06. August 2008

Knapp 40 Prozent der in Sachsen gehaltenen Rinder sind Milchkühe

Themen: Sachsen,Statistik,Tierbestände — info @ 09:08

Sächsische Landwirte halten derzeit 504.200 Rinder, 615.300 Schweine und 125.500 Schafe.
Dresden (agrar.de) – 75.200 Kälber bis sechs Monate, 36.600 männliche Tiere über sechs Monate, 159.800 weibliche, nichtgekalbte Rinder über sechs Monate und 232.600 Kühe, darunter 191.600 Milchkühe gehören nach Angaben des Statistischen Landesamtes zum gesamten Rinderbestand.

Im Mai 2008 wurden die Rinderdaten erstmalig aus dem bestehenden Bestandsregister HIT (Herkunfts­sicherungs- und Informationssystem für Tiere) übernommen. Mit Nutzung dieser vorliegenden Verwaltungs­daten wurden zugleich die landwirtschaftlichen Betriebe von der Berichtspflicht zu den Rinderbeständen befreit. Die ausgewiesenen Daten umfassen im Unterschied zu den anderen Tierarten nicht nur die Rinder in den landwirtschaftlichen Betrieben, es sind alle Tiere bis zur kleinsten Hobbyhaltung erfasst. Damit ist jedoch ein direkter Vergleich zu den Vorjahresdaten nicht angebracht.

In den sächsischen Betrieben mit Schweinehaltung wurden 6.300 Tiere (ein Prozent) mehr als im Mai 2007 gehalten. Die Bestandsentwicklung der vergangenen zwölf Monate zeigte in den einzelnen Altersklassen und Nutzungsrichtungen unterschiedliche Tendenzen. Bestandserhöhungen sind bei Ferkeln und Mastschweinen ersichtlich. Demgegenüber waren in den Kategorien Jung- und Zuchtschweine negative Bestandsentwicklungen festzustellen.

In der sächsischen Schafhaltung kam es seit dem Vorjahr zu einem Bestandsrückgang um 1.700 auf 125.500 Tiere. Dieser Rückgang ist in der Kategorie der weiblichen Schafe zur Zucht einschließlich der Jähr­linge (- 2.100 Tiere bzw. 3,3 Prozent) begründet. Demgegenüber sind bei Lämmern, Hammeln und Zucht­böcken die Bestandsveränderungen im positiven Bereich.

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05. August 2008

Jakobskreuzkraut: Wenn sich Gift im Heu versteckt

Themen: Futtermittel,Pferde,Pflanzen,Schafe,Umwelt,Ziegen — info @ 16:08

Mainz (agrar.de) – Trotz eindringlicher Warnungen ist es im laufenden Jahr auch in Rheinland-Pfalz zu einer erheblichen Verbreitung des giftigen Jakobskreuzkrautes (Senecio jacobaea, auch: Jakobsgrießkraut, JKK) gekommen. Nach Beobachtungen der Landwirtschaftskammer ist die bereits im Sommer des vergangenen Jahres vorgenommene Einschätzung einer weiterten Eskalation weitgehend eingetreten. Aktuell betreffen die damit verbundenen Sorgen, die auf vielen Grünlandflächen gewachsenen und zusammen mit Gras und harmlosen Wildkräutern gemähten und zu Heu geballten JKK-Pflanzen.

Während Rinder und Pferde das giftige Kraut auf der Weide an den leuchtend gelben Blüten und dem unangenehmen Geruch erkennen und meiden, wird es im großen Heuballen prak­tisch unsichtbar und kann so in die Nahrungskette gelangen. Für die Tiere sind die in allen Pflanzenteilen vorhandenen Alkaloide gesundheitsschädlich. Sie bauen sich auch über län­gere Zeiträume nicht ab, sondern reichern sich bei häufiger Aufnahme an, greifen die Leber an und führen früher oder später zum Tod. Um eine Versamung und damit ein weiteres Aus­breiten zu verhindern, waren viele Land- und Pferdewirte dem Jakobkreuzkraut auf ihren Wiesen und Weiden mit Stecheisen oder Spaten zu Leibe gerückt, andere resignierten wegen des über­mäßigen Auftretens und setzten Herbizide ein, die Jakobskreuzkraut den Garaus machten, damit aber auch dem gesamten Grünlandertrag.

Begrüßt wird von der Landwirtschaftskammer die von Verkehrsminister Hendrik Hering an­gekündigte planmäßige Jakobskreuzkraut-Bekämpfung entlang von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Diese sollte auf alle öffentlichen Flächen und damit vor allem auch in die kommunalen Ver­antwortungsbereiche in Rheinland-Pfalz ausgedehnt werden. Da auch eine mittelbare Gefahr für Menschen nicht ausgeschlossen werden kann, liegt eine flächendeckende Bekämpfung nicht allein im landwirtschaftlichen, sondern im allgemeinen Interesse.

Hinweise für eine erfolgversprechende Bekämpfungf durch Schnitt zum richtigen Zeitpunkt

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Baden-Württemberg: Nur durchschnittliche Apfelernte zu erwarten

Schätzungen für Ertrag bei Steinobst deutlich nach unten korrigiert
Stuttgart (agrar.de) – In Baden-Württemberg wird nach Angaben des Statistischen Landesamtes 2008 mit einer durchschnittlichen Apfelernte gerechnet. Dies zeigen die ersten Schätzungen der amtlichen Obsternteberichterstatter von Mitte Juli belegt.

Demzufolge wird nach derzeitigem Behang im Marktobstbau eine Erntemenge von 2,9 Millionen Dezitonnen (dt; 1 dt = 0,1 Tonnen = 100 kg) erwartet. Im Vorjahr waren gut 3,5 Millionen dt, im langjährigen Mittel 2002/2007 rund 2,9 Millionen dt Äpfel aus baden-württembergischer Ernte auf den Markt gelangt. Der Ertrag beziffert sich im Durchschnitt aller Anbaugebiete und Sorten bei einer Anbaufläche von landesweit knapp 10.000 Hektar (ha) auf voraussichtlich 290 dt/ha. Dabei werden die Ertragsaussichten der einzelnen Sorten durchaus unterschiedlich eingeschätzt. Die Erwartungen reichen bei den Hauptsorten von 240 dt/ha bei Elstar über 320 dt/ha bei Golden Delicious, 325 dt/ha bei Gala bis 330 dt/ha bei Jonagold.

Zugleich haben die Sachverständigen ihre Ertragsschätzungen beim Steinobst von Ende Mai/Anfang Juni deutlich nach unten korrigiert. Die nasse, kalte Witterung während der Blüte bedingte zunächst einen schlechten Fruchtansatz. Später haben gebietsweise aufgetretene Spätfröste, Hagelschlag und Starkregen die Hoffnungen gedämpft. Die Süßkirschenernte wird jetzt bei einem Flächenertrag von 50 dt/ha auf 107.100 dt (Mittel 2002/2007: 169.100 dt) veranschlagt. Bei Sauerkirschen wird der Ertrag auf 80 dt/ha und die Gesamternte damit auf 17.700 dt eingeschätzt. Bei Pflaumen und Zwetschgen rechnen die Obstberichterstatter nur noch mit einem Ertrag von 69 dt/ha (zuvor: 101 dt/ha). Die daraus resultierende Erntemenge beziffert sich auf 128.300 dt (2002/2007: 258.800 dt).

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Niedersachsen: Landschaft durch sich wandelnde Landwirtschaft geprägt

Hannover (agrar.de) – Am 31.12.2007 gab es in Niedersachsen 2,88 Mio. Hektar Agrarfläche. Das waren 60,5 Prozent der Landesfläche, wie der Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen aufgrund einer Auswertung von Katasterdaten mitteilte. Dazu kommt als weitere naturnahe Nutzung die Waldfläche: Mit rund 1 Mio. Hektar machen die Wälder ca. 21,4 Prozent der Gesamtfläche des Landes aus.

In den Jahren 2004 bis 2007 hat die Landwirtschaftsfläche Niedersachsens abgenommen, wie schon in den Jahren zuvor. Tag für Tag gingen 18 Hektar verloren, pro Woche deutlich mehr als ein Quadratkilometer. Insgesamt war ein Verlust von 26.533 Hektar Landwirtschaftsfläche in vier Jahren zu verzeichnen. Zum Vergleich: Die Landeshauptstadt Hannover umfasst insgesamt 20.401 Hektar. Genauer betrachtet, war aber von den beiden großen landwirtschaftlichen Nutzungsarten nur die Grünfläche im Landesergebnis stark geschrumpft; die Ackerfläche hat sogar leicht zugelegt.

In erster Linie haben die Siedlungen und Verkehrsanlagen von den Flächenabgaben der Landwirtschaft profitiert, in geringerem Umfang auch der Wald (+ 9.800 Hektar). Die für Siedlungs- und Verkehrszwecke beanspruchte Fläche ist von Anfang 2004 bis zum Jahresende 2007 um 19.671 Hektar auf 636.343 Hektar angewachsen. Diese umfasst nun 13,4 Prozent der gesamten Landesfläche.

Die Siedlungsfläche (zuletzt 396.273 Hektar) setzt sich im Wesentlichen aus Gebäudeflächen und den ihnen zugeordneten Freiflächen sowie den Erholungsflächen zusammen. Sie ist im Vierjahreszeitraum um 14.998 Hektar angewachsen, das sind 10,3 Hektar pro Tag. Die Verkehrsfläche (240.070 Hektar) stieg um 4.673 Hektar, das sind 3,2 Hektar pro Tag. Es ergibt sich ein täglicher Flächenverbrauch von zusammen 13,5 Hektar.

Unter Flächenverbrauch versteht man die Umwandlung vor allem von landwirtschaftlich genutzten Flächen in Siedlungs- und Verkehrsflächen. Dieser Verbrauch der nicht vermehrbaren und kaum erneuerbaren Bodenflächen durch neue Überbauungen ist unter dem Nachhaltigkeitsgesichtspunkt kritisch zu bewerten. Die zunehmende Versiegelung von Böden ist überdies eng an die Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche gekoppelt.

Weitere Nutzungen sind die Wasserflächen, das Abbauland und die Flächen anderer Nutzung. Diese Nutzungen zusammengefasst erreichten zum 31.12.2003 eine Fläche von 229.572 Hektar. Vier Jahre später waren es 2.227 Hektar weniger, also noch 227.345 Hektar.

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Grüne: Banken treiben Nahrungsmittel- und Energiepreise durch Spekulation

Themen: Banken,Handel,Wirtschaft — info @ 11:08

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der Empfehlungen und Werbung von Banken, in die Nahrungs- und Rohstoffmittelmärkte zu investieren, erklärt Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, außenwirtschaftspolitischer Sprecher von Bündnis 90 / Die Grünen:

‚Mehrere Banken, wie die Deutsche Bank in Frankfurt und die Volksbank Berlin, haben in der vergangenen Zeit damit geworben, durch Finanzanlagen vom Anstieg der Lebensmittel- und Rohstoffpreise zu profitieren. Diese Entwicklung finden wir zutiefst problematisch, da durch schnell steigende Energie- und Nahrungsmittelpreise Hunger und Armut in der Welt deutlich zunehmen. Wir fordern die Banken auf, diese Entwicklung nicht noch zu verstärken, sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden und keine Profite auf dem Rücken armer Menschen zu machen.

Die in den vergangenen Jahren massiv gestiegenen Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise können nicht mehr allein durch veränderte Angebots- und Nachfrageveränderungen erklärt werden. Die Entwicklung des Handelsvolumens auf den Rohstoffterminmärkten lässt vermuten, dass spekulative Transaktionen und neue Finanzanlageformen eine entscheidende Ursache des starken Preisanstiegs sind.

Wir brauchen unbedingt verbesserte Regeln auf den Nahrungs- und Rohstoffmärkten, um die Preisentwicklung von den Profitinteressen von Banken und Anlegern zu entkoppeln. Die Politik muss sich dringend Gedanken über die Regulierung der Rohstoffmärkte machen, um überschießende Preise zu verhindern. Es sollte zudem darüber nachgedacht werden, Pensionsfonds Investitionen in Rohstoffmärkte zu verbieten. Die Weltgemeinschaft darf nicht tatenlos zusehen, wie der Preisanstieg für Nahrungsmittel durch die Casino-Mentalität auf den Finanzmärkten noch angeheizt und dadurch Armut verschärft wird.

Wir fordern die Banken auf, sich auf Absicherungsgeschäfte auf den Rohstoffterminmärkten zu beschränken und die Werbung für Anlagemöglichkeiten auf Nahrungs- und Rohstoffmärkten, die zur Preistreiberei zu Lasten der Armen beiträgt, zu unterlassen.‘

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Trend: Immer mehr Sojaerzeugnisse mit GVO-Spuren

Themen: Gentechnik,Lebensmittel,Statistik — info @ 09:08

(29.07.2008) In sojahaltigen Lebensmitteln sind immer häufiger geringe Spuren von gentechnisch veränderten Sojabohnen nachweisbar. Das lassen nach Mitteilung des Informationsdienstes Transgen erste Ergebnisse der Überwachungsbehörden für das Jahr 2007 vermuten. In einigen Bundesländern waren dreißig bis fünfzig Prozent der getesteten Soja-Produkte GVO-positiv. Der Schwellenwert für die Kennzeichnung von 0,9 Prozent wurde jedoch nur in wenigen Fällen überschritten.

Auf dem deutschen Markt finden Verbraucher nur vereinzelt kennzeichnungspflichtige Nahrungsmittel. Die Zahl der Verstöße hat in den vergangenen Jahren abgenommen. Bei sojahaltigen Lebensmitteln ist der Anteil „GVO-positiver“ Proben tendenziell gestiegen, wohingegen er bei Maiserzeugnissen rückläufig ist. Häufig liegen die Werte an der Nachweisgrenze von 0,1 Prozent und weit unter dem Schwellenwert für die Kennzeichnung von 0,9 Prozent.

Zwischen den Bundesländern gab es große Unterschiede: So fanden die hessischen Kontrolleure in 2007 in mehr als jedem zweiten Soja-Produkt fremde Erbsubstanz. In Bayern waren es rund 43 Prozent, in Baden-Württemberg 39 Prozent. In Niedersachsen hingegen enthielt nur jedes sechste Lebensmittel geringe Spuren gentechnisch veränderter Sojabohnen. Zum Vergleich: Im Jahr 2006 war im bundesweiten Durchschnitt etwa jedes vierte Soja-Produkt „GVO-positiv“.

Aktuelle Ergebnisse für das Jahr 2007 liegen TransGen bislang für sieben Bundesländer vor: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Saarland und Thüringen.

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04. August 2008

Nach dem Milchgipfel: Aldi senkt die Preise für Butter

Themen: Lebensmittel,Milch,Verbände — info @ 17:08

Bauernverband: ‚Affront gegenüber Milchbauern‘
Berlin (agrar.de) – Die Preissenkungen für Butter durch den Discounter Aldi bei den Molkereien ist für den Deutschen Bauernverband (DBV) ein deutlicher Affront gegenüber den Milchbauern.

Erst vor wenigen Tagen waren sich die Vertreter von Politik, Handel, Molkereien und Erzeuger auf dem Milchgipfel bei Bundesminister Seehofer einig, dass mit konkreten Schritten die Milchwirtschaft in Deutschland gestärkt und stabilisiert werden müsse. Unter anderem hat hier auch der Lebensmitteleinzelhandel ein klares Bekenntnis zum Milchproduktionsstandort Deutschland abgelegt und zugesagt, seine gesamtgesellschaftliche Verantwortung gegenüber den Milchbauern ernst zu nehmen. Dass Aldi nun Preissenkungen bei Butter bei den Molkereien durchgesetzt hat, werfe daher die Frage auf, wie ernst und verbindlich es Aldi und Co. meinen mit ihrem Bekenntnis, für „die Sicherung einer leistungsstarken deutschen Ernährungsindustrie und deutschen Landwirtschaft“ einzutreten, kritisierte der DBV. Auch habe Aldi noch im Juni mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit bekundet, durch seine Preispolitik einen Beitrag zur Existenzsicherung der Milchbauern in Deutschland leisten zu wollen.

Die Milchbauern sind auf höheres Milchgeld existenziell angewiesen, auch weil seit Ende 2006 die Produktionskosten vor allem bei Futtermitteln im Durchschnitt um 6 Cent pro Kilogramm Milch gestiegen sind, erklärte der DBV. Diese Kostensteigerungen müssten Molkereien und Handel in der Kette weitergeben. Daran werde der DBV mit seinen Landes­bauernverbänden keinen Zweifel lassen – auch nicht in der Auseinandersetzung mit Aldi.

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China – Steiler Anstieg der Schweinefleischimporte im 1. Halbjahr 2008

Bonn – Der starke Anstieg der chinesischen Schweinefleischeinfuhren im ersten Quartal des Jahres 2008 hat sich auch im zweiten Vierteljahr mangels ausreichender einheimischer Produktion bei gleichzeitig immens gestiegener Inlandsnachfrage fortgesetzt. Das berichtet der Verband der Fleischwirtschaft (VdF).

Die Schweinefleischeinfuhren sind danach in der ersten Jahreshälfte 2008 um mehr als das Zehnfache gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres auf ein Gesamtvolumen von 222.500 t gestiegen.

Mehr als die Hälfte des Zuwachses waren Lieferungen von gefrorenem Schweinefleisch aus den USA (Anstieg von 3.900 t auf 115.200 t.). Zweitwichtigster Lieferant Chinas war Frankreich (44.100 t) und an dritter Stelle folgte Dänemark mit 35.700 t. Die EU-Lieferungen hatten einen Anteil von 36 Prozent am gesamten Importmarkt Chinas.

Eine starke Nachfrage war ebenfalls bei Schweineinnereien zu verzeichnen. Die Importe stiegen um mehr als 70 Prozentauf eine Gesamtmenge von 277.500 t. Der überwiegende Teil der Lieferungen im ersten Halbjahr 2008 stammte mit 69 Prozent aus Frankreich und Dänemark.

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Mecklenburg-Vorpommern: Mehr Getreide und Ackerfutter, weniger Raps und Hackfrüchte

Themen: Anbauflächen,Mecklenburg-Vorp.,Statistik — info @ 11:08

Schwerin (agrar.de) – Der Anbau auf dem Ackerland zur Ernte 2008 gegenüber dem Vorjahr ist nach Mitteilung des Statistischen Amtes durch Erweiterung des Getreideanbaus, Verkleinerung der Hackfruchtfläche, Verringerung des Ölfruchtanbaus, Ausdehnung der Futterfläche und Einschränkung der Stilllegung gekennzeichnet.

Allein 55 Prozent des Ackerlandes wurden mit Getreide bestellt, von weiteren 21 Prozent sind Ölfrüchte zu ernten. Zudem ist bei den Feldfrüchten eine zunehmende Einschränkung der Artenvielfalt zu beobachten. So nehmen allein die vier Kulturen Winterweizen, Winterraps, Wintergerste und Silomais zusammen 74 Prozent der Ackerfläche in Mecklenburg-Vorpommern ein.

Der Getreideanbau wurde gegenüber 2007 um 9 Prozent auf 599.600 Hektar ausgedehnt. Deutlich gestiegene Preise nach der eher durchschnittlichen Ernte 2007 setzten vor allem für den ertragsstarken Winterweizen (334.400 Hektar; + 8 Prozent zum Vorjahr) dafür die Signale. Auf Grenzstandorten und leichteren Böden wurde allerdings dem hier wirtschaftlicheren Roggen der Vorzug gegeben (+ 35 Prozent zum Vorjahr, Anbau auf 87.400 Hektar). Wintergerste entsprach mit 127.700 Hektar dem Flächenumfang im Vorjahr. Das Sommergetreide blieb trotz einer Ausdehnung des Anbaus um 6 Prozent auf 11.100 Hektar bei Sommergerste bzw. 17 Prozent auf 10.900 Hektar bei Hafer auch 2008 von geringer Bedeutung. Sein Anteil an der Getreidefläche beträgt lediglich knapp 4 Prozent.

Der Anbau von Hülsenfrüchten, einem wichtigen Eiweißlieferanten für die Tierernährung, ging offensichtlich aus wirtschaftlichen Gründen auf nunmehr nur noch 5.300 Hektar weiter zurück.

Der Kartoffelanbau, der schon in den vergangenen Jahren konjunkturellen Schwankungen unterworfen war, wurde um 8 Prozent auf 14.500 Hektar beschränkt. Auch Zuckerrüben, deren Anbau für Zwecke der Bioethanolproduktion im Jahr 2007 ausgedehnt wurde, erfuhren wieder eine Reduzierung der Fläche auf 22.800 Hektar.

Ölfrüchte sind in Mecklenburg-Vorpommern zu mehr als 99 Prozent Winterraps. Die Fläche umfasst 2008 insgesamt 223.900 Hektar, darunter allein 222.600 Hektar Winterraps. Das ist, trotz Rückgang des Anbaus gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent, mehr als ein Fünftel des Ackerlandes.

Der Anbau von Feldfutter hat aus energetischen Gründen bei weitgehend stabilen Viehbeständen weiter um 11 Prozent zugenommen. Allein Silomais, bevorzugtes Substrat für Biogasanlagen, muss in diesem Jahr von rund 110.200 Hektar, einem Zehntel des Ackerlandes, geerntet werden.

Der Umfang brachliegenden Ackerlandes verringerte sich auf unter 37.000 Hektar und damit auf fast die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr, beeinflusst durch die Aussetzung der Stilllegungsverpflichtung. Der dadurch entstandene „Flächengewinn“ kam vor allem Getreide und Feldfutter zu gute.

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01. August 2008

BBV: Bürokratie bedroht die Schafhaltung

Themen: EU,GAP,Schafe,Statistik,Verbände,Ziegen — info @ 10:08

Nein zur Einführung der elektronischen Kenzeichnung. Unerklärlicher Bürokratieaufwand und höhere Kosten könnten gerade für bayerische kleinbäuerliche Schafhaltungen das Aus bedeuten.
München (agrar.de) – Der Bayerische Bauernverband (BBV) weist die geplante elektronischen Kenzeichnung von Schafen und ziegen als ‚aus Brüssel kommendes Bürokratiemonster‘ entschieden zurück.

Die EU-Kommission plant, dass Ziegen und Schafe ab 1. Januar 2010 in Mitgliedsstaaten mit einem Gesamtbestand über 600.000 Tieren einzeln mit Ohrchip oder Bolus gekennzeichnet werden müssten. Dies hätte für die Schafhalter einen unerklärlichen Bürokratieaufwand und höhere Kosten zur Folge. Gerade für die bayerischen kleinbäuerlichen Schafhaltungen könnte dies das Aus bedeuten.

Unverständlich ist zudem die offensichtlich völlig willkürlich gezogene Kennzeichnungspflicht für Mitgliedsstaaten ab einem Gesamtbestand von 600.000 Tieren. In grenznahen Gebieten, wie zwischen Deutschland und Österreich, hätte dies zwei unterschiedliche Kategorien zur Folge, da in Österreich weniger als 600.000 Schafe und Ziegen vorkommen. Die dortigen Tiere müssten nicht einzeln gekennzeichnet werden. Welcher bayerische Bauern könne verstehen, weshalb er kennzeichnen müsse, wenn sein österreichischer Kollege von dieser Schikane befreit ist.

Die Schafhaltung in Bayern sei wichtig und dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden: Mit Schafen würden landwirtschaftliche Restflächen bewirtschaftet und gepflegt. Schafe gehörten zum Landschaftsbild Bayerns.

Der Bayerische Bauernverband fordert deshalb das Landwirtschaftsministerium auf, die Pläne der EU-Kommission abzuwehren.

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