16. Oktober 2008

Europäische Landwirte ernteten viel Getreide

Themen: Erntebericht,EU,Getreide,International,Statistik — info @ 09:10

Flächenausdehnung und bessere Hektarerträge sorgten für eine sehr gute Ernte
Hannover (agrar.de) – Die Mähdrescher in der EU hatten in diesem Jahr erheblich mehr zu tun als im Erntejahr 2007. Wie der Landvolk-Pressedienst berichtet, haben die Landwirte in den 27 Mitgliedstaaten den Getreideanbau zur Ernte 2008 um schätzungsweise 3,8 Mio. Hektar (ha) oder 6,8 Prozent auf 59,4 Millionen ha ausgeweitet. In 2007 wurde das Getreide von 55,6 Mio. ha geerntet. Dabei führte der Weizen nach den Berechnungen des EU-Dachverbandes des Getreide- und Futtermittelhandels (Coceral) die Anbaustatistik mit 26,35 Mio. ha an, das sind 2,06 Mio. ha oder 8,48 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Es folgen Gerste, deren Anbau um 5,16 Prozent auf 14,46 Mio. ha zunahm und Mais, dessen Anbaufläche sogar um knapp 10,9 Prozent auf 8,75 Mio. ha gestiegen ist. Außerdem haben die EU-Landwirte das Areal für Roggen deutlich ausgeweitet, und zwar um 4,26 Prozent auf 2,69 Mio. ha.

In den Entscheidungen der europäischen Landwirte für eine Ausweitung des Getreideanbaus zur Ernte 2008 dürften sich insbesondere die weltweite Nachfrage nach Getreide und der starke Preisanstieg im vergangenen Jahr niedergeschlagen haben. Zusätzlich machte der Wegfall der obligatorischen Flächenstilllegung in der EU die Ausweitung des Getreideareals möglich. Da die Pflanzen auf den Feldern zudem während der Wachstumsperiode EU-weit von relativ guten Bedingungen profitieren konnten, sind nach den Berechnungen von Coceral auch die Hektarerträge der einzelnen Kulturen gegenüber dem Vorjahr gestiegen. So konnten die Landwirte in diesem Jahr rein rechnerisch rund 51,5 Dezitonnen (dt) Getreide je ha ernten, in 2007 waren es mit 45,7 dt/ ha rund 12,7 Prozent weniger. Damals hatten die Getreidebestände vor allem in Ungarn, Bulgarien und Rumänien unter extremer Trockenheit und Hitze gelitten. Zudem waren die Erträge in Frankreich und Deutschland, den beiden größten Getreideerzeugern der EU, eher mäßig ausgefallen.

Die deutlich größere Getreidefläche in der EU hat zusammen mit den guten Hektarerträgen in diesem Jahr für eine deutlich größere Erntemenge gesorgt als im eher mäßigen 2007. Die jüngsten Produktionsschätzungen beziffern die gesamte Getreideernte auf 306,2 Mio. Tonnen (t), das wäre eine Steigerung um 20,4 Prozent gegenüber 2007. Die wichtigsten Getreideproduzenten innerhalb der EU bleiben dabei Frankreich und Deutschland. Während die französischen Bauern mit schätzungsweise 68,35 Mio. t eine um 14,9 Prozent größere Ernte eingefahren haben dürften als 2007, haben die deutschen Landwirte mit 49,9 Mio. t sogar 22,8 Prozent mehr geerntet als im Jahr zuvor. Entgegen dem positiven EU-Trend wurde in Polen mit 26,24 Mio. t zwar rund 4,0 Prozent weniger Getreide geerntet als in 2007. Mit diesem Ernteergebnis bleibt Polen jedoch drittgrößter Getreideerzeuger der EU vor Großbritannien, wo mit 24,3 Mio. t das Vorjahresergebnis sogar um rund 25 Prozent übertroffen wurde.

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Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Schweine,Statistik,Wirtschaft — info @ 08:10

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 615 angebotenen Schweinen, 350 Schweine in 2 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,67 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,67 Euro bis 1,68 Euro verkauft.

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RLV: Strukturwandel setzt sich unvermindert fort

Themen: Agrarstruktur,Statistik,Verbände — info @ 08:10

„Wachstumsschwelle“ der landwirtschaftlichen Betriebe bei 75 ha
Bonn (agrar.de) – Im Jahr 2007 gab es in Deutschland 370.800 landwirtschaftliche Betriebe, die eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von rund 16,9 Mio. ha bewirtschafteten.

Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) mit Bezug auf das Statistische Bundesamt berichtet, sei zwar gegenüber der letzten Agrarstrukturerhebung im Jahr 2005 die Größe der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche mit rund 17 Mio. ha nahezu unverändert geblieben, die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe sei aber um 4,9 Prozent zurückgegangen. Dadurch sei ein die durchschnittliche Betriebsgröße um 2 ha auf 45,7 ha gewachsen. Diese Ergebnisse zeigten, dass sich der Strukturwandel im Bereich der Landwirtschaft hin zu immer größeren Betrieben weiter fortsetze.

Insbesondere die Zahl der Betriebe in den Betriebsgrößenklassen bis 50 ha hat nach RLV-Angaben erheblich abgenommen. Besonders hohe Abnahmeraten sind in den Größenklassen bis 20 ha zu verzeichnen gewesen. Auch in der Größenklasse zwischen 50 und 75 ha muss man einen leichten Rückgang der Betriebe festzustellen. Dies deutet darauf hin, dass die Wachstumsschwelle der landwirtschaftlichen Betriebe bei 75 ha liegt. Ab dieser Schwelle nimmt die Zahl der Betriebe bundesweit noch zu.

Die „Wachstumsschwelle“ ist ein auf die Fläche bezogener statistischer Grenzwert. Unterhalb dieses Grenzwertes nimmt die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ab, oberhalb des Grenzwertes nimmt sie zu. Dies bedeutet, dass dauerhaft überlebensfähige Betriebe – außer bei Sonderkulturen oder Nischenproduktion – mindestens über diese Betriebsgröße verfügen sollten.

Informationen zu Pachtpreisen in den Bundesländern.

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15. Oktober 2008

Rückstände in Obst und Gemüse weiter zurückgegangen

RLV kritisiert unseriöse Darstellung der Ergebnisse des Lebensmittelmonitorings des BVL
Bonn (agrar.de) – Obwohl die Rückstandsgehalte von Pflanzenschutzmitteln in den vergangenen vier Jahren weiter zurückgegangen sind, vermittelt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mit dem Lebensmittelmonitoring 2007 einen gegenteiligen Eindruck und verunglimpft damit die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft.

„Unsere Acker-, Obst- und Gemüsebauern gehen verantwortlich mit Pflanzenschutzmitteln um und setzen sie im Sinne des Verbraucher- und Umweltschutzes ein“, konstatiert Friedhelm Decker, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), und führt weiter aus: „Es liegt im eigenen Interesse der Landwirte, den Wünschen der Verbraucher gerecht zu werden und gleichzeitig Produkte bester Qualität herzustellen!“

RLV-Präsident Decker warnt vor Panikmache beim Thema Rückstände in Lebensmitteln: „Durch die unseriöse Darstellung des BVL wird der Verbraucher verunsichert. Wir alle wollen die Rückstände so gering wie möglich halten, müssen aber auch Qualität und ausreichende Erträge sichern.“ Das Lebensmittelmonitoring des BVL hatte ergeben, dass die Rückstände Obst und Gemüse deutlich niedriger waren als in den vorangegangenen Untersuchungen aus den Jahren 2004. Bei Äpfeln etwa hat sich der Rückstandsgehalt im Vergleich zu 2004 halbiert, hier gibt es kaum Belastungen. In der Pressemitteilung des BVL erweckt die Behörde mit reißerischen Schlagzeilen den Eindruck, dass Obst und Gemüse stark mit Pflanzenschutzmitteln belastet seien, kritisiert RLV-Präsident Decker und betont: „Damit wird eine Gefahr konstruiert, die so nicht besteht!“ Es entstehe auch der Eindruck, das BVL wolle mit einer unseriösen Berichterstattung Pflanzenschutzpolitik betreiben.

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Schleswig-Holstein: Kaum Beanstandungen bei Lebensmitteluntersuchungen

Kiel (agrar.de) – Erneut gute Nachrichten für Verbraucherinnen und Verbraucher in Schleswig-Holstein: Die Belastung von Lebensmitteln mit Pestizidrückständen hat auch im vergangenen Jahr keine grundsätzlichen Probleme verursacht. Das teilt das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume als Ergebnis der amtlichen Untersuchungen im Landeslabor mit. Das Resultat der Untersuchungen im vergangenen Jahreszeitraum entspricht damit den Bilanzen der vorigen Jahre. Allerdings: Produkte aus Deutschland und insbesondere aus Schleswig-Holstein schnitten bei den Tests wieder etwas besser ab als der Durchschnitt, die Belastung war hier noch niedriger.

Insgesamt wurden 432 Proben Obst und Gemüse auf Rückstände untersucht. Die Auswahl richtete sich nach dem Marktangebot, der regionalen Produktionsstruktur und der zu erwartenden Rückstandssituation sowie nach der Beteiligung an nationalen und EU-weiten Messprogrammen. Durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln können Erntegüter Rückstände enthalten, die nur bis zu einer gesetzlich festgelegten Höchstmenge vorliegen dürfen.

In den 432 Proben waren bei 35 Prozent (150 Proben) keine Rückstände nachzuweisen, 58 Prozent (254 Proben) enthielten Rückstände in zulässiger Menge, während bei sieben Prozent (28 Proben) Höchstmengenüberschreitungen festgestellt wurden. Lebensmittel aus deutscher und schleswig-holsteinischer Produktion schnitten in der Regel wieder besser ab als Importware, obwohl die Untersuchungskontingente in etwa gleich groß waren.

So wurden 212 Proben (49 Prozent) aus deutschem Anbau untersucht, 156 Proben davon aus Schleswig-Holstein, darunter Wirsing- und Grünkohl, Äpfel, Erdbeeren, Möhren, Salate, Tomaten und Gurken. Hiervon waren 97 Prozent (151 Proben) rückstandsfrei oder wiesen Rückstände in zulässiger Menge auf, lediglich bei drei Prozent (5 Proben) lag das Resultat oberhalb der erlaubten Höchstmengen.

Von 220 Proben ausländischer Herkunft (51 Prozent des Untersuchungskontingents) waren 93 Prozent rückstandsfrei oder wiesen Rückstände in zulässiger Menge auf, bei sieben Prozent (16 Proben) wurden Überschreitungen der Höchstmengen festgestellt.

Unterschiede lassen sich zwischen einzelnen Warengruppen hinsichtlich des Vorkommens von Rückständen feststellen: In dem untersuchten Gemüse waren von dem Sprossgemüse (Spargel, Blumenkohl, Kohlrabi) 93 Prozent der Proben frei von analysierten Rückständen, und sieben Prozent enthielten Rückstände unter den gesetzlichen Höchstmengen. Hier gab es also gar keine Höchstmengenüberschreitung. Von dem untersuchten Blatt-, Frucht- und Wurzelgemüse waren 30-40 Prozent frei von Rückständen und enthielten – bis auf Blattgemüse – keinen nennenswerten Anteil mit Rückständen oberhalb der gesetzlichen Höchstmengen. Beim Blattgemüse, insbesondere dem Grünkohl und den Blattsalaten, überschritten Rückstandsgehalte in 13 Prozent aller untersuchten Proben die Höchstmengen.

Im untersuchten Obst stellte sich das Ergebnis wie folgt dar: Der völlig rückstandsfreie Anteil lag bei je zehn Prozent beim Beerenobst, zwölf Prozent bei den Zitrusfrüchten, 19 Prozent beim Kernobst und 29 bzw. 33 Prozent beim Steinobst und den exotischen Früchten. Während Kernobst und Beerenobst keinen nennenswerten Anteil mit Rückstandsgehalten oberhalb der gesetzlichen Höchstmengen aufwiesen, überschritten Rückstandsgehalte bei zehn bis 13 Prozent aller untersuchten Zitrusfrüchte und exotischen Früchte sowie in 21 Prozent aller untersuchten Steinobstfrüchte die gesetzlichen Höchstmengen.

Das Ministerium stellt vor diesem Hintergrund fest, dass sich auch bei den aktuellen Ergebnissen hinsichtlich des gesundheitlichen Verbraucherschutzes keine Probleme durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln abzeichnen, jedoch muss insbesondere den Fällen der vereinzelten Höchstmengenüberschreitungen weiterhin mit Beratung und Kontrollen begegnet und auf Einhaltung der guten fachlichen Anwendungspraxis von Pflanzenschutzmitteln gedrängt werden.

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Verödung der Böden nimmt zu

Berlin (agrar.de) – Fast ein Viertel der Landfläche der Erde ist von Verödung betroffen. Damit habe sich der Anteil der verödeten Landflächen seit einer Untersuchung im Jahre 1991 stark vergrößert, berichtete der Exekutivsekretär der Konvention der Vereinten Nationen zur Desertifikationsbekämpfung (UNCCD), Luc Gnacadja, am Mittwoch im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Deutschen Bundestages. Damals seien erst 15 Prozent der Landfläche als verödet eingestuft worden. Ein Drittel der Weltbevölkerung lebe in Trockengebieten.

Nach Angaben von Gnacadja sind Swasiland, Angola, Gabun, Thailand und Sambia die von Verödung am stärksten betroffenen Länder. Im südafrikanischen Staat Swasiland würden 95 Prozent der Landfläche als verödet eingestuft. Die Situation in Russland, in Teilen Afrikas, Kanada, den USA und in China verschlimmere sich. In China seien bereits 457 Millionen Menschen von der Verödung betroffen. Andererseits gebe es aber auch positive Nachrichten. So habe sich die Situation in einem Siebtel der Landfläche der Erde verbessert. Als Beispiele nannte der UN-Vertreter Trockengebiete in Ostafrika und in Australien.

Gnacadja wies darauf hin, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und der Wüstenbildung beziehungsweise Verödung gebe. Als Ergebnis der zunehmenden Verödung in Kanada würden 94 Millionen Tonnen Kohlendioxid frei, die sonst vom Boden aufgenommen würden. Der Experte betonte, dass Böden mehr Kohlendioxid aufnehmen als die Weltmeere und die Vegetation. Kohlendioxid verbessere zudem die Bodenqualität und würde die Nahrungsmittelproduktion steigern. Bis 2050 müsse die Nahrungsmittelproduktion um 50 Prozent erhöht werden, um den Bedarf der weiter wachsenden Menschheit decken zu können. 854 Millionen Menschen seien derzeit von Hunger betroffen. Von diesen Menschen würden wiederum zwei Drittel in Hungergebieten leben. „Die Nahrungsmittelkrise muss ein Weckruf sein“, sagte Gnacadja.

Der UN-Vertreter bezeichnete die Landverödung als „verkanntes Problem“, das den Klimawandel verstärke. Beide Bereiche müssten gleichzeitig angegangen werden. Um etwas gegen die Verödung zu tun, seien zum Beispiel bessere Informationen für die Landwirte und ein besseres Wassermanagement notwendig.

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DRV zum Lebensmittelmonitoring 2007: Skandalöse Darstellung der Ergebnisse

Themen: Lebensmittel,Pflanzenschutz,Verbände — info @ 13:10

Berlin/Bonn (agrar.de) – Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat am 13. Oktober den Bericht zum Lebensmittelmonitoring 2007 vorgelegt. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) und die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO) weisen die Bewertung der Ergebnisse in einer BVL-Pressemeldung mit Nachdruck zurück. Die darin erwähnten Ergebnisse spiegeln in weiten Teilen nicht die tatsächliche Rückstandssituation bei deutschem Obst und Gemüse wieder und sind damit irreführend für die Verbraucher sowie geschäftsschädigend für die Genossenschaften und Erzeugerorganisationen.

Während dem Bericht zu entnehmen ist, dass die Rückstände in Obst und Gemüse deutlich niedriger waren als in den vorangegangenen Untersuchungen aus den Jahren 2001 und 2004, wird in der BVL-Pressemitteilung eine völlig andere Botschaft vermittelt. Die Behörde erweckt mit realitätsfernen Schlagzeilen den Eindruck, dass Obst und Gemüse stark mit Pflanzenschutzmitteln belastet seien und bereits der einmalige Verzehr zu Gesundheitsschäden führen könne.

Die aktuelle Pressemeldung trägt nicht dazu bei, die Verbraucher objektiv zu informieren. Stattdessen entsteht der Eindruck, das BVL wolle mit einer unseriösen Berichterstattung selbst Pflanzenschutzpolitik betreiben. Von der überwiegenden Mehrheit der Obst- und Gemüsebauern in Deutschland werden Pflanzenschutzmittel – meist im Rahmen eines Qualitätssicherungssystems wie z.B. QSGAP – sehr verantwortungsbewusst im Sinne des Verbraucher- und Umweltschutzes eingesetzt.

Die QS Qualität und Sicherheit GmbH fordert dabei von seinen Systempartnern die Teilnahme an einem Rückstandsmonitoring. Die Ware wird stichprobenartig auf die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Rückstandshöchstmengen überprüft. Dank der systematischen Überwachung auf allen Prozessstufen können im Ernstfall Überschreitungen bei QS-Ware schnell festgestellt und die Verursacher identifiziert werden. Zusätzlich nutzen die Produzenten die gebündelten Analyseergebnisse aus dem Markt zur Optimierung ihres Pflanzenschutzmanagements. Die Untersuchungen werden ausschließlich in QS-anerkannten Laboren durchgeführt.

DRV und BVEO betonen die hochsensible Wahrnehmung von Pflanzenschutz- und Rückstandsthemen in der Öffentlichkeit und sprechen sich gegen jede Panikmache aus.

DRV und BVEO verweisen im Zusammenhang mit der Debatte um Rückstände in Obst und Gemüse darauf, dass die EU-Kommission endlich die Zulassungs- und Anwendungsbestimmungen für Pflanzenschutzmittelwirkstoffe vereinheitlichen muss.

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FNR: Anbau nachwachsender Rohstoffe konstant bei 2 Millionen Hektar

Erstmals seit 4 Jahren kein weiteres Wachstum
Gülzow (agrar.de) – Die Anbaufläche für nachwachsende Rohstoffe lag in diesem Jahr nach Schätzungen der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) bei rund 2 Millionen Hektar. Damit stabilisiert sich die Produktion von Ackerkulturen für energetische und stoffliche Zwecke in der deutschen Landwirtschaft auf hohem Niveau: Knappe 17 Prozent der hiesigen Ackerfläche nutzen die Landwirte zur Erzeugung von Energie- und Rohstoffpflanzen. Das unterstreicht die Bedeutung des Anbaus nachwachsender Rohstoffe, der zu einem wichtigen wirtschaftlichen Standbein für die deutsche Landwirtschaft geworden ist.

Erstmals seit 2003 ist die Anbaufläche jedoch nicht weiter gewachsen. Geschuldet ist das der Entwicklung auf den Weltagrarmärkten sowie einem Rückgang bei der inländischen Produktion von Biokraftstoffen.

Im Vergleich zum Vorjahr nahm vor allem die Anbaufläche des Biodiesel-Rohstoffs Raps um 120.000 Hektar ab. Ursachen finden sich im Rückgang der inländischen Biokraftstoffproduktion bei gleichzeitig stärkerem Import von Pflanzenölen und Biokraftstoffen. Der Anbau von Energiepflanzen für Biogasanlagen legte nach Prognose der FNR hingegen um ca. 100.000 Hektar zu, um den Bedarf insbesondere der neu in Betrieb gegangenen größeren Anlagen zu decken. Bei allen anderen Kulturen gab es nur geringfügige Veränderungen.
Die sprunghaft gestiegenen Preise von Agrarrohstoffen für den Nahrungsmittelsektor sieht die FNR als Hauptursache dafür, dass sich die Zuwächse der vergangenen Jahre 2008 nicht fortsetzten. Ungeachtet dessen geht sie mittelfristig von einer weiteren deutlichen Ausdehnung des Anbaus nachwachsender Rohstoffe zur industriellen und energetischen Verwertung in Deutschland aus.

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14. Oktober 2008

BVL: In Obst und Gemüse erneut zu hohe Rückstände von Pflanzenschutzmitteln festgestellt

Themen: Lebensmittel,Pflanzenschutz,Statistik — info @ 17:10

BVL legt die Ergebnisse des Lebensmittel-Monitorings 2007 vor – Verbesserte Eigenkontrollen des Handels zeigen teilweise Erfolge
Berlin (agrar.de) – In Kopfsalat, Äpfeln, Zuchtchampignons sowie Grün- und Wirsingkohl wurden 2007 häufig die gesetzlichen Höchstmengen für Pflanzenschutzmittelrückstände überschritten. Dies teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) heute in Berlin bei der Vorstellung des Lebensmittel-Monitorings 2007 mit. Bei einigen Proben von Kopfsalat, Grünkohl, Austernseitlingen und Tomaten lag die Belastung so hoch, dass bei einmaligem Verzehr gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht auszuschließen sind. „Die Anstrengungen des Handels und der Erzeuger zur Reduzierung der Rückstände von Pflanzenschutzmitteln reichen bei einigen Obst- und Gemüsearten offenbar nicht aus“, kritisierte der Leiter des BVL, Dr. Helmut Tschiersky-Schöneburg.

Häufig verzehrte Erzeugnisse wie Rindfleisch, Roggen, Honig, Räucherspeck, Römischer Salat, Porree, Radieschen, Rettich, Nektarinen und Bier waren im Jahr 2007 nur geringfügig mit unerwünschten Stoffen belastet. Die Gehalte des Schimmelpilzgifts Aflatoxin in Pistazien, die auf den deutschen Markt gelangen, konnten durch intensive Kontrollen an den Außengrenzen der EU auf ein Fünfzigstel gegenüber 1999 verringert werden.

Deutlich intensivieren müssen Handel und Erzeuger ihre Anstrengungen zur Verringerung der Rückstandsgehalte von Pflanzenschutzmitteln und Nitrat bei Kopfsalat. Bei 9,5 % der Proben überschritten die Gehalte von Pflanzenschutzmittelrückständen und bei 23 % die Nitratgehalte die zulässigen Höchstmengen. Rückstände mehrerer Pflanzenschutzmittelwirkstoffe wurden in 79 % des Kopfsalats und 72 % des Römischen Salats gefunden. Positiv fielen bei Salat die Untersuchungen auf Schwerme-tallrückstände aus, bei denen nur geringe Gehalte festgestellt wurden.

Bei Tomaten verringerte sich der Anteil der Höchstmengenüberschreitungen bei Pflanzenschutzmittelrückständen von 4,7 % im Jahr 2005 auf 1,5 % im Vorjahr. In etwa der Hälfte der untersuchten Tomaten waren mehrere Rückstände nachzuweisen. Da Tomaten häufig verzehrt werden, sollten Erzeuger und Handel ihre Anstrengungen intensivieren, den hohen Anteil von Mehrfachrückständen herabzusetzen.

Mit 7,3 % hat sich bei Äpfeln der Anteil mit Höchstmengenüberschreitungen bei Pflanzenschutzmittelrückständen im Vergleich zu 2004 halbiert. Knapp ein Fünftel aller Proben enthielt fünf und mehr Rückstände. Deutsche Äpfel wiesen häufiger Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf, die zulässigen Höchstmengen (2,9 %) wurden aber seltener überschritten als beispielsweise in südamerikanischen Äpfeln (17 %). Äpfel waren gering mit Schwermetallen kontaminiert.

Bei Erdbeeren blieb der Anteil der Höchstmengenüberschreitungen im Hinblick auf Pflanzenschutzmittelrückstände im Vergleich zu 2004 mit 2,9 % konstant. Der Anteil von Proben ohne Rückstände fiel von 23 % auf 10 %. Rückstände mehrerer Pflanzenschutzmittelwirkstoffe wurden in 78 % aller Proben gefunden; ein Drittel der Proben enthielt fünf und mehr Stoffe.

Rund jede fünfte Grünkohlprobe (20 %) und rund jede siebte Wirsingkohlprobe (14,3 %) wies Rückstandsgehalte von Pflanzenschutzmitteln über zulässigen Höchstmengen auf. Bei Spitzkohl war dies bei 2,1 % der Proben der Fall. Da häufig Pflanzenschutzmittelwirkstoffe nachgewiesen wurden, die für Grünkohl nicht zulässig sind, sollte bei diesem Gemüse verstärkt kontrolliert werden. Spitzkohl fiel mit relativ hohen Nitratgehalten auf, deren Ursachen von den Erzeugern ermittelt werden sollten. Spitzkohl und Wirsingkohl enthielten nur geringe Mengen an Schwermetallen.

Bei Nektarinen lag der Anteil der Höchstmengenüberschreitungen von Pflanzenschutzmittel-Rückständen wie 2005 bei 5 % und hat sich bei Pfirsichen von 15 % auf 12 % verringert. Sowohl in Pfirsichen als auch in Nektarinen hat der Anteil mit positiven Befunden mehrerer Pflanzenschutzmittelrückstände gegenüber den vorangegangenen Untersuchungen nochmals erheblich zugenommen. Mehr als drei Viertel aller Proben (76 %) wiesen Mehrfachrückstände auf. Am häufigsten waren zwei und drei Stoffe nachzuweisen. 39 % der Proben enthielten fünf und mehr Rückstände. In einer Probe wurden 15 Rückstände gefunden.

Luftgetrockneter Schinken aus Spanien war häufig mit Rückständen von Insektenbekämpfungsmitteln belastet. Das BVL empfiehlt, dies zum Anlass für verstärkte Kontrollen zu nehmen. Im Vergleich zum Monitoring 2000 hat sich der Anteil von Schinkenproben verdoppelt, in denen Rückstände von Pflanzenschutz- bzw. Schädlingsbekämpfungsmitteln sowie langlebigen Organochlor- und anderen organischen Verbindungen nachweisbar waren. Die Belastung von luftgetrocknetem Schinken mit Schwermetallen war gering.

Die Kontaminationen von Wildschweinfleisch mit Blei, die in erster Linie durch Geschosspartikel der Jagdmunition verursacht werden, waren erneut in einigen Proben sehr hoch. Offenbar sind tief ins Fleisch eindringende Geschosspartikel kaum erkennbar, so dass eine großzügige Entfernung des Fleisches um den Einschusskanal nicht ausreicht, um hohe Kontaminationen zu vermeiden. Ein Verzicht auf bleihaltige Munition wäre daher aus Sicht des gesundheitlichen Verbraucherschutzes sinnvoll.

Drei Viertel der Honigproben enthielten keine messbaren Pflanzenschutzmittelrückstände, in den restlichen Proben lagen die Gehalte unterhalb der zulässigen Höchstmengen. Zwei Prozent der Honigproben enthielten Tierarzneimittelrückstände.

Mehr Sorgfalt fordert das BVL von den Herstellern bei der Auswahl der Rohstoffe für Gewürze, da in Muskatnuss und Paprikapulver vereinzelt hohe Gehalte an Mykotoxinen auftraten.

Die Untersuchung zahlreicher Lebensmittel tierischen Ursprungs auf Dioxine und PCB zeigte eine im Allgemeinen geringe Belastung.

Das Lebensmittel-Monitoring ermöglicht einen repräsentativen Überblick der Belastung ausgewählter Lebensmittel mit unerwünschten Stoffen, wie Schwermetalle, langlebige Organochlorverbindungen, Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen (Mykotoxine), Nitrat und anderen Kontaminanten sowie Rückstände von Pflanzenschutz- und Tierarzneimitteln. Der Bericht wird jährlich auf der Grundlage von Daten der Bundesländer vom BVL erstellt.

Hintergrundinformationen

Das Lebensmittel-Monitoring gliedert sich in zwei Teile.

Im Rahmen des Lebensmittel-Monitorings wird eine für jedes Untersuchungsjahr festgelegte Gruppe von Lebensmitteln von den Bundesländern untersucht, um repräsentative Daten zur Belastung dieser Lebensmittel mit unerwünschten Stoffen zu gewinnen. Dieses so genannte Warenkorb-Monitoring umfasst dabei innerhalb eines Jahres nicht die gesamte Breite der angebotenen Lebensmittel, sondern einen in der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Lebensmittel-Monitoring festgelegten Ausschnitt des Warenkorbes. Im Zuge der allgemeinen Lebensmittelüberwachung durch die Bundesländer werden auch all die Lebensmittel untersucht, die nicht im Monitoringprogramm des laufenden Jahres berücksichtigt wurden. Das Warenkorb-Monitoring 2007 umfasste folgende Lebensmittel: Rind-fleisch, Wildschweinfleisch, luftgetrockneter Schinken, roher, geräucherter Speck, Honig, Roggenkörner, Cashewnuss, Pistazie, Macadamianuss, Marone (Esskastanie), Kopfsalat, Römischer Salat, Spitzkohl, Wirsingkohl, Porree, Tomate, Radieschen, Rettich, Austernseitling, Zuchtchampignon, Erdbeere, Pfirsich, Nektarine, Apfel, Kakifrucht/Sharon, Mango, getrocknete Aprikose, Korinthe/Rosine/Sultanine, Hefeweizenbier, Pils, Schwarzbier, Currypulver, Muskatnuss und Paprikapulver.

Treten spezielle stoff- bzw. lebensmittelbezogene Fragestellungen zur Lebensmittelsicherheit auf, so werden diese im Rahmen des Projekt-Monitorings repräsentativ untersucht, um mögliche Belastungsursachen für den Verbraucher frühzeitig erkennen zu können. Im Rahmen des Projekt-Monitorings wurden im Jahr 2007 Grünkohl, Tafelweintrauben und exotische Früchte (Physalis, Karambole) auf Pflanzenschutzmittelrückstände sowie ökologisch erzeugte Kartoffeln und Äpfel auf deren Kupfergehalte untersucht. In verschiedenen Lebensmitteln tierischer Herkunft wurden die Gehalte an Dioxin und PCB sowie in gemahlenem und ungemahlenem Röstkaffee die Kontamination mit Ochratoxin A ermittelt. In Mineralwasser wurde der Gehalt an Bor und in Kräutertee der Nitratgehalt bestimmt. Säuglings- und Kleinkindernahrung wurde auf Furan und Geflügelprodukte auf 3-MCPD geprüft.

Die Ergebnisse des Lebensmittel-Monitorings fließen kontinuierlich in die gesundheitliche Risikobewertung ein und werden genutzt, um die Höchstgehalte für unerwünschte Stoffe zu überprüfen und im Bedarfsfall anzupassen. Auffällige Befunde können weitere Untersuchungen der Ursachen in künftigen Überwachungsprogrammen der amtlichen Lebensmittelüberwachung nach sich ziehen. Die Überschreitungen von Höchstgehalten werden von den Bundesländern verfolgt und gegebenenfalls geahndet.

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Wirtschaftliche Stimmungslage in der Landwirtschaft verschlechtert

Themen: Statistik,Verbände,Wirtschaft — info @ 17:10

Landwirte blicken vorsichtiger in die Zukunft
Berlin (agrar.de) – Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) mitteilt, fällt das Konjunkturbarometer Agrar im September 2008 auf 14,6 Punkte von zuletzt 19,0 Punkten im Juni 2008. Das wirtschaftliche Klima in der deutschen Landwirtschaft hat sich damit weiter abgekühlt. In der Befragung fällt die Einschätzung der zukünftigen wirtschaftlichen Lage deutlich ab, während die aktuelle wirtschaftliche Lage annähernd gleich beurteilt wird. Ausschlaggebend hierfür sind nach Bewertung des DBV die von den Landwirten deutlich schlechter eingeschätzten Erzeugerpreise für Milch und Getreide sowie die hohen Belastungen bei den Energiekosten.

Die Beurteilung der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung in den kommenden zwei bis drei Jahren fällt erkennbar pessimistischer aus als vor drei Monaten. Das gilt durchgehend für Landwirte in allen Betriebsformen mit Ausnahme der Schweinehalter. Knapp ein Drittel der Schweinehalter erwarten, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung bald bessert. Die Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Situation blieb zur Herbstbefragung fast gleich. Hierbei gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Betriebsformen. Die Tierhalter (Milchvieh-, Rinder-, Schweinehalter) bewerten ihre aktuelle Situation mehrheitlich negativ. Im Ackerbau überwiegen die positiven Meldungen trotz rückläufiger Tendenz. Deutlich weniger Landwirte wollen in den nächsten sechs Monaten investieren. Insbesondere der Rückgang der Investitionsneigung der Landwirte bei Wirtschaftsgebäuden sowie bei Maschinen und Geräten ist hierbei für den Trend ausschlaggebend. Die Investitionsneigung in Hoftechnik sowie in außerlandwirtschaftliche Bereiche bleibt in etwa konstant. Im Bereich der Erneuerbaren Energien planen Landwirte wieder mehr zu investieren; das Interesse an Investitionen in den Betriebszweig Biogas ist wieder gewachsen.

Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird vierteljährlich im Auftrag des DBV, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und der Landwirtschaftlichen Rentenbank in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Im September 2008 befragte dazu das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt rund 1.000 Landwirte und Lohnunternehmen.

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