23. September 2008

Bayern: Mehr Geld für gefährdete Nutztierrassen

Themen: Bayern,Förderung,Tiere — info @ 11:09

München (agrar.de) – Für den Erhalt gefährdeter einheimischer Nutztierrassen gibt es künftig mehr Geld. Wie Landwirtschaftsminister Josef Miller auf dem Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF) in München mitteilte, werden die Zuschüsse für die Rinderrassen Pinzgauer, Murnau-Werdenfelser, Braunvieh alter Zuchtrichtung und Ansbach-Triesdorfer sowie für das Rottaler Pferd aufgestockt.

Je nachdem, wie gefährdet eine Rasse ist und wie hoch der zusätzliche wirtschaftliche Aufwand, erhalten die bayerischen Bauern nun jährlich 250 Euro je Deckbulle, 75 bis 250 Euro je Milchkuh und 90 Euro je Mutterkuh. Pferdehalter bekommen ab sofort 250 Euro für jede Zuchtstute. Bei den Schafen liegen die Sätze je nach Rasse bei 15 bzw. 20 Euro je Zuchttier. Zudem wurden weitere Nutztierrassen in die Förderung aufgenommen: Erstmals gibt es nun Prämien für die Haltung von Rindern der Rassen Gelbvieh und Rotes Höhenvieh sowie für das Leutstettener Pferd. Alle Tiere müssen im Zuchtbuch einer anerkannten Züchtervereinigung eingetragen sein.

„Wir stellen uns damit unserer Verantwortung zur Bewahrung der Artenvielfalt auch im Agrarbereich“, sagte der Minister. Die schon bisher gewährten Aufzucht- und Haltungsprämien haben laut Miller einen wertvollen Beitrag dazu geleistet, gefährdete Nutztierrassen wie das Murnau-Werdenfelser Rind oder das Rottaler Pferd mit ihren standortangepassten Eigenschaften vor dem Aussterben zu bewahren. Bei einigen Schafrassen sei der Bestand inzwischen sogar wieder deutlich gestiegen. Mit den neuen Förderrichtlinien will Miller diesen Weg konsequent weitergehen.

Die Landwirte können die Förderung ab sofort beantragen. Um noch in diesem Jahr Fördermittel zu erhalten, muss der Antrag bis spätestens 15. November gestellt sein. Die Prämien werden voraussichtlich Anfang Dezember ausgezahlt. Nähere Auskünfte erteilen die Ämter für Landwirtschaft und Forsten. Weitere Informationen sind auch im Internet zu finden:

Förderwegweiser Rind
Förderwegweiser Schaf
Förderwegweiser Pferd

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19. September 2008

Bundesrat stimmt Veröffentlichung von EU-Agrarsubventionen zu

Themen: Agrarrecht,EU,Förderung,GAP,Internet — info @ 17:09

Berlin (agrar.de) – In seiner heutigen Sitzung hat der Bundesrat dem Entwurf eines Gesetzes zur Veröffentlichung von Informationen über die Zahlung von Mitteln aus den Europäischen Fonds für Landwirtschaft und Fischerei (Agrar- und Fischereifonds-Informationen-Gesetz – AFIG) zugestimmt.

Der Gesetzentwurf dient der Durchführung der gemeinschaftsrechtlichen Vorgaben nach Verordnung (EG) Nr. 1290/2005 des Rates vom 21. Juni 2005 über die Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik sowie Verordnung (EG) Nr. 1198/2006 des Rates vom 27. Juli 2006 über den Europäischen Fischereifonds und bestimmt die Stelle, die für die Einrichtung und Pflege der Internetseite zuständig ist, auf der die Informationen veröffentlicht werden. Zudem enthält es eine nationale Gesetzesgrundlage für die Veröffentlichung von Informationen sowie Verordnungsermächtigungen.

Betroffen sind die aus EGFL-Mitteln ab dem 16. Oktober 2007 und die aus ELER-Mitteln ab dem 1. Januar 2007 getätigten Ausgaben. Die Informationen sind für ein EU-Haushaltsjahr bis zum 30. April des darauf folgenden Jahres (erstmals zum 30. April 2009) zu veröffentlichen. Ein gesondertes Veröffentlichungsdatum gilt für die aus dem ELER vom 1. Januar bis zum 15. Oktober 2007 getätigten Ausgaben, die bereits bis zum 30. September 2008 veröffentlicht werden müssen. Die Daten sind zwei Jahre nach dem ersten Tag der Veröffentlichung zu löschen.

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Brandenburg: Holstein-Schwarzbunt dominiert

Themen: Brandenburg,Rinder,Statistik,Tierbestände — info @ 10:09

Potsdam (agrar.de) – Zum Stichtag 3. Mai 2008 wurden im Land Brandenburg 588.965 Rinder gehalten. Zu den Milchnutzungsrassen zählten 358.554 Tiere (60,9 Prozent). 178.939 Tiere (30,4 Prozent) gehörten zu den Fleischnutzungsrassen und 51.472 Tiere (8,7 Prozent) zu den Doppelnutzungsrassen. Diese Rinder können sowohl für die Milchproduktion als auch für die Fleischerzeugung genutzt werden.

Die Milchnutzungsrasse Holstein-Schwarzbunt war die häufigste Rinderrasse in Brandenburg. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, gehörten zu dieser Rasse in Brandenburg 338.857 Tiere. Von den Rindern insgesamt war das ein Anteil von 57,5 Prozent. Der Anteil an den Milchnutzungsrassen lag sogar bei 94,5 Prozent.

Gut zwei Drittel der Fleischnutzungsrassen waren Kreuzungen von verschiedenen Fleischrindrassen (123.641 Rinder). Weiterhin gehörten 24.073 Tiere (13,5 Prozent) zur Rasse Fleischfleckvieh.

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18. September 2008

Betriebsmittel 22 Prozent teurer als vor einem Jahr

Berlin (agrar.de) – Höhere Preise vor allem bei Düngemitteln, Energie, Futtermitteln und Tierarztleistungen
Im Juli 2008 waren landwirtschaftliche Betriebsmittel im Durchschnitt um 22 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Dies geht laut einer Meldung des des Deutschen Bauernverbandes (DBV) aus aktuellen Erhebungen des Statistischen Bundes­amtes hervor. Im Vergleich dazu haben sich die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise im gleichen Zeitraum durchschnittlich um 8 Prozent erhöht, bei allerdings großen Unterschieden je nach Produkt.

Im Einzelnen haben sich vor allem Düngemittel (+ 102 Prozent), Energie (+ 26 Prozent) und Futtermittel (+ 29 Prozent) verteuert. Nach Einschätzung des DBV schlagen damit die hohen Energiepreise weiter drastisch auf die Produktionskosten durch; bei Düngemitteln kommt eine weltweit stark gestiegene Nachfrage hinzu. Bei Futter­mitteln hingegen scheint der Preisanstieg im Frühsommer 2008 zum Ende gekommen zu sein. Dagegen haben sich Tierarztleistungen wegen der Anhebung der Gebührenordnung ab der Jahresmitte deutlich um 15 Prozent verteuert. Bei den übrigen Dienstleistungen, zum Beispiel der Instandhaltung und Reparatur von Wirtschaftsgebäuden, fiel der Preisanstieg mit etwa 3 Prozent moderater aus.

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Verbände
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Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Schweine,Statistik — info @ 10:09

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 550 angebotenen Schweinen, alle Schweine in 4 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,75 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,75 Euro bis 1,75 Euro verkauft.

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17. September 2008

Schleswig-Holstein beschließt Gründung des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

Themen: Schleswig-Holstein — info @ 11:09

Kiel (agrar.de) – Die Landesregierung Schleswig-Holsteins hat gestern auf Vorschlag von Landwirtschaftsminister Dr. Christian von Boetticher der Gründung eines Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) zum 1. Januar 2009 zugestimmt. In dem neuen Landesamt werden alle Aufgaben der Ämter für ländliche Räume, der Staatlichen Umweltämter und des Landesamtes für Natur und Umwelt zusammengefasst.

Landwirtschaftsminister von Boetticher: „Dieses ist der letzte Baustein einer umfassenden Modernisierung der Landwirtschafts- und Umweltverwaltung in dieser Legislaturperiode. Wir haben unsere Hausaufgaben aus dem Koalitionsvertrag gemacht. Die Zahl der Ämter wird von sieben auf eins reduziert. Trotzdem bleiben wir in der Fläche und werden auch künftig unsere Verwaltungsleistungen bürgernah anbieten.“ Er verwies darauf, dass nach der Gründung der Anstalt Schleswig-Holsteinische Landesforsten und des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz nunmehr der gesamte verbleibende Bereich der Landwirtschafts- und Umweltverwaltung in einer Behörde gebündelt werde. Dies schaffe zum einen Synergien bei der Aufgabenerledigung, zum anderen könnten Leitungspositionen und damit Personalkosten eingespart werden. So wird beispielsweise die Gesamtzahl der Dezernate von 77 auf 49 reduziert. Dadurch werden in den nächsten zehn Jahren Einspareffekte von insgesamt rund 5,5 Millionen Euro zu erzielen sein.

Das neue Landesamt wird Aufgaben in folgenden Bereichen wahrnehmen, die als Abteilungen organisiert werden:

– Landwirtschaft
– Fischerei
– Naturschutz
– Gewässer
– Geologie und Boden
– Technischer Umweltschutz
– Ländliche Räume

Sitz des neuen LLUR wird Flintbek. Darüber hinaus werden an den bisherigen Standorten der Staatlichen Umweltämter und der Ämter für ländliche Räume Außenstellen eingerichtet. Diese werden auch in Zukunft im Regelfall eine bürgernahe und professionelle Verwaltung in der Fläche sicherstellen.

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Grüne Berufe bieten noch 240 Ausbildungsplätze in NRW

Bonn (agrar.de) – In Nordrhein-Westfalen gibt es noch knapp 240 freie Ausbildungsplätze in den Agrarberufen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Junge Menschen, die noch keine Ausbildungsstelle gefunden und Spaß am Umgang mit Pflanzen und Tieren sowie Interesse an einer Arbeit in freier Natur haben, finden hier vielfältige Möglichkeiten.

85 Auszubildende im Gartenbau werden landesweit noch gesucht. Besonders gefragt ist hier der Nachwuchs im Garten- und Landschaftsbau.

106 Ausbildungsplätze stehen in Nordrhein-Westfalen noch für die Ausbildung zum Landwirt zur Verfügung. Für Pferdewirte sind nur wenige Ausbildungsplätze frei, sechs in der Sparte Pferdezucht und -haltung und acht im Schwerpunkt Rennreiten. In der Sparte Reiten gibt es noch elf freie Stellen. Im Ausbildungsberuf Städtische Hauswirtschaft sind noch 17 Ausbildungsverträge zu vergeben. Auch in dem neuen Agrarberuf Fachkraft Agrarservice gibt es noch fünf freie Ausbildungsstellen in NRW. Bei den Tierwirten ist nur noch ein Ausbildungsplatz frei.

Die Berufsaussichten für junge Landwirte und Gärtner werden allgemein gut beurteilt. Zwar wird die Zahl, vor allem der landwirtschaftlichen Betriebe, ständig kleiner. Die Höfe, die übrig bleiben, werden aber größer und sind dabei zunehmend auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen. Damit bieten sich Chancen auch für junge Menschen, die nicht von einem Hof stammen, den sie später einmal selbst bewirtschaften können.

Umfangreiche Informationen über die Ausbildungsmöglichkeiten in Land- und Hauswirtschaft sowie Gartenbau, Ausbildungsinhalte, Adressen der Ausbildungsberater und vor allem Adressen der Betriebe, die jetzt noch Auszubildende suchen, gibt es im Internetangebot der Landwirtschaftskammer www.landwirtschaftskammer.de unter Berufsbildung.

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NRW: Sehr guter Maisertrag erwartet

Bonn (agrar.de) – In diesen Tagen läuft in Nordrhein-Westfalen die Maisernte an. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen rechnet in diesem Jahr landesweit mit einer guten bis sehr guten Maisernte. Insbesondere der Maisanbau auf den leichten Sandböden profitierte von den rechtzeitigen und ausreichenden Niederschlägen von Ende Juni an, sodass sich die Pflanzen auch auf diesen Standorten gut entwickeln konnten. Von ertragsrelevantem Krankheits- und Schädlingsbefall blieben die Bestände bislang verschont.

Silomais dient als Futtergrundlage in den Milchvieh- und Bullenmastbetrieben, wird aber auch zunehmend zur Energieproduktion in Biogasanlagen eingesetzt. Bei der Silomaisernte wird die gesamte Maispflanze fein gehäckselt, unter Sauerstoffabschluss siliert und konserviert. Zeitlich um zwei bis drei Wochen versetzt können dann auch Körnermais und CCM – Corn-Cob-Mix oder Maiskolben-Spindel-Gemisch – geerntet werden. CCM kommt überwiegend in der Schweinemast zum Einsatz. Körnermais wird zum größten Teil zu Kraftfutter verarbeitet.

Die Maisanbaufläche in NRW wurde 2008 gegenüber dem Vorjahr noch einmal um 29.500 Hektar ausgedehnt und hat mit insgesamt fast 260.000 Hektar in Nordrhein-Westfalen einen historischen Höchststand erreicht. Neben der im Vorjahr erfreulichen Entwicklung der Körnermaispreise ist dies auch darauf zurück zu führen, dass bislang stillgelegte Flächen wieder in die Produktion genommen wurden.

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16. September 2008

Sachsen: Jahresbericht der amtlichen Lebensmittelüberwachung

Themen: Lebensmittel,Sachsen,Statistik — info @ 11:09

Dresden (agrar.de) – Die sächsischen Verbraucherinnen und Verbraucher können auf die engagierten Kontrollen der Lebensmittelüberwachungsbehörden „bauen“. Darauf wies Sachsens Gesundheitsministerin Christine Clauß heute bei der Vorstellung des „Jahresbericht 2007 – Amtliche Lebensmittelüberwachung“ in Dresden hin.

„Die darin aufgeführten Ergebnisse der amtlichen Kontrollen und Untersuchungen machten deutlich, dass die Einhaltung lebensmittelrechtlicher Vorschriften bei der Mehrzahl der Lebensmittelunternehmen zur Normalität geworden sei. Insoweit seien im vergangenen Jahr nahezu ausschließlich gesundheitlich unbedenkliche, zumeist korrekt gekennzeichnete Lebensmittel, Spielwaren, Kosmetika und Bedarfsgegenstände in angemessener Qualität angeboten worden“, betonte Christine Clauß.

Nach Auffassung der Ministerin sei dies auch ein Verdienst des Kontrollpersonals der Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämter (LÜVÄ) von Landkreisen und Kreisfreien Städten sowie der wissenschaftlichen Sachverständigen und des Laborpersonals der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen (LUA).

Entscheidender Teil der Überwachungstätigkeit sei weiterhin die amtliche Kontrolle der Lebensmittelunternehmen vor Ort. So wurden im Jahr 2007 in nahezu 44.000 kontrollierten Betrieben mehr als 108.000 Kontrollen durchgeführt. Der geringe Rückgang der Anzahl kontrollierter Betriebe und der Kontrollbesuche, wie generell in der Bundesrepublik Deutschland festzustellen, sei das Ergebnis des neuen Überwachungsansatzes nach dem Risikoprinzip. Danach werden „gute“ Betriebe seltener, „schlechte“ (auffällige) Betriebe hingegen deutlich häufiger und intensiver kontrolliert. Dies hätte eine größere Zahl bzw. einen höheren Prozentsatz vorgefundener Mängel zur Folge haben können. Erfreulicherweise hätte das Kontrollpersonal aber lediglich in 4.542 Betrieben, also bei wenig mehr als 10 Prozent, relevante Mängel (Verstöße) festgestellt, die Veranlassung zu amtlichen Maßnahmen gaben. Maßgeblich wären hierbei vor allem Hygienemängel, auch unzureichende Personalhygiene als Folge individuellen Fehlverhaltens, gewesen.

Auch für die amtliche Entnahme und Untersuchung von Proben werde zunehmend das Risikoprinzip zu Grunde gelegt, erläuterte Staatsministerin Clauß. Daher läge die Anzahl von 25.240 untersuchten Proben auch geringfügig unter den Untersuchungszahlen der Vorjahre, sei gleichwohl im Ländervergleich, bezogen auf die Einwohnerzahl, noch recht hoch. Bei der amtlichen Untersuchung der genannten Proben wurden in 1.514 Fällen Verstöße festgestellt, die zu amtlichen Maßnahmen führten. Die Beanstandungsgründe bezogen sich in der Hauptsache auf eine falsche oder unvollständige Kennzeichnung. Wenn es sich bei diesen Beanstandungen aber z. B. um die fehlende Angabe von Stoffen mit allergenem Potential handelte, wäre dies beileibe kein Kavaliersdelikt. Der Anteil von Proben, deren Verzehr geeignet gewesen wäre, die menschliche Gesundheit zu schädigen, sei äußerst gering gewesen. Er läge, wie in den vorausgegangenen Jahren, bei etwa 1 Prozent.

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DLG: Nulltoleranzregelung gefährdet Veredlungsbranche

Themen: Futtermittel,Gentechnik,Handel,Wirtschaft — info @ 11:09

Memorandum mit Ergebnissen der DLG-Klausurtagung zu GVO und Futtermittel veröffentlicht
Frankfurt/Kassel (agrar.de) – Die derzeit in der Europäischen Union (EU) angewendete Nulltoleranz für gentechnisch veränderte Soja-Sorten ohne EU-Zulassung verhindert zunehmend auch den Import von zugelassenen Sojafuttermitteln. Damit wird nach Einschätzung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) der Veredelungsbranche in der EU ein unentbehrlicher Anteil ihrer Futtergrundlage entzogen. Die Folge wären hohe Kostensteigerung und der Verlust der Wettbewerbsfähigkeit, zudem wären die Abwanderung großer Teile der Schweine- und Geflügelfleischproduktion und schließlich ein verstärkter Import von Fleisch aus dem Nicht-EU-Raum zu befürchten. Die Nulltoleranz ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht zu begründen und für ein hohes Niveau an gesundheitlichem Verbraucherschutz unnötig. Dagegen führe sie zu einer drastischen Erhöhung der wirtschaftlichen Risiken und Kosten für die Marktbeteiligten.

Die EU-Kommission sollte an Stelle der Nulltoleranz fachlich abgeleitete und praktikable Schwellenwerte setzen, denn nur diese können die Wahlfreiheit zwischen kennzeichnungspflichtigen und nicht kennzeichnungspflichtigen pflanzlichen Rohstoffen ermöglichen. Ferner müssten die Analysen- und Probenahmeverfahren im Rahmen der nationalen und internationalen Kontrollen auf der Basis einer guten fachlichen Praxis vereinheitlicht werden. Eine weitere Entschärfung der Situation ließe sich durch eine in der EU beschleunigte Zulassung von als sicher bewerteten GVO-Konstrukten erreichen.

Dies ist das Ergebnis einer Klausurtagung der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) in Kassel, an der Experten aus der Futter-, Land-, Milch- und Fleischwirtschaft sowie der Verbraucher, staatlicher Behörden und der Wissenschaft beteiligt waren. Die Schlussfolgerungen und Bewertungen, die die DLG aus dieser Diskussion zieht, wurden in einem Memorandum zusammengefasst.

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