31. Oktober 2008

Baringdorf: Beim Pflanzenschutz geht Gesundheitsschutz vor

Themen: Agrarrecht,Biolandbau,EU,Pflanzenschutz,Verbände — info @ 09:10

Brüssel/Hamm (agrar.de) – „Als Bauer aus Nordrhein-Westfalen trage ich zur Ernährung der Menschen in der Region bei. Als Biobauer arbeite ich ganz ohne Pestizide“, erklärt Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im EU Parlament. „Die derzeitige Kampagne des Bauernverbandes, der im Gleichklang mit der chemischen Industrie einen Ernährungsnotstand heraufbeschwört, wenn das Europäische Parlament nun in zweiter Lesung die Position des Agrarrates verstärken will, halte ich daher für weit überzogen.“

„Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments haben im Oktober 2007 in erster Lesung verschiedene Aspekte der Ernährungssicherung, des Gesundheitsschutzes und des Umweltschutzes abgewogen. Dabei sind klare Mehrheiten entstanden. Nächste Woche wird diese Position in leicht geänderter Form vom zuständigen Ausschuss in zweiter Lesung bestätigt werden, es sei denn die Pestizidlobby setzt sich noch in letzter Sekunde mit ihrer Panikmache durch“, so der Grüne Europaabgeordnete. „Das Parlament hat sich nicht etwa dafür ausgesprochen, die Verwendung chemischer Pflanzenschutzmittel zu verbieten, sondern lediglich strengere Kriterien als bisher für die Zulassung dieser Mittel anzulegen. Damit werden die gefährlichsten Wirkstoffe, z.B. jene die Krebs erzeugen oder die Fortpflanzung oder das Hormonsystem schädigen können, gegen 2016 endlich vom Markt verschwinden. Dabei handelt es sich um weniger als 10% der existierenden Wirkstoffe im konventionellen Anbau und nicht etwa um 85% wie von der Pestizidlobby behauptet. Mit Öko-Anbau hat dies nichts zu tun – es ist kein radikaler, aber ein vernünftiger Schritt in Richtung nachhaltigere Landbewirtschaftung und gesündere Lebensmittel. Pflanzenschutzmittel sind aus Prinzip dazu angelegt, auf bestimmte Organismen giftig zu wirken. Es muss daher ausgeschlossen werden, dass ihre Verwendung beispielsweise zu Krebs beim Menschen oder zu massenhaftem Bienensterben führt. Eine Landwirtschaft, die von der Verwendung krebserzeugender Stoffe abhängt, hat keine Zukunft.“

„Die Bäuerinnen und Bauern und die Öffentlichkeit dürfen sich jetzt nicht irre machen lassen von den Horrorszenarien, die die chemische Industrie mit falschen und veralteten Zahlen wider besseres Wissen verbreitet. Es drohen keine Ernteausfälle und Hungersnöte, nur weil der Pflanzenschutzindustrie etwas genauer auf die Finger geschaut wird. Eventuell wird nur das Geschäft für die Pestizidhersteller etwas unbequemer, aber die Industrie wird sicher in der Lage sein, sich mit neuen Produkten der Gesetzeslage anzupassen.“

„Eine Beurteilung zur Lage der Landwirtschaft in meiner Region: Die Bäuerinnen und Bauern in Nordrhein-Westfalen wurden Anfang Oktober vom Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, Franz-Josef Möllers, und von ihrem Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg dazu ermuntert, auf biologischen Landbau umzustellen. Laut einer vom Landwirtschaftsminister vorgestellten Studie müsste die Fläche für den Öko-Anbau in NRW bis 2012 um 80 Prozent erhöht werden, um alle Wünsche der Kunden nach heimischer Öko-Ware zu erfüllen. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher wollen Lebensmittel, die ganz ohne Pestizide hergestellt werden. Für die Bäuerinnen und Bauern ergibt sich daraus, auch ganz ohne Ideologie, eine echte Einkommensalternative – durch den Zugang zu höherpreisigen Qualitätsmärkten.“

Links zum Thema Verbände.

30. Oktober 2008

BUND: Aigner muss Agrarreform und Schutz der Verbraucher, Landwirte und Imker vor Gentechnik sichern

Themen: Umwelt,Verbände — info @ 17:10

Berlin (ots) – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erwartet von der neuen Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner, dass sie die von ihrem Vorgänger Horst Seehofer zurückgeschraubten Standards im Umwelt- und Tierschutz wieder auf das Niveau vor Seehofer anhebt. Aigner müsse sich zudem im Zuge der europäischen Agrarreform für eine wirksame Förderung des Klima- und Artenschutzes etwa durch Ökolandbau einsetzen und den Verbraucherschutz stärken. Dazu gehöre, Verbraucher wirksam vor gentechnisch veränderten Organismen in Landwirtschaft und Lebensmitteln zu schützen.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: „Agrarministerin Aigner muss noch vor der Aussaat im Frühjahr 2009 den Gentech-Mais Mon 810 wieder verbieten. Andere gentechnisch veränderte Pflanzen dürfen erst gar nicht zugelassen werden. Die Null-Tolleranz für in der EU nicht zugelassene Gentech-Pflanzen muss mit scharfen Kontrollen und ohne Abstriche aufrecht erhalten werden.“ Aigner müsse zudem das Label „Ohne Gentechnik“ für tierische Produkte mit einer groß angelegten Werbekampagne unterstützen. Das Label gewährleiste für Verbraucherinnen und Verbraucher die Wahlfreiheit, sich für oder gegen tierische Lebensmittel zu entscheiden, die mithilfe von Gentech-Futter erzeugt wurden.

Die Reform der EU-Agrarsubventionen sei Aigners erste zentrale agrarpolitische Bewährungsprobe. Hier müsse sie sich klar vom Kurs ihres Vorgängers Seehofer distanzieren und die Reform voranbringen.
Weiger: „Einen Teil der EU-Subventionen sollen laut EU-Plänen künftig die Bauern erhalten, die klimafreundlich wirtschaften, die Artenvielfalt auf Feldern und Wiesen erhalten und sauberes Wasser gewährleisten. Dem darf sich Aigner nicht in den Weg stellen.“ Aigner könne so unter Beweis stellen, dass sie Anwältin der bäuerlichen Betriebe und Verbraucher sein wolle und nicht dem Druck des Deutschen Bauernverbands und der Pestizid- und Düngemittelindustrie erliege.

Der BUND forderte von Aigner, landwirtschaftliche Umweltstandards in Deutschland wieder anzuheben. So müssten etwa strengere Umwelt- und Tierschutzprüfungen bei neuen Massentierhaltungen und eine Senkung der Obergrenzen für die Düngung endlich den Anforderungen eines wirksamen Klima- und Artenschutzes entsprechen. Weiger: „Die industrielle Landwirtschaft in Deutschland verursacht ebenso hohe Treibhausgasemissionen wie der Verkehrssektor und sie ist die Hauptursache für den Verlust der heimischen Artenvielfalt. Die Herausforderung für Aigner besteht nun darin, diesen Trend mit wirksamen Mitteln umzukehren.“ Für diese Ziele sicherte der BUND der Ministerin seine Unterstützung zu.

Links zum Thema Verbände.

BBV: Starke Frau an der Spitze des Bundeslandwirtschaftsministeriums

Themen: Verbände — info @ 15:10

Verband: Laufende EU-Agrarverhandlungen machen nahtlosen Übergang notwendig

München (agrar.de) – Neue Bundeslandwirtschaftsministerin wird Frau Bundestagsabgeordnete Ilse Aigner. „Ich gratuliere Frau Aigner recht herzlich zur neuen und für die Bauernfamilien und die Verbraucher ganz wichtigen Aufgabe“, erklärt Gerd Sonnleitner, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes. Mit der Wahl von Horst Seehofer zum Bayerischen Ministerpräsidenten wurde im Kabinett von Bundeskanzlerin Merkel die Stelle des Bundeslandwirtschaftsministers frei. „Frau Aigner ist durch ihre politische Arbeit und auch durch ihre Einbindung in den handwerklichen Familienbetrieb eine Persönlichkeit mit Erfahrungen, die sie als neue Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerin gut für unsere Bauernfamilien einsetzen kann“, so Sonnleitner.

Links zum Thema Verbände.

BBV: Billige Butter auf Kosten der Milcherzeuger

Themen: Handel,Lebensmittel,Milch,Verbände — info @ 13:10

Verband: Skandalöser Preiskampf zwischen Handel und Molkereien
München (agrar.de) – Auf dem sogenannten Milchgipfel mit dem damaligen Bundesminister Horst Seehofer im Juli dieses Jahres hatte sich der deutsche Lebensmitteleinzelhandel ausdrücklich dazu bekannt, die Nahrungsmittelversorgung auf eine starke heimische Rohstoffbasis zu stellen und insbesondere den Milchbauern in Deutschland eine Perspektive zu sichern. „Diese guten Absichten werden allerdings nach nur wenigen Wochen durch die aktuelle Preissenkung bei Butter auf den Kopf gestellt.“, stellte der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) Gerd Sonnleitner fest.

Bei den stattgefundenen Preisgesprächen zwischen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) und Molkereien, konnte der LEH seine Einkaufspreise für Butter im Durchschnitt um 0,24 Euro pro kg für die kommenden Monate senken. Dem Verbraucher steht vor Weihnachten somit nochmals billigere Butter zur Verfügung.

Auch bei Quark, Trinkmilch und Sahne zeichnen sich erhebliche Preisrückgänge ab. Verlierer dieses „skandalösen Preiskampfes“ seien wieder einmal mehr die Milcherzeuger, deren existenzbedrohliche Situation durch fallende Milchauszahlungspreise weiter verschärft werde, sagte Sonnleitner. Ob der LEH die sechs Cent Preisrückgang für die 250 g Packung Butter weitergibt, wird sich ab kommender Woche zeigen.

Links zum Thema Verbände.

Baden-Württemberg: 3,2 Mio. t Getreide, Rekordernte bei Körnermais möglich

Guter Durchschnitt im heimischen Kartoffelbau in Baden-Württemberg
Stuttgart (agrar.de) – Die Getreideernte im Jahr 2008 (ohne Körnermais) dürfte nach Angaben des Statistischen Landesamtes im Südwesten 3,20 Millionen Tonnen erreichen. Damit liegt ein überdurchschnittliches Ernteergebnis 2008 vor. Auch die Qualität sei nach Angaben der Statistiker besser als im Vorjahr. Dies zeigt die gerade abgeschlossene Auswertung der Probeschnitte und Volldrusche aus der »Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung« (BEE), die vom Statistischen Landesamt ausgewertet wird. Im Vorjahr konnten die Landwirte in Baden-Württemberg mit 2,95 Mill.t etwas weniger als im langjährigen Mittel (2,96 Mill.t) in ihre Scheunen einbringen.

Zum Vergleich: Bei einer Erntemenge von 3,2 Mill.t Getreide ständen den 10,7 Mill. Einwohnern im Südwesten 2008 pro Kopf rund 0,3 t Getreide (300 kg oder 3 Dezitonnen) zur Verfügung.

Mit Ausnahme von Wintergerste, bei der ein Ergebnis von 58,3 Dezitonnen je Hektar (dt/ha , 100 kg = 1 Deztionne) erzielt wurde (-2 Prozent), liegen die Erträge aller Getreidearten deutlich über den langjährigen Vergleichswerten 2002/2007. Allen voran gilt dies für die Sommergetreidearten Hafer (54,2 dt/ha) und Sommergerste (53,5 dt/ha), wo jeweils ein Plus von annähernd 9 Prozent erzielt wurde. Winterweizen liegt mit 73,8 dt/ha »nur« 5 Prozent über dem langjährigen Mittel. Berücksichtigt werden muss zudem, dass die Getreideanbaufläche nach dem Aussetzen der Stilllegungsverpflichtung im Vergleich zum Vorjahr um 17 000 ha oder 3,6 Prozent ausgedehnt wurde.

Getreideernte von ordentlicher Qualität

Unter Qualitätsgesichtspunkten fiel die diesjährige Getreideernte etwas besser aus als die des Vorjahres. Wie beispielsweise die Qualitätsuntersuchungen im Rahmen der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung bei Winterweizen gezeigt haben, liegt der durchschnittliche Proteingehalt bei für die hiesigen Verhältnisse ordentlichen 12,9 Prozent (2007: 12,7 Prozent; 2002/2007: 13 Prozent). Der Sedimentationswert, ein wichtiges Kriterium zur Beurteilung der Eiweißqualität, ist mit 48 Einheiten als überdurchschnittlich einzustufen. Obwohl witterungsbedingt die Ernte im August immer wieder unterbrochen werden musste, konnte die weitaus überwiegende Zahl an Getreidepartien problemlos gedroschen werden. Die Feuchtigkeitsgehalte lagen teilweise deutlich unter 14 Prozent. Eine Nachtrocknung war dann nicht erforderlich. Lediglich bei Sommergerste mussten teilweise höhere Feuchtigkeitsgehalte in Kauf genommen werden.

Rekordernte bei Körnermais rückt näher

Die Körnermaisbestände machten im August einen so guten Eindruck, dass bereits damals im Landesmittel ein neues Rekordergebnis im Bereich des Möglichen schien. 110 dt/ha, die seinerzeit im Raum standen, werden es voraussichtlich nicht sein. Aber auch ein Ertrag von 105 dt/ha, das ist der aktuelle Stand der BEE, liegt deutlich über der bisherigen Höchstmarke von 2002 (100,8 dt/ha). Erfreulich ist auch das diesjährige Ernteergebnis bei Winterraps. Der Flächenertrag von 37,4 dt/ha ist ein überaus respektables Ergebnis und das bei einem hohen durchschnittlichen Ölgehalt von über 43 Prozent.

Kartoffeln: Leicht überdurchschnittliche Ernte

Ende Oktober ist auch die Kartoffelernte bei den für das Einkellerungsgeschäft maßgeblichen Sorten weitgehend abgeschlossen. Demnach dürfte bei den mittelfrühen und späten Kartoffeln im Landesmittel mit 353 dt/ha ein leicht überdurchschnittlicher Ertrag erzielt werden. Das Mittel 2002/2007 beziffert sich auf 339 dt/ha. Im Vorjahr konnte mit 363 dt/ha sogar ein sehr gutes Ergebnis erzielt werden. Bei einer Anbaufläche von 4 650 ha und damit einem erneuten Rückgang um 300 ha wird eine Spätkartoffelernte (einschließlich der mittelfrühen Sorten) von 164 000 t erwartet. Im Sechsjahresdurchschnitt wurden 194 000 t, im Vorjahr 180 000 t gerodet. Die Frühkartoffeln erzielten im heimischen Anbau mit 282 dt/ha nahezu das gleiche Ergebnis wie 2007. Im Durchschnitt der letzten Jahre wurden 271 dt/ha Frühkartoffeln gerodet. Auch der Anbau von Frühkartoffeln wurde auf 870 ha reduziert: ein Minus von 120 ha gegenüber dem Vorjahr. Die diesjährige Erntemenge bei frühen Kartoffeln beziffert sich folglich auf annähernd 25 000 t. (2007: 28 000 t; 2002/2007: 25 000 t). Die gesamte Kartoffelernte der marktorientierten Betriebe des Landes beläuft sich damit auf schätzungsweise rund 190 000 t.

Zum Vergleich: Bei 10,7 Mill. Einwohnern und einer Gesamternte von geschätzten 190 000 t Kartoffeln ständen damit jedem Einwohner im Südwesten rund 180 kg Kartoffeln oder 1,8 Dezitonnen zur Verfügung.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik,
Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

Ilse Aigner neue Landwirtschaftsministerin

Themen: Arbeitsmarkt — info @ 11:10

Berlin/München (agrar.de) – Die CSU-Bundestagsabgeordnete Ilse Aigner wird neue Bundesministerin für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz in Berlin. Die 43-Jährige wird Nachfolgerin von Horst Seehofer, der als Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender in München regiert.

Aigner ist Jahrgang 1964, direkt gewählte Abgeordnete für die Landkreise Starnberg, Bad Tölz – Wolfratshausen und Miesbach, Elektrotechnikerin und Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Als Mitglied im Haushaltsausschuss war sie Berichtererstatterin für den Bereich Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft.

Der neue Mann an der Spitze des bayerischen Landwirtschaftsministeriums heißt Helmut Brunner. Brunner ist Landwirt und war zuletzt Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft und Forsten im Bayerischen Landtag.

Links zum Thema Politik.

BfN: Naturnahe Gewässer und Auen erhalten die biologische Vielfalt

Themen: Naturschutz,Umwelt,Wasser — info @ 11:10

Bonn (agrar.de) – Der Verlust der biologischen Vielfalt ist eines der wichtigsten Umweltprobleme des 21. Jahrhunderts. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Umweltbundesamt (UBA) wollen zusammen an der Lösung dieses Problems arbeiten. Mehr als 100 deutsche und ausländische Fachleute aus Wissenschaft und Praxis trafen sich am 29. und 30. Oktober 2008 bei einem Symposium in Bonn um Wege zu identifizieren, wie die biologische Vielfalt in und an Gewässern, Auen und im Grundwasser nachhaltig gesichert werden kann.

„Damit wir auch weiterhin die vielfältigen Dienstleistungen der Natur wie z.B. die Selbstreinigungskräfte intakter Böden und Gewässer für die Gewinnung sauberen Trinkwassers nutzen können, bedarf es eines schonenden Umgangs mit ihr. Ihre Ökosystemfunktionen bekommen wir zwar unentgeltlich, aber ihren immensen Wert müssen wir erhalten und pflegen“, erläuterte Dr. Rainer Blanke, Fachbereichsleiter für Ökologie und Naturhaushalt des BfN. Dr. Thomas Holzmann, Vize-Präsident des UBA, ergänzte: „Der Schutz der Vielfalt an Arten und Lebensräumen kann nur dann erfolgreich sein, wenn wir den klassischen Naturschutz, also Artenschutz sowie die Ausweisung und Vernetzung von Schutzgebieten, durch einen umfassenden Schutz von Wasser, Boden und Luft ergänzen“.

72 Prozent der verschiedenen natürlichen Lebensräume und ein Drittel der Tier- und Pflanzenarten in Deutschland sind gefährdet. Alle benötigen Wasser und viele davon bestehen und leben in oder an Gewässern. An zwei Dritteln der Flüsse und Seen sind Maßnahmen erforderlich, um sie wieder in einen guten ökologischen Zustand zu bringen, den die europäische Wasserrahmen-Richtlinie fordert. Dazu müssen Wehre für Fische passierbar gemacht werden und die Uferbereiche wieder naturnäher gestaltet werden. Vernetzte naturnahe Gewässer und Auen ermöglichen es Arten und Lebensräumen, sich verändernden Umweltverhältnissen anzupassen. Vor allem die Landwirte sind aufgefordert, dafür zu sorgen, dass Pflanzennährstoffe von ihren Anbauflächen nicht weiter in Oberflächengewässer und Grundwasser gelangen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums waren sich einig: Ökologische Verbesserungen sind notwendig, um die biologische Vielfalt von Gewässern, Auen und Grundwasser zu erhalten – zum Nutzen von Natur und Menschen gleichermaßen.

Links zum Thema Landschaft und Natur.

RLV: Wildschweine werden zur Plage für Bauern, Jäger und den Straßenverkehr

Themen: Jagd,Jagdbericht,Nordrhein-Westfalen,Verbände — info @ 09:10

Verband: Durchgreifende Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich
Bonn (agrar.de) – „Die Schwarzwildpopulation droht, außer Kontrolle zu geraten. Nun muss dringend etwas unternommen werden: Eine konsequente Bejagung ist erforderlich, um den Bestand deutlich zu reduzieren“, fordert Friedhelm Decker, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV). Die Schwarzwildrotten werden immer mehr zu einem großen Problem: Zum einen richten sie große Schäden auf den Feldern rheinischer Landwirte an, zum anderen gefährden sie die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Und dazu steigt das Risiko der Verbreitung des Schweinepestvirus in die Nutztierbestände hinein.

Aufgrund des milden Winters im vergangenen Jahr gab es ausreichend Futter für das Schwarzwild – es herrschten ideale Bedingungen zur Vermehrung der Wildschweine vor. „Angesichts des enormen Zuwachses an Wildscheinen und einer jährlichen Reproduktionsrate von 300 Prozent sind jetzt revierübergreifende und flächendeckende Bejagungen vor allem von Frischlingen dringend erforderlich“, erklärt der RLV-Präsident. Besonders in den waldstarken und ballungsnahen Regionen der Eifel, und dort vor allem im Raum Euskirchen, sowie im Bergischen Land hätten sich die Wildschweine ungewohnt stark ausgebreitet.

Den Landwirten entstehen enorme Schäden auf ihren Feldern, die die borstigen Tiere bei der Futtersuche regelrecht umgraben. So finden Bauern tiefe Löcher in ihren Gründlandflächen, auf ihren Mais- und Kartoffelfeldern vor und erleiden große Ertragsverluste. Besonders hoch waren die Ertragsverluste bei Sonderkulturen wie Spargel und Erdbeeren.

Mit einem größeren Wildschweinbestand wächst zusätzlich das Risiko der Verbreitung des Schweinepestvirus in die Nutztierbestände hinein. Damit steigt auch die Gefahr von Millionenschäden in der Landwirtschaft. Unter der rasanten Ausbreitung der Wildschweine auch in solche Regionen, in denen bis vor kurzem kaum oder gar kein Schwarzwild vorkam, leiden zudem andere Arten, vom Niederwild über Amphibien bis zu den Vögeln.

Bereits seit Juni dieses Jahres, als die Frischzeit stattfand, war nach Angaben der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung in Bonn ein extremer Anstieg des Wildschweinebestandes festzustellen. Allerdings wird das Schwarzwild jetzt auch noch zum Problem für den Bürger. Denn im Herbst und Winter fallen für die Verkehrsteilnehmer An- und Abfahrt zur Arbeitsstelle mit der Dämmerung zusammen. Da Wildschweine im Dunkeln auf Futtersuche gehen, kommt es durch den gestiegenen Wildschweinebestand auch vermehrt zu Verkehrsunfällen. Die Zahl der Verkehrsunfälle hat sich im Vergleich zur vergangenen Jagdsaison um 38 Prozent erhöht. In Nordrhein-Westfalen verendeten nach Angaben des Deutschen Jagdschutzverbandes von April 2007 bis März 2008 insgesamt 2040 Wildschweine bei Verkehrsunfällen. „Um die Wildschweinplage in den Griff zu bekommen, müssen dringend geeignete Bekämpfungsmaßnahmen zügig angegangen werden“, betont Decker.

Nach Angaben der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung in Bonn gibt es einen Grundbestand von rund 13.000 Wildschweinen in Nordrhein-Westfalen. Zu diesem Grundbestand kommt jedes Jahr ein Zuwachs von 250 Prozent hinzu.

Links zum Thema Jagd und Wild,
Links zum Thema Verbände.

Bauern verlangen höhere Getreidepreise

Themen: Getreide,Handel,Lebensmittel,Verbände — info @ 09:10

BBV-Generalsekretär Müller: „Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier jemand auf unsere Kosten abkassiert“
München (agrar.de) – Nachdem der Verband der Großbäckereien höhere Preise für Brot und Backwaren angekündigt hatte, fordert der Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Hans Müller, für die Bauern entsprechend höhere Getreidepreise.

Während die Einstandspreise für Brotweizen gegenüber dem Vorjahr um 50 Prozent ge­sunken seien, habe es bei den Verbraucherpreisen für Mehl seit dem Anstieg Ende 2007 bis dato keinen nennenswerten Preisrückgang gegeben (s. Grafik). „Diese Mehl­preise würden problemlos höhere Erzeugerpreise zulassen“, lautet Müllers Einschätzung.

Weizenpreise

Müller appellierte an alle Beteiligten der Wertschöpfungskette, fair miteinander umzu­ge­hen und der Rohstoffsicherung auf Vertragsbasis zu wettbewerbsfähigen Preisen Vorrang zu geben. Auf weiter sinkende Erzeugerpreise für Brotgetreide zu warten sei der falsche Weg.

„Wenn, wie jüngst geschehen, höhere Brot- und Brötchenpreisen unter anderem auf höhere Rohstoffpreise zurückgeführt werden, liegt die Vermutung nahe, dass verarbeitende Stufen zwischen Landwirtschaft und Bäckerhandwerk dafür verantwortlich sind“, erklärte Müller. „Angesichts der Preisentwicklung von Getreide und Mehl drängt sich der Verdacht auf, dass hier jemand auf unsere Kosten abkassiert“, sagte Müller.

Links zum Thema Verbände.

AbL zum Flächenerwerbsänderungsgesetz

Verband: Gerechte Ansprüche der Alteigentümer müssen berücksichtigt werden
AbL unterstützt die Stichtagsregelung, um Wertverlust zu stoppen

Berlin/Hamm (agrar.de) – „Das Flächenerwerbsänderungsgesetz muss endlich verabschiedet und die gerechten Ansprüche der Alteigentümer müssen dabei berücksichtigt werden“, so Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) in einer Stellungnahme zum seit Monaten andauernden Streit in der Bundesregierung darüber, in welchem Umfang die Erben der SBZ-Enteignungen von 1945-1949 im Rahmen des Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetzes (EALG) verbilligt Flächen kaufen dürfen. Janßen weiter:

„Die AbL fordert –wie ursprünglich vorgesehen – den Erwerbsumfang bei im Mittel 34 Hektar zu belassen und unterstützt die Stichtagsregelung, wie sie von der CDU/CSU, den Grünen und der FDP vorgeschlagen wird. Hiernach wird der Erwerbsumfang auf der Grundlage des am 01.01.2004 geltenden Preises berechnet. Auf Grund der aktuellen Bodenpreissteigerung und der Festsetzung eines monetären Wertes beim EALG –Kauf sinkt für die Alteigentümer der zu erwerbende EALG-Flächenumfang drastisch, zur Zeit auf etwa ein Drittel des Ausgangswertes. Diese Ungerechtigkeit muss beendet werden, weil den Alteigentümern in Folge der Enteignungen die Kompensationsmöglichkeiten durch begünstigten Flächenerwerb 1994 im EALG gesetzlich zugesichert wurden.
Nutznießer dieser bewussten Verschleppung der Wiedergutmachung sind agrarindustrielle Betriebe, die viel Land verbilligt kaufen können, ohne das der Umfang im Zeitablauf abnimmt. Mit dieser weiteren Benachteiligung der Alteigentümer wird versucht, auch die letzten Reste einer angemessenen Entschädigung unmöglich zu machen. Das EALG formuliert als Ziel die Unterstützung beim Aufbau landwirtschaftlicher Betriebe und zwar von natürlichen Personen als Neu- und Wiedereinrichter. Tatsächlich wird heute durch den bevorzugten Verkauf der BVVG Bodenverwertungs- und verwaltungs GmbH an juristische Personen unter den ostdeutschen Großbetrieben massiv gegen die Ziele des EALG verstoßen. Im Falle der Alteigentümer würden dagegen fast ausschließlich natürliche Personen kaufen. Wie lange noch will die Bundesregierung vertuschen oder zumindest wissentlich hinnehmen, dass seit über 14 Jahren (!) über 11.000 Alteigentümer auf die Ausstellung ihrer Enteignungsbescheide durch die Länder warten, ohne die sie gar keine Anträge auf ermäßigten Flächenkauf stellen können?“

Links zum Thema Verbände.

Seiten: 1 2 3 4 5 6 >>



   (c)1997-2017 @grar.de