01. August 2008

Thüringer Landwirte erwarten durchschnittliche Getreideernte

Themen: Erntebericht,Statistik,Thüringen — info @ 10:08

Erfurt (agrar.de) – Nach den ersten Ertragsschätzungen der Ernte- und Betriebsberichterstatter vom Juni 2008 rechnen die Thüringer Landwirte mit einer Ernte von 2,3 Millionen Tonnen Getreide (ohne Körnermais und Corn-Cob-Mix). Damit wird die diesjährige Getreideernte nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik sowohl dem Vorjahresniveau als auch dem Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre entsprechen. Aufgrund der Ausdehnung der Getreideanbaufläche um 4 Prozent wird der mit 6,2 Tonnen um etwa 3 Prozent niedrigere Hektarertrag ausgeglichen werden.

Bei Winterweizen, der dominierenden Getreideart in Thüringen, wird eine Erntemenge von 1,4 Millionen Tonnen eingeschätzt. Der durchschnittliche Hektarertrag von 6,6 Tonnen wird um knapp 0,2 Tonnen geringer als im Vorjahr sein.

An Wintergerste, mit deren Ernte bereits begonnen wurde, werden 0,4 Millionen Tonnen erwartet. Mit 6,2 Tonnen würde der durchschnittliche Hektarertrag um 6 Prozent unter dem Vorjahresergebnis liegen. Aufgrund der Ausdehnung der Anbaufläche um etwa 4 Prozent wird die Erntemenge jedoch nur um etwa 2 Prozent geringer ausfallen als im Vorjahr.

Bei der überwiegend als Braugerste eingesetzten Sommergerste werden nach ersten Berechnungen ca. 0,25 Millionen Tonnen geerntet werden. Bei einem auf Vorjahresniveau liegenden Ertrag von 5,0 Tonnen je Hektar und einer Anbauflächenausdehnung um knapp 12 Prozent bedeutet dies eine Steigerung der Erntemenge um fast 13 Prozent gegenüber 2007.

Für Winterraps wurde im Juni ein durchschnittlicher Hektarertrag von 3,3 Tonnen ermittelt. Da die Anbaufläche gegenüber dem Vorjahr um fast 5 Prozent zurückgenommen wurde, wird mit 0,4 Millionen Tonnen eine um ca. 4 Prozent geringere Erntemenge als vor einem Jahr eingefahren werden.

Zu dieser Juni-Schätzung meldeten 80 Prozent der Ernteberichterstatter unzureichende Niederschlagsmengen. Je nach weiterem Witterungslauf werden diese ersten Schätzungen von den endgültigen Ergebnissen zur Ernte 2008 mehr oder weniger abweichen.

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Anbau 2008: Stilllegungsflächen halbiert – Zunahme beim Getreide

Wiesbaden (agrar.de) – In Deutschland werden nach vorläufigen Ergebnissen der Bodennutzungshaupterhebung vom Mai 2008 knapp 12 Millionen Hektar als Ackerland genutzt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, erreicht der Getreideanbau mit über 7 Millionen Hektar wieder den Höchststand von 2001 und liegt um gut 7 Prozent über dem Wert des letzten Jahres. Getreide bedeckt damit 60 Prozent des Ackerlandes. Auf weiteren 19 Prozent der Fläche werden im Jahr 2008 mit annähernd 2,3 Millionen Hektar Futterpflanzen angebaut und mit knapp 1,5 Millionen Hektar entfallen auf die Handelsgewächse knapp 12 Prozent des Ackerlandes.

Die Bedeutung von Hackfrüchten (640.000 Hektar) und Hülsenfrüchten (84.000 Hektar) nimmt weiter ab. Nur noch 310.000 Hektar oder 2,6 Prozent des Ackerlandes werden von den Landwirten stillgelegt, was einer Halbierung (- 52 Prozent) der Brach- und Stilllegungsflächen gegenüber 2007 entspricht.

Zu den Brach- und Stilllegungsflächen zählen alle Ackerflächen, auf denen vorübergehend keine landwirtschaftlichen Produkte einschließlich nachwachsender Rohstoffe erzeugt werden. Ursache für die deutliche Abnahme der Brach- und Stilllegungsflächen ist die Aussetzung der obligatorischen Flächenstilllegung im Rahmen der Förderung landwirtschaftlicher Betriebe im Jahr 2008 durch die Europäische Kommission. Wurden im Jahr 2007 noch knapp 650.000 Hektar brach- oder stillgelegt, waren es im Jahr 2008 nur noch etwa 310.000 Hektar. Die zusätzlich zur Verfügung stehenden Flächen wurden auch wegen guter Getreidepreise im Erntejahr 2007 überwiegend zum Getreide- und Futterpflanzenanbau genutzt.

Beim Getreide wurde vor allem der Anbau von Weizen ausgeweitet, der mit über 3,2 Millionen Hektar die bisher größte Flächenausdehnung erreicht (+ 5 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der letzten sechs Jahre). Hierbei handelt es sich zu 98 Prozent um Winterweizen. Auch Körnermais einschließlich Corn-Cob-Mix wird bundesweit mit 518.000 Hektar auf der bisher größten Fläche angebaut. Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2002 bis 2007 ist hier eine Steigerung um 21 Prozent festzustellen.

Der Anbau von Futterpflanzen besteht zu fast 70 Prozent aus Silomais, der inzwischen in großen Mengen auch zur Erzeugung erneuerbarer Energien (Biogas) herangezogen wird. Bei den Futterpflanzen wurde der Anbau in
2008 um 8 Prozent auf eine Fläche von 2,3 Millionen Hektar ausgedehnt. Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2002 bis 2007 fand eine Steigerung um 27 Prozent statt. Beim Silomais mit einer aktuellen Fläche von nahezu
1,6 Millionen Hektar ist ein Flächenzuwachs von mehr als 6 Prozent zu verzeichnen (+ 23 Prozent gegenüber dem mehrjährigen Durchschnitt).

Die Handelsgewächse, die zu gut 95 Prozent aus Ölfrüchten bestehen, nehmen im Jahr 2008 1,5 Millionen Hektar ein. Die mit 1,6 Millionen Hektar bisher größte Flächenausdehnung des Vorjahres wurde damit um 10 Prozent unterschritten. Winterraps, der mit knapp 1,4 Millionen Hektar die bedeutendste Anbaukultur bei den Handelsgewächsen ist, verzeichnete dabei einen Rückgang um 11 Prozent.

Die Hackfrüchte, wozu vor allem Zuckerrüben und Kartoffeln zählen, umfassen in 2008 eine Fläche von rund 640 .000 Hektar (- 7 Prozent zum Vorjahr). Bei den Zuckerrüben ist dabei im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von 8 Prozent (auf 370.000 Hektar) zu verzeichnen, während der Kartoffelanbau um 5 Prozent (auf 260.000 Hektar) abnahm. Der stärkste prozentuale Rückgang beim Anbau auf dem Ackerland trat in 2008 gegenüber dem Vorjahr mit über 22 Prozent bei den Hülsenfrüchten auf.

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