16. September 2008

Rentenbank senkt Zinsen für Sonderkredite

Themen: Banken,Förderung,Wirtschaft — info @ 09:09

Frankfurt (agrar.de) – Die Landwirtschaftliche Rentenbank hat die Zinssätze ihrer hauseigenen Sonderkreditprogramme „Landwirtschaft“, „Junglandwirte“, „Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ sowie „Ländliche Entwicklung“ mit sofortiger Wirkung um bis zu 0,15 Prozentpunkte (nominal) gesenkt. Sonderkredite mit einer Laufzeit von 10 Jahren kosten jetzt in der günstigsten Preisklasse (A) des von der Landwirtschaftlichen Rentenbank am 1. Juli 2008 eingeführten Risikogerechten Zinssystems (RGZS) im Sonderkreditprogramm „Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ und für Junglandwirte effektiv 5,06 % bei 10-jähriger Zinsbindung
und 5,01 % bei 5-jähriger Zinsbindung.

Die Sonderkredite der Förderbank für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum dürfen neben anderen öffentlichen Mitteln, z. B. Zuschüssen, eingesetzt werden. Wie bei den Darlehen der Rentenbank üblich, sind die Kreditanträge formlos an die Hausbank zu richten. In Abhängigkeit von der Bonität und der Werthaltigkeit der gestellten Sicherheiten nehmen die Hausbanken auch die Einstufung in die jeweilige Preisklasse vor.

Links zum Thema Banken.

12. September 2008

BVL veröffentlicht detaillierte Daten zu Rückständen von Pflanzenschutzmitteln

Themen: Lebensmittel,Pflanzenschutz,Statistik — info @ 10:09

Verbraucherinformationsgesetz ermöglicht dem BVL den Ausbau seines Informationsangebots
Berlin (agrar.de) – Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat heute in Berlin detaillierte Untersuchungsergebnisse von Lebensmittelproben veröffentlicht, bei denen Rückstände von Pflanzenschutzmitteln unterhalb wie oberhalb der gesetzlichen Höchstmengen gemessen wurden. Das BVL hatte diese Daten bereits in zusammengefasster Form im Rahmen der „Nationalen Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände“ (unsere Meldung) publiziert.

Die neue, detaillierte Veröffentlichung von Proben, in denen der Rückstand nur eines Wirkstoffs gefunden wurde, erweitert das bestehende Informationsangebot. Die heutige Veröffentlichung enthält auch die Proben mit nur einem nachgewiesenen Wirkstoff, dessen Gehalt unterhalb der gesetzlichen Höchstmengen lag. Bislang hatte das BVL neben zusammengefassten Berichten bereits im Detail über Höchstmengenüberschreitungen und Rückstände mehrerer Pflanzenschutzmittel in einer Probe berichtet.

Das BVL nutzt damit die durch das Verbraucherinformationsgesetz geschaffene Möglichkeit, in der Behörde verfügbare Informationen zu publizieren, soweit keine persönlichen Daten oder Betriebsgeheimnisse betroffen sind. Die nun vollständige Übersicht der gemessenen Pflanzenschutzmittelrückstände ist insbesondere für Handelsunternehmen, den Obst- und Gemüsebau sowie Verbraucherverbände von Interesse.

Obst und Gemüse werden von der Lebensmittelüberwachung der Bundesländer auf Rückstände untersucht. Ein großer Teil der Ergebnisse wird dem BVL mitgeteilt. Das BVL wertet diese Daten aus und informiert die Bundesregierung, die EU-Kommission und die Öffentlichkeit über Rückstände in Lebensmitteln.

Die Daten zu Proben, in denen der Rückstand nur eines Wirkstoffs gefunden wurde, sind online verfügbar:

• für das Jahr 2006

• für das Jahr 2005

Links zum Thema Lebensmittel.

Rheinland-Pfalz: Leicht unterdurchschnittliche Weinmosternte erwartet

Themen: Erntebericht,Rheinland-Pfalz,Statistik,Wein — info @ 10:09

Bad Ems (agrar.de) – Auf 6,3 Millionen Hektoliter schätzten die Ernteberichterstatterinnen und Ernteberichterstatter des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz Ende August die Erntemenge für Weinmost. Sie läge damit um 3,1 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Die endgültige Erntemenge des Vorjahres von 6,8 Millionen Hektoliter wird voraussichtlich um 7,1 Prozent unterschritten. Von der erwarteten Gesamterntemenge werden etwa zwei Drittel auf Weißmost und ein Drittel auf Rotmost entfallen. Im langjährigen Durchschnitt waren 72 Prozent der Erntemenge weiße Moste.

Bezüglich der Qualität wird ein guter Jahrgang erwartet. Dies könnte sich allerdings noch ändern. Durch die wechselhafte Witterung in den letzten Wochen ist im größeren Umfang mit Fäulnis zu rechnen, die zu Qualitätseinbußen führen kann.

Gut die Hälfte der prognostizierten Erntemenge entfällt auf die drei Rebsorten Riesling (1,42 Millionen Hektoliter), Müller-Thurgau (940.000 Hektoliter) und Dornfelder (860.000 Hektoliter). Während die Erntemenge vom Riesling gegenüber dem Vorjahr um 6,1 Prozent steigt, wird sie sich beim Müller-Thurgau (minus 9,9 Prozent) und Dornfelder(minus 21 Prozent) verringern.

Links zum Thema Wein,
Links zum Bundesland Rheinland-Pfalz.

Weinmosternte 2008: Rund 2,5 Millionen Hektoliter in Baden-Württemberg

Themen: Baden-Württemberg,Erntebericht,Statistik,Wein — info @ 10:09

Stuttgart (agrar.de) – Manch Winzer und Weingärtner blickt in diesen Tagen neidvoll auf die Weinberge seines Nachbarn. Der hatte nämlich Glück und wurde vom Hagel weitgehend verschont, während er selbst vielleicht in manchen Lagen sogar Totalverlust zu beklagen hatte. Insgesamt liegt die Weinmosternte nach Angaben des Statistischen Landesamtes jedoch der Menge nach auf dem Niveau der Vorjahre.

Erste Mengenschätzungen des Statistischen Amtes signalisieren zum Stand von Ende August für das Anbaugebiet Baden einen möglichen Mostertrag von 90 Hektoliter je Hektar (hl/ha) und für Württemberg von 101 hl/ha, bei allerdings ausgeprägten regionalen und sortenspezifischen Unterschieden. Die erste Mengenschätzung bestätigt die bereits früher gemachte Feststellung, dass der Vormarsch des Rotweins gestoppt ist. Der Anteil roter Rebsorten bei der Weinmosternte stagniert im Landesdurchschnitt bei rund 60 Prozent. Vor zehn Jahren entfiel die Weinmosternte noch hälftig auf weiße und rote Rebsorten.

Bei dem bisherigen Umfang der Ertragsrebfläche entspräche dies einer voraussichtlichen Weinmosternte im Land von 2,54 Millionen hl (1,08 Mill. hl Weiß- und 1,46 Mill. hl Rotmost). Im Vorjahr waren 2,62 Mill. hl Weinmost (ohne Abstichverluste und Selbstbehalt der Erzeugerbetriebe), davon 1,04 Mill. hl Weiß- und 1,58 Mill. hl Rotmost, geherbstet worden. Das langjährige Mittel 1998/2007 der Weinmosternte insgesamt im Land beläuft sich auf 2,56 Mill. hl, davon 1,11 Mill. hl Weiß- und 1,44 Mill. hl Rotmost. Von der diesjährigen Weinmosternte entfallen nach derzeitigem Stand voraussichtlich 1,40 Mill. hl auf das Anbaugebiet Baden sowie 1,14 Mill. hl auf Württemberg. Abgesehen von örtlichem Hagelschlag und Starkregen waren die Vegetationsbedingungen für die Reben im Land durchaus förderlich, so dass man insgesamt gespannt sein darf, welche Weine des Jahrgangs 2008 die Kellermeister aus den Trauben hervorbringen werden. Entscheidend für die Güte des Lesegutes werden erfahrungsgemäß die Bedingungen in den letzten Wochen vor der Ernte sein.

Links zum Thema Wein,
Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

Sachsen: Weniger Schlachtfleisch im 1. Halbjahr

Themen: Fleisch,Sachsen,Statistik,Tiere — info @ 10:09

Dresden (agrar.de) – Knapp 32.100 Tonnen Fleisch (ohne Geflügel) wurden in Sachsen im ersten Halbjahr 2008 erschlachtet. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes sind das rund 1.400 Tonnen Fleisch (4 Prozent) weniger als im Vor jahr. 96 Prozent der gesamten Schlachtmenge kamen aus 290.100 gewerblichen Schlachtungen und 4 Prozent aus 12.000 Hausschlachtungen.

Den Hauptanteil bildete Schweinefleisch mit 26.000 Tonnen (81 Prozent). Dafür wurden im Freistaat 272.100 Schweine einer Schlachtung zugeführt. Gegenüber dem Vorjahr sind das 20.200 Schweine schlachtungen (7 Prozent) weniger. Darunter waren rund 7.450 Hausschlachtungen. Das durchschnittliche gewerbliche Schlachtschwein brachte im ersten Halbjahr 95 Kilogramm Schlachtgewicht auf die Waage.

Rindfleisch machte mit gut 5.700 Tonnen knapp 18 Prozent der Gesamtschlachtmenge aus. Das waren knapp 500 Tonnen (9 Prozent) mehr als im Vorjahr. Dafür wurden 19.100 Rinder (1.600 Tiere mehr als im Vorjahres zeitraum) geschlachtet. Darunter waren 5.800 Bullen und Ochsen, 10.500 Kühe und knapp 2.800 Färsen. Die Zahl der hausgeschlachteten Rinder betrug im ersten Halbjahr 1.800 Tiere – knapp 100 weniger als im Vor jahreszeitraum. Deutlich gestiegen ist die Menge an Kalbfleisch (152 Tonnen). Das waren 21 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2007, erzielt durch die Schlachtung von 1.900 Kälbern.

Außerdem wurden von Januar bis Juni in Sachsen 177 Tonnen Schaffleisch durch die Schlachtung von fast 8.100 Schafen, darunter 2.300 Hausschlachtungen, erschlachtet. Im Vergleich zu Vorjahr sind das sieben Tonnen Fleisch (4 Prozent) mehr. Weiterhin wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 784 Ziegen und 190 Pferde geschlachtet, die eine Fleischmenge von 14 Tonnen Ziegen- bzw. 50 Tonnen Pferdefleisch erbrachten.

Links zum Thema Fleischwirtschaft,
Links zum Bundesland Sachsen.

Zwei Drittel der Rinder in Mecklenburg-Vorpommern rechnen zu den Milchnutzungsrassen

Schwerin (agrar.de) – Von allen Rinderrassen in Mecklenburg-Vorpommern findet die Milchnutzungsrasse Holstein-Schwarzbunt die größte Verbreitung. Nach Mitteilung des Statistischen Amtes beträgt ihr Anteil am Gesamtbestand von 565.297 Rindern (Mai 2008) 63 Prozent (354.066 Tiere).

Hinsichtlich der verschiedenen Zuchtziele zählen 66 Prozent der Rinder zu Milchnutzungsrassen (375.170 Tiere), 25 Prozent zu Fleischnutzungsrassen (139.059 Tiere) und 9 Prozent zu Doppelnutzungsrassen (Fleisch/Milch: 51.068 Tiere).

An den Milchnutzungsrassen hat Holstein-Schwarzbunt mit 354.066 Tieren bzw. 94,4 Prozent den größten Anteil. Weitere 3,1 Prozent bzw. 11.752 Tiere entfallen auf die Kreuzung Milchrind mit Milchrind und 2,0 Prozent auf Holstein-Rotbund.

Zu den Fleischnutzungsrassen gehören mit einem Anteil von 72,2 Prozent bzw. 100.344 Tieren die Kreuzung Fleischrind mit Fleischrind, aber auch das Fleischfleckvieh mit einem Anteil von 10,1 Prozent bzw. 14.009 Tieren. Weitere Rassen, bei denen ebenfalls die Fleischnutzung Zuchtziel ist, stammen aus anderen Ländern oder Regionen, wie beispielsweise Charolais und Limousin aus Frankreich (Anteil zusammen: 7,1 Prozent; 9.915 Tiere) oder Galloway und Highland aus Schottland (Anteil zusammen: 1,9 Prozent; 2.660 Tiere).

Bei den Doppelnutzungsrassen, bei denen Fleischerzeugung und Milchleistung gleichermaßen gezüchtet werden, dominieren mit einem Anteil von 38,5 Prozent (19.670 Tiere) das Fleckvieh und die Kreuzung Fleischrind mit Milchrind (29,6 Prozent bzw. 15.118 Tiere).

Möglich werden die Aussagen zu Rassen durch die erstmalige Ermittlung des Rinderbestandes in Auswertung der Rinderdatenbank HIT (Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere). Damit wurden den statistischen Ämtern der Länder Daten zur Verfügung gestellt, nach denen erstmals wieder seit Jahrzehnten die amtliche Agrarstatistik in Deutschland in der Lage ist, bei Veröffentlichungen zum Rinderbestand die verschiedenen Rassen zu berücksichtigen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik,
Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

11. September 2008

Pachtpreise für landwirtschaftliche Grundstücke

Pachtpreise 2007 regional überdurchschnittlich angestiegen – fast zwei Drittel der Fläche gepachtet
Berlin (agrar.de) – In Deutschland sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 63,7 % der landwirtschaftlichen Flächen gepachtet, 54 % im Westen und 80 % im Osten. Das entspricht einer Fläche von etwa 10,5 Mill. ha der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche von 16,9 Mill. ha in Deutschland. Damit ist der Anteil der Pachtflächen gemäß der Agrarstrukurerhebung 2007 weiter angestiegen.

Ähnlich wie bei den Kaufwerten gibt es zwischen Ost und West große Unterschiede bei den Pachtpreisen. Bei den ausgewiesenen Pachtentgelten handelt es sich um die Durchschnittpreise der Betriebe insgesamt, wobei im früheren Bundesgebiet die Einzelunternehmen im Haupt- und Nebenerwerb überwiegen, in den neuen Ländern allerdings die Betriebe, die als Personengesellschaften und juristischen Personen geführt werden.

Während nordrhein-westfälische Landwirte 2007 im Durchschnitt mit 312 €/ha die höchste Pacht zahlen, kosteten niedersächsische gepachtete Flächen 279 €/ha und waren damit teurer als Pachtflächen in Schleswig-Holstein, wo im Durchschnitt 261 € je Hektar gezahlt wurden. In Bayern (235 €/ha) und Baden-Württemberg (189 €/ha) liegt das Pachtpreisniveau niedriger als im Westen und Norden, hier fiel der Anstieg gegenüber 2005 unterdurchschnittlich aus. In den neuen Ländern ist in Sachsen-Anhalt mit durchschnittlich 172 €/ha das höchste Pachtpreisniveau, jedoch in Brandenburg fällt der Hektarpreis um mehr als 50 % niedriger aus. Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen liegen in etwa auf gleichem Niveau.

Eine vergleichbare Rangfolge ergibt sich bei den Pachten für Ackerland. Sind es in Nordrhein-Westfalen 366 €/ha und in Niedersachsen 293 €/ha, wird in Schleswig-Holstein mit 293 €/ha die 300 €-Grenze je ha noch unterschritten. In Sachsen-Anhalt werden mit 194 €/ha zwar die höchsten Preise in den neuen Ländern gezahlt, im Vergleich zu dem höchsten Pachtpreis in Nordrhein-Westfalen liegt die Hektarpacht dort jedoch nahezu 50 % niedriger.

Grünland, also Wiesen und Weiden, ist grundsätzlich günstiger zu pachten, im Bundesdurchschnitt sind es für einen Hektar 123 €. Am teuersten sind die Pachten für Grünlandflächen in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, niedrige Grünlandpachten werden mit 60 €/ha in Thüringen und 60 €/ha Brandenburg gezahlt. Bei Neupachten sind in 2007 gegenüber 2005 starke Preisanstiege zu beobachten, dabei liegen die Pachtentgelte bis zu 19 % über den Altpachten. Insbesondere für Ackerland wird bei Neupachten deutlich mehr bezahlt. Im früheren Bundesgebiet zahlt man 313 €/ha, in den neuen Ländern sind es mit 143 €/ha mehr als die Hälfte weniger. In Sachsen-Anhalt blieb das Niveau zwischen Neu- und Altpachten unverändert, in allen übrigen Ländern stiegen die Pachtpreise spürbar an. Stark gestiegen sind auch die Pachten für Grünlandflächen.

Pachtpreise 2007 (v. 09.2008)

Am wenigsten für ihre Flächen bekommen die Verpächter in Brandenburg, dies sowohl bei Ackerland wie auch Grünland. Ursachen für die unterschiedlichen Pachtpreise sind vor allem die Bodenqualität, die klimatischen Bedingungen, die Nähe zum Markt sowie Größe und Zuschnitt der Flächen. Belastbare Aussagen über die weitere Entwicklung der Pachtpreise in 2008 lassen sich nicht treffen. Aufgrund der gestiegen Flächennachfrage in 2006 und 2007 (u. a. Flächen für dieProduktion von Bio-Energie) und hoher Getreide- und Milchpreise in 2007, dürfte sich der Anstieg der Pachtpreise bei der derzeitigen abgeschwächten Preisentwicklung für Getreide und Milch sowie der drastischen Verteuerung bei Dünger und Energie eher wieder verlangsamen.

Informationen zu Pachtpreisen in den Bundesländern,
Links zum Thema Boden.

Niedersachsen: Rübenbauern erwarten gut durchschnittliche Ernte

Themen: Anbauflächen,Niedersachsen,Zuckerrüben — info @ 12:09

In Niedersachsen „kochen“ noch vier Fabriken Zucker – Anbau wurde eingeschränkt
Hannover (agrar.de) – Mit dem Beginn der Zuckerrübenkampagne Ende September gehen die Erntearbei-ten für die Ackerbauern in die nächste Runde. Nach Umfragen des Landvolk-Pressedienstes erwarten die Landwirte eine gut durchschnittliche Ernte.

Die Prognosen gehen für das Einzugsgebiet des Dachverbandes Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ) von einem Rübenertrag in Höhe von 59 t/ha aus, das wäre etwas weniger als im Vorjahr mit 61,4 t/ha Rüben. Dafür haben die Hackfrüchte in diesem Jahr mit 17,6 Prozent etwas mehr Zucker eingelagert als im Vorjahr (17,2 Prozent). Da die Landwirte auch in Niedersachsen von dem so genannten Restrukturierungsangebot der EU Gebrauch gemacht und den Rübenanbau in Randlagen zum Teil aufgegeben haben, wird die Gesamternte mit 8,6 Mio. t Rüben voraussichtlich etwas geringer ausfallen als im Vorjahr mit 9,6 Mio. t. Damit dürfte auch die Zuckererzeugung mit 1,3 Mio. t etwas niedriger bleiben als vor Jahresfrist mit 1,5 Mio. t. Der höhere Zuckerertrag je Hektar mit einem Wert von 10,4 t gleicht allerdings etwas aus.

Am 16. September erwartet die Zuckerfabrik in Klein-Wanzleben für die norddeutschen Werke die ersten Rübenlieferungen. Es folgen die niedersächsischen Werke Uelzen am 19. September sowie Clauen, Nordstemmen und Schladen am 23.September. An diesen Tagen nehmen sie für rund 100 Tage bis in den Januar hinein ihre Zuckerküchen inBetrieb. Die durchschnittliche Tagesverarbeitung dieser Werke hat inzwischen 14.000 t erreicht und damit viele Fabriken überflüssig gemacht. In Klein-Wanzleben wird nach dem Start im Vorjahr nun die Ethanolproduktion weiter ausgeschöpft, 1,3 Mio. t Rüben sollen hier zu 130.000 cbm Ethanol verarbeitet werden.

Ein kleineres Kontingent von einer 150 ha großen niedersächsischen Anbaufläche wurde als Biorüben angebaut. Der Ertrag von dieser Fläche wird im Rahmen einer Vorkampagne im Werk Warburg durch die Südzucker für das Nachbarunternehmen Nordzucker mit verarbeitet. Für diese Rüben müssen sowohl Anbauer als auch Verarbeiter spezielle Zertifizierungen und Begleitpapiere erstellen. Der Biozucker ist aber insbesondere bei Verarbeitungsunternehmen sehr begehrt, die Nordzucker sucht daher weitere Interessenten für die Erzeugung von Biorüben.

Links zum Thema Zuckerrüben,
Links zum Bundesland Niedersachsen.

Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Schweine,Statistik,Wirtschaft — info @ 12:09

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 460 angebotenen Schweinen, 360 Schweine in 4 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,79 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,78 Euro bis 1,79 Euro verkauft.

Links zum Thema Schweine.

Landvolk setzt auf Toleranzschwelle für GVO

Themen: Gentechnik,Handel,Pflanzen,Verbände — info @ 12:09

Verband: Nulltoleranz lässt sich nicht länger durchhalten – Abwanderung befürchtet
Hannover (agrar.de) – In der Diskussion um sogenannte Nulltoleranzen für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) in Eiweißfuttermitteln hat jetzt das Landvolk Niedersachsen Position bezogen. Bei einer Anhörung der SPD-Landtagsfraktion zu dem Thema machte sich der Verband für eine Toleranzschwelle stark und schließt sich damit anderen Branchenverbänden der Agrarwirtschaft an.

Die Toleranzschwelle in Anlehnung an das Schweizer Modell in Höhe von 0,5 Prozent für Lebensmittel und 0,9 Prozent für Futtermittel solle die bisherige Nulltoleranz ersetzen. Bei konsequenter Anwendung einer Nulltoleranz für in der EU nichtzugelassene gentechnisch veränderte Sorten im Soja könnten die Veredelungsbetriebe über eine Verknappung oder deutliche Verteuerung der nicht zu ersetzenden Sojafuttermittel in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. In Niedersachsen spielt die Veredelungswirtschaft mit knapp 6.000 Sauenhaltern, gut 13.000 Schweinemastbetrieben und 8.000 Geflügelhaltern eine herausgehobene Rolle. Sie liefern den Rohstoff für einen Zweig einer starken Ernährungswirtschaft – nicht allein in der Ver-edelungshochburg Südoldenburg.

Das Landvolk begründet seine Position mit einigen Zahlen. Weltweit stellt der Sojabohnenanbau drei Viertel aller Einweißpflanzen. Leguminosen wie Bohnen, Erbsen oder Lupinen spielen nur eine Nebenrolle. Nord- und Südamerika dominieren mit 85 Prozent der gesamten Sojabohnenerzeugung den Markt. Auch die europäischen Bauern sind mit 98 Prozent nahezu vollständig auf Importe angewiesen, 35 bis 40 Mio. t Sojaprodukte verfüttern Europas Tierhalter. Auch bei den Leguminosen ist Europa Nettoimporteur. Neben Mais, Raps und Baumwolle zählt Soja zu den am häufigsten gentechnisch veränderten Pflanzen, wobei der Anbau sich unter anderem auf die USA, Argentinien und Brasilien konzentriert.

In Amerika wird das Thema Gentechnik anders diskutiert als in Europa, Sorten werden schneller zugelassen. Die derzeitige Nulltoleranzschwelle wird diesen Fakten nicht gerecht. Kleine Verunreinigungen mit in der EU nicht zugelassenen Sorten sind kaum zu vermeiden oder fallen in den Bereich von Messfehlern. Eine stärkere Einschränkung der Sojaimporte kann durch Leguminosen aus heimischem Anbau nicht kompensiert werden. Der vollständige Ersatz von Soja durch heimische Eiweißpflanzen würde in Niedersachsen 750.000 ha
Ackerfläche beanspruchen, aktuell wachsen sie gerade einmal auf 4.000 ha. In Niedersachsen wird eine Anbaufläche in einer Größenordnung von 1,9 Mio. ha bereits zum überwiegenden Anteil zu Futterzwecken genutzt.

Daher befürchten Tier haltende Landwirte weitere Preissteigerungen für Soja, falls das Problem Nulltoleranz für GVO nicht praxisnah gelöst wird. Sojaschrot hat sich seit Ende 2005 bis Juli 2008 ohnehin im Preis verdreifacht, es kostet aktuell rund 300 Euro/t. Eine weitere Preiserhöhung um 50 bis 60 Euro/t würde allein die Futterkostenkosten der Schweinemäster um acht bis neun Euro je Tier erhöhen – ein Betrag, der sich im Markt nicht wieder einfordern lässt! Das Landvolk befürchtet daher bei Beibehaltung der Nulltoleranzschwelle eine noch stärkere Abwanderung der Tierhaltung aus Deutschland. Die Tiere würden, wie in der Hähnchenmast zum Teil schon geschehen, zum Futter wandern. So liefert Brasilien bereits erhebliche Geflügelimporte in den deutschen Markt. Auf die dortigen Produktionsstandards haben weder deutsche Verbraucher noch Politiker einen Einfluss!

Hintergrund: Soja lässt sich nicht ersetzen

Weltweit wurden 2007 rund 114 Mio. ha mit gentechnisch veränderten Pflanzen bestellt – in Niedersachsen wird auf einer nur eine Mio. ha großen Fläche Getreide angebaut. Deutschland importiert 4,4 Mio. t Sojaschrotäquivalent, davon verbraucht Niedersachsen nach Berechnungen des Landvolkes Niedersachsen etwa 40 Prozent oder 1,76 Mio. t Schrot. Das entspricht einer Menge von 740.000 t reinem Protein aus Soja. Um dieses zu erzeugen würden 750.000 ha Hülsenfrüchte mit einem Ertrag von vier t/ha und 25 Prozent Protein benötigt. Der tatsächliche Anbau beträgt aktuell etwa 4.000 ha. Die gesamte Ackerfläche mit 1,89 Mio. ha wird bereits stark für Futterzwecke genutzt. Auf 348.000 ha wächst Futtergetreide, auf 580.000 Brotroggen, der ebenfalls zur Verfütterung genutzt wird. Weitere 447.000 ha sind mit Futterpflanzen bestellt, auf 120.000 ha wächst Raps, dessen Schrot ebenfalls verfüttert wird. Der Ersatz von Sojaschrot durch einheimische Futtermittel, wie häufig gefordert wird, lässt sich mit Blick auf die begrenzte Fläche nicht realisieren.

Links zum Thema Biotechnologie
Links zum Thema Verbände.,

Seiten: << 1 2 3 4 5 6 >>



   (c)1997-2017 @grar.de