30. September 2008

Sperrfrist nach Düngeverordnung

Münster (agrar.de) – Die Düngeverordnung sieht vor, dass die so genannte Güllesperrfrist, die auf Ackerland in der Zeit vom 1. November bis zum 31. Januar und auf Grünland vom 15. November bis zum 31. Januar gilt, auf Antrag verschoben werden kann. In einigen Regionen gibt es, so das Kuratorium der Betriebshilfsdienste und Maschinenringe in Westfalen, hierzu ein vereinfachtes Antragsverfahren, d. h. bei der jeweiligen Kreisstelle der Landwirtschaftskammer muss dann in der Regel nur angezeigt werden, dass von der Sperrfristverschiebung Gebrauch gemacht werden soll. In der Regel handelt es sich bei dem vereinfachten Verfahren um eine

Vorverlegung der Sperrfrist, d. h. die Sperrfrist beginnt dann schon am 15. Oktober, endet dafür aber bereits am 15. Januar. Damit gewährleistet ist, dass die Sperrfrist nicht verkürzt wird, müssen entsprechende Anträge rechtzeitig vor Beginn der neuen Sperrfrist, also vor dem 15. Oktober genehmigt sein. Nur im Hochsauerlandkreis sowie in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein gibt es auf Grünland ein vereinfachtes Verfahren zur Verschiebung der Sperrfrist nach hinten. Antragsfrist ist hier der 14. November 2008. Anträge auf Verschiebung der Sperrfrist sind an die Kreisstelle der Landwirtschaftskammer zu richten, in deren Zuständigkeitsbereich die Flächen liegen.

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29. September 2008

Thüringen: Spargelernte leicht unter dem langjährigen Mittel

Erfurt (agrar.de) – Thüringer Spargelbauern haben in diesem Jahr 5,5 Tonnen Spargel je Hektar geerntet. Der Flächenertrag lag nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik um 0,3 Tonnen unter der Ertragsleistung des Vorjahres und leicht unter dem sechsjährigen Mittel der Jahre 2002/2007.

Durch kalte Tage im April verzögerte sich der Beginn der diesjährigen Spargelernte. Die Spargelsaison, die traditionell zum Johannistag am 24. Juni endet, war damit kürzer als in anderen Jahren. Gleichfalls fehlte es in einigen Betrieben an Erntehelfern.

Die Fläche, von der in diesem Jahr Spargel geerntet wurde, war um 44 Hektar bzw. 12 Prozent kleiner als im Vorjahr (2007: 378 ha). Infolge der kleineren Erntefläche und des geringeren Flächenertrages wurden insgesamt 1 839 Tonnen Spargel geerntet, 343 Tonnen bzw. 16 Prozent weniger als im Jahr 2007.

Schwerpunktmäßig erfolgt in Thüringen der Anbau von Spargel im Raum Herbsleben und Kutzleben im Unstrut-Hainich-Kreis. In Herbsleben verweist man sogar auf eine fast zweihundertjährige Tradition. Spargel wird jedoch auch in den Kreisen Gotha, Sömmerda und im Altenburger Land erzeugt.

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27. September 2008

Blauzungenkrankheit: RLV warnt vor neuem Serotyp

Bonn (agrar.de) – Die so genannte Blauzungenkrankheit hat in den beiden zurückliegenden Jahren vor allem in Nordrhein-Westfalen verheerende Schäden in den Rinder- und Schafbeständen angerichtet. Dank der in diesem Jahr begonnenen Impfung gegen den hierzulande zirkulierenden Serotyp 8 der Blauzungenkrankheit sind bislang in NRW nur noch in Einzelfällen Erkrankungen festzustellen.

In einem Schreiben an NRW-Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg hat der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Friedhelm Decker, jetzt seine Sorge darüber zum Ausdruck gebracht, dass sich im Nachbarland Frankreich eine neue Variante der Blauzungenkrankheit (so genannter Serotyp 1) beängstigend schnell in Richtung Nord-Osten und damit auch in Richtung Deutschland ausbreitet. Die hierzulande durchgeführte Impfung gegen Serotyp 8 schützt nämlich nach derzeitiger Kenntnis die Tiere leider nicht vor einer Erkrankung durch die neue Variante der Blauzungenkrankheit.

Der RLV drängt daher darauf, dass sich Deutschland gegenüber dem Nachbarland für eine ebenso stringente wie zeitnahe Durchführung der Impfung gegen Serotyp 1 einsetzt. „Um erneutes Tierleid und erhebliche wirtschaftliche Folgeschäden zu vermeiden, gilt es jetzt, eine weitere Ausbreitung in Frankreich und damit eine Einschleppung zu verhindern“, so die Mahnung des RLV-Präsidenten.

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26. September 2008

NRW: Land unterstützt WLV mit 161.000 Euro

Minister Laumann: „Arbeitskräftepool hilft der Landwirtschaft, gute Leute zu finden“
Münster (agrar.de) – „Wenn auf einem Bauernhof viel zu tun ist, ist es oft schwer, geeignete Fachkräfte zu finden. So muss der Landwirt in Spitzenzeiten schnell 16 oder 18 Stunden am Tag arbeiten. Damit soll Schluss sein. Wir wollen der Landwirtschaft helfen, durch einen Arbeitskräftepool qualifizierte Kräfte zu beschäftigen“, sagte heute Arbeitsminister Karl-Josef Laumann in Münster. Hier überreichte Laumann einen Bewilligungsbescheid über 161.000 Euro an den Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), Franz-Josef Möllers. „Mit dem Geld aus dem Europäischen Sozialfonds unterstützt mein Ministerium den Aufbau eines Arbeitskräftepools für die Landwirtschaft in der Region Ruhr-Lippe-Soest“, so der Minister.

WLV-Präsident Franz-Josef Möllers erklärt hierzu: „Wir planen die Einrichtung eines Arbeitgeberzusammenschlusses Ruhr-Lippe-Soest, der diesen Arbeitskräftepool organisiert. Dazu schließen sich mehrere landwirtschaftliche Betriebe zusammen, die jeder für sich genommen niemanden neu einstellen würden. Als Arbeitgeberzusammenschluss haben sie aber gemeinsam genug Arbeit, um Arbeitnehmer durchgängig zu beschäftigen. Die Landwirte teilen sich die Arbeitskräfte und erhalten dadurch Personal, auf das sie sich verlassen können, da dieses den Hof und die Arbeit bereits kennt.“

Und Minister Laumann ergänzt: „Die Arbeitnehmer profitieren von dem Arbeitskräftepool, da sie sonst nur wochen- oder monatsweise Arbeit hätten. Dadurch erhalten sie eine verlässliche, ganzjährige Arbeitsstelle.“

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die Startphase des Arbeitgeberzusammenschlusses. „Nach zwei Jahren muss das Kind laufen können“, unterstrich Laumann ferner. Denn nach Ablauf der der Förderung soll sich der landwirtschaftliche Arbeitskräftepool selber finanzieren.

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Rentenbank erhöht Zinsen für Sonderkredite

Themen: Banken,Förderung,Wirtschaft — info @ 12:09

Frankfurt (agrar.de) – Die Landwirtschaftliche Rentenbank hat die Zinssätze ihrer hauseigenen Sonderkreditprogramme „Landwirtschaft“, „Junglandwirte“, „Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ sowie „Ländliche Entwicklung“ mit sofortiger Wirkung nominal um bis zu 0,25 Prozentpunkte erhöht. Sonderkredite mit einer Laufzeit von 10 Jahren kosten jetzt in der günstigsten Preisklasse (A) im Sonderkreditprogramm „Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ und für Junglandwirte sowohl bei 10-jähriger als auch bei 5 jähriger Zinsbindung 5,27 Prozent.

Die Sonderkredite der Förderbank für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum dürfen neben anderen öffentlichen Mitteln, z. B. Zuschüssen, eingesetzt werden. Wie bei den Darlehen der Rentenbank üblich, sind die Kreditanträge formlos an die Hausbank zu richten. In Abhängigkeit von Bonität und der Werthaltigkeit der gestellten Sicherheiten nehmen die Hausbanken auch die Einstufung in die jeweilige Preisklasse vor.

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Sachsen-Anhalt: Sehr gute Kartoffelernte erwartet

Halle 8agrar.de) – In Sachsen-Anhalt ist im Jahr 2008 auf einer Ackerfläche von 12 600 Hektar eine sehr gute Kartoffelernte herangewachsen. Nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes wird eine Erntemenge von rd. 543.000 Tonnen erwartet, darunter 529.000 Tonnen mittelfrühe und späte Kartoffeln. Von 400 Hektar wurden 14.000 Tonnen Frühkartoffeln geerntet.

Bei geringfügig verringerter Anbaufläche sind das 41.000 Tonnen (- 7 Prozent) Kartoffeln weniger als im Spitzenertragsjahr 2007. Der zurzeit ermittelte vorläufige Hektarertrag von 432 Dezitonnen wurde bisher nur im Vorjahr (457,0 dt/ha) und im Jahr 2004 (436,3 dt/ha) übertroffen. Er liegt um gut 8 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt der Jahre 2002 bis 2007 von 399,0 Dezitonnen.

Sowohl von den Frühkartoffeln als auch von den mittelfrühen und späten Kartoffeln wurde die durch Nässe im Frühjahr verursachte verspätete Pflanzung durch günstige Wachstumsbedingungen ausgeglichen, so dass das diesjährige Ertragsniveau von 360 Dezitonnen je Hektar bei den Frühkartoffeln und von 435 Dezitonnen je Hektar bei den mittelfrühen und späten Kartoffeln deutlich über dem Durchschnitt

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Thüringen: Kartoffelernte 2008 unter dem langjährigen Durchschnitt

Themen: Erntebericht,Kartoffeln,Statistik,Thüringen — info @ 09:09

Erfurt (agrar.de) – Für die Kartoffelernte 2008 in Thüringen war die Witterung nicht optimal. Örtliche Niederschläge zum frühen Zeitpunkt brachten in einigen Regionen zum Teil einen hohen Knollenansatz. Fehlende Nässe in der Wachstumsphase ließ die Knollen jedoch nicht groß werden. In anderen Anbaugebieten konnten die Kartoffeln dagegen erst von Niederschlägen nach dem Knollenansatz profitieren, was eine große Ware zur Folge hatte.

Die diesjährige Kartoffelernte wird nach den ersten vorläufigen Ergebnissen einen Flächenertrag von 359 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) erreichen. Wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilte, wird der Hektarertrag 2008 das langjährige Mittel der Jahre 2002/2007 (382 dt/ha) um 23 Dezitonnen bzw. 6 Prozent und das bisher höchste Ergebnis vom Jahr 2007 (442 dt/ha) um 83 Dezitonnen bzw. 19 Prozent unterschreiten.

Von rund 2.300 Hektar werden etwa 83.000 Tonnen Kartoffeln geerntet. Durch eine gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozent kleinere Anbaufläche (2007: 2.500 Hektar) und den geringeren Ertrag, wird die diesjährige Gesamterntemenge um 28.200 Tonnen bzw. 25 Prozent geringer ausfallen als im Vorjahr.

In Thüringen werden fast ausschließlich Kartoffeln mittelfrüher und später Sorten angebaut.
Diese standen bzw. stehen auf 98 Prozent der Kartoffelanbaufläche und werden eine Erntemenge von 82.000 Tonnen bringen. Mit einer Flächenleistung von 362 dt/ha werden Erträge erwartet, die um 82 dt/ha unter der Vorjahresleistung liegen und die Ertragsleistung im langjährigen Mittel um 23 dt/ha verfehlen.

An Frühkartoffeln wurden von 45 Hektar insgesamt 1.000 Tonnen geerntet, bei einer Ertragleistung von 222 dt/ha.

Im gesamten Bundesgebiet werden im Jahr 2008 nach dem ersten vorläufigen Ergebnis der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung 11,3 Millionen Tonnen Kartoffeln von 261.000 Hektar geerntet. Die Flächenleistung beträgt 432 dt/ha. Im Vorjahr wurden die Kartoffeln von 275.000 Hektar geerntet. Es wurden ein Flächenertrag von 424 dt/ha und eine Gesamterntemenge von 11,6 Millionen Tonnen erreicht.

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25. September 2008

BÖLW: Koexistenz funktioniert nicht

Themen: Biolandbau,EU,Gentechnik,Verbände — info @ 19:09

Verband fordert Koalition auf, sich zur Schaffung verbindlicher gentechnikfreier Regionen zu bekennen
Berlin (agrar.de) – Am heutigen Donnerstag wird im Bundestag ein Antrag eingebracht, mit dem die Bundesregierung aufgefordert werden soll, sich in Brüssel dafür einzusetzen, dass künftig regionale Gentechnik-Anbauverbote in Deutschland möglich sind. Der Antrag der Grünen entspricht ausdrücklich gleich lautenden Forderungen der CSU im bayrischen Wahlkampf sowie einem Antrag der SPD, der bislang von der Union im Bundestag verhindert wurde.

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) fordert die Koalitionsfraktionen auf, dem vorliegenden Antrag ohne weitere Verzögerungen zuzustimmen und nannte dafür handfeste Gründe:

„Wir müssen zunehmend die Erfahrung sammeln, dass die Koexistenz mit der Agro-Gentechnik nicht funktioniert, obwohl der Anbau in Europa noch gar nicht wirklich begonnen hat“, berichtet Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des BÖLW. „Das gilt für die konventionelle genauso wie für die Öko-Lebensmittelwirtschaft.“

Die Lebensmittelüberwachungsbehörden berichten immer wieder von GVO-Funden in Lebensmitteln. Der Lebensmittelwirtschaft entstehen durch die zunehmende Gentechnik-Präsenz hohe Kosten für die notwendigen GVO-Analysen.

Auch der Skandal um den aus den USA stammenden GV-Reis LL601, der ohne jede Prüfung und Zulassung im europäischen Lebensmittelhandel in großer Breite auftauchte, habe gezeigt, dass eine Eingrenzung von GVO-Produkten kaum möglich ist, wenn diese in die Umwelt ausgebracht sind.

„Am besten wäre es deshalb, wenn Europa auf den Anbau genmanipulierter Pflanzen gänzlich verzichtet. Im Gegensatz zu anderen Weltregionen haben wir dazu heute noch die Chance.“ Löwenstein fordert: „So lange das aber nicht geschieht, braucht es dringend die im vorliegenden Antrag der Grünen dargestellte und von SPD und CSU geforderte Möglichkeit für einzelne Regionen Europas den Anbau auszuschließen.“ Den momentanen Zeitpunkt bezeichnete Löwenstein als denkbar günstig für eine solche Initiative. EU-Mitglieder wie Frankreich, Italien und Polen würden einen solchen Vorstoß jetzt unterstützen.

Die heute bekannt gewordene Absicht, dass die konventionell erzeugte „Landliebe Milch“ künftig das „ohne Gentechnik“-Label tragen wird, begrüßt der BÖLW. Damit geht ein Signal an Molkereien und Landwirte, Gentechnik im Futtertrog auszuschließen. „Das tut Not, denn nur wo keine Gentechnik genutzt wird, gibt es keine Koexistenzprobleme“, so Löwenstein.

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Union und SPD wollen Bauernhofurlaub und Landtourismus fördern

Themen: Förderung,Wirtschaft — info @ 13:09

Berlin (agrar.de) – CDU/CSU und SPD setzen sich in einem Antrag dafür ein, den Bauernhofurlaub und Landtourismus weiter zu fördern. Zugleich sollen ländliche Räume nachhaltig gestärkt werden, berichtet die Parlamentskorrespondenz des Deutschen Bundestages.

Für schätzungsweise rund 25.000 Anbieter von Bauernhof- und Landurlaub ergebe sich ein großes Marktpotenzial, heißt es zur Begründung. 2005 seien etwa 1,6 Millionen Urlaubsaufenthalte (ohne Kurzurlaube) zu verzeichnen gewesen, mit denen rund 943 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet worden sei. Von 2003 bis 2005 hätten sich rund 2,1 Millionen über 14-Jährige Deutsche für einen Bauernhof- oder Landurlaub von fünf oder mehr Tagen entschieden. In den Jahren 2006 bis 2008 habe die Zahl dieser Interessenten mit etwa 7,1 Millionen mehr als dreimal so hoch gelegen.

Die Bundesregierung wird aufgefordert, weiterhin ausreichende finanzielle Mittel für die touristische Entwicklung der ländlichen Räume, auch im Rahmen der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes, bereitzustellen. Im Baurecht sollten die Regelungen zum Bauen im Außenbereich den Landtourismus „angemessen berücksichtigen“. Auf die Länder müsse die Regierung einwirken, damit landtouristische Projekte untereinander abgestimmt und mit den Verbänden koordiniert werden.

Bei der Deutschen Bahn, den Ländern, den Kommunen sowie den privaten Anbietern des öffentlichen Personennahverkehrs soll die Regierung nach dem Willen der Koalitionäre möglichst erreichen, dass ländliche Regionen für Touristen schnell und mit wenigen Umsteigestationen erreichbar sind. Die Mitnahmemöglichkeiten für Fahrräder seien zu verbessern. Bei der Sommerferienregelung für Schulen müssten auch die Interessen der Tourismuswirtschaft stärker berücksichtigt werden, heißt es in dem Antrag. Die Abgeordneten schlagen einen Gesamtferienzeitraum im Sommer von möglichst 90 Tagen vor.

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AbL: Widerspruch gegen CMA-Bescheide einlegen

Themen: Agrarrecht,Förderung,Lebensmittel,Verbände — info @ 13:09

Hamm (agrar.de) – Der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf fordert alle Molkereien, Schlachthöfe, Mühlen und andere so genannte Flaschenhalsbetriebe dazu auf, umgehend Widerspruch gegen alle offenen Bescheide über die Entrichtung von Zwangsabgaben an den Absatzfonds einzulegen bzw. gegen eingegangene Widerspruchsbescheide verwaltungsgerichtliche Klage einzulegen.

„Mit dem positiven Verlauf der mündlichen Verhandlung vor dem Bundesverfassungsgericht in der letzten Woche über die im Absatzfondsgesetz festgeschriebene Abgabenpflicht ist die Wahrscheinlichkeit deutlich gestiegen, dass die Zwangsabgabe als verfassungswidrig erklärt wird und damit fällt. Vor diesem Hintergrund ist es die Pflicht aller landwirtschaftlichen Organisationen, alle bisher Beitragspflichtigen aufzufordern, Widerspruch gegen offene Beitragsbescheide einzulegen und gegen Widerspruchsbescheide Klage beim Verwaltungsgericht einzulegen. Nur so kann jetzt eindeutig gewährleistet werden, dass das Geld der Bauern, die letztlich die Abgaben zu schultern haben, gesichert wird“, so Graefe zu Baringdorf.

Besonders den Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV) Gerd Sonnleitner und den Präsidenten des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) Manfred Nüssel fordert Graefe zu Baringdorf auf, ihren Verbandsmitgliedern umgehend den Widerspruch bzw. die Klage gegen die Abgaben zu empfehlen: „Wenn die Präsidenten das unterlassen, haben sie Verantwortung dafür zu übernehmen, dass weiterhin Bauerngeld in einen Topf fließt, von dem mit der Karlsruher Verhandlung noch wahrscheinlicher geworden ist, dass die Bauern es nie wiedersehen werden. Vor solch einem Finanz-Skandal kann man nur warnen“, so der AbL-Vorsitzende.

Hintergrund:

Mit den jährlich rund 90 Millionen Euro an Abgaben, die bisher von den landwirtschaftlichen Erzeugern beleistet und von den Flaschenhalsunternehmen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft an den Absatzfonds entrichtet werden mussten, wird vor allem die CMA (Centrale Marketing-Gesellschaft mbH) finanziert. Grundlage dafür ist das Absatzfondsgesetz aus dem Jahre 1969. Gegen die Zwangsabgaben haben drei Unternehmen geklagt, das Verwaltungsgericht Köln sah die Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes für nicht mehr gegeben an und legte die Sache dem Bundesverfassungsgericht vor. Am 17.09.2008 fand dort die mündliche Verhandlung statt.

Vorsitzender des Verwaltungsrates des Absatzfonds ist DBV-Präsident Gerd Sonnleitner. Im Deutschen Raiffeisenverband (DRV) sind viele genossenschaftliche Verarbeitungsunternehmen organisiert.

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