11. September 2008

BVL Jahresbericht 2007 zu Rückständen in Lebensmitteln tierischen Ursprungs

Themen: Lebensmittel,Statistik,Tiere — info @ 10:09

Über 99 Prozent der tierischen Lebensmittel halten zulässige Rückstandsmengen ein

Berlin (agrar.de) – Fleisch, Milch und Honig enthalten nur selten unzulässige Rückstandsmengen aus Tierarzneimitteln, sonstigen pharmakologisch wirksamen Substanzen, Schwermetallen oder langlebigen Organochlorverbindungen. 2007 wies nicht einmal jede 400. Probe tierischer Herkunft Rückstandsgehalte oberhalb der gesetzlichen Normen auf. Nach Abzug der Proben, in denen auch natürlicherweise im Tierkörper vorkommende Stoffe nachgewiesen wurden, war nur etwa jede 600. Probe zu beanstanden. Zu diesem Ergebnis kommt der „Jahresbericht 2007 zum Nationalen Rückstandskontrollplan für Lebensmittel tierischen Ursprungs“, den das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Berlin vorgestellt hat.

Im Jahr 2007 wurden in Deutschland 430.450 Untersuchungen an 50.506 Proben von Tieren oder tierischen Erzeugnissen durchgeführt. Weiterhin wurden fast 250.000 Tiere mittels eines Schnelltests auf antibakteriell wirksame Stoffe untersucht. Insgesamt wurde auf 660 Stoffe geprüft. Bei den Untersuchungen werden sowohl unverarbeitete tierische Lebensmittel wie auch Proben lebender Tiere analysiert. Die im Rahmen des Nationalen Rückstandskontrollplans von den Bundesländern erhobenen Daten werden vom BVL ausgewertet und für die Be-richterstattung an die Europäische Kommission zusammengestellt.

Rinder, Schweine

Die Belastung von Rindern und Schweinen mit unzulässigen Rückstandsmengen lag bei 0,3 %. In 57 Fällen wurden bei beiden Tierarten Stoffe mit hormoneller Wirkung gefunden. Die Anwendung dieser zum Teil auch natürlicherweise im Tier vorkommenden oder über Schimmelpilze im Futtermittel in das Tier gelangenden Stoffe ist verboten. Hinweise auf eine illegale Behandlung waren allerdings in keinem Fall zu finden.

Das seit 1994 in der Tierhaltung verbotene Antibiotikum Chloramphenicol wurde in 0,06 Prozent der Rinderproben (2 von 3.382 Proben) nachgewiesen. Außerdem gab es Einzelbefunde bei den nicht zugelassenen entzündungshemmenden Stoffen Phenylbutazon und Flunixin so-wie Acepromazin, einem Beruhigungsmittel, und Lasalocid, einem Antiparasitikum.

Bei ca. jeder 1.000. Probe waren die zulässigen Höchstgehalte von Antibiotika überschritten. Über 10.000 Proben wurden mit spezifischen Analysemethoden untersucht. Bei den mittels Dreiplatten-Schnelltest auf diese Stoffgruppe untersuchten Proben waren 0,16 Prozent (395 von 244.286 Proben) positiv. Bei einem Schwein wurde der zulässige Höchstgehalt des Beruhigungsmittels Azaperon überschritten.

Auf Kontaminanten wurden 31 von insgesamt 4.287 untersuchten Proben (0,7 %) positiv getestet. In 23 Nieren und einer Leberprobe von insgesamt 775 Proben (3,1 %) wurde Quecksilber oberhalb der seit 2005 festgelegten Höchstmenge gefunden. Außerdem wurden einmal Blei, sechsmal Cadmium und einmal Dioxine nachgewiesen.

Geflügel

0,05 % von den insgesamt 6.250 getesteten Geflügelproben waren mit Rückständen in unzulässiger Höhe belastet. In einer von 130 Putenproben wurde Diclazuril, ein Mittel gegen Parasiten (Kokzidien) in Fleisch und Leber nachgewiesen. Außerdem wurde in einer von 242 Proben in der Leber Enrofloxacin und in einer von 192 Proben im Fleisch Doxycyclin gefunden. Beide Stoffe besitzen eine antibakterielle Wirkung.

Schafe, Pferde, Kaninchen, Wild

536 Proben von Schafen, 90 Proben von Pferden, 12 Proben von Kaninchen und 213 Wildproben wurden untersucht. Bei Schafen wurde in einem Fall infolge einer Futtermittelkontamination Taleranol im Urin ermittelt. Bei sechs von 31 auf Schwermetalle untersuchten Schafproben (19,35 %) wurden Rückstände oberhalb der zulässigen Höchstgehalte insbesondere bei Cadmium (5x) und Quecksilber (2x) festgestellt. Bei Pferden war infolge einer Futtermittelkontamination Zeranol zu finden, in einer Probe war der zulässige Höchstgehalt von Cadmium überschritten. Bei Kaninchen und Zuchtwild konnten keine unzulässigen Rückstände festgestellt werden. Drei Proben von Wildschweinen aus freier Wildbahn waren mit den Kontaminanten Lindan und/oder alpha- und/oder beta-HCH oberhalb der zulässigen Höchstgehalte belastet.

Aquakulturen

2007 wurden 539 Proben, meist Forellen und Karpfen, getestet. In einer Probe war das verbotene antibakteriell wirksame Chloramphenicol nachweisbar. Relativ häufig werden immer noch Rückstände von Malachitgrün, einem zur Anwendung bei Fischen verbotenen Teichdesinfektionsmittel, analysiert. 11 von 219 Forellenproben (5,0 %) und eine von 142 Karpfenproben (0,7 %) waren positiv. Der fortdauernde Nachweis von Malachitgrün hat dazu geführt, dass seit 2004 Fische aus der Aquakultur verstärkt auf Malachitgrün getestet werden.

Milch, Eier, Honig

2007 betrug der Probenumfang 1.970 Milchproben, 737 Hühnereierproben und 173 Honigproben. Bei Milch wurde in einer Probe der Höchstgehalt für das Antibiotikum Benzylpenicillin überschritten und in je einer Probe der Entzündungshemmer Phenylbutazon und das Anthelminthikum Doramectin nachgewiesen. Phenylbutazon besitzt keine Zulassung für die Anwendung bei Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen. Doramectin darf nicht bei Tieren angewandt werden, deren Milch für den menschlichen Verzehr bestimmt ist.

In einer Honigprobe wurde das antibakteriell wirkende Sulfathiazol und in einer anderen Pro-be N,N-Diethyl-m-toluamid (DEET), ein Insektenabwehrmittel, ermittelt. Mit 1,36 % positiven Proben wurden Eier etwas häufiger beanstandet als andere tierische Erzeugnisse. In vier Proben wurden die gegen Darmparasiten wirksamen Stoffe Lasalocid und in einer Nicarbazin gefunden. Dioxinrückstände wurden in allen 104 untersuchten Eierproben nachgewiesen, in vier davon oberhalb des zulässigen Höchstgehaltes.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung kommt in der gesundheitlichen Bewertung der Ergebnisse zu dem Schuss, dass vom einmaligen oder gelegentlichen Verzehr der Lebensmittel mit positiven Rückstandsbefunden kein unmittelbares Risiko für den Verbraucher ausgeht.

Hintergrundinformationen

Die Beanstandung von Lebensmitteln, die unerlaubte Rückstände pharmakologisch wirksamer Stoffe enthalten, erfolgt nach gemeinschaftsrechtlichen Vorgaben in Verbindung mit nationalen Rechtsvorschriften. Für die Kontrollen sind die Bundesländer verantwortlich. Die Lebensmittel- und Veterinärüberwachung überprüft vor Ort im Schlachthof, in landwirtschaftlichen Betrieben, im Tierbestand und kontrolliert auch die betrieblichen Aufzeichnungen. Die Probenzahlen richten sich nach den Schlacht- bzw. Produktionszahlen. Neben Fleisch, Fett, Organen, Urin, Blut und Kot können Proben auch von Futter und Wasser genommen werden. Der Nachweis verbotener Stoffe führt im Regelfall zur Sperrung des Betriebes bzw. dazu, dass Tiere nicht mehr transportiert oder an andere Betriebe abgegeben werden dürfen. Betriebe, die gegen das bestehende Recht verstoßen haben, stehen für einen bestimmten Zeitraum unter verstärkter Kontrolle. Je nach Schwere des Verstoßes werden Straf- bzw. Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

Der Nationale Rückstandskontrollplan ist ein EU-weit nach einheitlichen Maßstäben durchge-führtes Programm zur Untersuchung von Lebensmittel liefernden Tieren und tierischen Erzeugnissen. In Deutschland legt das BVL zusammen mit den Bundesländern den Plan fest, sammelt die Ergebnisse, wertet diese aus und übermittelt sie an die EU-Kommission.

Jahresbericht 2007 zum Nationalen Rückstandskontrollplan für Lebensmittel tierischen Ursprungs

Links zum Thema Lebensmittel.

10. September 2008

Agrarland 2007 in Nordrhein-Westfalen am teuersten

Bonn (agrar.de) – Landwirtschaftliche Grundstücke sind in NRW im Vergleich mit den anderen Bundesländern unverändert am teuersten. Die Preise liegen nach Angaben der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen bei knapp 26 750 Euro je Hektar, was etwa 2,70 Euro je Quadratmeter entspricht. Über Jahre hinweg haben sich die Grundstückspreise damit relativ konstant bei 25.000 bis 27.000 Euro eingependelt. Die Preise landwirtschaftlicher Grundstücke werden vom Statistischen Landes- und Bundesamt jährlich festgestellt. 2007 gab es in NRW etwa 2.960 Verkäufe von landwirtschaftlichen Flächen. Davon entfielen fast 55 Prozent auf die Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln, der mit 38 Prozent den höchsten Anteil aufweist, gefolgt von den Regierungsbezirken Detmold mit 20 und Düsseldorf mit 17 Prozent.

Die Preise variierten zwischen 32.060 Euro je Hektar im Regierungsbezirk Düsseldorf und 19.720 Euro je Hektar in Ostwestfalen-Lippe. Der durchschnittliche Kaufwert betrug 26.750 Euro und lag damit um drei Prozent höher als im Vorjahr. Insgesamt wurden 5.750 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche veräußert. Das sind 1.400 Hektar oder 33 Prozent mehr als im Jahr 2006.

In den Kreisen Coesfeld, Borken, Unna, Düren, Mettmann, Rhein-Kreis Neuss und Rhein-Erftkreis wurden mit Beträgen von 34.495 bis 44.070 Euro je Hektar die höchsten Preise notiert, da hier vorwiegend Ackerland veräußert wurde. Die niedrigsten Kaufwerte zwischen 13.025 bis 17.940 Euro verzeichnen die überwiegend durch Grünland geprägten Kreise im Sauerland, Oberbergischer Kreis, Kreis Euskirchen sowie die Kreise Höxter und Minden-Lübbecke.

Im Bundesvergleich wird deutlich, dass in NRW unverändert die höchsten Bodenpreise gezahlt wurden. Hier liegt der Kaufpreis knapp neun Mal so hoch wie in Brandenburg. An zweiter Stelle rangiert weiterhin Bayern, gefolgt von Baden-Württemberg, Niedersachsen, Hessen und Schleswig-Holstein.

Insgesamt wurden bundesweit etwa 110.620 Hektar Fläche verkauft (plus 13,7 Prozent), davon etwa 59 Prozent in den neuen Bundesländern. Das Preisniveau in den alten und neuen Ländern weicht weiterhin erheblich voneinander ab. Im Durchschnitt der neuen Länder wurden 4.130 Euro, in den alten hingegen 16.300 Euro je Hektar erzielt. Hier wird deutlich, dass sich im Osten die Bodenpreise noch weitgehend an der natürlichen Ertragsfähigkeit der Flächen orientieren. Gegenüber dem Vorjahr ist der durchschnittliche Preis bundesweit um 3,3 Prozent oder fast 300 Euro auf 9.205 Euro je Hektar leicht gestiegen. Nur Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Sachsen-Anhalt verzeichnen gesunkene Preise, in allen anderen verteuerte sich das Agrarland.

Informationen zu Pachtpreisen in den Bundesländern.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik,
Links zum Thema Besitz und Pacht.

09. September 2008

Regierung: Anderes Kontrollverfahren für Öko-Betriebe

Themen: Agrarrecht,Biolandbau,EU — info @ 14:09

Berlin (agrar.de) Eine neue EU-Verordnung über die ökologische Produktion macht Veränderungen in der deutschen Gesetzgebung erforderlich. Dafür hat die Bundesregierung den Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung von Vorschriften auf dem Gebiet des ökologischen Landbaus an eine EU-Verordnung eingebracht. Mit ihm sollen die Kontrollverfahren im Bereich des Öko-Landbaus anders geregelt werden.

Bisher wurden die Kontrollen von Privatfirmen vorgenommen, die zentral von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung für das ganze Bundesgebiet zugelassen werden konnten. Die EU verlangt jetzt, dass die zuständigen nationalen Behörden diese Kontrollen vornehmen. Die Behörden können allerdings auch Kontrollaufgaben an private Stellen übertragen, die zugelassen werden müssen und zu überwachen sind. „Vor diesem Hintergrund kann und soll die bisherige, mit dem Öko-Landbaugesetz 2003 eingeführte, bundesweite Zulassung der privaten Kontrollstellen durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung beibehalten werden“, schreibt die Regierung. Das Verfahren habe sich bewährt und werde von allen Beteiligten akzeptiert.

Da die neue EU-Verordnung nicht mehr für gemeinschaftliche Verpflegungseinrichtungen wie Gaststätten und Kantinen gilt, bekommen die nationalen Gesetzgeber die Möglichkeit, diesen Bereich eingeständig zu regeln. In Zukunft soll es möglich sein, auch einzelne Komponenten eines Menus (zum Beispiel Karotten) als aus ökologischem Landbau stammend zu kennzeichnen. In diesem Fall müssen aber sämtliche in der gemeinschaftlichen Verpflegungseinrichtung verwendeten landwirtschaftlichen Ausgangsstoffe (zum Beispiel Karotten) aus ökologischer Produktion stammen. „Eine solche Einschränkung ist aus Gründen der Transparenz für die Verbraucher und für eine nachvollziehbare Kontrolle erforderlich“, schreibt die Regierung. Der Bundesrat macht eine Reihe von Änderungsvorschlägen, die von der Bundesregierung überwiegend abgelehnt werden.

Links zum Thema Bio-Landbau.

NABU fordert Grünlandgipfel: Verlust von Wiesen und Weiden alarmierend

Themen: Agrarstruktur,Umwelt,Verbände — info @ 11:09

Berlin (agrar.de) – Angesichts des fortschreitenden Verlusts von Wiesen und Weiden in Deutschland hat der NABU Bundesagrarminister Seehofer aufgefordert, einen „Grünlandgipfel“ zum Schutz der Kulturlandschaft einzuberufen. Nach dem Vorbild des „Milchgipfels“ vom Juni müssten alle Akteure noch in diesem Jahr an einen Tisch, um Perspektiven für einen Erhalt und eine naturverträgliche Bewirtschaftung des Grünlands zu erarbeiten. Zwischen 2003 und 2007 ist der Grünlandanteil an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche von 5,02 Millionen auf 4,87 Millionen Hektar zurückgegangen, also um 3,1 Prozent. Bundesländer wie Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern vermelden mittlerweile deutlich über fünf Prozent Grünlandverlust.

„Aus Naturschutzsicht ist diese Entwicklung dramatisch, denn Wiesen und Weiden sind in der Regel artenreicher und damit für den Erhalt der biologischen Vielfalt wertvoller als Ackerland“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Aktuelle Erhebungen belegen, dass Wiesenbrüter wie Kiebitz, Braunkehlchen oder Wiesenpieper in jüngster Zeit erneut deutliche Bestandsrückgänge erlitten hätten. Das Grünland entwickle sich damit zunehmend zum Sorgenkind des Naturschutzes: Entweder werde es zu Ackerland umgebrochen, oder in intensives, artenarmes Silagegras umgewandelt.

In diesem Zusammenhang sei die von der EU vorgesehene Genehmigungspflicht für den Grünlandumbruch keinesfalls ausreichend. „Zumindest für sensible, also tiefgründige und feuchte Standorte brauchen wir ein absolutes Umbruchverbot, denn der Verlust solcher Feuchtwiesen ist nicht kompensierbar“, so Tschimpke. Auch aus Klimaschutzgründen sei ein Umbruchverbot dringend erforderlich, denn nach Grünlandumbruch werde ein erheblicher Teil des im Boden gespeicherten Kohlenstoffs freigesetzt.

Der NABU fordert die Schaffung von Förderprogrammen zur Weidehaltung von Rindern, die Erhöhung der Prämien für eine extensive Grünlandnutzung sowie die Umsetzung eines konkreten Umbruchverbots. „Wer sich wie Seehofer öffentlichkeitswirksam für die Milcherzeuger stark macht, muss auch Antworten für eine naturverträgliche, ökonomisch rentable Bewirtschaftung unseres Grünlands liefern. Eine weitere Umwandlung von Wiesen zu Ackerland ist angesichts des heute schon dramatischen Artenrückgangs und der zusätzlichen negativen Auswirkungen auf das Klima und das Grundwasser nicht zu verantworten“, so der NABU-Präsident.

Links zum Thema Verbände.

05. September 2008

Bayern: Strom vom Bauern für jeden zehnten Haushalt

Themen: Bayern,Biogas,Energie,Statistik — info @ 14:09

München (agrar.de) – In Bayern wird inzwischen jeder zehnte Haushalt mit Strom aus landwirtschaftlichen Biogasanlagen versorgt. Wie Landwirtschaftsminister Josef Miller in München mitteilte, haben die Biogasanlagen im vergangenen Jahr etwa 2.200 Gigawattstunden Strom ins Netz eingespeist. Das entspricht rund drei Prozent des bayerischen Stromverbrauchs. „Die Biogassparte hat sich zu einem leistungsfähigen und verlässlichen Anbieter von erneuerbaren Energien entwickelt“, erklärte Miller.

Derzeit erzeugen Biogasanlagen im Regelfall auf den landwirtschaftlichen Betrieben über ein Blockheizkraftwerk vor allem Strom und standortnahe Wärme. In drei Anlagen im Freistaat ist es bereits möglich, Biogas auf Erdgasqualität aufzubereiten und in das Erdgasnetz einzuspeisen. „Damit stehen dem Biogas alle weiteren Anwendungen im Erdgasbereich offen – bis hin zur Kraftstoffnutzung“, erläuterte der Minister. Mit dem Gas aus einem ein Hektar großen Energiepflanzenfeld fährt ein modernes Erdgasfahrzeug etwa 67.000 Kilometer – gut eineinhalb Erdumrundungen.

Einer Umfrage der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft zufolge haben die hohen Preise bei den Agrarrohstoffen im vergangenen Jahr die Entwicklung der Branche zwar gedämpft, trotzdem sehen mehr als zwei Drittel der Anlagenbetreiber keine negativen Folgen für ihre Biogasproduktion. Lediglich ein Viertel der Befragten plant im Falle eines gleichbleibend hohen Preisniveaus, die Anlagen nur noch zu 70 Prozent auszulasten. 91 Prozent der Biogasanlagen verwenden als Substrat Gülle, meist in Kombination mit Rohstoffpflanzen wie Mais, Getreide, Grünlandaufwuchs, sonstigen Futterpflanzen und Sonnenblumen. Einige Biogaslandwirte setzen sogar auf Sudangras und Hirse. Nach dem am 1. Januar 2009 in Kraft tretenden Erneuerbare-Energien-Gesetz wird der Einsatz von Gülle in kleineren Biogasanlagen mit bis zu vier Cent pro Kilowattstunde vergütet.

Insgesamt stieg die Zahl der Biogasanlagen 2007 um 45 auf rund 1.400.

Links zum Thema Energie,
Links zum Bundesland Bayern.

BVA: Düngemittelmarkt bleibt angespannt

Themen: Düngung,Verbände,Wirtschaft — info @ 13:09

Bonn (agrar.de) – Die Preisentwicklung am Düngemittelmarkt wird weiter feste Tendenzen zeigen. Die stetig wachsende Nachfrage nach Agrarrohstoffen aufgrund des Bevölkerungswachstums, Änderung der Verzehrsgewohnheiten und dem Einsatz nachwachsender Rohstoffe zur Bioenergieerzeugung führt zu einer Ausweitung der noch zur Verfügung stehenden landwirtschaftlichen Anbauflächen und einer Intensivierung der Bewirtschaftung. Beides zieht einen höheren Einsatz an Düngemitteln nach sich.

Aus heutiger Sicht ist weltweit mit einem Nachfrageanstieg nach Kali-Düngemitteln von drei bis fünf Prozent pro Jahr zu rechnen. Diese Einschätzungen zum Düngemittelmarkt aus Sicht der Produzenten gab Hans-Jürgen Müller, Leiter des Vertriebs Düngemittel Deutschland der K+S Kali GmbH, Kassel am Mittwoch anlässlich der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft in Bonn.

Die Kalihersteller produzieren aktuell an ihren Kapazitätsgrenzen sodass die nachhaltige Verbrauchszunahme zu weltweit drastischen Preissteigerungen in den letzten Monaten geführt hat mit temporären Lieferengpässen. Aufgrund des anhaltend niedrigen Preisniveaus in den vergangenen beiden Jahrzehnten wurden weltweit keine nennenswert neuen Kaliprojekte initiiert, erläuterte Müller die Entwicklung. Erst die jetzt erreichten Kalipreisnotierungen rechtfertigen die äußerst kostenintensiven Investitionen zur Exploration und zum Aufbau völlig neuer Kaliproduktionsstätten. Die Realisierung eines neuen Kaliprojektes umfasst je nach Region einen Zeitraum von mindestens fünf bis acht Jahren. Bei Phosphat ist mit einem ähnlichen Zeitraum zu rechnen. Für die Stickstoffherstellung sind kürzere Realisierungszeiträume möglich.

Nach Einschätzung von Müller wird die weltweite Kapazitätserweiterung durch die diskutierten und aktuell bekannten neuen Kaliprojekte ungefähr dem erwarteten Nachfrageanstieg entsprechen, sodass der Marktexperte auch mittelfristig von festen Märkten ausgeht.

Mit dem Blick auf die Liquiditätsentwicklung in der Landwirtschaft, erfordern die aktuell stark angestiegenen Betriebsmittelpreise eine weitere Optimierung des Düngemitteleinsatzes, bekannte Müller in Bonn. Kurzfristig sind allerdings den Einsparungen im Grunddüngereinsatz aufgrund der Gefährdung der Ertragssicherheit und möglicher Nichtausnutzung des Ertragspotentials bei vielerorts negativen Nährstoffbilanzen enge Grenzen gesetzt.

Links zum Thema Düngung,
Links zum Thema Verbände.

BVA: Preisbildung der Ernte 2008 ist vom Export abhängig

Themen: Getreide,Verbände,Wirtschaft — info @ 11:09

Erste Markteinschätzungen des Agrarhandels anlässlich der BVA-Mitgliederversammlung
Bonn (agrar.de) – „Die Getreidepreise werden weiter sinken. Spätestens im Oktober drängen größere Mengen auf den Markt, ohne auf genügend Abnehmer zu stoßen.“ Diese Prognose wagte Bruno Fehse, Präsident des Bundesverbands der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA) vor Journalisten in Bonn.

Anlässlich der Mitgliederversammlung hatte der Verband zu einem Pressegespräch geladen, um die Marktsituation zu beleuchten. Einig sind sich die Vertreter des Agrarhandels, dass die deutschen Landwirte im Vergleich zu anderen Jahren in der Ernte 2008 viel Getreide eingelagert haben. Wenn in Kürze Zahlungen für Pachten und Betriebsmittel fällig werden, steigt der Liquiditätsbedarf, kommentierte Karlheinz Lichtschläger, S.G.L. GmbH, Erftstadt.

Die Lage habe sich im Vergleich zum Vorjahr komplett gedreht. „Die von Spekulanten getriebene Hausse hat viele Landwirte bewogen, ihre Ernte einzulagern. Jetzt müssen sie leider erkennen, dass die Entwicklung keine Einbahnstraße ist und Preise sich innerhalb eines Tages bereits drastisch verändern können – und zwar auch nach unten“, sagte Fehse. Der deutsche Getreidemarkt sei nach der großen Ernte 2008 aktiv auf Exporte angewiesen. Daneben werde das große Futtergetreideaufkommen über weite Strecken die Preisbildung in diesem Getreidewirtschaftsjahr bestimmen. Eine Absage erteilte Fehse an Befürchtungen, es könne zu einer Intervention kommen. „Vorher wird die Gerste exportfähig sein“, kommentierte er.

Der Landhandel ist durch die hohe Erntemenge mit allen Qualitäten gut versorgt. Der Weizen, als Hauptfrucht weist hohe Hektolitergewichte auf, allerdings unterdurchschnittliche Proteinwerte, das erhöht den Anteil des Futterweizens an der Gesamternte. „Zur Zeit besteht kein aktiver Markt für Qualitätsweizen“, so Fehse. Die deutschen Mühlen, aber auch die Käufer aus Belgien und den Niederlanden sind aktuell gut mit hochwertigem Weizen versorgt. Für den Gerstenmarkt erwartet der Handel erst eine Belebung der Nachfrage, wenn das Maisgeschäft abgeschlossen ist. Ohne Exporte zum Jahresende sei das derzeitige Preisniveau für Gerste nicht zu halten. Diese Einschätzung bestätigte Agrarhändler Karl-Friedrich Wirtz, Köln und schließt einen weiteren Preisrückgang nicht aus.

Bernd Kleeschulte, Vorsitzender des BVA-Ölsaatenausschusses, machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass die öffentliche Diskussion über die Konkurrenz von „Tank und Teller“ angesichts der aktuellen Versorgungslage endlich versachlicht werden müsse. Die Biokraftstoffindustrie trage wesentlich zur Entlastung auf dem Getreidemarkt bei. Gleichzeitig müsse die Bundesregierung in der Gesetzgebung bei Biokraftstoffen wesentlich behutsamer vorgehen und massive Eingriffe in den Markt vermeiden, um die Investitionen des Mittelstands nicht zu gefährden. Dazu gehört auch eine wesentlich schnellere Berechnung von Über- oder Unterkompensationen.

In einer ersten Einschätzung zum Saatgutmarkt 2009 ist für den Agrarhandel bereits erkennbar, dass die Roggenaussaatmenge mindestes stabil bleiben wird. Weitere Flächenausdehnungen schließt der Handel nach seinen jetzigen Verkaufsabschlüssen nicht aus. Die Anbauentscheidungen basieren auf den jetzt angebotenen Verkaufskontrakten für den Bioenergiebereich. Beim Raps wird eine deutliche Flächenausdehnung erwartet. Das Saatgutgeschäft hatte sich aufgrund des festen Rapspreisniveaus deutlich belebt. Aus den Erfahrungen des bisherigen Saisonverlaufs raten die Handelsvertreter den Landwirten Teilmengen der Ernte 2009 über den frühzeitigen Verkauf, am besten bereits mit der Aussaat abzusichern, um das Preisrisiko zu minimieren.

Bei den Pflanzenschutzmitteln sieht der BVA eine Preiserholung gegenüber dem Vorjahr um 3 bis 4 Prozent. Eine solche Steigerung sei auch 2009 möglich, obwohl die Landwirte insgesamt weniger Pflanzenschutzmittel einsetzen. Die drastisch gestiegenen Düngerpreise haben ebenfalls zu einem Umdenken in der Landwirtschaft geführt. Es wird wieder verstärkt auf Gülle und Kompost zurückgegriffen.

Präsident Fehse ging während der Mitgliederversammlung auch auf die Ziele des BVA als Dachverband des privaten Agrarhandels in Deutschland ein: „Wir müssen uns über neue Formen der Zusammenarbeit bzw. der Spezialisierung Gedanken machen.“ Der Branche stehen Veränderungen ins Haus. Einerseits setzt sich der Strukturwandel in der Landwirtschaft fort, andererseits werden die Herausforderungen durch gestiegene Marktrisiken aber auch steigende gesetzliche Anforderungen an die Vermarktung von Agrarrohstoffen und Betriebsmittel immer größer. Unterstützung sucht der Verband bei Banken und Sparkassen. „Es besteht nach wie vor erhebliche Unkenntnis über die Besonderheiten unserer Branche und als Mittelständler haben wir oft genug ein Wahrnehmungsproblem bei den Banken“, sagt Fehse. Der BVA habe sich aktiv bei Politik und Wirtschaft eingesetzt, um die Bedeutung der Agrar- und Ernährungswirtschaft für die Volkswirtschaft zu betonen. Erfolge seien sichtbar und die Branche sei wieder interessanter für die Finanziers geworden.

Links zum Thema Verbände.

Thüringen: Produktion und Absatz von Biotreibstoffen erneut gestiegen

Themen: Energie,Kraftstoffe,NaWaRos,Statistik,Thüringen — info @ 08:09

Erfurt (agrar.de) – In den Thüringer Verarbeitungsanlagen zur Erzeugung von Biotreibstoffen wurden im Jahr 2007 über 82.000 Tonnen Biodiesel und 16.000 Tonnen Rapsöl als Treibstoff erzeugt. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 34,5 Prozent mehr Biotreibstoffe als im Jahr zuvor. Zur Erzeugung dieser Menge wurden insgesamt 173.000 Tonnen Raps, Pflanzenöle, Fette und Altfette eingesetzt.

Auch die Anlagenkapazität der insgesamt sieben Thüringer Biotreibstoffhersteller hat sich im Jahre 2007 erhöht und liegt nunmehr bei den Ölmühlen bei knapp 292.000 Tonnen und bei den Umesterungsanlagen bei mehr als 112.000 Tonnen (2006: 138.000 bzw. 56.000 Tonnen).

Dieser Zuwachs liegt auch darin begründet, dass im Jahr 2007 weitere Anlagen zur Erzeugung von Biotreibstoffen in Betrieb gegangen sind.

Zum Absatz gelangten 100.000 Tonnen Biotreibstoffe, zum Teil auch aus Lagerbeständen. 90.000 Tonnen gingen an den Handel. In Thüringen selbst wurden 60.000 Tonnen Biodiesel und Rapsöl abgesetzt, das entspricht einem Anteil von 60,5 Prozent am Gesamtabsatz. Im Vorjahr waren es 42,8 Prozent.

Links zum Thema Energie,
Links zum Bundesland Thüringen..

04. September 2008

Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Schweine,Statistik,Wirtschaft — info @ 14:09

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 660 angebotenen Schweinen alle Schweine in 4 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,86 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,85 Euro bis 1,86 Euro verkauft.

Links zum Thema Schweine.

Lindemann: Besserer Pflanzenschutz durch technische Innovationen

Themen: Förderung,Forschung,Pflanzenschutz — info @ 10:09

Berlin (agrar.de) – „Wenn wir ein automatisches Verfahren hätten, mit dem die Art und die Häufigkeit von Unkräutern auf einem Acker von Sensoren erkannt werden, könnten die Bauern Pflanzenschutzmittel sehr viel gezielter und in geringerer Menge auszubringen“, sagte der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Gert Lindemann, heute in Berlin. „Damit das kein Wunschtraum bleibt, fördern wir Forschungsvorhaben, die in diese Richtung weisen. Denn wir wollen Innovationen, die zu einem besseren Pflanzenschutz mit weniger Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln führen.“

Ziel der jetzt geförderten Forschungsvorhaben sei die Entwicklung eines intelligenten Systems, das Unkräuter erkennt und die Informationen sofort über den Bordcomputer an das Pflanzenschutzgerät weitergibt. In Verbindung mit speziellen Düsen sollen dadurch Menge und Zusammensetzung der Pflanzenschutzmittel während der Fahrt über den Acker gesteuert werden. Durch die gezielte Anwendung müssen dann die jeweiligen Unkräuter nur noch auf Teilflächen und mit den spezifisch notwendigen Pflanzenschutzmitteln bekämpft werden. Dazu sollen in parallel laufenden Projekten ein optischer Sensor zur Unkrauterkennung und elektronisch gesteuerte Ventile für Pflanzenschutzgeräte entwickelt werden.

Die Förderung dieser Forschungsvorhaben ist Teil der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Die Projekte haben eine Laufzeit von drei Jahren. Sie werden von den Universitäten Hohenheim und Bonn in Zusammenarbeit mit namhaften Unternehmen durchgeführt. Das BMELV stellt für dieses Vorhaben rund 1,2 Millionen Euro aus seinem Programm zur Innovationsförderung bereit.

Links zum Thema Pflanzenschutz.

Seiten: << 1 2 3 4 5 6 >>



   (c)1997-2017 @grar.de