müssen – in Wirklichkeit waren es nur rund 23 Euro. Aber warum haben die Menschen, wenn Lebensmittel relativ betrachtet immer preiswerter geworden sind, heute nicht mehr Geld in der Tasche als früher? Viele andere Haushaltspositionen sind in den vergangenen Jahren deutlich stärker gestiegen als die Einkommen. Allein in den Jahren von 2000 bis 2006 gab es eine deutliche Verteuerung zum Beispiel bei Erdgas (+ 59 Prozent), leichtem Heizöl (+ 49 Prozent) oder Strom (+ 30 Prozent). Aber auch die Preise für alkoholische Getränke und Tabakwaren (+ 34 Prozent) oder den öffentlichen Personennahverkehr (+ 16 Prozent) sind überproportional gestiegen.

Die gestiegenen Lebensmittelpreise dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass von dem, was Verbraucher für Lebensmittel ausgeben, immer weniger bei den Bauern ankommt. Während 1970 noch rund 50 Prozent der Verbraucherausgaben für Lebensmittel die Bauern erreichten, sind es heute im Durchschnitt nur noch knapp 25 Prozent – wobei die Anteile sehr stark vom Produkt abhängen. Ein Brötchen für 28 Cent enthält nach Angaben des RLV Getreide im Wert von gerade mal 0,6 Cent, das sind 3 Prozent des Verkaufspreises. Vom 1/4 l Milch bleiben dem Landwirt 8 Cent, das entspricht 45 Prozent des Verkaufspreises. Trotzdem werden oftmals Preissteigerungen der Rohwaren von Bäckern und Brauern als Grund für Preissteigerungen bei Brot und Bier genannt. Gegenüber den wesentlich stärker gestiegenen Personal- und Energiekosten fallen sie aber kaum ins Gewicht.

Links zum Thema Verbände.

06. Oktober 2008

Wer bekommt Geld von der EU?

Neu eingerichtete Webseiten geben Aufschluss über die Empfänger

Brüssel (agrar.de) – Eine neue Internetseite mit dem Namen ‚Finanztransparenzsystem‚ liefert erstmals freien Zugriff auf Einzelheiten zu den Empfängern jener EU-Mittel, die von der Kommission und den Exekutivagenturen direkt verwaltet werden. Die Webseite, die auf Rechnungsführungsdaten basiert, vermittelt einen konsolidierten Überblick über das vorangegangene Haushaltsjahr. Sie enthält etwa 28.000 Einträge zu den von der Kommission direkt verwalteten Programmen in den Bereichen Forschung, Bildung, Energie und Verkehr sowie zu verschiedenen Aspekten der Hilfe für Drittländer.

Dank einer integrierten Suchmaske kann der Benutzer Einzelheiten zu den Empfängern von Finanzhilfen und zu einzelnen Politikbereichen leichter analysieren und vergleichen. Die Suchmaschine gehört zu den tragenden Säulen der weiter gefassten Europäischen Transparenzinitiative (ETI) der Kommission.

Dalia Grybauskaitė, die als Mitglied der EU-Kommission für das Ressort Finanzplanung und Haushalt zuständig ist, begrüßte die Freischaltung der neuen Webseite „Finanztransparenzsystem (FTS)“: „Weltweit gibt es nur sehr wenige Behörden, die einen vergleichbaren Einblick in ihre Rechnungslegung gewähren. Wir geben einen vollständigen, verlässlichen, vergleichbaren und verwenderfreundlichen Zugang zur Rechnungslegung in den Bereichen Beihilfen, Verträge und sonstige EU-Finanzhilfen. Ich bin davon überzeugt, dass dies die aktuelle Diskussion über die bestmögliche Verwendung der EU-Gelder befruchten wird“.

Vizepräsident Siim Kallas führte aus: „Wir haben immer gesagt, dass die EU-Programme dem Einzelnen, den Unternehmen und der Zivilgesellschaft in den 27 Mitgliedstaaten zugute kommen. Dank dieser neuen Maßnahme, die zur Europäischen Transparenzinitiative gehört, kann das jeder EU-Bürger nun jederzeit nachprüfen; das FTS ist eine sehr effiziente Form der Rechenschaftslegung, sowohl auf Ebene der Kommission als auch auf Ebene des Programmmanagements innerhalb der EU“.

Finanztransparenzsystem

Die Webseite zum Finanztransparenzsystem (FTS), die Anfang Oktober in die Testphase startet, betrifft die Empfänger der von der Kommission und den Exekutivagenturen direkt verwalteten EU-Mittel (Exekutivagenturen sind Einrichtungen, die zur Verwaltung bestimmter EU-Programme und zur weiteren technischen Unterstützung eingerichtet werden). Die Daten können über Internet mittels einer Suchmaske abgerufen werden, die verschiedene Suchfelder enthält wie Land des Empfängers, für die Finanzhilfe bzw. den Vertrag verantwortliche Kommissionsdienststelle, jeweilige Haushaltslinie und Zahlungsbetrag.

Die Daten werden dem Rechnungsabschluss der Kommission für das vorangegangene Haushaltsjahr entnommen und geben Aufschluss über die für diese Maßnahmen gebundenen Mittel. Die ersten verfügbaren Daten beziehen sich auf das Haushaltsjahr 2007. 2009 werden die Empfänger des Jahres 2008 veröffentlicht und ab 2010 werden auch Angaben zu den Beschaffungsverträgen, die aus den Verwaltungsmitteln der Kommission finanziert werden, verfügbar sein.

Angaben über die Empfänger von Mitteln für die Entwicklung des ländlichen Raums werden ebenfalls im Internet veröffentlicht.

Parallel dazu ist jeder Mitgliedstaat gehalten, bis zum 30. September 2008 eine Webseite mit Angaben über die Zahlungen aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds einzurichten, die zwischen dem 1. Januar und dem 15. Oktober 2007 für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) getätigt wurden. Diese Webseite gibt Aufschluss über die Empfänger (Name des Empfängers, Wohnort bzw. Firmensitz und Gesamtbetrag der öffentlichen (von der EU und vom Mitgliedstaat gewährten) Fördermittel. Die Kommission hat eigens eine Webseite eingerichtet, die Links zu den Webseiten der Mitgliedstaaten enthält. Bis zum 30. April 2009 müssen die Mitgliedstaaten Einzelheiten zu den Empfängern der sonstigen Agrarzahlungen veröffentlichen.

Hintergrund

2005 startete die Kommission die Europäische Transparenzinitiative (ETI). Eines der drei Hauptziele dieser Initiative besteht darin, die Öffentlichkeit über die Empfänger von Gemeinschaftsmitteln besser zu informieren. Zunächst wurden Daten zu den von der Kommission direkt verwalteten Finanzhilfen veröffentlicht, die nunmehr durch Angaben für Bereiche wie Landwirtschaft und Entwicklung des ländlichen Raumes ergänzt werden, für die die Mittel von Kommission und Mitgliedstaaten gemeinsam verwaltet werden. Dank ETI haben sich die Mitgliedstaaten bereiterklärt, die Verpflichtung zur Veröffentlichung des Namens der Empfänger von EU-Finanzhilfen auf alle aus EU-Geldern finanzierte Maßnahmen auszuweiten.

Die Webseiten über die Veröffentlichung von EU-Finanzhilfen – bisher betrifft dies Regionalbeihilfen, einschließlich Strukturfonds, Zahlungen im Bereich der Landwirtschaft und der Entwicklung des ländlichen Raumes sowie von der Kommission direkt verwaltete Mittel – können über das zentrale Kommissionsportal aufgerufen werden.

Weitere Informationen:

Webseite über die Finanztransparenzsystem

Zentrales Kommissionsportal für Finanzhilfen

Webportal für Empfänger von Zahlungen für die Entwicklung des ländlichen Raumes

Links zum Thema EU und Landwirtschaft.

BfN: Grünland im Umbruch

Themen: Agrarstruktur,Tiere,Umwelt — info @ 10:10

Lebensraum von über 50 Prozent unserer Arten wird weiter dezimiert – BfN veröffentlich Positionspapier
Bonn (agrar.de) – „Die Entwicklung ist alarmierend, wir können uns keine weiteren Grünlandverluste leisten“, mahnte die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz (BfN), Prof. Dr. Beate Jessel, zur heutigen Veröffentlichung eines Positionspapiers ihres Amtes zur Situation des Grünlands und zur notwendigen Anpassung und Weiterentwicklung der nationalen und europäischen Agrarpolitik.

Grünland beherbergt als Lebensraum in der Agrarlandschaft mehr als die Hälfte aller in Deutschland vorkommenden Arten. Trotzdem verliert dieser Lebensraum weiterhin sowohl an Fläche als auch an Qualität. Schleswig-Holstein hat z.B. im Jahr 2008 gegenüber 2003 mehr als 5 Prozent seines Dauergrünlandanteils eingebüßt, und auch andere Bundesländer nähern sich der 5 Prozent-Marke; kleinräumig können sich die Grünlandverluste dabei noch weitaus gravierender gestalten. Die Hauptursache für den Rückgang ist in der weltweit hohen Nachfrage nach Agrarprodukten, verstärkt durch die Förderung der Erzeugung von Biomasse, zu sehen. Dies lässt den intensiven Anbau landwirtschaftlicher Produkte nicht nur auf Ackerstandorten attraktiver werden. Zunehmend wird auch Grünland intensiviert oder in Ackerflächen umgewandelt. Und dies nicht nur auf bereits intensiv genutzten Agrarflächen, sondern mit regionalen Schwerpunkten auch auf ertragsschwachen Standorten, die vormals artenreich und für Naturschutz und Landschaftsbild wertvoll waren, wie z.B. in Flußauen und in Natura 2000 Gebieten. Dabei hat die Europäische Union im Rahmen der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik die Mitgliedsstaaten verpflichtet, der Erhaltung von Dauergrünland besondere Beachtung zu schenken.

Der Verlust von die Landschaft bereichernden Grünlandbeständen mit ihrer so einmaligen Artenvielfalt lässt nicht nur das EU-Ziel, den Verlust an biologischer Vielfalt bis 2010 zu stoppen in weite Ferne rücken sondern konterkariert auch Ziele der nationalen Biodiversitätsstrategie für den Agrarraum. Aber auch aus Gründen des Klimaschutzes ist ein Grünlandumbruch kontraproduktiv, denn es werden dabei zunächst in großem Ausmaß klimaschädliche Gase freigesetzt. „Angesichts des Drucks auf den Agrarmärkten müssen wir Erhaltung und Schutz des Dauergrünlands aktiv befördern“ betonte Prof. Jessel. „Notwendig ist die Förderung einer naturverträglichen und klimafreundlichen Grünlandbewirtschaftung, die für Landwirte rentabel ist und die Landschaft für Bewohner und Erholungssuchende attraktiv hält“.

Das Positionspapier des BfN mit entsprechenden Empfehlungen zur Anpassung und Weiterentwicklung der nationalen und europäischen Agrarpolitik steht unter dem Titel „Where have all the flowers gone? Grünland im Umbruch“ als Download zur Verfügung.

Links zum Thema Landschaft und Natur.

02. Oktober 2008

Sperrfrist nach Düngeverordnung

Themen: Düngung,Nordrhein-Westfalen,Umwelt — info @ 10:10

Münster (agrar.de) – Die Düngeverordnung sieht vor, dass die so genannte Güllesperrfrist, die auf Ackerland in der Zeit vom 1. November bis zum 31. Januar und auf Grünland vom 15. November bis zum 31. Januar gilt, auf Antrag verschoben werden kann.

Der Maschinenring Westfalen-Lippe informiert, dass es in einigen Regionen Nordrhein-Westfalens hierzu ein vereinfachtes Antragsverfahren gibt. Bei der jeweiligen Kreisstelle der Landwirtschaftskammer muss dann in der Regel nur angezeigt werden, dass von der Sperrfristverschiebung Gebrauch gemacht werden soll.

In der Regel handelt es sich bei dem vereinfachten Verfahren um eine Vorverlegung der Sperrfrist, d. h. die Sperrfrist beginnt dann schon am 15. Oktober, endet dafür aber bereits am 15. Januar. Damit gewährleistet ist, dass die Sperrfrist nicht verkürzt wird, müssen entsprechende Anträge rechtzeitig vor Beginn der neuen Sperrfrist, also vor dem 15. Oktober genehmigt sein.

Nur im Hochsauerlandkreis sowie in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein gibt es auf Grünland ein vereinfachtes Verfahren zur Verschiebung der Sperrfrist nach hinten. Antragsfrist ist hier der 14. November 2008. Anträge auf Verschiebung der Sperrfrist sind an die Kreisstelle der Landwirtschaftskammer zu richten, in deren Zuständigkeitsbereich die Flächen liegen.

Links zum Thema Düngung.

Niedersachsen ist Kartoffelland Nummer eins

Ernte fällt etwas kleiner aus – Knapp die Hälfte wird in Niedersachsen gerodet
Hannover (agrar.de) – Seinem Ruf als führendem „Kartoffelland“ macht Niedersachsen in diesem Jahr wieder alle Ehre: Mit einer Anbaufläche von 110.700 Hektar (ha) stellen die Landwirte zwischen Ems und Elbe nicht ganz die Hälfte der bundesdeutschen Fläche für den Anbau mittelfrüher und später Knollen, berichtet der Landvolk-Pressedienst.

Bereits zum Zweitplatzierten Bayern besteht nach den vorläufigen Ergebnissen der Bodennutzungshaupterhebung ein erheblicher Abstand, dort stehen 44.200 ha zur Rodung an. Nordrhein-Westfalen folgt mit 27.100 ha. Daneben spielen mit Mecklenburg-Vorpommern, wo die „tollen Knollen“ auf 14.500 ha wachsen, Sachsen-Anhalt mit einer Anbaufläche von 12.200 ha und Brandenburg (9.300 ha) nur noch drei Bundesländer eine Rolle bei der Kartoffelproduktion. Die anderen Länder tragen mit einer Anbaufläche von jeweils weniger als 7.000 ha nur unbedeutend zur Kartoffelernte bei. Das Schlusslicht ist das Saarland, wo die Kartoffeln gerade mal auf 100 ha wachsen.

Die Landwirte hatten den Anbau der Hackfrüchte zur Ernte 2008 aufgrund der hohen Erzeugerpreise für andere Feldfrüchte bundesweit eingeschränkt, und zwar um 5,2 Prozent auf insgesamt 260.500 ha. Das war die kleinste Kartoffelanbaufläche seit der Deutschen Wiedervereinigung. Überdurchschnittlich stark reduzierten die Erzeuger die Anbaufläche von Frühkartoffeln, und zwar um 7,9 Prozent auf 14.600 ha. Der Anbau der mittelfrühen und späten Sorten schrumpfte bundesweit um 5,1 Prozent auf 245.900 ha. Davon sind zwei Drittel jedoch nicht für die menschliche Ernährung, sondern für die Industrie bestimmt. Während die Anbaufläche für Speisekartoffeln nur wenig um 1,9 Prozent auf 94.600 ha sank, ging die Anbaufläche für Stärke- und Industriekartoffeln sogar deutlich um 6,8 Prozent auf 151.600 ha zurück.

Die Einschränkung der Anbauflächen wird sich jedoch nicht voll auf die Erntemenge niederschlagen, da die Landwirte mit durchschnittlich 432 Dezitonnen je ha (dt/ha) das Vorjahresniveau um knapp zwei Prozent übertreffen. Dementsprechend erwarten die Landwirte nach den bisherigen Rodungen eine Ernte von 11,26 Mio. Tonnen (t) Kartoffeln, das wären 3,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Davon sollen in Niedersachsen mit 5,23 Mio. t rund 46 Prozent geerntet werden. Von der Gesamternte entfallen 462.000 t (minus 10,1 Prozent) auf Frühkartoffeln, während die Erzeugung mittelfrüher und später Sorten um knapp drei Prozent auf 10,8 Mio. t sinken soll. Landwirte wie Verbraucher können sich über die gute Qualität der diesjährigen Knollen freuen. Diese profitierte zum Einen durch die günstige Witterung in der Vegetationszeit, zum Anderen begünstigte das kühle und gleichzeitig relativ trockene Wetter zur Erntezeit die Lagerfähigkeit der Kartoffeln.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik,
Links zum Bundesland Niedersachsen.

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