02. Oktober 2008

Niedersachsen ist Kartoffelland Nummer eins

Ernte fällt etwas kleiner aus – Knapp die Hälfte wird in Niedersachsen gerodet
Hannover (agrar.de) – Seinem Ruf als führendem „Kartoffelland“ macht Niedersachsen in diesem Jahr wieder alle Ehre: Mit einer Anbaufläche von 110.700 Hektar (ha) stellen die Landwirte zwischen Ems und Elbe nicht ganz die Hälfte der bundesdeutschen Fläche für den Anbau mittelfrüher und später Knollen, berichtet der Landvolk-Pressedienst.

Bereits zum Zweitplatzierten Bayern besteht nach den vorläufigen Ergebnissen der Bodennutzungshaupterhebung ein erheblicher Abstand, dort stehen 44.200 ha zur Rodung an. Nordrhein-Westfalen folgt mit 27.100 ha. Daneben spielen mit Mecklenburg-Vorpommern, wo die „tollen Knollen“ auf 14.500 ha wachsen, Sachsen-Anhalt mit einer Anbaufläche von 12.200 ha und Brandenburg (9.300 ha) nur noch drei Bundesländer eine Rolle bei der Kartoffelproduktion. Die anderen Länder tragen mit einer Anbaufläche von jeweils weniger als 7.000 ha nur unbedeutend zur Kartoffelernte bei. Das Schlusslicht ist das Saarland, wo die Kartoffeln gerade mal auf 100 ha wachsen.

Die Landwirte hatten den Anbau der Hackfrüchte zur Ernte 2008 aufgrund der hohen Erzeugerpreise für andere Feldfrüchte bundesweit eingeschränkt, und zwar um 5,2 Prozent auf insgesamt 260.500 ha. Das war die kleinste Kartoffelanbaufläche seit der Deutschen Wiedervereinigung. Überdurchschnittlich stark reduzierten die Erzeuger die Anbaufläche von Frühkartoffeln, und zwar um 7,9 Prozent auf 14.600 ha. Der Anbau der mittelfrühen und späten Sorten schrumpfte bundesweit um 5,1 Prozent auf 245.900 ha. Davon sind zwei Drittel jedoch nicht für die menschliche Ernährung, sondern für die Industrie bestimmt. Während die Anbaufläche für Speisekartoffeln nur wenig um 1,9 Prozent auf 94.600 ha sank, ging die Anbaufläche für Stärke- und Industriekartoffeln sogar deutlich um 6,8 Prozent auf 151.600 ha zurück.

Die Einschränkung der Anbauflächen wird sich jedoch nicht voll auf die Erntemenge niederschlagen, da die Landwirte mit durchschnittlich 432 Dezitonnen je ha (dt/ha) das Vorjahresniveau um knapp zwei Prozent übertreffen. Dementsprechend erwarten die Landwirte nach den bisherigen Rodungen eine Ernte von 11,26 Mio. Tonnen (t) Kartoffeln, das wären 3,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Davon sollen in Niedersachsen mit 5,23 Mio. t rund 46 Prozent geerntet werden. Von der Gesamternte entfallen 462.000 t (minus 10,1 Prozent) auf Frühkartoffeln, während die Erzeugung mittelfrüher und später Sorten um knapp drei Prozent auf 10,8 Mio. t sinken soll. Landwirte wie Verbraucher können sich über die gute Qualität der diesjährigen Knollen freuen. Diese profitierte zum Einen durch die günstige Witterung in der Vegetationszeit, zum Anderen begünstigte das kühle und gleichzeitig relativ trockene Wetter zur Erntezeit die Lagerfähigkeit der Kartoffeln.

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