11. September 2008

Pachtpreise für landwirtschaftliche Grundstücke

Pachtpreise 2007 regional überdurchschnittlich angestiegen – fast zwei Drittel der Fläche gepachtet
Berlin (agrar.de) – In Deutschland sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 63,7 % der landwirtschaftlichen Flächen gepachtet, 54 % im Westen und 80 % im Osten. Das entspricht einer Fläche von etwa 10,5 Mill. ha der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche von 16,9 Mill. ha in Deutschland. Damit ist der Anteil der Pachtflächen gemäß der Agrarstrukurerhebung 2007 weiter angestiegen.

Ähnlich wie bei den Kaufwerten gibt es zwischen Ost und West große Unterschiede bei den Pachtpreisen. Bei den ausgewiesenen Pachtentgelten handelt es sich um die Durchschnittpreise der Betriebe insgesamt, wobei im früheren Bundesgebiet die Einzelunternehmen im Haupt- und Nebenerwerb überwiegen, in den neuen Ländern allerdings die Betriebe, die als Personengesellschaften und juristischen Personen geführt werden.

Während nordrhein-westfälische Landwirte 2007 im Durchschnitt mit 312 €/ha die höchste Pacht zahlen, kosteten niedersächsische gepachtete Flächen 279 €/ha und waren damit teurer als Pachtflächen in Schleswig-Holstein, wo im Durchschnitt 261 € je Hektar gezahlt wurden. In Bayern (235 €/ha) und Baden-Württemberg (189 €/ha) liegt das Pachtpreisniveau niedriger als im Westen und Norden, hier fiel der Anstieg gegenüber 2005 unterdurchschnittlich aus. In den neuen Ländern ist in Sachsen-Anhalt mit durchschnittlich 172 €/ha das höchste Pachtpreisniveau, jedoch in Brandenburg fällt der Hektarpreis um mehr als 50 % niedriger aus. Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen liegen in etwa auf gleichem Niveau.

Eine vergleichbare Rangfolge ergibt sich bei den Pachten für Ackerland. Sind es in Nordrhein-Westfalen 366 €/ha und in Niedersachsen 293 €/ha, wird in Schleswig-Holstein mit 293 €/ha die 300 €-Grenze je ha noch unterschritten. In Sachsen-Anhalt werden mit 194 €/ha zwar die höchsten Preise in den neuen Ländern gezahlt, im Vergleich zu dem höchsten Pachtpreis in Nordrhein-Westfalen liegt die Hektarpacht dort jedoch nahezu 50 % niedriger.

Grünland, also Wiesen und Weiden, ist grundsätzlich günstiger zu pachten, im Bundesdurchschnitt sind es für einen Hektar 123 €. Am teuersten sind die Pachten für Grünlandflächen in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, niedrige Grünlandpachten werden mit 60 €/ha in Thüringen und 60 €/ha Brandenburg gezahlt. Bei Neupachten sind in 2007 gegenüber 2005 starke Preisanstiege zu beobachten, dabei liegen die Pachtentgelte bis zu 19 % über den Altpachten. Insbesondere für Ackerland wird bei Neupachten deutlich mehr bezahlt. Im früheren Bundesgebiet zahlt man 313 €/ha, in den neuen Ländern sind es mit 143 €/ha mehr als die Hälfte weniger. In Sachsen-Anhalt blieb das Niveau zwischen Neu- und Altpachten unverändert, in allen übrigen Ländern stiegen die Pachtpreise spürbar an. Stark gestiegen sind auch die Pachten für Grünlandflächen.

Pachtpreise 2007 (v. 09.2008)

Am wenigsten für ihre Flächen bekommen die Verpächter in Brandenburg, dies sowohl bei Ackerland wie auch Grünland. Ursachen für die unterschiedlichen Pachtpreise sind vor allem die Bodenqualität, die klimatischen Bedingungen, die Nähe zum Markt sowie Größe und Zuschnitt der Flächen. Belastbare Aussagen über die weitere Entwicklung der Pachtpreise in 2008 lassen sich nicht treffen. Aufgrund der gestiegen Flächennachfrage in 2006 und 2007 (u. a. Flächen für dieProduktion von Bio-Energie) und hoher Getreide- und Milchpreise in 2007, dürfte sich der Anstieg der Pachtpreise bei der derzeitigen abgeschwächten Preisentwicklung für Getreide und Milch sowie der drastischen Verteuerung bei Dünger und Energie eher wieder verlangsamen.

Informationen zu Pachtpreisen in den Bundesländern,
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