12. August 2008

GFS: Saatgutwechsel stabil

Themen: Pflanzen,Statistik,Verbände,Wirtschaft — info @ 17:08

Bonn (agrar.de) – Der Saatgutwechsel bei Getreide bleibt nach einer Meldung des Gemeinschaftsfonds Saatgetreide (GFS) auch im Wirtschaftsjahr 2007/2008 bundesweit stabil. Mit 55 Prozent im Durchschnitt aller Hauptgetreidearten liegt der Saatgutwechsel damit im vierten Jahr hintereinander konstant bei Werten über 50 Prozent.

Der Saatgutwechsel beschreibt den Anteil der mit Zertifiziertem Saatgut bestellten Fläche bezogen auf die gesamte Getreideanbaufläche in Deutschland. Die aktuellen Zahlen wurden auf Grundlage des jüngst erhobenen Z-Saatgut-Absatzes und der Daten zur Entwicklung der Anbauflächen ermittelt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Getreideanbaufläche 2008 um mehr als 251.000 Hektar auf 6,54 Millionen Hektar ausgedehnt worden. Dies entspricht einem Plus von knapp 4 Prozent. Während die Anbaufläche von Wintergetreide in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen ist und nun bei 5,73 Hektar liegt, ist bei Sommergetreide erstmals seit 2002 die Anbaufläche auf aktuell 0,81 Millionen Hektar gestiegen. Winterweizen bleibt mit 3,14 Millionen Hektar unangefochten die bedeutendste Getreidekultur.

Die Zahlen zum Saatgutwechsel bestätigen wieder das nachhaltige Interesse der Landwirte an Z-Saatgut. Die Verwendung von Z-Saatgut innovativer Sorten ist für sie die Garantie, am Züchtungsfortschritt teilzunehmen und neben einem hohen Ertragspotential, verbesserte Resistenzen und mehrfach geprüfte Qualität zu erhalten.

Links zum Thema Saatgut und Züchter.

Nutzung der Ackerflächen in Schleswig-Holstein 2008

Anstieg der Getreide- und Silomaisflächen
Kiel (agrar.de) – Nach den vorläufigen Ergebnissen der diesjährigen Bodennutzungshaupterhebung im Mai werden in Schleswig-Holstein auf 669.000 ha Ackerfläche 464.000 ha Marktfrüchte angebaut – und zwar 344.000 ha Getreide, 97.000 ha Ölfrüchte, 1.800 ha Hülsenfrüchte, 13.000 ha Hackfrüchte sowie 8.500 ha Gemüse und Erdbeeren. Auf weiteren 197.000 ha werden Futterfeldfrüchte angebaut.

Die Getreidefläche hat gegenüber 2007 – bedingt durch die günstige Nachfragesituation – um 13 Prozent zugenommen und erreicht einen Anteil von 51 Prozent an der Ackerfläche, so das Statistikamt Nord.

Der Winterweizen hat mit einer Zunahme seiner Anbaufläche um zwölf Prozent auf 213.000 ha seine dominante Stellung unter den Getreidearten noch ausgebaut. Die Wintergerstenfläche hat sich auf 66.000 ha (plus neun Prozent) vergrößert. Der Sommergerstenanbau hat sich um 36 Prozent auf 14.000 ha erhöht. Während der Anbau von Triticale mit 9.000 ha fast gleich geblieben ist, ist die Roggenanbaufläche um 29 Prozent auf 29.000 ha ausgeweitet worden.

14 Prozent der Ackerfläche sind mit Ölfrüchten bestellt, dabei erreicht die Fläche mit Winterraps (einschließlich Anbau als nachwachsender Rohstoff) 95.000 ha und geht somit auf das Niveau von vor sieben Jahren zurück.

Bei den Hackfrüchten ist die Kartoffelanbaufläche mit 5.400 ha nahezu unverändert, die Zuckerrübenfläche ist um 38 Prozent auf 6.800 ha stark zurückgegangen. Der Anbau von Gemüse und Erdbeeren hat gegenüber 2007 um 0,6 Prozent zugenommen.

Die Fläche mit Silomais (einschließlich Anbau zur Biogaserzeugung) ist um vier Prozent auf nunmehr 130.000 ha gestiegen, damit hat sich die Anbaufläche seit Anfang der 90er Jahre mehr als verdoppelt (1993: 60.000 ha). Die steigende Bedeutung von Silomais als Energiepflanze für die Erzeugung von Biogas hat diese Entwicklung mit geprägt. Silomais stellt auch 2008 den Hauptteil der zum Anbau von Futterfeldfrüchten genutzten Flächen, die mit 197.000 ha um 15 Prozent über dem Wert des Vorjahres liegen. Damit entfallen 2008 rund 29 Prozent der Ackerflächen auf diese Ackerfutterflächen.

Die Brachfläche hat sich aufgrund der günstigen Marktsituation für Getreide und nach dem Aussetzen der obligatorischen Flächenstilllegung gegenüber 2007 um zwei Drittel verringert, mit 9.000 ha beträgt ihr Anteil an der Ackerfläche nur noch 1,3 Prozent.

Erstmalig hat das Statistikamt Nord in diesem Jahr zur Entlastung der Landwirte einen Teil der Angaben aus den Anträgen auf Agrarförderung übernommen, anstatt diese Daten direkt zu erheben. Dadurch ist die Vergleichbarkeit zu früheren Ergebnissen methodisch bedingt ggf. eingeschränkt.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik,
Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

Voraussichtlich gute Apfelernte 2008 in Brandenburg

Themen: Brandenburg,Erntebericht,Obst,Statistik — info @ 10:08

Potsdam (agrar.de) – Nach Informationen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg erwarten die Brandenburger Obstbauern in diesem Jahr eine gute Apfelernte.

Erste vorläufige Meldungen der Ernteberichterstatter gehen von einem Ertrag von 251,9 Dezitonnen pro Hektar aus. Dieser wird damit um 125,1 Dezitonnen pro Hektar über dem Ertragsniveau des Vorjahres, jedoch um 34,5 Dezitonnen pro Hektar unter dem Durchschnitt der letzten Jahre (2002 bis 2007) liegen. Bei einer Anbaufläche von 1.200 Hektar ergäbe das eine voraussichtliche Erntemenge von 30.200 Tonnen Äpfel.

Die Hauptanbaugebiete dieses Kernobstes befinden sich in den Landkreisen Potsdam-Mittelmark, Märkisch-Oderland sowie in der kreisfreien Stadt Frankfurt (Oder). Idared, Jonagold und Golden Delicious gehören in Brandenburg zu den führenden Tafelobstsorten.

Die ersten Ergebnisse beruhen ausschließlich auf Schätzungen der Ernte- und Betriebsberichterstatter von Mitte Juli 2008. Sie können in Abhängigkeit vom Witterungsverlauf bis zur Ernte und nach Vorliegen der Ergebnisse der gewogenen Erträge vom endgültigen Ergebnis abweichen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik,
Links zum Bundesland Brandenburg.

Geflügelfleischerzeugung im 1. Halbjahr 2008 stark gestiegen

Themen: Fleisch,Statistik — info @ 10:08

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden im ersten Halbjahr 2008 in Deutschland 3,7 Millionen Tonnen Fleisch gewerblich erzeugt und damit 4,0 Prozent mehr als im Vorjahreshalbjahr. Mit insgesamt 590.800 Tonnen wurde 8,1 Prozent mehr Geflügelfleisch als im ersten Halbjahr 2007 erzeugt. Die Produktion von Rindfleisch (ohne Kalbfleisch) lag mit 563.600 Tonnen um 3,1 Prozent über dem Vorjahreshalbjahr. Darüber hinaus wurden 2,5 Millionen Tonnen Schweinefleisch (+ 3,4 Prozent), 19.600 Tonnen Kalbfleisch (- 1,0 Prozent), 10.500 Tonnen Schaffleisch sowie 1.300 Tonnen Ziegen- und Pferdefleisch erzeugt.

Beim Geflügelfleisch hatte Jungmasthühnerfleisch mit 347.600 Tonnen den größten Anteil an der Erzeugung, gefolgt von Truthuhnfleisch (192.000 Tonnen) sowie Entenfleisch mit 30.000 Tonnen. Im ersten Halbjahr 2008 übertraf dabei die Erzeugung von Jungmasthühnerfleisch mit deutlichen 10,0 Prozent das Vorjahresergebnis. Bei der Produktion von Entenfleisch gab es einen Zuwachs in Höhe von 16,3 Prozent. An der Gesamterzeugung hatte Geflügelfleisch einen Anteil von 16,0 Prozent, auf die übrigen Fleischsorten entfielen 84,0 Prozent.

Die gewerblichen Schlachtungen von Rindern (ohne Kälber) stiegen um 4,0 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2007. Die Zahl der Ochsen- und Bullenschlachtungen lag um 6,7 Prozent höher als im Vorjahreshalbjahr, da durch Handelsbegrenzungen weniger lebende Tiere in den Export gelangten.

Kuhschlachtungen konnten ebenfalls ein Plus von 3,2 Prozent verzeichnen, während die Schlachtungen von Färsen um 2,3 Prozent zurückgingen.

In der Viehbestanderhebung vom Mai dieses Jahres wurden gegenüber Mai 2007 zwar weniger Schweine insgesamt, aber mehr Mastschweine gezählt. Dies spiegelt sich in der angestiegenen Zahl der Schlachtungen (+ 3,9 Prozent) gegenüber dem Vorjahreszeitraum wider. Zurückzuführen ist der Zuwachs der Schlachtungen insgesamt auch auf die gestiegene Zahl ausländischer Tiere (Ausland: + 9,5 Prozent; Inland: + 3,3 Prozent), die in Deutschland geschlachtet wurden.

Links zum Thema Tiere und Fleischwirtschaft,
Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Schleswig-Holstein: Gewässerschutzberatung für Landwirte startet

Themen: Bildung,Schleswig-Holstein,Umwelt,Wasser — info @ 10:08

Kiel (agrar.de) – Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume startet eine neue Gewässerschutzberatung für die Landwirtschaft. Die damit beauftragten Berater haben ihre Arbeit Anfang August 2008 aufgenommen, ihre Aufgabe ist die Verringerung der Nährstoffeinträge in die Gewässer.

Nach Ansicht von Landwirtschaftsminister Dr. Christian von Boetticher ist die Beratung „eine tragende Säule des Gewässerschutzes. Bei der Gewässerschutzberatung setzen wir genau wie bei der Förderung von Umweltmaßnahmen durch die Landwirtschaft auf das Prinzip der Freiwilligkeit. Ich sehe in der Kooperation mit den Landwirten die größten Chancen, die Ziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen. Nun kommt es darauf an, dass die Landwirtschaft von den Angeboten Gebrauch macht“, so von Boetticher.

Knapp die Hälfte der Grundwasserkörper Schleswig-Holsteins würde ohne Maßnahmen die von der Wasserrahmenrichtlinie gesetzten Ziele nicht erreichen. Hauptursache ist die Belastung mit Nitrat, vor allem in Regionen mit durchlässigen Böden, also der Geest und Vorgeest. In einigen Bereichen stellen Rückstände von Pflanzenschutzmitteln ein zusätzliches Problem dar. Hier setzt die Beratung der Landwirte an: Schwerpunkte sind die Optimierung des Düngemanagements vor allem für Stickstoff, Maßnahmen zur Verbesserung der Fruchtfolgegestaltung und zur Reduzierung der Bodenbearbeitung sowie die Bewirtschaftung und Vermeidung von Umbrüchen bei Grünland. Die Berater sollen Landwirte bei der Durchführung von Agrarumweltmaßnahmen unterstützen und kostenlose Infoveranstaltungen, Schulungen, Gruppenberatungen, Sprech- und so genannte Feldtage durchführen. In Einzelfällen ist auch eine individuelle Hilfestellung bei der Düngeplanung und Erstellung von Nährstoffbilanzen in den Betrieben möglich.

In sechs Beratungsgebieten werden begleitende Arbeitskreise aus Landwirten sowie den örtlichen Vertretern von Bauernverband, Landwirtschaftsberatung, Landwirtschaftskammer sowie Wasser- und Bodenverbänden die Beratung, angepasst auf die Erfordernisse vor Ort, steuern und Schwerpunkte setzen. In diesen Gremien soll auch ein Austausch von Erfahrungen und Erkenntnissen zu Gewässer schonenden Bewirtschaftungsweisen erfolgen. Eine Liste und Karte der zuständigen Berater in sechs Gebieten steht im Internet zur Verfügung. Interessierte Landwirte sowie Vertreter von Bauernverband und landwirtschaftlicher Fachberatung, die gerne in dem Arbeitskreis (Gewässerschutzforum) ihres jeweiligen Beratungsgebietes mitarbeiten möchten, können sich direkt an die dort genannten Ansprechpartner und Berater wenden.

Links zum Thema Wasserschutz,
Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

11. August 2008

Großhandelspreise im Juli: plus 9,9 Prozent

Themen: Handel,Statistik,Wirtschaft — info @ 08:08

Wiesbaden (agrar.de) – Der Index der Großhandelsverkaufspreise lag nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Juli 2008 um 9,9 Prozent über dem Vorjahresstand. Dies war die höchste Jahresteuerungsrate seit November 1981 (+ 10,0 Prozent). Im Juni 2008 und im Mai 2008 hatte die Jahresveränderungsrate + 8,9 Prozent beziehungsweise + 8,1 Prozent betragen. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Großhandelspreisindex im Juli 2008 um 1,4 Prozent.

Getreide, Saaten und Futtermittel verteuerten sich im Juli 2008 im Vorjahresvergleich um 18,2 Prozent. Gegenüber Juni 2008 sanken die Preise auf Großhandelsebene jedoch saisonbedingt um 1,3 Prozent (nach – 4,0 Prozent im Juni gegenüber Mai 2008). Auch bei Obst, Gemüse und Kartoffeln waren gegenüber Juli 2007 Preissteigerungen zu beobachten (+ 13,3 Prozent), gegenüber Juni 2008 verbilligten sie sich saisonbedingt um 1,2 Prozent (nach + 2,0 Prozent im Juni 2008). Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette waren um 13,2 Prozent teurer als im Vorjahr. Gegenüber dem Vormonat waren Preiserhöhungen von 1,8 Prozent zu beobachten (Juni 2008: + 0,2 Prozent, Mai 2008: – 4,1 Prozent).

Bei Kaffee, Tee, Kakao und Gewürzen lag das Preisniveau um 12,7 Prozent über dem des Vorjahres. Gegenüber Juni 2008 stiegen die Preise in diesen Bereichen um 1,2 Prozent (Juni 2008: + 1,6 Prozent).

Links zum Thema Wirtschaft.

09. August 2008

Schutzlabel für regionale Herkünfte: DBV fordert Tempo

Themen: EU,Handel,Lebensmittel,Verbände — info @ 14:08

Berlin (agrar.de) – Landwirtschaftliche Produkte wie Fleisch, Käse oder Gemüse, die in einer bestimmten Region Deutschlands erzeugt wurden, können unter bestimmten Voraussetzungen geschützt werden. Allerdings nehmen diese Verfahren vom Zeitpunkt des Antrags bis zur Eintragung in das Schutzregister und damit zur Verwendung von Schutzlabel häufig mehrere Jahre in Anspruch. Angesichts dieser „Zeitverschwendung“ für die Hersteller fordert der Deutsche Bauernverband (DBV) ein „schnelleres Tempo für Geoschutz“.

Die zwei wichtigen Schutzlabel sind die „geschützte geografische Angabe“ (g.g.A.) und die „geschützte Ursprungsbezeichnung“ (g.U.). Bei der g.g.A. muss eine Verbindung zwischen dem Herkunftsgebiet und nur einer der Produktstufen bestehen. Das Produkt muss in der Region erzeugt und/oder hergestellt und/oder verarbeitet werden. So ist hierfür beispiels­weise möglich, dass ein Lebensmittel in der Region hergestellt wird, aber die Rohstoffe von woanders herkommen (z. B. Lübecker Marzipan). Für eine g.U. muss das Produkt in der Region erzeugt, verarbeitet und hergestellt werden (z. B. Allgäuer Bergkäse). Diese Produkte haben in der Regel einen Mehrwert für die Verbraucher, da diese sich auf deren Bezug zur Region verlassen können, denn sowohl bei der g.U. als auch bei der g.g.A. besteht Identität mit der Region, stellte der DBV fest.

Positiv wertet der DBV die Neuregelung des Geoschutzes für Spirituosen, da damit die Doppelprüfung auf nationaler und EU-Ebene entfällt. Der Antrag ist direkt bei der Kommis­sion zu stellen, die ihn innerhalb von 12 Monaten prüfen und bescheiden muss. Betroffene Dritte können nach der Entscheidung 6 Monate lang Einspruch einlegen. Eine solche zeitliche Straffung des Antragverfahrens muss nach Ansicht des DBV künftig auch für andere Produkte als Spirituosen gelten. Der DBV fordert alle Verantwortlichen umgehend zu diesbezüglichen Rechtsetzungsinitiativen auf.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft,
Links zum Thema Verbände.

Dänemark: Abbau der Schweinebestände setzt sich fort

Themen: Fleisch,Handel,International,Schweine,Statistik — info @ 09:08

Bonn (agrar.de) – Die Ergebnisse der dänischen Schweinezählung vom Juli 2008 bestätigen den Abwärtstrend früherer Viehzählungen. Verglichen mit der Viehzählung vom Juli 2007 betrug der Rückgang aller trächtigen Sauen rund 10 Prozent. Die Anzahl der erstmals tragenden Jungsauen ging allerdings nur moderat (um 0,9 Prozent) zurück.

Rentabilitätsprobleme in der Schweineproduktion zogen nach Einschätzung des deutschen Verbandes der Fleischwirtschaft (VDF) einen Umstrukturierungsprozess innerhalb der Schweinehaltung nach sich. Während in der ersten Jahreshälfte 2008 die Anzahl der geschlachteten Mastschweine im Vergleich zur Vorjahresperiode nur moderat (um 0,9 Prozent) zurückging, betrug der Rückgang bei den geschlachteten Sauen 4,3 Prozent. Ein besserer Indikator für die Entwicklung des Zuchtschweinebestandes ist die Anzahl der insgesamt verkauften Sauen. So wurden laut vorläufigen Statistiken in der Zeit von Januar bis April 2008 rund 40 Prozent bzw. 20.000 mehr Sauen exportiert als in den ersten 4 Monaten des Vorjahres. Die Anzahl der insgesamt verkauften Sauen wird deshalb für denselben Zeitraum um rund 10 Prozent höher geschätzt als im Jahr zuvor.

Der größte Anteil der Exporte von lebenden Schweinen entfällt auf Absetzferkel. In der Zeit von Januar bis April 2008 wurden rund 1,6 Mio. Absetzferkel exportiert. Im selben Zeitraum des Jahres 2007 belief sich diese Anzahl auf 1,2 Mio. Stück.

Die Danish Meat Association wird in Kürze ihre Prognose für das zweite Halbjahr 2008 sowie für das erste Quartal 2009 herausgeben. Nach den starken Rückgängen von Schlachtschweinen in den Haltungsbetrieben wird die Bruttoeigenerzeugung von Schweinefleisch zweifellos stark nach unten gehen. Entsprechende Auswirkungen sowohl auf die Nettoerzeugung als auch auf die Lebendviehexporte sind zu erwarten.

Links zum Thema Fleischwirtschaft,
Links zum Thema Verbände.

08. August 2008

Rheinland-Pfalz: Strukturwandel ungebremst

Mainz (agrar.de) – Der Strukturwandel in der rheinland-pfälzischen Landwirtschaft, mit dem ein Rück­gang der Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe um jeweils rd. 50 Prozent in einem fast regelmäßi­gen Rhythmus von 20 Jahren verbunden war, verläuft ungebremst weiter. Nach Ermittlungen der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz vollzog sich in den letzten Jahren statt der er­hofften Stabilisierung eher noch eine Beschleunigung, was mit einer weiteren Verschärfung des Wettbewerbs und des daraus folgenden Trends zu größeren, moderneren und leis­tungsfähi­geren Unternehmenseinheiten begründet wird.

Seit Gründung der Bundesrepublik 1949 ist nach jedem zweiten Jahrzehnt eine Halbierung der Betriebszahl in Rheinland-Pfalz zu beobachten. Von den zunächst 211.000 Höfen be­standen 1969 noch 110.000. Ca. 50 Prozent weniger bedeuteten 1989 55.000. Bei Fortset­zung des Trends sollte die Zahl 2009 bei 27.500 stehen. Diese Marke wurde jedoch schon 2005 knapp unterschritten, wäh­rend die Statistik für 2007 noch 25.500 landwirtschaftliche Betriebe ausweist. Dass die land­wirt­schaftlich genutzten Flächen in Rheinland-Pfalz seit Jah­ren relativ konstant bei 715.000 Hektar liegen, von denen ca. 70 Prozent gepachtet sind, zeigt, dass die im Einzelfall oft tra­gische Aufgabe von Betrieben die Leistungsfähigkeit der rheinland-pfälzischen Landwirt­schaft insgesamt bislang nicht schmälern konnte. Auffällige Veränderungen vollzogen sich dabei in der in Rheinland-Pfalz traditionell kleinteiligen Unter­nehmensstruktur. Während es in den kleinen und mittleren Betrieben durchweg Rückgänge gab, nahm die Zahl der Betriebe mit mehr als 100 Hektar Nutzfläche in den vergangenen 10 Jahren um über 27 Prozent zu.

Rheinland-pfälzische Besonderheit ist dabei die von der Betriebsgrößenstatistik nicht erfasste starke Wettbewerbsposition kleiner Betriebe im Bereich der Sonderkulturen, insbesondere des Weinbaus. Hier ist der Expansionsdruck längst nicht so stark, weil viele spezialisierte, qualitätsorientierte und marketingversierte Kleinunternehmen ihre Wettbewerbsposition auch gegen große Konkurrenten gut behaupten.

Die meisten Betriebe stehen mit über 2.000 im Kreis Bern­kastel-Wittlich, die wenigsten mit unter 30 in Kaiserslautern (Stadt). Die meisten Großbe­triebe (>100 ha) verzeichnet der Eifel­kreis Bitburg-Prüm mit 160. Die Aufteilung in Haupt­erwerbsbetriebe (42 Prozent) und Ne­benerwerbsbetriebe (58 Prozent) scheint sich in Rich­tung 50:50 zu entwickeln.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik,
Links zum Bundesland Rheinland-Pfalz.

NRW: Pestizidreport kommt bei Verbrauchern gut an

Weitere Bundesländer interessiert
Düsseldorf (agrar.de) – Als erstes und zurzeit noch einziges Bundesland veröffentlicht Nordrhein-Westfalen seit einem Jahr die Ergebnisse seiner Untersuchungen von Obst und Gemüse auf Pestizide im Internet. Der so genannte Pestizidreport erfreut sich seitdem großer Beliebtheit bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern; momentan verzeichnet die Internetseite rund 4.400 Zugriffe pro Monat. Zahlen, die auch andere Bundesländer überzeugen. Nachdem die nordrhein-westfälischen Fachleute den Report im April 2008 in der Arbeitsgruppe Lebensmittel, Bedarfsgegenstände, Wein, Kosmetik der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz (LAV) vorgestellt haben, folgten zahlreiche interessierte Nachfragen aus ganz Deutschland und Einladungen zur Präsentation des Systems.

Auch die großen Supermarktketten sehen durchaus Vorteile im Pestizidreport: Einige von ihnen lassen inzwischen die dort veröffentlichten Ergebnisse der amtlichen Kontrollen in ihre firmeninternen Qualitätssicherungssysteme einfließen. Stellen die Behörden bei einer bestimmten Sorte Obst oder Gemüse besonders häufig Überschreitungen fest, schauen auch die Handelsketten genauer hin.

„Das ungebrochene Interesse an unserem Pestizidreport zeigt, dass wir mit diesem Informationsportal quasi eine Marktlücke entdeckt haben“, zieht Verbraucherschutzminister Eckhard Uhlenberg Jahresbilanz. „Die Verbraucherinnen und Verbraucher wollen sich informieren und solche Daten bei ihren Kaufentscheidungen berücksichtigen. Wenn andere Bundesländer unserem Beispiel folgen, steigt der Druck auf den Handel weiter, seine Eigenkontrollen zu verschärfen und von seinen Zulieferern unbelastete Ware zu fordern. Das ist ein großer Fortschritt für den Verbraucherschutz.“

Im Pestizidreport, der ständig aktualisiert wird, finden die Verbraucher für jede Obst- oder Gemüsesorte, von der landesweit mindestens 20 Proben pro Jahr untersucht werden, eine komplette Auswertung mit allen Angaben darüber, wie viele Proben Pestizide enthalten und wie häufig Höchstmengen überschritten sind. Die Ergebnisse werden auch nach Herkunftsländern oder den großen Supermarktketten wie Aldi, Plus, Rewe oder Edeka sortiert. Im Pestizidreport werden alle Untersuchungen aus dem laufenden und den drei zurückliegenden Jahren aufgeführt und können als einzelne Jahresauswertung oder als Zusammenfassung der letzten Jahre angezeigt werden. Ergänzend bietet die Internetseite Kurzinformationen darüber, was Pflanzenschutzmittel genau sind, welche Regeln für Rückstände gelten und wie die Lebensmittelüberwachung untersucht.

In Nordrhein-Westfalen werden jährlich rund 3.000 Proben Obst und Gemüse auf Rückstände von etwa 600 verschiedenen Pflanzenschutzmitteln überprüft. Am häufigsten werden Fungizide (Pilzvernichtungsmittel) gefunden. Pilze greifen Pflanzen häufig bei ungünstigen Aufzuchtbedingungen (zum Beispiel unter Folie) und feuchter Witterung an. Obst und Gemüse der Saison ist am widerstandsfähigsten und muss daher in der Regel weniger behandelt werden. Kommt es aus der Region hat es zudem keine langen Transportwege, auf denen es durch chemische Mittel geschützt werden muss.

Der Pestizidreport ist ein Baustein für mehr Transparenz im Verbraucherschutz. Dazu gehört auch ein Pilotprojekt mit der Gastronomie: Betriebe, die besonders sauber arbeiten, werden für alle Besucher sichtbar mit einem Smiley ausgezeichnet. Auch das neue Verbraucherinformationsgesetz gibt den Bürgern mehr Möglichkeiten, sich zu informieren: „Auskunft über Verstöße gegen das Lebensmittelrecht sind in jedem Fall kostenlos, darauf haben wir ganz bewusst Wert gelegt. Wir wollen die Information der Verbraucher zu einem wichtigen Bestandteil der Verbraucherschutzpolitik Nordrhein-Westfalens machen“, so Uhlenberg.

Links zum Thema Pflanzenschutz,
Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Seiten: << 1 2 3 4 5 6 7 8 9 >>



   (c)1997-2017 @grar.de